Einkommen und Abfindungen in der DDR

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25.04.2012 12:12 (zuletzt bearbeitet: 25.04.2012 12:22)
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Zitat von Gert


Ich sprach nicht von Abzügen, sondern von Steuern. Und besteuert wird in der Bundesrepublik immer noch gleich nach der Steuertabelle, natürlich fallen die Steuern nominal unterschiedlich aus, je nach Verdienst aber in relativen Zahlen immer gleichmäßig und ohne Ansehen der Person. Dagegen ist die DDR Besteuerung, wenn ich das richtig verstanden habe, diskriminierend gewesen.



Falsch, die BRD unterscheidet Arbeitnehmer steuerlich auch zwischen 2 Gruppen mit unterschiedlichen Steuersätzen!


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25.04.2012 12:19
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@gert, das muss man auch im Kontext des Selbstverständnisses der DDR sehen.

Platt und stark verkürzt dargestellt - um nur mal einen Ansatz zu geben:

Die DDR hat sich als Arbeiter- und Bauern-Staat verstanden. Heißt die Arbeiter (und Bauern) wurden als Haupt - Träger der gesellschaftlichen Wertschöpfung verstanden - was sie ja auch sind. Die Intelligenz wurde eher als vor - "denkende" Unterstützung gesehen

Es sollte so zum Einen die besondere Wertschätzung des Arbeiters dokumentiert werden im Vergleich zur kapitalistischen Entlohnung, in der der Ing. ohnehin deutlich mehr verdient als der CNC-Fräser. Keine Frage der Gleichmacherei sondern ein Regularium, um enorme Einkommensunertschiede zu verhindern.

Halte ich für keine schlechte Sache, auch wenn dies in der DDR noch höchst unvollkommen entwickelt war.

Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984

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25.04.2012 12:30
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Zitat von werner
@gert, das muss man auch im Kontext des Selbstverständnisses der DDR sehen.

Platt und stark verkürzt dargestellt - um nur mal einen Ansatz zu geben:

Die DDR hat sich als Arbeiter- und Bauern-Staat verstanden. Heißt die Arbeiter (und Bauern) wurden als Haupt - Träger der gesellschaftlichen Wertschöpfung verstanden - was sie ja auch sind. Die Intelligenz wurde eher als vor - "denkende" Unterstützung gesehen

Es sollte so zum Einen die besondere Wertschätzung des Arbeiters dokumentiert werden im Vergleich zur kapitalistischen Entlohnung, in der der Ing. ohnehin deutlich mehr verdient als der CNC-Fräser. Keine Frage der Gleichmacherei sondern ein Regularium, um enorme Einkommensunertschiede zu verhindern.

Halte ich für keine schlechte Sache, auch wenn dies in der DDR noch höchst unvollkommen entwickelt war.



@werner
Das kommt darauf an auf welcher Seite der "Barrikade" du stehst, wenn du eine solche Bewertung abgibst


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25.04.2012 12:33
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Zitat von Feliks D.

Zitat von Gert


Ich sprach nicht von Abzügen, sondern von Steuern. Und besteuert wird in der Bundesrepublik immer noch gleich nach der Steuertabelle, natürlich fallen die Steuern nominal unterschiedlich aus, je nach Verdienst aber in relativen Zahlen immer gleichmäßig und ohne Ansehen der Person. Dagegen ist die DDR Besteuerung, wenn ich das richtig verstanden habe, diskriminierend gewesen.



Falsch, die BRD unterscheidet Arbeitnehmer steuerlich auch zwischen 2 Gruppen mit unterschiedlichen Steuersätzen!



Meinst du Grundtabelle und Splittingtabelle ?

Wenn ja so ist das aber eine ander Zielrichtung und meiner Meinung nach nicht diskriminierend. Und jeder Bürger kann das ändern, indem er einfach heiratet.


