Der Geier im Anflug- GR 9 / 11. GK Veilsdorf

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07.09.2011 16:00 (zuletzt bearbeitet: 07.09.2011 16:02)
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Hallo heute möchte ich mich auch mal vorstellen.
Ich bin Jürgen und bin Jahrgang 57 und ich habe zwei Seiten der Grenze erlebt.
Meine Dienstzeit bei den Grenzgruppen begann am 4.Mai 1976 in Eisenach beim GAR 11.
Nach dem Ausbildungshalbjahr wurde ich ins GR 9 Hildburghausen versetzt.
Von dort ging es in die 11.GK nach Veilsdorf.
Dort diente ich vom 29.10.1976 bis 28.10.1977

Zur Reserve wurde ich 1985 nach Tripkau in der nähe von Dömitz an die Elbgrenze gezogen. Ich glaube wir waren zur damaligen Zeit die ersten Reservisten die wieder zum Grenzdienst eingesetzt wurden.
Nach 1 Woche ''Ausbildungsauffrischung'' im II. Grenzbataillon in Dömitz,
wurde ich in die 4. GK nach Tripkau versetzt. Dort ging ich mit in den Regulären Grenzdienst.
Meine Dienstzeit dort war vom 22.10.1985 bis zum 17.01.1986

Die zweite Seite der Grenze ist, das ich 40 Jahre in einem Grenzgebiet in Glienicke (Nordbahn) an der Berliner Grenze gewohnt habe.
Es war nicht ein Grenzgebiet wie es viele gab, sondern wir hatten von 4 Seiten eine Mauer um uns und einen Kontrollposten als Eingang,
Es war der so genannte Entenschnabel in Berlin. Es war eine Strasse zwichen Berlin Hermsdorf und Berlin Frohnau.
Postenpunkt: KP Am Sandkrug.
Das müßte der Bereich vom GR38 ? gewesen sein. Der Absicherungsbereich war wohl von Niederneuendorf bis Schildow.
Unser Gartenzaun war der Signalzaun und es wurde regelmäßig bei uns eine Kellerkontrolle durchgeführt um zu sehen ob wir nich ein Tunnel graben.
Handwerker konnten bei uns nur in Begleitung eine Postenpaares ihre Arbeiten bei uns verrichten.
Bei uns in die Strasse kam nicht mal die Polizei rein, nur der ABV( Abschnittsbervollmächtigte) hatte eine Berechtigung um uns zu besuchen.
Es wird vielleicht ein paar ehemalige Grenzer hier geben die sich an diesen Postenpunkt erinnern können.
Wir hatten auch immer einen guten Kontakt zu ''unseren Grenzern''
In der Weihnachtszeit war der Postenpunkt 'Am Sandkrug' unter den Grenzern sehr beliebt, weil wir (die Einwohner) jede Schicht am KP Sandkrug mit Kaffee, Kuchen und anderes Weihnachtliches Gebäck verwöhnten.
Desweiteren hatten wir immer wieder Persönlichen Kontakt mit den Grenzern der Schildower GK. Wir sind zum Bowlingspielen nach Berlin gefahren haben Dampferfahrten gemacht, zum Sport und Strassenfest waren auch immer wieder Grenzer bei uns eingeladen, oder wir waren auch zum Feiern in der GK Schildow eingeladen.
Habe auch noch Bilder von der Zeit, die ich hier auch gerne mal reinstellen kann.
So das war es erst mal für's erste.
Gruß Jürgen


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07.09.2011 16:07
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#2
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Willkommen im Forum auch im Namen des Teams


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07.09.2011 16:13 (zuletzt bearbeitet: 07.09.2011 16:14)
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#3
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Ich selbst tue mich mit der "Berliner Grenze" ziemlich schwer, mein Metier war die "Grüne Grenze". Der Geier ist ein Fuchs und ein Kenner beider Grenzsysteme.
Willkommen im Forum!

Gruß Hartmut!


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07.09.2011 17:52 (zuletzt bearbeitet: 07.09.2011 17:53)
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#4
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Hallo Geier, schön auch mal einen von der " Berliner " Grenzbevölkerung hier im Forum zu haben.


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07.09.2011 18:41
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hallo geier!! sage auch willkommen hier !! grüße Adam


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09.09.2011 20:12
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#6
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Danke erst mal für die nette Begrüßung.
Hab jetzt mal ein paar Bilder von dem Grenzgebiet ( Am Sandkrug- Entenschnabel ), in dem ich 40 Jahre gelebt habe, in die Fotogallerie gestellt.
Vielleicht erkennt es noch jemand der damals im GR 38 diente.
Gruß Jürgen


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09.09.2011 20:40
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#7
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Hallo Jürgen, herzlich Willkommen in der grossen Gemeinde hier. Bin ja "Wald und Wiesen"Grenzer gewesen. Hab Deine Galerie durchforstet.War ja echt Wahnsinn,wie das auf engstem Raum zuging. Repekt allen, die dort so leben konnten.Für mich waren das alles Bilder,die ich so nicht kannte,der Stress auf engstem Raum!
Gruss Michael


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09.09.2011 21:18
avatar  Hans55
#8
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Herzlich Willkommen und viel Spaß hier!! Hans55


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09.09.2011 21:28
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#9
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Wenn selbst der ABV zusätzlich bestätigt sein mußte.


