Sanitätsdienst in den grenzkompanien

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04.09.2011 18:47
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#1
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Hallo,

ich habe eine Frage. Wie lief es eigentlich ab wenn irh den Grenzkompanien krank wurdet z.B. Ihr hattet morgen 40° C Fieber. Gab es in jeder Grenzkompanie einen Sani? Wenn Ihr krank ward wurde ihr zum nächsten "Dorfarzt" gefahren oder wie leife das ab. denn die einzelnen Grenzkompanien war ja realtiv weit abgelegen


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04.09.2011 19:14
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#2
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Hallo

Wie es sich damit an der grünen Grenze verhielt, dazu kann ich Dir leider nichts sagen. Findet sich aber bestimmt noch jemand der Dir Deine Frage beantworten kann. In den Regimentern an der Berliner Grenze war in jedem ein Medizinischer Punkt vorhanden. Wer vor dem Dienst krank wurde ging dort hin und wurde je nach Diagnose stationär aufgenommen oder innendienst krank geschrieben. Wer während des Dienstes krank wurde, wurde ausgelöst und ins Objekt gebracht.


Gruß Annakin


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04.09.2011 19:18
#3
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Hallo Vierländer,

normalerweise wurde bei einer akuten Erkrankung die nächstmögliche ärztliche Versorgung angesteuert. Das klingt einfacher, als es ist. Nehmen wir ein Grenzdorf wie es Stedtlingen in der Rhön war. Da war die einzige Chance den Erkrankten nach Meiningen zu bringen. Dazu mussten dann ein Fahrzeug und der Fahrer bereitgestellt werden. Kein leichtes Unterfangen in der Kompaniesicherung. Eine andere Möglichkeit, wenn es nicht gerade um Leben und Tod ging, war die Information an den Regiments-Med.-Punkt. Notfalls holten die sich eine kurze Ferndiagnose ein und entschieden dann, ob sie selbst abholten, oder der Kranke mit turnusmäßigen Fahrten in Richtung Dermbach (Regimentsstab) in Marsch gesetzt wurde. In der Kompanie selbst gab es keinen strukturmäßigen Sanitäter. Ich glaube, wir hatten beim Stellvertreter Kompaniechef einen kleinen Vorrat an Medikamenten (Schmerztabletten, Dreierleitropfen etc.). Aber das hatte eher den Charakter einer Hausapotheke, als den einer medizinischen Versorgungseinrichtung.

Das Schlimme waren nicht die akuten Krankheitsfälle, da fand sich immer schnell eine Lösung. Problematisch wurde es, wenn ein Soldat mit unspezifischen Beschwerden kam. "Da tut was weh." "Da ist irgendwas." - Was macht an als Vorgesetzter? Man fragt, ob sich derjenige krank fühlt oder nicht. Kommt dann keine eindeutige Antwort, wird es schwer. Was tun? Den Mann aus der Grenzdienststärke nehmen? Noch ein Fahrzeug bereitstellen und einen Kraftfahrer, nur weil vielleicht irgendwas sein könnte? Was ist wenn das andere mitkriegen und das zur Gewohnheit wird? - Angesichts der ständigen Misstrauens, man werde von Unterstellten immer wieder verschaukelt, kommt man schon zu merkwürdigen Entschlussgrundlagen. Gerade ein junger Vorgesetzter ohne Erfahrung ist da leicht aufgeschmissen. Ich habe auf diese Art und Weise einem Soldaten zu einer akuten Mittelohrentzündung verholfen. Ich hatte ihm gesagt, es würde schon gehen und ihn nochmal in den Grenzdienst geschickt. Er bestand nicht gleich darauf, zum Arzt gefahren zu werden. Also Grenzdienst. Ein schwerer Fehler, wie ich später einsehen musste.

ciao Rainman2


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04.09.2011 19:37
#4
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Wie`s in den Grenzkompanien war, weiß ich nicht mehr, aber im Batallionsstab war mindestens ein Saniuffz vorhanden!

Theo 85/2


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04.09.2011 20:10
avatar  Icke
#5
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Ich habe es selber erlebt und es war erstaunlich einfach.
Während einer Spätschicht bekam ich Zahnschmerzen als ich wieder
im GR war habe ich das gemeldet der Diensthabende hat dann gesagt nahklar
morgenfrüh im Medpunkt .Das hat mir nicht gefallen ich habe dann mit Nachdruck
auf die Schmerzen hingewiesen und das ich dann den nächsten Tag nicht zum GD könnte
das hat dann überzeugt. Mich hat dann ein UaZ mit seinem Privatfahrzeug ins Krankenhaus
gefahren. Ich wurde behandelt und habe die Füllung immer noch.
Aber so war es wohl nur in Berlin möglich.


