Einzelkämpferausbildung in der Grenztruppe

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17.08.2011 16:09 (zuletzt bearbeitet: 17.08.2011 16:11)
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#1
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Im Winter 1965 auf 1966 (wohl Februar) wurde unsere UAbK (1. UAbK im UAbB-5; Salzwedel) ohne große Vorankündigung (es war wie immer alles streng geheim!) per Schiene an die Polnische Grenze verlegt. Niemand von uns Schülern wußte genau wo wir wirklich waren. Das Kamp lag versteckt im Wald und war ziemlich groß. Zum Kamp gehörte auch ein detailgetreuer Nachbau der Grenzsicherungsanlagen, wie sie an der Grenze zur Bundesrepublik Deutschland anzutreffen war.
Meiner Erinnerung nach waren wir die erste Einheit (oder zumindest eine der ersten), die sich dieser Ausbildung zu unterziehen hatten. Der Transport vom Heimatstandort zum Ausbildungskamp dauerte fast zwei Tage. Insgesamt waren wir gut eine Woche weg vom Standort Salzwedel (unsere Kaserne, sowie auch die des Batallions waren auf dem Gelände des ehemaligen Militärflughafens der Deutschen Luftwaffe/Fuchsberg).
Die Ausbildung im Kamp war für uns strapaziös, da wir am Tage und auch in der Nacht immer wieder zu Übungen, Märschen und der speziellen Einzelkämpferausbildung herangezogen wurden.
An Schlaf zu denken war eines, ihn zu haben etwas ganz anderes. In der Folge, durch zu wenig Schlaf, waren alle übermüdet. So kam es zum Beispiel vor, daß Kameraden Nachts in nur mit Reisig abgedeckte Unterstände traten, denn Taschenlampen waren tabu. Da die Grenze kaum gesichert und nicht sonderlich gut markiert war, kam es auch vor, daß wir auch mal in Polen waren.
Äußerst unangenehm war auch nachts die Begegnung mit Wildschweinen.
Nicht wenige von uns hatten auch scharfe Munition für die MPi-K dabei, welche wir uns bei Schießübungen "vom Mund abgespart" hatten.
Glück hatte ich persönlich, daß ich, bei illegal scharfer Munition im Magazin, vor Abgabe von Schüssen doch noch an die aufgesetzte Mündungsbremse, wie sie beim Einsatz von Platzpatronen üblich war, abgenommen hatte. Nachts waren wir bei Orientierungsübungen immert nur zu zweit unterwegs. Geschossen wurde nachts dann ab und an, da wohl auch andere Respekt vor den Wildschweinen hatten. Erlegt wurde jedoch keines.
Obwohl wir alle über die uns auferlegten Strapazen gheflucht haben, waren wir am Ende der Ausbildung doch irgendwie stolz es geschafft zu haben. Gelegenheit zum ausschlafen gab es auf der Heimfahrt (im Güterwagen !) dann noch reichlich.


