02.05.2009 19:24von Rostocker
Frage
Was wäre wenn?

Ich lese schon sehr lange hier im Forum und manchmal stelle ich mir die Frage--Was wäre wenn? Wenn alles nicht so gekommen wäre,wie es kam.(Zum Glück ist es so gekommen)Gerade an den ehemaligen länger Dienenden der Grenztruppen der DDR richtet sich die Frage.Würden sie den Grundwehrdienstlern heute noch das Lied vom bösen Klassenfeind eintrichtern? Ja ich weiß,es ist ein schwieriges Thema--dieses --Was wäre wenn?-Aber sich mal Gedanken drüber machen,wäre auch nicht verkehrt.Aber denken wir an die----die an dieser Grenze ihr Leben gelassen haben.An die Grenzsoldaten und den Zivilisten,die für ihre Auffassung an das Leben gestorben sind.

PS:Hoffe,ich habe nun keine Lawine ausgelöst.

02.05.2009 19:53von ( gelöscht )
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Hallo Rostocker,

danke für diesen Beitrag. Leider kann ich diese Frage nicht beantworten- ich hatte meine Konsequenzen, wie schon mal berichtet, vorher gezogen. Hier gibt es kein schwieriges Thema, obwohl die Frage sicher nur schwer zu beantworten sein wird.

Ich denke eins ist klar. Bei unveränderter Lage, wäre das Grenzregime so weiter gelaufen, mit allen Dingen die es gab. Auch mit dem gleichen Personal.

Also-Freunde des Forums- ich stelle die Frage mal anders. Wer von den früheren Grenzern würde bei heutiger Informationsvielfalt für einen fiktiven Staat nochmal die Grenze so absichern, wie es früher in der DDR praktiziert wurde? Bitte geht auch mal davon aus, das es keine Konsequenz hätte, den Dienst abzulehnen.

Gruß, Augenzeuge

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02.05.2009 20:44von ( gelöscht )
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Hallo zusammen,
es ist eine schwierige Frage, aber ich bin a.D. da stellt sie sich mir eigendlich überhaupt nicht mehr.
Die USA hat auch so eine ähnliche Grenze, die Grenzer dort sind auch nicht zimperlich.
Also wenn es irgendwann Not tut, soeine Grenze wieder zu errichten, dann würde ich meinen Kindern und Enkeln den Dienst an selbiger nicht untersagen, sofern ich überhaupt was zu sagen hätte.

Gruß nf

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02.05.2009 20:47von Rainman2
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Hallo Rostocker,

warum hoffst Du, keine Lawine loszutreten? Solche Fragen reizen doch dazu, obwohl vielleicht eine Menge Antworten mit dem Satz beginnen: Eigentlich wollte ich mich zu diesem Thema nicht äußern! Das war auch hier mein erster Reflex, denn die Frage "Was wäre wenn?" lässt schnell abschweifen, zum einen vom kritischen Blick nach hinten und zum anderen vom klaren Blick nach vorn. Aber ein wenig rumspinnen stärkt die Phantasie. Und die ist das Schönste, was den Geist bewegen kann.

Augenzeuge hat ja schon versucht, Deine Fragestellung einzugrenzen. Das ist nämlich genau das Problem. Wo setzen wir ein mit dem was nicht so hätte kommen sollen? Einschneidend und unwiderruflich war zweifellos die Entwicklung der Sowjetunion mit Gorbatschow. Seine Politik von Glasnost und Perestroika öffnete vielen den Blick für die kritische Auseinandersetzung mit ihrem Staat, der Partei und deren Führung. Ich schaue heute manchmal mit Verwunderung auf die Bilder der damaligen Zeit, auf denen die Menschen in Ost und West mit ihrer Begeisterung für "Gorbi" zu sehen sind. Ich sah hinter dem was er tat, damals durchaus eine große Chance auf Veränderung und damit auf Entwicklung. Die Zeit seines Sturzes und die Auftritte danach zu historischen Fragen dieser Zeit zeigten mir aber eher einen Oportunisten, als einen hervorragenden Staatsmann. Aber ich schweife ab. Mit dieser Entwicklung entstand bereits eine Unumkehrbarkeit für den Wandel. Ein was wäre wenn, das diese Zeit mit in sich tragen soll, würde für mich eine andere Entwicklung bedeuten. Eine Entwicklung zur Reformierung des Sozialismus, unabhängig mal davon, dass das nicht möglich gewesen wäre, und sicher auch zur Änderung meiner Berufsentscheidung. Wie komme ich dazu, dass zu sagen?

