Einkommen und Abfindungen in der DDR

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28.07.2019 19:19 (zuletzt bearbeitet: 28.07.2019 19:21)
#256
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Zitat von passport im Beitrag #202
Das Interesse des MfS am User Sperrbrecher lag an der Informationsgewinnung über seine geglückte Flucht

Ja, damit haben sich die Genossen noch lange Jahre beschäftigt. Anscheinend haben sie deshalb auch graue Haare bekommen,
weil sie den genauen Fluchtweg nicht ermitteln konnten. Sie hatten nur herausbekommen, dass ich aus Bulgarien "verschwunden"
war, wussten aber nicht auf welchen Wegen. Das hat sie jahrelang nicht ruhen lassen. So ist es jedenfalls in meiner Akte lesen.

Mein Verschwinden führte natürlich auch auf meiner Arbeitsstelle zu Spekulationen unter den Kollegen und so machten die tollsten
und abenteuerlichen Vermutungen die Runde, die von den MfS-Genossen akribisch hinterfragt wurden, aber eben nur Gerüchte und
Spekulationen waren und nicht die erwarteten Resultate brachten und zu belegbaren Ergebnissen führten. Weshalb man sich auch
nach Jahren ergebnisloser Suche über den genauen Fluchtweg dazu entschloss, meine Akte zu schließen und zu archivieren.

Zu diesen Zeitpunkt war ich aber schon längst (seit 1973) der Amnestie anheimgefallen, der Haftbefehl war aufgehoben und ich
konnte unbeschadet die DDR besuchen, wovon ich auch reichlich Gebrauch gemacht habe. Auf die einfache Idee, mich bei der
Ein- oder Ausreise einmal ganz direkt über meinen Fluchtweg zu befragen, sind die Ermittler allerdings nicht gekommen oder
konnten sich nicht dazu überwinden.

Es blieb, besonders bei der Einreise, bei penibler und intensiver Kontrolle und belanglosen Blabla. Das änderte ich erst, als
ich zusammen mit meiner ausländischen Frau in die DDR reiste. Anscheinend wollte man ihr gegenüber einen guten Eindruck
hinterlassen und die Weltoffenheit der DDR demonstrieren. Die Kontrollen wurden wesentlich normaler und die Gespräche mit
dem Herrn in Zolluniform blieben gänzlich aus.

Wie ich nach dem Ende der DDR aus meiner Akte ersehen konnte, geschah das in etwa auch zum gleichen Zeitpunkt, als man
sich dazu entschloss, meine Akte zuschließen, weil keine weiteren Ergebnisse zum genauen Fluchtweg zu ermitteln sind.(Zitat).

Im Nachhinein habe ich schon mal mit dem Gedanken gespielt, den damaligen Ermittler (sein Name und seine Adresse ist mir
bekannt) aufzusuchen und ihm, so er sich noch an meinen Fall und die damit verbundene langjährige Ermittlungsarbeit erinnert,
aufzuklären und ihm meinen genauen Fluchtweg zu erklären, damit er nicht unwissend sterben muss und den Fall zumindest für
sich persönlich, als geklärt abschließen kann.

Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange, ist sich des rechten Weges wohl bewusst.


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28.07.2019 19:22
#257
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Zitat von Fall 80 im Beitrag #255
Da musst Du dich mal mit der normalen Bevölkerung der ehemaligen unterhalten. Ich habe Verwandschaft in Thüringen und da wurden Jugendweihen, Konfirmationen und Schuleinführungen tüchtig gefeiert. Na gut das haben die in der Freizeit gemacht.

Da die Offiziere ja 24 Stunden im Dienst waren haben die ja sogar die Zeit des Saufens noch vergütet bekommen.

Übergewicht und Alkoholabhängigkeit gab es da auch schon.
Uli


Hast wieder mal eine Zielgruppe gefunden, wie ? Was meinst Du, was in Wirtschafts- Politik- und Verwaltungskreisen so manchmal abgeht, wenn es abends ein bezahltes Geschäftsessen gibt. Nicht für den kleinen Angestellten, auch nicht für einen Job wie meinen (Außendienstmitarbeiter), das hielt sich in Grenzen. Mein Vater hat da mal so einiges gucken lassen. Er war Chef eines großen Möbelbetriebes und hatte regelmäßig Geschäftskontakte mit Partnern aus dem NSW, insb. zu den großen Messen (z.B. Leipzig, Köln u.a.). Es gab eine interne Vereinbarung zwischen der BRD und der DDR, Entgleisungen eines Bürgers des jeweiligen anderen Staates nicht an die große Glocke zu hängen. Die siehst, Sauferei ist und war kein Alleinstellungsmerkmal für Führungskräfte aus der DDR und daß in den Armeen, egal welcher, auch gesoffen wird, dürfte Dir bekannt sein. Daher betrachte ich es als Absicht, hier den Focus auf die Offiziere der DDR zu richten und sowas verachte ich.


