Als Jugendlicher in der Ostzone, 1945-1952

14.08.2011 07:22
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Die Russen waren da, der Krieg war zu Ende. Für uns war das Hauptproblem zu überleben. Schon in den ersten Tagen nach der Übernahme durch die Russen gingen wir in unser Haus zurück. Es war zum Teil zerstört und die Vorderwand der Backstube am anderen Ende des Hofes war völlig zusammengestürzt. Der Grossteil des Hofes war von einem riesigen Bombentrichter verschluckt. Von der Strasse aus sah unser Haus wie eine unbewohnte Ruine aus, was uns vor Übergriffen der Russen schützte, obwohl einmal ein junger russischer Soldat im Hof auftauchte und, anscheinend enorm beeindruckt von der Grösse des Bombentrichters, sagte: Amerikantzi? (Amerikaner?). Etwas beunruhigender ein weiterer Vorfall: ein russischer Offizier, völlig betrunken und mit gezogenem Säbel, befahl uns (d.h. der gesamten Familie) sich in Reih und Glied auf dem Hof aufzustellen. Es passierte aber nichts, obwohl wir das Schlimmste befürchteten. Vielleicht war er einfach zu betrunken, um etwas zu machen. Sehr bald wurden alle Männer in der Umgebung von den Russen abgeführt und verschwanden für eine oder zwei Wochen. In der Ferne hörten wir Maschinengewehrfeuer und wir nahmen an, dass die Männer erschossen worden waren. Mein Vater tauchte aber wieder auf, der Eigentümer eines Tabakgeschäftes in der Nähe war jedoch nicht so glücklich. Er war Parteigenosse gewesen, spielte aber eine nur untergeordnete Rolle in der Partei. - Nicht zu übersehen war das Gefängnis nahe unserem Haus, das jetzt von GPU (NKVD)-Soldaten wimmelte, also als sowjetisches Gefängnis diente.

Dieser Artikel von Klaus Rohde hier weiter lesen. wirklich interessant
http://knol.google.com/k/als-jugendliche...tzone-1945-1952


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