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19.11.2014 05:54
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#2
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Zitat von Gast im Beitrag #1
Im Winter 1965 auf 1966 (wohl Februar) wurde unsere UAbK (1. UAbK im UAbB-5; Salzwedel) ohne große Vorankündigung (es war wie immer alles streng geheim!) per Schiene an die Polnische Grenze verlegt. Niemand von uns Schülern wußte genau wo wir wirklich waren. Das Kamp lag versteckt im Wald und war ziemlich groß. Zum Kamp gehörte auch ein detailgetreuer Nachbau der Grenzsicherungsanlagen, wie sie an der Grenze zur Bundesrepublik Deutschland anzutreffen war.
Meiner Erinnerung nach waren wir die erste Einheit (oder zumindest eine der ersten), die sich dieser Ausbildung zu unterziehen hatten. Der Transport vom Heimatstandort zum Ausbildungskamp dauerte fast zwei Tage. Insgesamt waren wir gut eine Woche weg vom Standort Salzwedel (unsere Kaserne, sowie auch die des Batallions waren auf dem Gelände des ehemaligen Militärflughafens der Deutschen Luftwaffe/Fuchsberg).
Die Ausbildung im Kamp war für uns strapaziös, da wir am Tage und auch in der Nacht immer wieder zu Übungen, Märschen und der speziellen Einzelkämpferausbildung herangezogen wurden.
An Schlaf zu denken war eines, ihn zu haben etwas ganz anderes. In der Folge, durch zu wenig Schlaf, waren alle übermüdet. So kam es zum Beispiel vor, daß Kameraden Nachts in nur mit Reisig abgedeckte Unterstände traten, denn Taschenlampen waren tabu. Da die Grenze kaum gesichert und nicht sonderlich gut markiert war, kam es auch vor, daß wir auch mal in Polen waren.
Äußerst unangenehm war auch nachts die Begegnung mit Wildschweinen.
Nicht wenige von uns hatten auch scharfe Munition für die MPi-K dabei, welche wir uns bei Schießübungen "vom Mund abgespart" hatten.
Glück hatte ich persönlich, daß ich, bei illegal scharfer Munition im Magazin, vor Abgabe von Schüssen doch noch an die aufgesetzte Mündungsbremse, wie sie beim Einsatz von Platzpatronen üblich war, abgenommen hatte. Nachts waren wir bei Orientierungsübungen immert nur zu zweit unterwegs. Geschossen wurde nachts dann ab und an, da wohl auch andere Respekt vor den Wildschweinen hatten. Erlegt wurde jedoch keines.
Obwohl wir alle über die uns auferlegten Strapazen gheflucht haben, waren wir am Ende der Ausbildung doch irgendwie stolz es geschafft zu haben. Gelegenheit zum ausschlafen gab es auf der Heimfahrt (im Güterwagen !) dann noch reichlich.


Der Beitrag ist zwar schon etwas älter, aber Hut ab, Heimfahrt im Güterwagen. Das ist ja nicht vorstellbar!! Bei unseren Bahnverlegungenen wurden
immer 2 Waggons 1. Klasse angehangen. Du Armer denk mal nach, sofern Du etwas merkst.
G. M


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19.11.2014 09:36 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2014 16:58)
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#3
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Hallo Michael G.
So was hat es gegeben(An und Abreise) Hintersee zum Winterlager , war selbst 69 Frühjahr auf solch einer Expedition. Geschlafen haben wir zwar in beheizbaren Zelten und genug Blödsinn wurde dort auch wie beschrieben durchgeführt. Die Sache mit der Munition ist wohl ein bisschen aus der Luft gegriffen, möglich war ja so manches. Unsere Muni wurde zwar auch mitgeführt , aber unter strenger Bewachung, und was die Einzelkämpferausbildung betraf ,als solche möchte ich diese nicht so sehen. Hintersee war schon hart vor allem für die Großstadteier, ach und unsere Zugreise in Güterwagons war 2 Tage Anreise so wie 2Tage Abreise mit einen kleinen Kanonenofen im Wagon.


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19.11.2014 11:57 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2014 15:42)
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#4
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hallo manfred, ich kann das auch bestätigen! im märz 1970 ging es von nordhausen für 2 tage auf bahnreise nicht in waggons der ersten klasse, sondern in güterwagen mit eisenofen!! das ziel war hintersee,dort haben die uns vom feinsten geschliffen!! nahkampfausbildung, früh und abends über die polnische sturmbahn ,ausbildung an einer nachgebauten grenze und der härtetest stand ganz zum schluß noch auf dem programm!!zurück sind wir dann aber mit unseren lkw´´s gefahren worden! 2 regulierer sind bei der rückfahrt draufgegangen !! LG Bernd