Ich hatte im Oktober 1989 noch einmal einen Einsatz an der tschechischen Grenze. Bis dahin hatte ich bereits über ein Jahr an der Militärpolitischen Hochschule studiert. Ich begegnete Offizieren, Fähnrichen und Berufsunteroffizieren, die bis dahin im diensthabenden System fest eingebunden waren. Sie waren in der Lage, wiederzugeben, was ihnen erzählt wurde. Ich kam mit dieser unreflektierten Sicht auf die Zeit und die Gesellschaft kaum noch zurecht. Ich drang nicht zu ihnen durch mit meinen Gedanken über die Notwendigkeit von Veränderungen. Spätestens da wurde mir die Kluft zwischen meiner eigenen Entwicklung und dem reinen Truppendienst bei den Grenztruppen klar. Normalerweise hätte ich mich damit intensiv auseinandersetzen müssen. Aber die Zeit überholte mich dabei.

Gehe ich aber in der Geschichte vor Gorbatschow zurück und unterstelle, ein anderer hätte das Ruder in die Hand bekommen, der Sozialismus hätte weiter unter diktatorischen Bedingungen existiert, dann wäre ich vielleicht nicht in die Verlegenheit gekommen, nachzudenken. Ja, dann wäre ich weiter mitmarschiert, stolz darauf, ein Offizier unserer Armee, unserer Grenztruppen zu sein. Zwei Hindernisse hätten mich vielleicht auf diesem Weg straucheln lassen. Mein lockeres, zuweilen unbefangen daherplapperndes Mundwerk und zum anderen die Musik, die ich machte. Ich kam aus der Singebewegung, wir hatten viel mit Liedermachern zu tun. Da war schon ein Moment der kritischen Auseinandersetzung, mit dem man leicht mit dem Staat in Kollission geraten konnte. Einer solchen Kollission aber hätte es sicher bedurft, dass ich aus meiner Offizierlaufbahn geworfen wäre. Ich bin mir heute sicher, früher oder später wäre das passiert. Aber es wäre nicht aus eigenem Antrieb geschehen.

ciao Rainman
29.09.2010 17:41von matloh
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IMHO: Im schlimmsten Fall wäre die DDR jetzt wie Nordkorea... im besten Fall wie China.

Edit: Nein Nordkorea wäre ein schlechter Vergleich. In einem Nordkoreanischen Museum sieht man (laut Augenzeugen) den ersten Mann am Mond: ein Nordkoreaner. D.h. die Nordkoreaner wären einen Schritt vor der jetzigen DDR. ;-)

29.09.2010 17:58von ( gelöscht )
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Zitat von matloh
IMHO: Im schlimmsten Fall wäre die DDR jetzt wie Nordkorea... im besten Fall wie China.

Edit: Nein Nordkorea wäre ein schlechter Vergleich. In einem Nordkoreanischen Museum sieht man (laut Augenzeugen) den ersten Mann am Mond: ein Nordkoreaner. D.h. die Nordkoreaner wären einen Schritt vor der jetzigen DDR. ;-)




Altkanzler Helmut Schmidt hat mal gesagt : Auf hypothetische Fragen gebe ich keine Antwort. Recht hatte er.

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29.09.2010 19:22von matloh
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Zitat von Gert
Altkanzler Helmut Schmidt hat mal gesagt : Auf hypothetische Fragen gebe ich keine Antwort. Recht hatte er.

Aber die DDR war doch geübt im Planen, oder? Wie hätte denn der Plan für 1989 - 1994 ausgesehen? Gab es keinen längerfristigen Plan?

cheers matloh

29.09.2010 21:04von ( gelöscht )
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@matloh...Daimler Chrysler wäre Sieger im sozialistischen Wettbewerb geworden...

Grüße
Pzella 82

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29.09.2010 23:32von matloh
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@Pzella 82: Wieso? Das versteh ich nicht...
Wer gibt denn Daimler Chrysler vor was/wieviel sie produzieren sollen? Wer schreibt denn Daimler Chrysler vor wie hoch die Löhne sein sollen?

cheers matloh

29.09.2010 23:38von ( gelöscht )
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Zitat von matloh
Aber die DDR war doch geübt im Planen, oder? Wie hätte denn der Plan für 1989 - 1994 ausgesehen? Gab es keinen längerfristigen Plan?

cheers matloh



Aber natürlich doch - was denkst Du? Selbst nach dem 09. November 1989 wurden die Planungen weitergeführt. Im Militärischen wurde der STAN 1990 ausgearbeitet und bis für 1992? weitergeführt. Die Industrie- und anderen Ministerien einschließlich der Plankommission arbeiteten doch weiter. Zumindest waren sie beschäftigt.....Redundanz damals.

Weichmolch

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