US Armee: Alle 80 Minuten nimmt sich ein US Kriegsheimkehrer das Leben

06.11.2011 10:10
#1
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06.11.2011 11:14
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Zitat von eisenringtheo
http://www.20min.ch/news/dossier/afghanistan/story/-Amerika-verliert-den-Kampf-gegen-den-Suizid--12500187
http://www.huffingtonpost.com/2011/11/02..._n_1070491.html
http://www.cnas.org/files/documents/publ...ellBerglass.pdf
Theo




Hallo mein Freund, da hast Du ein heikles Thema angefangen.


Das wird, wie alles, was unangenehm ist fuer die Amerikaner, seit Jahren unter den Tisch gekehrt. Was ich damit meine ist, dass es nicht breit getreten wird, wie alle anderen Bullshit Nachrichten.
Das Problem ist bekannt, mentale Probleme der zurueckkehrenden Truppen nehmen ueberhand. Mehrere Faelle von Selbstmord, die einhergehen mit dem Umbringen der Frau und Kinder sind alleine hier in Kentucky bekannt.
Diese heftig steigenden Zahlen werden aufgrund der Kriegserlebnisse beschrieben, diese wiederum draengen (noch nicht) an die Oeffentlichkeit.
In Fort Hood habe ich die 'militaerische Erziehung' geniessen duerfen und habe mir einen Einblick verschaffen koennen ueber Autoritaet und das Leben in Bezug auf Erziehung zum Krieg. Ich habe hier Dinge erleben koennen, ueber die man in Deutschland, England und Russland nur lachen oder den Kopf schuetteln wuerde.
Zunaechst muss man betrachten wie US Buerger auf das normale Leben vorbereitet werden. Ganz abgesehen von den katastrophalen Lehrplaenen des 'Kein Kind wird Zurueckgelassen' ist auch eine deutlich verweichlichte Lebensart, in dem Ballspiele und andere Freuden des Lebens an erster Stelle stehen. Auch wenn dieser schoene Ausdruck verheissungsvoll ist, die Chancengleichheit ist gleich null, und die, die lernen moechten, werden zurueckgehalten. Berufsausbildung und damit ein paar harte Lehrjahre stehen in keinem Vergleich zu europaeischen Laendern. College ist da, damit wir uns 'austoben' sagen mir die Schueler, die dann endlich von zuhause fortkommen erstmalig im Leben, in diesen Colleges ist nicht das Lernen fuers Leben vorrangig. Ein altbekanntes Problem hier. Das Leben und die Erziehung junger Amerikaner kann stets mit einem 'Hochgefuehl' beschrieben werden, das ausserdem vom ersten Moment an mit 'dem 'Leben mit Old Glory' (US-Flagge) beschrieben werden kann. Es wird nicht auf das Leben vorbereitet, es wird darauf hin dressiert...wir sind die Besten, die Groessten, das wird ihnen sobald sie reden koennen, eingetrichtert. Am Valley Highschool hier bei uns, das sind 16/17 jaehrige Jahrabgaenge, da stehen wieder die US Anwerber, die Army Busse. Und kurze spaeter stehen auch die Schueler, in Uniform, die Werbekampagne laeuft auf Hochtouren, es gilt, die naechsten Opfer fuer diese Kriege einzuspannen, und das wird ihnen mir wahrer Liebe fuer die USA eingetrichtert. Die Schueler werden darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig es ist, ihr Land zu verteidigen. Noch schlimmer ist es wenn ihnen wahrgemacht wird, dass die Menschen dort auf sie warten und sie Befreier sind. An Ort und Stelle werden sie dann als erstes bemerken, dass es so nicht ist in Afghanistan, u.a. Um abzukuerzen. Dann werden diese jungen Menschen nach kurzer Ausbildung in Kriege geschickt, die selbst von altgesottenen Kaempfern nicht nur einiges abverlangen. Sicherlich erleben diese nichts Gutes wenn ihnen konstant IEDs Improvised Explosive Devices, seit Irak um die Ohren fliegen, zumal etwa 90% der US Truppen, aufgrund drei und vier Einsaetze, jeweils nicht unter einem Jahr Dauer, ausgesetzt sind. So sind diese nicht nur den Folgen einer 'kuscheligen' Erziehung ausgesetzt, sie spueren die harte Wirklichkeit, die fuer sie nicht im Einklang zu bringen ist mit ihrem Leben. Die Belastbarkeit ist bereits auf ein Minimum konserviert, dann kommt das wahre Leben. Und damit fertigzuwerden ist kaum noch moeglich.