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19.11.2014 12:00
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#5
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Zitat von icke-ek71 im Beitrag #4
hallo manfred, ich kann das auch bestätigen! im märz 1970 ging es von nordhausen für 2 tage auf bahnreise nicht in waggons der ersten klasse, sondern in güterwagen mit eisenofen!! das ziel war hintersee,dort haben die uns vom feinsten geschliffen!! nahkampfausbildung, früh und abends über die polnische sturmbahn ,ausbildung an einer nachgebauten grenze und der härtetest stand ganz zum schluß noch auf dem programm!!zurück sind wir dann aber mit unseren lkw´´s gefahren worden! 2 regulierer sind bei der rückfahrt draufgegangen !! LG Bernd

Tja Bernd so war es damals und geschadet hat es keinen von uns


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19.11.2014 15:32
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#6
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Zitat von rotrang im Beitrag #5
Zitat von icke-ek71 im Beitrag #4
hallo manfred, ich kann das auch bestätigen! im märz 1970 ging es von nordhausen für 2 tage auf bahnreise nicht in waggons der ersten klasse, sondern in güterwagen mit eisenofen!! das ziel war hintersee,dort haben die uns vom feinsten geschliffen!! nahkampfausbildung, früh und abends über die polnische sturmbahn ,ausbildung an einer nachgebauten grenze und der härtetest stand ganz zum schluß noch auf dem programm!!zurück sind wir dann aber mit unseren lkw´´s gefahren worden! 2 regulierer sind bei der rückfahrt draufgegangen !! LG Bernd

Tja Bernd so war es damals und geschadet hat es keinen von uns


sorry solche Sprüche kann ich gar nicht haben! Woher nimmst du die Gewissheit, das KEINER von den Teilnehmern chronische Krankheiten davon getragen hat?!


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19.11.2014 15:45 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2014 15:46)
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2 regulierer sind bei der rückfahrt draufgegangen`???? Muss mal ganz doof fragen, es gab 2 Tote???
zoll


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19.11.2014 15:50
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ja peter,die beiden sind tödlich verunglückt!!LG Bernd


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19.11.2014 16:00
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Zitat von AkkuGK1 im Beitrag #6
Zitat von rotrang im Beitrag #5
Zitat von icke-ek71 im Beitrag #4
hallo manfred, ich kann das auch bestätigen! im märz 1970 ging es von nordhausen für 2 tage auf bahnreise nicht in waggons der ersten klasse, sondern in güterwagen mit eisenofen!! das ziel war hintersee,dort haben die uns vom feinsten geschliffen!! nahkampfausbildung, früh und abends über die polnische sturmbahn ,ausbildung an einer nachgebauten grenze und der härtetest stand ganz zum schluß noch auf dem programm!!zurück sind wir dann aber mit unseren lkw´´s gefahren worden! 2 regulierer sind bei der rückfahrt draufgegangen !! LG Bernd

Tja Bernd so war es damals und geschadet hat es keinen von uns


sorry solche Sprüche kann ich gar nicht haben! Woher nimmst du die Gewissheit, das KEINER von den Teilnehmern chronische Krankheiten davon getragen hat?!

Welche denn zum Beispiel? Beim Gewaltmarsch 1986 über 20 Km, zum Teil unter Schutzmaske, drückte mehreren das Blut aus
den "Knobelbechern" (Stiefel). Wir waren Kammeraden genug, deren Waffe noch mitzutragen und diese Leute somit zu entlasten.
Am Abend wurde balsamiert und weiter gings. Oder denkst du, dass ich wegen eines Schnupfens nicht die Fürst besetzt habe?

Wir waren Soldaten und keine "Weicheier".

