Geldtransporte in der DDR

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14.08.2011 20:02
#1
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Geldtransport zum Tag der Währungsumstellung in der ex DDR, wurde hier im Forum bereits berichtet: Wie die D-Mark vor 20 Jahren in die DDR kam. Meine Fragen jedoch beziehen sich auf größere Geldtransporte in der DDR vor dem 1. Juni 1990. Dazu die Fragen:

1. Wie erfolgten diese Transporte?
2. Durch "Wen", wurden diese Transporte durchgeführt?
3. Wer war für die Absicherung dieser Transporte zuständig ?
4. Gab es spezielle Fahrzeuge für diese Transporte?


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14.08.2011 20:12
avatar  Maxe
#2
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Sei gegrüßt!
Ich kann Dir nur über die Geldtransporte berichten, bei denen es um die "Endlagerung" der Ostmark ging. Diese wurden hierher nach Halberstadt verbracht. Zum einen durch Güterzüge und zum anderen durch LKW´s der Berliner Speditionsfirma Müller. Abgesichtert waren diese durch Polizeieskorten. Viel mehr kann ich dazu auch nicht sagen, war mehr mit dem Entladen dieser Fahrzeuge beschäftigt


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14.08.2011 20:20
#3
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Zitat von Maxe
Sei gegrüßt!
Ich kann Dir nur über die Geldtransporte berichten, bei denen es um die "Endlagerung" der Ostmark ging. Diese wurden hierher nach Halberstadt verbracht. Zum einen durch Güterzüge und zum anderen durch LKW´s der Berliner Speditionsfirma Müller. Abgesichtert waren diese durch Polizeieskorten. Viel mehr kann ich dazu auch nicht sagen, war mehr mit dem Entladen dieser Fahrzeuge beschäftigt



Danke Maxe für die Antwort. Bezieht sich diese "Endlagerung" der DDR - Mark, auf die Zeit vor oder nach 1990?


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14.08.2011 20:25
avatar  Maxe
#4
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Nach 1990. Haben Tag und Nacht, das Geld eingelagert.


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14.08.2011 20:35
#5
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............war mir jetzt auch klar. Zu DDR Zeiten wurde ja das DDR Geld nicht endgelagert, sondern noch nutzbringend z.B. in Toilettenpapier verarbeitet.


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14.08.2011 21:05
avatar  Maxe
#6
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Gut, das mit dem Toilettenpapier, wußte ich bis dato jetzt auch nicht.


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14.08.2011 21:21
#7
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Na,dann benutzen wir heute noch die gute alte D-Mark als Toilettenpapier und das 3.lagig oder wie war der Umrechnungskurs.Vor lauter kommt man aus den Vergleichen nicht mehr raus


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14.08.2011 23:08
avatar  ABV
#8
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ABV

Werttransporte wurden immer durch die Verantwortlichen des Transportes beim "Operativen Diensthabenden" des jeweiligen VPKA mehrere Tage im Voraus angemeldet. Die Meldung wurde im Lagefilm festgehalten und die am Tag des Transportes im Einsatz befindlichen Kräfte ( ABV, Schutz und Verkehrspolizei) entsprechend eingewiesen. Werttransporte wurden durch einen Streifenwagen der VP, meines Wissens unterstanden die Polizisten der BdVP, begleitet. Neben der Pistole Makarov waren die Begleitkräfte auch mit einer MPI Marke "Skorpion" ausgerüstet.

Gruß an alle
Uwe


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15.08.2011 00:24
avatar  Maxe
#9
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Meine Erfahrungen bei diesen Transporten, sind sehr unterschiedlich. Die ersten Transporte sind alle mit Großaufgebot an Polizei begleitet worden. Aber zum Ende dieser Aktionen, sind die LKW`s der Berliner Spedition Müller, ohne jegliche Sicherung gefahren. Weiß dies deshalb so genau, weil wir diese LKW`s " am Eingang zu unserer Dienststelle "in Empfang nehmen" durften. Und da war weit und breit kein Begleitschutz zu sehen. Das erklärt wohl auch das plötzlich massenhafte Auftauchen der 200 u. 500-Ostmarkscheine bei Ebay oder diversen Flohmärkten.