http://www.google.com/search?q=afghanist...=2&ved=0CCEQsAQ

Larissa


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06.11.2011 11:41
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Warum in die Ferne schweifen:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/1185103/

"Diesen Bericht mussten wir einschicken an das Presseinformationszentrum München, die sind für den Sanitätsdienst zuständig, von denen hatten wir vorher das Okay bekommen für dieses Interview, und nun lag es denen in schriftlicher Form vor und sollte nicht veröffentlicht werden. Ich habe dann dort angerufen und gefragt, warum, und dann gab es so fadenscheinige Gründe, es waren keine vernünftigen Argumente, man hat gemerkt, wie sich dort gewunden wurde aus dieser Antwort. Wir durften es dann auch nicht in verkürzter Form bringen, gar nicht, und das ist das, wo die Bundeswehr dann "zack!" den Riegel vorschiebt und dann war es das."


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07.11.2011 10:59
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Alle 80 Minuten Einer, das sind sechseinhalbtausend im Jahr. Klingt viel, trifft aber so ziemlich genau den Durchschnitt. Also sind die Probleme nicht bei den Streitkräften zu suchen, sondern auf 'höherer Ebene'. Und USA hat mit 11/100.000 Einwohner sogar noch eine geringere Selbstmordrate als Deutschland.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Suizidrate_nach_L%C3%A4ndern


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07.11.2011 12:37
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Zitat von 94
Alle 80 Minuten Einer, das sind sechseinhalbtausend im Jahr. Klingt viel, trifft aber so ziemlich genau den Durchschnitt. Also sind die Probleme nicht bei den Streitkräften zu suchen, sondern auf 'höherer Ebene'. Und USA hat mit 11/100.000 Einwohner sogar noch eine geringere Selbstmordrate als Deutschland.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Suizidrate_nach_L%C3%A4ndern


@94
interessante Tabelle, in Wiki. Was mich erstaunt ist, dass wesentlich mehr Männer Suizid begehen. Was weiter auffällt, ist, dass Russland und einige darum herum liegende ehemalige SU Staaten besonders hohe Raten aufweisen.

Gruß Gert


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07.11.2011 15:32
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Zitat von 94
Alle 80 Minuten Einer, das sind sechseinhalbtausend im Jahr. Klingt viel, trifft aber so ziemlich genau den Durchschnitt. Also sind die Probleme nicht bei den Streitkräften zu suchen, sondern auf 'höherer Ebene'. Und USA hat mit 11/100.000 Einwohner sogar noch eine geringere Selbstmordrate als Deutschland.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Suizidrate_nach_L%C3%A4ndern



Meinst Du, in der USA dienen 18 bis 100 jährige?
Oder ist hier in eine Altergruppe der Durchschnitt so hoch wie sonst im ganzen Land.


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07.11.2011 18:03
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#7
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Ich kann es nicht glauben, aber es scheint wohl so zu sein die US- Armee verliert komplette sechs Regimenter durch Suizid. Das nenne ich dramatisch hoch, welch enormer Verschleiß jungen Lebens!

Ich bin erschüttert
Hartmut!


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07.11.2011 18:45 (zuletzt bearbeitet: 07.11.2011 18:47)
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Zitat von utkieker
Ich kann es nicht glauben, aber es scheint wohl so zu sein die US- Armee verliert komplette sechs Regimenter durch Suizid. Das nenne ich dramatisch hoch, welch enormer Verschleiß jungen Lebens!

Ich bin erschüttert
Hartmut!



Ich denke, ein richtiger Krieg geht immer an die psychische Substanz. Mich würden die Gedanken an die vielen Minen fertigmachen:
http://www.defenseindustrydaily.com/Land...d-Danger-06143/
speziell, wenn es wieder Kameraden erwischt hat:
http://www.hrw.org/de/news/2003/10/02/af...ichtbarer-feind
http://lalegion.tv/video/1497/Afghanista...3%B6st+Mine+aus
Theo


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07.11.2011 18:53
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Zitat von utkieker
... sechs Regimenter ...


Wirkungsvoller als jeder Assassin.

Übrigens hab ich mich heut früh glaube ich um ein Komma vertan? Die 20% im 20min-Link sind aber auf jeden Fall falsch gerechnet!
Nun, wie auch immer. Posttraumatische Belastungssyndrome sind denke ich mal ein Gebiet mit einem enormen Entwicklungsbedarf, nicht nur für ehemalige Soldaten (jetzt hätsch beinah Söldner geschrieben, immerhin soll es ja freiwillig sein?).
Es sind ja nun aber nicht gerade die Privilegierten der Gesellschaft, die sich für einen Job bei 'Uncle Sam' entscheiden. Im Einsatz oft 'Herr' über Millionenwerte und Menschenleben (ja! In dieser Reihenfolge) erlebt man dann 'zu Hause' oft nur noch ein tiefes Loch. Und Einige beenden diese Gratifikationskrise dann trivial, ist Töten doch das Einzige was man bis jetzt gelernt hat.