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04.09.2011 20:23
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#6
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....sollte mal wer richtig krank sein...denke ich mich zu erinnern...erstens Med.Punkt GAR...wenn das nicht gehen sollte,auch immer eine Frage worum es geht...Krankenhaus,was sonst.
Die Sanis..die zumPlatz kamen hatten unter anderem, Tabletten immer dabei.
Zahnarzt..der nächst erreichbare,keine Disskusion...Dienstreiseauftrag und ab gehts.
Da wären wir jedenfalls sehr flexibel gewesen.
Gruss BO


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05.09.2011 18:11
avatar  PF75
#7
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wir kamen von nachtschießen ,da war mir schon nicht so gut,mittags zum wecken hatte ich so um 39 grd. fieber,wir waren aber nächsten tag mit frühschicht drann,es wurde endschieden das ich nicht mit raus mußte,konnte im bett bleiben.zur tagschicht am übernächsten tag bekam ich eine schicht auf der Füst. und dann gings im normalen rythmus weiter da ich dann wieder genesen war. unserer ZF hatte sich bei übung "gefechtsmäßige grenzsicherung" eine blutvergiftung zugezogen,der wurde ins zivele krankenhaus nach boitzenburg verbracht.


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05.09.2011 19:56
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#8
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Eigentlich kann ich auch nichts zu o.a. Thema sagen, da ich fast ausnahmslos im GAR gedient habe.

Es galt jedoch das Prinzip, das bei Erkennen einer Erkrankung derjenige hinzuzuziehen ist, der höher qualifiziert war, ob Sani-Uffz., Feldscher oder RA, im Notfall natürlich jedes KH in der DDR.

Die Schwierigkeit in den GK bestand nach meiner Meinung im Erkennen notwendiger höher qualifizierten Handlungserfordernis und in der Logistik der Zuführung des Erkrankten/Geschädigten. Man könnte sagen, ähnlich wie im Krieg?

Wir hatten auch im GAR das Problem, als 19-, 20- jährige unerfahrene Soldaten, die Entscheidung zu fällen, ob jemand ins nahegelegen KKH zu fahren ist, oder nicht.
Man hat uns diesbezüglich nicht selten manche schwierige Entscheidung aufgebürdet.


VG Huf


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16.03.2013 21:21
#9
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Eigentlich wollte in der GK keiner "krankmachen", da dann andere seine Aufgaben hätten mit übernehmen mußten. Die Pappenheimer, die sich auf diese Weise vor bestimmten Dingen (Gefechtsausbildung, A-Gruppe auf einer missliebigen FÜST...) drücken wollten wurden schnell herausgefunden und entsprechend behandelt.
Ich erinnere mich an einen Soldaten Ho....nn, der öfters durch derlei Pappenheimerschaft auffiel und sich danach auch noch über seine Kameraden belustigte.
Auf dem Rückweg vom Wartenberg unter Schutz wollte er nicht mehr "mitmachen" und meldete sich krank in der Hoffnung, von der Gasmaske und dem Marschieren befreit zu werden.
Unser lebenserfahrener KC erkannte seine Drückebergerschaft, ließ kurz halten, erklärte die Situation, die realitätsnahe Ausbildungsnotwendigkeit und die moralische Verpflichtung, auch im Gefechtsfall keinen zurückzulassen!
Und dann befahl er, den "kranken" Soldaten von den Genossen seines Zuges, alle weiter unter Gasmaske, zurücktragen zu lassen.
Wer den Wartenberg kennt weiß auch um den steinigen Weg nach und von dort. Die Genossen seines Zuges rissen sich darum, ihn tragen zu dürfen. Allerdings stolperten sie regelmäßig und der arme "Kranke" wurde regelmäßig versehentlich fallengelassen. Auch das Wiederaufnehmen erfolgte nicht gerade glimpflich. Alles in allem eine gute Kollektivbildungsmaßnahme!
In dem Falle war die "Krankheit" allerdings sehr offensichtlich und die Erziehungsmaßnahme durchaus angebracht!

Ansonsten:

In der Ausbildung, GAR Eisenach, 5. Kompanie: kein Problem, da gabs den Medpunkt.

In der Ausbildung, GAR Eisenach, 4. Kompanie: entweder man wurde zum Medpunkt gefahren oder mußte sich selber kümmern, je nach Schwere des "Leidens".
Die Feststellung des Schadens oder der Krankheit erfolgte durch den Spieß, bei dem man sich früh vor Diensbeginn melden oder melden lassen mußte. Kleinere Sachen wurden gleich auf der Kompanie behandelt, beispielsweise Zahnschmerzen mit GELONIDA, bei anderen Beschwerden half meist schon ein großer Schluck Hustensaft -Krefavin-.
(http://www.mdr.de/doku/gesundheit394.html)

An der grünen Grenze: Die nächsten zivilen Ärzte befanden sich poliklinikmäßig zusammengefaßt in Weißenborn-Lüderode, ca 15 ***km von Weilrode weg. Die ersten vier Kilometer hätte man zu Fuß gehen müssen, dann einen Bus erwischen, der fuhr nur einmal früh und einmal abends, mit zweimal umsteigen. Wenn man kein Auto oder Mitnahme auf Milchwagen, Lieferauto o. ä. organisieren konnte hatte überlegte man schon, ob man überhaupt krank sein wollte.