März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode


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19.11.2014 16:07
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#10
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@RudiEK89 - Andreas ganz ruhig bleiben. Stelle Dir mal die Diskussion vor, wenn ich meinen ursprünglichen Beitrag im Thread "Tötungsmaschinen" nicht gelöscht hätte.
Ich war auch kein Warmduscher

Vierkrug


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19.11.2014 16:09
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#11
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Zitat von rotrang im Beitrag #3
Hallo Michael G.
So was hat es gegeben(An und Abreise) Hintersee zum Winterlager , war selbst 69 Frühjahr auf solch einer Expedition. Geschlafen haben wir zwar in beheizbaren Zelten und genug Blödsinn wurde dort auch wie beschrieben durchgeführt. Die Sache mit der Munition ist wohl ein bisschen aus der Luft gegriffen, möglich war ja so manches. Unsere Muni wurde zwar auch mitgeführt , aber unter strenger Bewachung, und was die Einzelkämpferausbildung betraf ,als solche möchte ich diese nicht so sehen. Hintersee war schon hart vor allem für die Großstadteier, ach und unsere Zugreise in Güterwagons war 2 tage Anreise so wie 2Tage Abreise mit einen kleinen Kanonenofen im Wagon.


@rotrang, musst Du nicht erklären, ich kenne die Realitäten. Es war nur etwas Ironie dabei.
G. M.


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19.11.2014 16:15
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#12
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hallo RudiEK89,ich habe auch gestaunt über diesen satz vom Akku Gk1!! Damals gab es den 50 km marsch den man in 2tagen absolvieren mußte!! aber nochmal zu hintersee,da gab es noch die napalmausbildung und die entaktivierungsübung mit dem kupfer 64!!! beim letzteren ging mir doch ganz schön die muffe,da habe ich den ausbildern nicht vertraut..ewig mit dem meßgerät abgetastet zu werden war doch unheimlich!! ich kannte keinen der das alles nicht überstanden hat, gab es schwierigkeiten dann wurde auch wenn es schwer war,dem kameraden geholfen!!das ist jetzt kein spruch sondern das war kameradschaft!!!LG Bernd


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19.11.2014 16:29
#13
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #10
@RudiEK89 - Andreas ganz ruhig bleiben. Stelle Dir mal die Diskussion vor, wenn ich meinen ursprünglichen Beitrag im Thread "Tötungsmaschinen" nicht gelöscht hätte.
Ich war auch kein Warmduscher

Vierkrug

Ich habe es mir vorgestelle @Vierkrug , du warst halt bei der Elite. Diese Einheiten muss und wird es immer geben.
Bin wieder ganz ganz ruhig.

März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode


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19.11.2014 16:37
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Bei uns ging es ins Feldlager mit den Muckerbussen Typ PSH.
M Winter wurde die Kohle bei der Wachmannschaft geklaut.
Es gab nur kaltes Wasser, die Rettung war der Bebo sher.
Untergebracht waren wir in Steinbaracken.
die Feuersturmbahn kenne ich nur aus der Ausbildung vom Hören Sagen, ein Gewitter rettete uns vor dieser Ausbildung.
sage nochmal einer was gegen den Wettergott!


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19.11.2014 17:03
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#15
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Zitat von G. Michael im Beitrag #11
Zitat von rotrang im Beitrag #3
Hallo Michael G.
So was hat es gegeben(An und Abreise) Hintersee zum Winterlager , war selbst 69 Frühjahr auf solch einer Expedition. Geschlafen haben wir zwar in beheizbaren Zelten und genug Blödsinn wurde dort auch wie beschrieben durchgeführt. Die Sache mit der Munition ist wohl ein bisschen aus der Luft gegriffen, möglich war ja so manches. Unsere Muni wurde zwar auch mitgeführt , aber unter strenger Bewachung, und was die Einzelkämpferausbildung betraf ,als solche möchte ich diese nicht so sehen. Hintersee war schon hart vor allem für die Großstadteier, ach und unsere Zugreise in Güterwagons war 2 tage Anreise so wie 2Tage Abreise mit einen kleinen Kanonenofen im Wagon.


@rotrang, musst Du nicht erklären, ich kenne die Realitäten. Es war nur etwas Ironie dabei.
G. M.

Dann lasse Deine Ironie wo anders aus ,es war Hart genug für Alle!


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