Gab´s da keinen BT, wie ist das gesichert worden, Streife?


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09.09.2011 22:01
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#10
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Hallo Michael
Stress ?? nun ja das ist relativ
Wir hatte regelmäßig Kellerkontrollen und mußten unseren Ausweis vorzeigen das aber meistens nur wenn Sackstand da war. Die Grenzer kannten uns ja alle und es waren ja auch immer dieselben Grenzer am KP.
Wenn wir Besuch erhalten wollte, mußten wir rechtzeitig einen Passierschein beantragen. Ja das war schon ein wenig umständlich manchmal.
Aber richtigen Stress hatten wir erst als die Grenzen geöffnet wurden und der Posten am KP abgezogen war.
Da musten wir uns erst mal neue Schlösser für unsere Häuser und Wohnungen einbauen. Ich mußte abends meine Brieftasche und Autoschlüssel aus meinem Trabi nehmen und ihn abschliessen. Das brauchten wir vorher alles nicht machen, weil ja niemand in unsere Strasse reinkam. Wir wurden zu jeder Tages und Nachtzeit zuverlässig bewacht.
Wir sind mit dieser Grenze einfach aufgewachsen und es war für uns normal. Wir waren eine super Truppe und jeder kannte den Anderen. Wir habe Kinder,- Sport und Strassenfeste gefeiert. Oft auch mit den Grenzern zusammen, sie freuten sich auch das sie mal wieder aus ihren Kompanien rauskamen und eine Trinken konnten. Es war zwar immer ein Offizier mit dabei aber der trank ja selber mit.
Später hatten wir sogar unseren eigenen offiziellen Jugendclub in der Strasse. Die Gemeinde Glienicke war froh das sie einen Jugendklub vorzeigen konnte.Da konnten sie wieder ein Punkt im sozialistichen Plan erfüllen.
Das Klubhäuschen ist auf dem Foto mit den 3 Grenzern am KP im Hintergrund zu sehen. Da habe wir so manche Fete drinn abgezogen. Und immer an die Posten denken, das heist schön die Fenster auf und es gab Grenzdienst mit viel Musik. Es kam auch ab und zu mal die Streife vorbei und sie feierten einen Moment mal mit. Die Kaschis hingen am Kleiderhaken und sie standen an der Bar. Es wurden aber keine harten Sachen ausgeschenkt, da haben wir schon drauf geachtet.
Soviel zum Stress es gab Vor und Nachteile, aber das ist ja nun alles vorbei. Viele sind weggezogen und es sind neue reingezogen, aber ein solchen Zusammenhalt wie Früher gibt es leider nicht mehr.
Aber wie gesagt das Leben geht weiter.


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09.09.2011 22:07 (zuletzt bearbeitet: 09.09.2011 22:19)
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#11
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Zitat von GZB1
Wenn selbst der ABV zusätzlich bestätigt sein mußte.


Gab´s da keinen BT, wie ist das gesichert worden, Streife?



Nein wir habe keinen BT drinnen gehabt. Deshalb ist ja auch niemand ohne Passierschein oderPostenbegleitung rein gekommen.
Es gab nur eine Streife die so zirka alle 4h rumkam. Am Anfang zu Fuß und später im Zuge der Erneuerung der Grenzanlagen GSZ+ höhere Mauer haben sie ein Kolonnenweg mit eingerichtet.

Der ABV hatte einen Passierschein und mußte sich bloß anmelden lassen wen er rein kam.


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09.09.2011 22:23
#12
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Zitat von Geier
(...)Es war nicht ein Grenzgebiet wie es viele gab, sondern wir hatten von 4 Seiten eine Mauer um uns und einen Kontrollposten als Eingang,
Es war der so genannte Entenschnabel in Berlin. Es war eine Strasse zwichen Berlin Hermsdorf und Berlin Frohnau.
Postenpunkt: KP Am Sandkrug.
(...)



War das der Eingang? Gab es nächtliche Schließzeiten?
http://mauerfotos-hendrikpastor.de/fotos/fr_sub09/437
Theo


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09.09.2011 22:27
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#13
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Alle 4h, dann war das nur die normale KS-Streife.


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09.09.2011 22:32
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#14
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Zitat von eisenringtheo

War das der Eingang? Gab es nächtliche Schließzeiten?
http://mauerfotos-hendrikpastor.de/fotos/fr_sub09/437
Theo


Ja das war die Zufahrt zu unserer Strasse und Schließzeiten gab es nicht. War ja schließlich kein Gefängnis !!


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10.09.2011 01:40
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#15
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Herzlich Willkommen hier im Forum. Endlich mal wieder ein Veilsdorfer,wenn auch weit vor meiner Zeit.
Viele Grüße, der Skylight.HG82/2


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