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28.07.2019 19:25
avatar  Ebro
#258
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zu 255
Scheinst ja wirklich ein schwerer Fall zu sein. Wenn Du das so betrachtest, müsstest Du doch noch neidischer werden, denn dann wurden ja selbst die Toilettengänge bezahlt

Selbst Akademiker mit Diplom sind nur marginal intelligent

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28.07.2019 19:26 (zuletzt bearbeitet: 28.07.2019 19:27)
#259
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Sperrbrecher in # 256: Tue es ! Ich wäre an Deienr Stelle auch mal gespannt, wie der damalige Ermittler reagiert und wie er die Sache heute sieht. Verbissen oder eher locker. Das ist vorher nie abzusehen, es sei denn, man kennt seine Entwicklung nach 90.


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28.07.2019 19:39 (zuletzt bearbeitet: 28.07.2019 19:42)
avatar  Fall 80
#260
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Ich werde für meine Arbeit bezahlt und da kommt meinerseits kein Neid auf. Ob da der Toilettengang, die Sauferei und die Fädelei mit bezahlt wurde ist mir sowas von egal.

Wer meine Beiträge ohne Filzbrille gelesen hat dem müsste eigentlich aufgefallen sein, dass ich bei freiwilligen Offizieren keinen Unterschied mache welcher Armee sie anghörte.

Uli

Herr (wer auch immer) gib mir die Kraft, Dinge zu ändern, welche man ändern kann. Die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, welche man nicht ändern kann und die Weisheit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden.
Auf Grund meiner direkten Art, werde ich sehr oft missverstanden. Das ist schon immer so und ich kann damit umgehen.


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28.07.2019 19:59 (zuletzt bearbeitet: 28.07.2019 22:48)
avatar  andyman
#261
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Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #256

Ja, damit haben sich die Genossen noch lange Jahre beschäftigt. Anscheinend haben sie deshalb auch graue Haare bekommen,
weil sie den genauen Fluchtweg nicht ermitteln konnten.


Die Klärung über den Fluchtweg und den Ablauf diente sicher dazu bisher unentdeckte Schlupflöcher zu schliessen um potentielle Nachahmer ausschliessen zu können.Das es über Jahre nicht gelang das aufzuklären erklärt mglw.die Repressalien gg.dich.
Lgandyman

Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius


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29.07.2019 10:54 (zuletzt bearbeitet: 29.07.2019 11:06)
#262
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Zitat von andyman im Beitrag #261

Die Klärung über den Fluchtweg und den Ablauf diente sicher dazu bisher unentdeckte Schlupflöcher zu schliessen um potentielle
Nachahmer ausschliessen zu können.Das es über Jahre nicht gelang das aufzuklären erklärt mglw.die Repressalien gg.dich.

Das ist/war mir schon klar.

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #256
Im Nachhinein habe ich schon mal mit dem Gedanken gespielt, den damaligen Ermittler (sein
Name und seine Adresse ist mir bekannt) aufzusuchen und ihm, so er sich noch an meinen Fall und die damit verbundene
langjährige Ermittlungsarbeit erinnert,aufzuklären und ihm meinen genauen Fluchtweg zu erklären, damit er nicht unwissend
sterben muss und den Fall zumindest für sich persönlich, als geklärt abschließen kann.


Zitat von DoreHolm im Beitrag #259

Sperrbrecher in # 256: Tue es ! Ich wäre an Deienr Stelle auch mal gespannt, wie der damalige Ermittler reagiert und wie er
die Sache heute sieht. Verbissen oder eher locker.

Allerdings würde mich mal die Meinung der ehemaligen Weinroten dazu interessieren?

Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange, ist sich des rechten Weges wohl bewusst.


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29.07.2019 11:07 (zuletzt bearbeitet: 29.07.2019 11:08)
#263
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- Doppelbeitrag gelöscht -

Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange, ist sich des rechten Weges wohl bewusst.