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25.04.2012 12:38
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es wird wohl immer ungerechte löhne geben. warum verdienen beamte heute soviel wie ein gleisbauer der seine knochen abnutzt und vom beamten noch gehindert wird in frührente zu gehen?
ich denke das gerechtigkeit im lohn nie erreichbar ist.
andy


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25.04.2012 12:44 (zuletzt bearbeitet: 25.04.2012 12:53)
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#96
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Nein Gert ich meine Lohnsteuertabelle A und B, bei B kommt bei gleichem Bruttolohn ein höherer Lohnsteuerabzug raus als bei A. Zwei unterschiedliche Steuersätze, genau das was Du der DDR hier ankreidest.

Nachtrag: Einfach selber googlen @Andy


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25.04.2012 12:49
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#97
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Zitat von Feliks D.
Nein Gert ich meine Lohnsteuertabelle A und B, bei B kommt bei gleichem Bruttolohn ein höherer Lohnsteuerabzug raus als bei A. Zwei unterschiedliche Steuersätze, genau das was Du der DDR hier ankreidest.


was sind denn nun wieder steuergruppen A und B? ich kenne nur steuerklassen I-VI.
andy


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25.04.2012 13:25
#98
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Zitat von EK 82/2

Zitat von Feliks D.
Nein Gert ich meine Lohnsteuertabelle A und B, bei B kommt bei gleichem Bruttolohn ein höherer Lohnsteuerabzug raus als bei A. Zwei unterschiedliche Steuersätze, genau das was Du der DDR hier ankreidest.


was sind denn nun wieder steuergruppen A und B? ich kenne nur steuerklassen I-VI.
andy




vielleicht hilft das weiter:

Besondere Lohnsteuertabelle B

Die besondere Lohnsteuertabelle B mit gekürzter Vorsorgepauschale ist anzuwenden, falls keine Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung bezahlt werden, somit Versicherungsfreiheit besteht. Dies gilt insbesondere für Beamte, Richter oder Berufssoldaten oder man erhält Versorgungsbezüge als Behinderter.
Entsprechendes gilt, wenn man Beamtenpensionär ist oder Witwengelder oder Waisengelder auf Grund beamtenrechtlicher oder entsprechender Vorschriften bezieht.

Eine Lohnversteuerung nach der besonderen Tabelle kommt auch dann in Frage, wenn man keine Beitragsanteil zu gesetzlichen Rentenversicherung zahlt, weil zum Beispiel von früheren Arbeitgebern Versorgungsbezüge zufließen.
Gleiches trifft für weiterbeschäftigte Altersrentner zu, die ein Altersruhegeld aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten, oder für Arbeitnehmer, die auf Antrag ihres Arbeitgebers von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht befreit sind, so etwas Geistliche oder Beschäftigte bei Trägern der Sozialversicherung.

Diese besondere Lohnsteuertabelle gilt ebenfalls bei Vorstandsmitgliedern von Aktiengesellschaften beziehungsweise beherrschenden Gesellschafter Geschäftsführer einer GMBH, denen eine betriebliche Altersversorgung ganz oder teilweise ohne eigene Beitragsleistungen zugesagt wurde.


Gruß
Nostalgiker

Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler


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25.04.2012 13:29
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danke nostalgiker, da alles für mich nicht zutrifft kannte ich es auch nicht.
gruß andy


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25.04.2012 16:32
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#100
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Zitat von Feliks D.
Nein Gert ich meine Lohnsteuertabelle A und B, bei B kommt bei gleichem Bruttolohn ein höherer Lohnsteuerabzug raus als bei A. Zwei unterschiedliche Steuersätze, genau das was Du der DDR hier ankreidest.

Nachtrag: Einfach selber googlen @Andy



Richtig und falsch. Begründung der DDR ideologisch, also willkürlich, Begründung für Tabelle B höhere Besteuerung wegen Nichtzahlung Altersvorsorge in die Rentenkasse ( logisch, also kein entspr. Freibetrag)
Irgendwoher müssen ja die Pensionen kommen, die der Staat seinen Beamten zahlt.


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25.04.2012 17:27 (zuletzt bearbeitet: 25.04.2012 18:36)
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#101
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Zitat von Gert

Zitat von werner
. . . . Keine Frage der Gleichmacherei sondern ein Regularium, um enorme Einkommensunertschiede zu verhindern.