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07.11.2011 21:53
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#10
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Man kann es nicht immer nur auf ein posttraumatisches Belastungssyndrom abwälzen, ansonsten hätte die holde Männlichkeit nach zwei Weltkriegen sich durch Massensuizid selbst entledigt. Ich glaube eher, daß die Perspektivlosigkeit junger Menschen sie in den Tod treibt. Früher bot die Armee jungen Leuten eine Ausbildung. Viele konnten über die Armee doch noch studieren insbesondere bei jungen Leuten, die auf Grund ihrer sozialen Herkunft um ihre Bildungschancen beraubt wurden. Während die Rekruten, für die Fortsetzung einer Politik mit anderen Mitteln, ihren Ar..h hingehalten haben, werden sie in der Heimat von einer krisenhaften Situation eingeholt.....

Gruß Hartmut!


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07.11.2011 22:12
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Zitat von utkieker
Man kann es nicht immer nur auf ein posttraumatisches Belastungssyndrom abwälzen, ansonsten hätte die holde Männlichkeit nach zwei Weltkriegen sich durch Massensuizid selbst entledigt. Ich glaube eher, daß die Perspektivlosigkeit junger Menschen sie in den Tod treibt. Früher bot die Armee jungen Leuten eine Ausbildung. Viele konnten über die Armee doch noch studieren insbesondere bei jungen Leuten, die auf Grund ihrer sozialen Herkunft um ihre Bildungschancen beraubt wurden. Während die Rekruten, für die Fortsetzung einer Politik mit anderen Mitteln, ihren Ar..h hingehalten haben, werden sie in der Heimat von einer krisenhaften Situation eingeholt.....

Gruß Hartmut!



Das ist ein Grund, der im Eingangsthread erwähnten Studie erwähnt wird. Weitere Gründe, die erwähnt werden sind: Bei 31 Prozent der Verstorbenen sind die Gründe schon vordienstlich zu verorten (und evtl. der Grund für die Verpflichtung!). Eine wichtige Rolle spielt auch, dass die Hemmung zum Töten infolge Ausbildung und Erfahrung geringer ist als bei Zivilisten. Und letztlich die Stigmatisierung psychisch Kranker bei der Armee: Ein Soldat sucht viel weniger Hilfe bei psychischen Problemen wie Berufsleute in zivilen Berufen.
Theo


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18.12.2011 09:51 (zuletzt bearbeitet: 18.12.2011 09:54)
#12
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Auch bei nicht suizdidgefährdeten Angehörigen der Armee und deren Familien wird der Frust immer grösser. Im Oktober 2011 ist dieses Foto auf Facebook erschienen:

http://digitaljournal.com/article/316207
Es zeigt Lufwaffensoldaten um einen Transportsarg. Darin liegt ein Soldat und mimt einen Toten in Ketten und einen Strick um den Hals. Darunter die mir unverständliche Aufschrift: "Die Müllkippe (Kreuz), die Müllkippe (Kreuz).......es stinkt (uns) du zu sein"
Der Protest bezieht sich auf die Entsorgung gefallener Soldaten auf der Müllkippe
http://www.sueddeutsche.de/politik/usa-s...muell-1.1186237
Der OSL der 345. Trainingsstaffel (aus der die abgebildeten Soldaten sind) hat nun eine Strafuntersuchung eröffnet.
Theo


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18.12.2011 11:21
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#13
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Zitat von Gert

Zitat von 94
Alle 80 Minuten Einer, das sind sechseinhalbtausend im Jahr. Klingt viel, trifft aber so ziemlich genau den Durchschnitt. Also sind die Probleme nicht bei den Streitkräften zu suchen, sondern auf 'höherer Ebene'. Und USA hat mit 11/100.000 Einwohner sogar noch eine geringere Selbstmordrate als Deutschland.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Suizidrate_nach_L%C3%A4ndern


@94
interessante Tabelle, in Wiki. Was mich erstaunt ist, dass wesentlich mehr Männer Suizid begehen. Was weiter auffällt, ist, dass Russland und einige darum herum liegende ehemalige SU Staaten besonders hohe Raten aufweisen.

Gruß Gert



Da kannst mal sehen, wie begeistert diese Menschen, von ihrer gewonnenen Freiheit sind!?


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