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29.07.2019 13:25
avatar  andyman
#264
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Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #262
Das ist/war mir schon klar.




Daran zweifle ich auch nicht.Mit weinrot kann ich nicht dienen.
Lgandyman

Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius


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29.07.2019 20:08
#265
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...

Sperrbrecher in # 256: Tue es ! Ich wäre an Deienr Stelle auch mal gespannt, wie der damalige Ermittler reagiert und wie er
die Sache heute sieht. Verbissen oder eher locker. [/style]
Allerdings würde mich mal die Meinung der ehemaligen Weinroten dazu interessieren?
[/style]
Einem vernünftig geführten Gespräch beider Seiten mit dem Abstand der Jahre kann man eigentlich nur positiv gegenüberstehen. Trotz damaliger und vielleicht auch heutiger Meinungsdifferenzen zum Thema sollten eben diese kein Grund sein, nicht zu sprechen. Für den einen wäre es ggf. tatsächlich interessant zu wissen, wie so manch eine Aktion gelingen konnte. Die andere Seite kann sich aus erster Hand den betriebenen Aufwand zur Ermittlung erklären lassen. Nach über 30 Jahren sollten die Emotionen in den meisten Fällen keine große Rolle mehr spielen.

friedliche Grüße Andreas

Hätte es Auschwitz und Stalingrad nicht gegeben, dann hätte es Mauer und Marienborn nicht geben müssen.


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29.07.2019 20:38
#266
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Zitat von ehem. Hu im Beitrag #265
Sperrbrecher in # 256: Tue es ! Ich wäre an Deienr Stelle auch mal gespannt, wie der damalige Ermittler reagiert und wie er die Sache heute sieht. Verbissen oder eher locker. [/style] Allerdings würde mich mal die Meinung der ehemaligen Weinroten dazu interessieren?


Ich kann dem nur beipflichten. Egal ob es wie hier um eine politische Angelegenheit handelt oder um eine sonst wie gelagerte Privatsache. Sobald man sich mit dem Gedanken befasst, mit jemand Kontakt aufzunehmen, dann sollte man das auch tun. Denn irgendwann wird das nicht mehr möglich sein, und dann bereut man es.
Du hast ja nichts zu verlieren, denn gleich wenn der Kontakt verweigert wird, hast Du genau so viel wie vorher und kannst einen Hacken dran machen.
Man muss immer bedenken: Offene Baustellen fressen Energie, die man besser einsetzen kann.

Grüße Sojus


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30.07.2019 13:07
#267
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Danke für Eure Meinung, werde versuchen bei meinem nächsten Aufenthalt in Dresden mit den damaligen Ermittlern in Kontakt zu kommen.

Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange, ist sich des rechten Weges wohl bewusst.


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30.07.2019 15:33
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#268
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Zitat von Ehemalige im Beitrag #243
Sicher, verhungert ist keiner in der DDR, das Sozialsystem war besser, die Zufriedenheit bis zu einem gewissen Grad auch.
Nun, auch das soll vorgekommen sein, zumindest fast laut BILD ...
bild.de/news/2010/mutter-floh-aus-ddr-und-liess-kinder-fast-verhungern-13673522

Zitat von Gert im Beitrag #247
Verhungert heute jemand ?
Auch das kommt vor, hier zwei Fälle jüngeren Datums ...
welt.de/vermischtes/article194040337
stern.de/-7198360.html

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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30.07.2019 15:34
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#269
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Zitat von Alfred im Beitrag #216
Wie oft möchtest Du es noch hören. Über Gehälter wurde im Bereich des MfS nicht gesprochen.Das war auch nicht möglich, da man ja nicht einschätzen konnte in welcher Diensteinheit man landet bzw. welche weitere Entwicklung man nimmt.
Na jetzt mal Butter bei die Fische, was hat ein Unterleutnant beim MOS den nun so bekommen im Monat?

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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30.07.2019 16:15
avatar  Ebro
#270
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Kann man doch sicher nicht so pauschal sagen ,ich sowieso nicht. Hatte ja nie was mit MOS zu tun.
Aber unser Wachleiter in der KD hatte ja schon einige Dienstjahre auf dem Buckel, der hatte sicher kein schlechtes Gehalt.

Selbst Akademiker mit Diplom sind nur marginal intelligent

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