Halte ich für keine schlechte Sache, auch wenn dies in der DDR noch höchst unvollkommen entwickelt war.



@werner
Das kommt darauf an auf welcher Seite der "Barrikade" du stehst, wenn du eine solche Bewertung abgibst




Selbstverständlich steht das Begrenzen von Einkommensunterschieden der Gier vieler Menschen diametral entgegengesetzt gegenüber, mehr besitzen zu wollen oder / und sich gegen andere durch materiellen Status abheben zu wollen.

Ich kenne einige persönlich, die auf der anderen, "oberen" Seite der von Dir erwähnten "Barrikade" stehen und einige von denen haben mir gesagt, dass sie kein Problem damit hätten, "nur" 250k zu verdienen, weil es immer noch mehr ist als notwendig, um sich ein komfortables Leben zu gönnen.

Sie haben aber überhaupt keine Veranlassung, das freiwillig zu machen, weil ihr Verzicht nicht zu einer Verteilung nach unten führen würde. Und nur das wäre für sie akzeptabel, weil es soziale Spannungen eindämmen kann.
Wenn gesetzliche Regeln Obergrenzen fixieren würden, wäre das für sie in Ordnung.

Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984

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25.04.2012 17:32
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#102
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Zitat von Gert
Begründung der DDR ideologisch, also willkürlich, . . .



Ideologie führt also zu Willkür - na das ist ja mal eine Einsicht!

Zitat
Begründung für Tabelle B höhere Besteuerung wegen Nichtzahlung Altersvorsorge in die Rentenkasse ( logisch, also kein entspr. Freibetrag)



Eine solche gesetzliche Festlegung ist gleichermaßen Willkür.

Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984

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25.04.2012 17:41 (zuletzt bearbeitet: 25.04.2012 17:41)
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was regen wir uns eigentlich über die steuern auf. in der ddr muste jeder steuern zahlen, heute fallen doch mindestens 25 prozent der arbeitnehmer aus dem steuerraster und bekommen noch steuergelder durch hartz4 oder aufstockung. das kann man sozial nennen oder?
andy


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25.04.2012 18:16
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#104
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Zitat von werner
[quote="Gert"]Begründung der DDR ideologisch, also willkürlich, . . .



Ideologie führt also zu Willkür - na das ist ja mal eine Einsicht!
In diesem Fall ja, weil es für mich nicht einsichtig ist, einmal 10% Steuer und einmal 30 % Steuer zu berechen, für eine gleichwertige Arbeit, nur ein unterschiedlicher Status im Bezahlungsystem --> Moantslohn ./. Stundenlohn.

Zitat
Begründung für Tabelle B höhere Besteuerung wegen Nichtzahlung Altersvorsorge in die Rentenkasse ( logisch, also kein entspr. Freibetrag)



Eine solche gesetzliche Festlegung ist gleichermaßen Willkür.
Wieso das ? ich habe es doch erklärt, da der Beamte nichts aus eigenem Einkommen für seine Altersvorsorge bezahlt, kann er doch nicht auch noch mit einer in die Steuertabelle eingerechneten Vorsorgepauschale " belohnt " werden. Wenn das nicht wäre, würde er ja doppelt "belohnt", also eine Erleichterung für nicht erbrachte Leistungen bekommen. Wo ist da Willkür zu erkennen ?


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25.04.2012 18:24
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#105
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94

Da es ja gerad wieder etwas oT wird, es ging ja um Einkommen und Abfindungen in der DDR, könnte man ja (un-) passend mal wieder das BGE erwähnen *grins*

Apropos Steuern in der Deutsch-Demokratschn, hielten sich arg in Grenzen. Zumal Zuschläge und Zulagen unversteuert blieben. Netto>Brutto war selten eine Ausnahme. 'Abgezockt' wurden nur die Kleinunternehmer und Gewerbetreibenden ... http://www.ddr-wissen.de/wiki/ddr.pl?Steuern_und_Abgaben

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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