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15.08.2011 09:11
avatar  VNRut
#10
15.08.2011 10:01
avatar  Maxe
#11
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Danke für Deine Recherchen. Die 200 u.500er Scheine wurden später von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) an Händler in aller Welt verkauft. Doch zu diesem Zeitpunkt waren schon tausende "unterwegs". Aus diesem Grund hatte die KfW Strafanzeige erstattet und erst dann wurde die Polizei aktiv. Da war aber der Wert schon längst im Keller.


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15.08.2011 17:15
avatar  Rotti
#12
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Hallo,

wie die Transporte vor 1989 durchgeführt worden sind weiß ich leider nicht.
An den Bewegungen im Zuge der Währungsumstellung 1990 war ich allerdings persönlich beteiligt.
Zu diesem Zeitpunkt war ich in der Bauabteilung vom Berliner Stadtkontor. Und alle männlichen Mitarbeiter waren an den Geldtransporten beteiligt. Erst das Verladen der DDR-Geldscheine auf Paletten und dann diese Paletten auf LKW. Danach Verteilung der D-Mark auf die Filialen.
Persönlich habe ich ( und alle anderen auch) noch nie soviel Geld auf einem Haufen gesehen.
Praktisch war es eher ein Logistikproblem -> Die D-Mark war insbesondere als Hartgeld kaum noch zu stemmen.

Alle Transporte sowohl die innerhalb der Bank, als auch außerhalb wurden von Bewaffneten (Scorpion-MPI) begleitet bzw. überwacht.
Zumindest in dem Bereich mit dem wir zu tun hatten, gab es keinerlei Lücken in der Überwachung.

Allgemeine Info noch zum Abschluß - technisch und organisatorisch war die DDR auf dem Stand der 40-iger Jahre. Meines Wissens gab es allerdings auch keine Banküberfälle oder Überfälle auf Geldtransporte.

Gruß
Rotti


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15.08.2011 17:55
avatar  Maxe
#13
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Überfälle auf Banken gab es meines Wissens nach schon. Sowas wurde doch damals in der "Wochenpost" immer gern hinten auf der letzten Seite, sozusagen als Abschreckung, veröffentlicht. Und da denk ich, ich kann mich an solch einen Fall schwach erinnern. Egal, wie dem auch sei. Aber Überfall auf Geldtransporte gab es sicherlich keine, da hast Du schon Recht. Denn Geldtransporte waren nur unterwegs, wenn Geld von der Staatsbank abgeholt oder hingebracht wurde. Und da war immer ein riesen Sicherheitsaufgebot von Polizei dabei. Oberdrein hatte doch hier niemand eine Waffe, wie es heute der Fall ist. Alle anderen Geldbeträge haben doch die Leute in verblombten Beuteln selbst zur Bank gebracht. Und diese waren alle "privat unterwegs". Meine Frau hat als Verkäuferin sehr oft die Knete zur Bank gebracht. Natürlich völlig getarnt - mit Trabi und so


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15.08.2011 20:25
#14
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Hallo Leute !

Ich war ja Pkw-Fahrer beim Großhandel OGS und habe zusammen mit der Kassenfrau immer die Lohngelder von der Staatsbank
abgeholt. Im Schalterraum wurde das Geld von uns nochmals gezählt und dann im Aktenkoffer verschlossen.
Es war schon ein eigenartiges Gefühl soviel Kohle bei sich zu haben. Ich hatte eine Anweisung bei Verkehrskontrollen die Angehörigen
der Volkspolizei über den Transport des Geldes zu informieren und nicht das Fahrzeug zu verlassen.
Was natürlich Blödsinn war ,aber ich bin nie in die Verlegenheit gekommen. Wer diskutierte denn damals mit der Polizei !

VG
der küchenbulle


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15.08.2011 21:08
avatar  Maxe
#15
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Hm, stimmt! Im Grunde war es sowieso eine Farce! Die Leute, die das Geld zur Bank bringen mussten, hätte man auch schon beim Verlassen des Fahrzeuges bzw. vor dem Einwerfen des Geldbeutels überfallen können. So hat man sich aber erhebliche "Sicherungskosten" gespart. Und die "Überbringer" waren die Dummen.


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