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#1

Alleinvertretungsanspruch

in DDR Staat und Regime 30.09.2011 12:28
von woelck (gelöscht)
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Hier wird immer vom Alleinvertretungsanspruch der westdeutschen Seite gegenüber der DDR geschrieben. Tatsächlich haben beide Seiten diesen Anspruch vertreten, d.h. die reichsdeutschen Staatsangehörigen, die auf ihrem Gebiet lebten, zu vertreten. Dies führte dazu, daß man vor dem Grundlagenvertrag in der Bundesrepublik nicht als DDR-Bürger leben konnte und in der DDR nicht als Ausländer mit (reichs-)deutscher Staatsangehörigkeit. Aus diesem Grunde hat sich z.B. Bert Brecht um die österreichische Staatsangehörigkeit bemüht, die es ihm erlaubte, jederzeit die DDR, genauer gesagt den sowjetischen Sektor zu verlassen. Niemand aus der DDR konnte in der Bundesrepublik Asyl beantragen, sondern mußte sich dem Notaufnahmeverfahren unterziehen. Eine ganze Anzahl von Bürgern arrbeitete im sowjetischen Sektor von Groß-Berlin und wohnte in den westalliierten Sektoren, darunter viele Ärzte, bekanntes Beispiel ist der Auschwitz-Häftling Leo Hauser - Inge Deutschkron - "Das verlorene Glück des Leo H." -, der im Krankenhaus Berlin-Weissensee arbeitete und in Britz wohnte und auch Mitglied der SED war; er blieb auch nach dem 13. August in West-Berlin wohnhaft. Auf Personen, die die deutsche Staatsangehörigkeit hatten, und vor der Gründung der DDR im übrigen Deutschland gewohnt geboren waren bzw. gewohnt hatten, wandte man die DDR-Gesetze für Inländer, also für DDR-Bürger, an. Dies betraf auch unsere Familie. Mein Vater stammte aus dem Kreis Kleve, später NRW, und arbeitete seit Anfang 1949 als Arzt im sowjetischen Sektor von Groß-Berlin. Die Maßnahmen des 13. August hat er folgerichtig zum Anlaß genommen, die DDR wieder zu verlassen.


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#2

RE: Alleinvertretungsanspruch

in DDR Staat und Regime 30.09.2011 12:50
von icke46 | 2.631 Beiträge | 90 Punkte
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Hallo,

das von Dir geschilderte hat aber nichts mit Alleinvertretungsanspruch zu tun. Laut wikipedia versteht man unter Alleinvertretungsanspruch:

......dass eine Regierung sich als einzige rechtmäßige Regierung über ein Territorium betrachtet, obwohl faktisch auch mindestens eine andere Regierung als stabilisiertes De-facto-Regime über einen Teil des Gebietes verfügt und es als ihr eigenes Staatsgebiet postuliert.

Gruss

icke

PS: Meines Wissens hat die DDR nie einen Alleinvertretungsanspruch in der in wikipedia dargestellten Art erhoben.



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#3

RE: Alleinvertretungsanspruch

in DDR Staat und Regime 30.09.2011 13:11
von woelck (gelöscht)
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Hallo Icke46,

meines Wissens hat die Bundesrepublik immer anerkannt, daß das Gebiet der DDR sowjetisch besetzt war und nie den Versuch unternommen, es zu betreten oder wiederzuerobern. Der Anspruch , Nachfolger des Deutschen Reiches zu sein, hatte als praktische Folge nur die Frage, wie man mit den Bürgern umging, die die deutsche Staatsangehörigkeit besaßen. So lange sie sich in der DDR aufhielten, konnte man den Anspruch auf sie natürlich nicht durchsetzen. Worauf ich hinweisen wollte, ist aber die Tatsache, daß die DDR genauso Personen in Anspruch nahm, die die deutsche Staatsangehörigkeit besaßen.
Nichtsdestotrotz wäre ich an der Angabe der Quelle bei Wikipedia interessiert.
Grüße

Woelck


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#4

RE: Alleinvertretungsanspruch

in DDR Staat und Regime 30.09.2011 15:26
von damals wars | 13.419 Beiträge | 1986 Punkte
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Somit war vom Alleinvertretungsanspruch nicht nur die DDR betroffen.
Sondern auch die "Ostgebiete".
Sprich Polen.


Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#5

RE: Alleinvertretungsanspruch

in DDR Staat und Regime 30.09.2011 19:29
von icke46 | 2.631 Beiträge | 90 Punkte
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Zitat von woelck

Nichtsdestotrotz wäre ich an der Angabe der Quelle bei Wikipedia interessiert.
Grüße

Woelck



Aber bitte:

http://de.wikipedia.org/wiki/Alleinvertretungsanspruch

Gruss

icke



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#6

RE: Alleinvertretungsanspruch

in DDR Staat und Regime 01.10.2011 16:30
von Ari@D187 | 2.072 Beiträge | 100 Punkte
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Zitat von woelck
Hier wird immer vom Alleinvertretungsanspruch der westdeutschen Seite gegenüber der DDR geschrieben. Tatsächlich haben beide Seiten diesen Anspruch vertreten, d.h. die reichsdeutschen Staatsangehörigen, die auf ihrem Gebiet lebten, zu vertreten. [...]



Zitat von woelck
[...]Worauf ich hinweisen wollte, ist aber die Tatsache, daß die DDR genauso Personen in Anspruch nahm, die die deutsche Staatsangehörigkeit besaßen. [...]



Hallo Woelck,

kannst Du bitte noch einmal etwas detaillierter beschreiben wie Du das meinst?

Wo und wann beanspruchte die DDR für sich, die "insgesamt alleinige legitimierte staatliche Organisation des deutschen Volkes" zu sein?

Danke und Gruß
Stefan


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
zuletzt bearbeitet 01.10.2011 16:30 | nach oben springen



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