Gab es echte Verletzungen, dann waren diese leicht zu erkennen und es wurde ein Trabant-Kübel eingesetzt, um den Verletzten zum nächsten zivilen Arzt zu bringen.
Bei unklaren Beschwerden wurde der Kranke entweder nach Klettenberg ins Batallion gebracht oder es kam ein Sanitäter mit dem Sankra in die Kompanie. Das Ganze hing auch ein wenig von der Verfügbarkeit von Fahrzeugen und Fahreren ab.

Alles in allem würde ich die medizinische Versorgung als gut einschätzen. GRENZER sind sowieso NIE krank!

***Die googler werden sofort herausfinden, daß Weilrode und Weißenborn nur 8 km entfernt sind, aber wegen der Grenzgebietsregelungen konnte man nicht den kürzesten Weg wählen. Außerdem wäre da überhaupt nichts gefahren! Außer die Anton, wenn in diesem Abschnitt Posten gewesen wären.

HG 82/I
Olsen


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11.04.2014 21:45
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#10
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Bei uns in Pfaffschwende war es so wenn man zum Arzt mußte wurde man hin gefahren denn der Arzt hatte in Ershausen seine Praxis und zum Zahnarzt wenn er keine Sprechstunde in der SpielwarenFabrik hatte wurde man auch dahin nach Ershausen gebracht bloß man mußte bescheid sagen aber das ging auf der GK eigentlich immer ein Weg das man dahin gebracht wurde bzw man konnte dahin laufen


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11.04.2014 22:00
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Zitat von Gast im Beitrag #1
Hallo,

ich habe eine Frage. Wie lief es eigentlich ab wenn irh den Grenzkompanien krank wurdet z.B. Ihr hattet morgen 40° C Fieber. Gab es in jeder Grenzkompanie einen Sani? Wenn Ihr krank ward wurde ihr zum nächsten "Dorfarzt" gefahren oder wie leife das ab. denn die einzelnen Grenzkompanien war ja realtiv weit abgelegen
Hallo

Wir hatten das Thema hier schon mal beim Wickel:

Krank im ( zum) Grenzdienst (2)

Vielleicht gibt dir das einige Aufschlüsse bzgl. deiner Anfrage.


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10.05.2015 21:34
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#12
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Gab es gar nicht. Die normale rote Kreuz Kiste war da aber wohl vom Schreiber verwaltet. Für ernste Fälle gab es den Bat. Med. Punkt aber ein Grenzer wurde nicht krank. Grußß Ulei Mendhausen


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11.05.2015 07:58
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Zum Bataillonstab gehörte ein Sankra, dieser wurde von einem Zivilbeschäftigten gefahren. Mal ein Bsp., Nachts in einer Grenzkompanie hatte ein Sold. eine Blinddarmentzündung, dann wurde von der GK. im Bataillonstab der Sankra angefordert, dann mußte der Einsatzfahrer den Zivilbeschäftigten von zu Hause holen, der setzte sich dann in seinen Sankra, fuhr zur Kompanie und brachte den erkrankten Soldaten ins nächstgelegene Krankenhaus. Ein Vertragsarzt wurde natürlich vorher zur Untersuchung zu Rate gezogen.

So war es jedenfalls bei uns. Außerdem hatte ein Vertragsarzt einmal in der Woche Sprechstunden, da wurde er dann assistiert von unserem Med-Uffz. Die Sprechstunden fanden für alle zum Bataillon gehörenden Grenzkompanien statt.

Wenn man einen Zahnarzt brauchte wurde man zum Regiment gefahren, da war dann entweder immer einer vor Ort oder ein Vertragsdentist kam ein oder zweimal die Woche.

die med. Versorgung war garnicht so schlecht.

gruß h.


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11.05.2015 21:16
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#14
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Genau so war es bei uns auch. Ein Zivi fuhr den Sankra (B1000) und der San.Uffz. der San Lo.
Wenn jemand krank wurde, wurde er meist mit dem B1000 zum Reg.Med.Punkt gefahren. Da wurde nicht lange gefackelt. 39 oder mehr Fieber auf der Bude ausschwitzen ging gar nicht.
Der San,.Uffz war aber oft im Reg.Med.Punkt.. gab da wohl so ein umlaufendes diensthabendes System.


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12.05.2015 07:15
#15
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Hallo zusammen,
in schierke war auch kein med.-punkt.ich hatte über nacht mal eine wurzelentzündung bekommen,wurde dann aus dem dienst genommen und konnte in schierke zum zahnarzt gehen und da die behandlung über ein paar tage ging,brauchte ich nicht raus sondetn machte innendienst.
dann war mir in einer nachtschicht mal ein ast in gesicht geflogen,der posten vor mir hatte ihn nicht festgehalten, und ich hatte dadurch eine augenverletzung.ich wurde dann gleich rausgelöst und am nächsten morgen vom schreiber zu einem arzt gefahren.der war aber nicht in schierke ich glaube in elend.die nächsten tage zur behandlung bin ich dann mit dem bus gefahren , da ich 14 tage lang ne augenklappe tragen mußte bin ich auch nicht in den grenzdienst und habe die 2 wochen uvd gemacht

04/86 - 04/87 in schierke


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