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13.08.2011 12:31von ( gelöscht )
Frage
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Gedenktag Mauerbau

Mauerbau vor 50 Jahren

Berlin gedenkt der Opfer (wir hier in diesem Forum doch sicher auch)
"Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen." Dass diese Aussage von SED-Chef Ulbricht eine dreiste Lüge war, mussten die Menschen in Berlin am Morgen des 13. August 1961 schmerzhaft erfahren.

Ich denke auch ab und an diese Zeit und suche nach einer Lösung wie man das hätte anders machen können. Einen Zaun hätte man ja noch akzeptieren können, aber auf Flüchtene zu schießen das kann ich auch heut noch nicht verstehen.

13.08.2011 13:53von ( gelöscht )
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Gysi nennt Mauerbau "zutiefst inhuman"

Berliner Mauer im Jahr 1976Linksfraktionschef grenzt sich von Parteichefin ab
Linksfraktionschef Gregor Gysi hat den Mauerbau als "zutiefst inhuman" bezeichnet und sich damit auch von umstrittenen Äußerungen von Parteichefin Gesine Lötzsch abgegrenzt. "Wenn ich eine gerechtere Gesellschaft aufbaue, kann ich es nie dadurch machen, dass ich die eigenen Leute einsperre und auf sie schieße, wenn sie gehen wollen. Das geht einfach nicht, das ist zutiefst inhuman", sagte Gysi laut einem Bericht des Berliner "Tagesspiegel" bei einer Veranstaltung der Zeitung.

Er könne erklären, wie es zur Mauer gekommen sei, sagte Gysi weiter. Es sei aber etwas ganz anderes, "das zu erklären, als es zu bewerten." Als demokratischer Sozialist könne er bei der Bewertung "nur klipp und klar Nein sagen, auch wenn ich historisch erklären kann, wie es dazu gekommen ist." Für ihn gebe es deshalb nur eine Verurteilung einer solchen Maßnahme.

Linken-Chefin Lötzsch hatte den Mauerbau als logische Folge des Zweiten Weltkriegs bezeichnet. Dies war auf heftige Kritik gestoßen. Lötzsch und der Ko-Vorsitzende Klaus Ernst rückten am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung ein Stück weit von der umstrittenen Formulierung ab. "Die Teilung Deutschlands war ein Ergebnis des Zweiten Weltkriegs", heißt es darin. Zugleich bezeichneten die Parteichefs den Mauerbau als "nicht akzeptables Unrecht".

Vor dem Landesparteitag der Linkspartei in Mecklenburg-Vorpommern forderte der Spitzenkandidat Helmut Holter seine Partei zur klaren Distanzierung vom Mauerbau auf. "Wir brauchen eine klare, unmissverständliche Aussage: Die Mauer war Unrecht", sagte der Fraktionschef der Linken im Schweriner Landtag dem "Hamburger Abendblatt".

Der CDU-Landeschef und Innenminister, Lorenz Caffier, kritisierte den Streit in der Linkspartei über den Mauerbau scharf: "Die aktuelle Debatte zur Rechtfertigung des Baus der Mauer macht mich sprachlos", sagte Caffier dem "Hamburger Abendblatt". Auch mit ihrer Kommunismus-Debatte schieße sich die Linke selbst ins Aus. Die Linke sei mit ihrem Programm und ihren Debatten für die Zukunft des Landes nicht hilfreich. Das wisse auch die SPD, sagte Caffier.

Erstellt: 13. Aug 2011 13:15
Berlin (AFP) © 2011 AFP

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13.08.2011 15:47von ( gelöscht )
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Hallo ahlbecker,

mit dem Wissen von heute lässt sich die Frage nach einer Alternative leicht stellen. Doch darüber nachzudenken, was wäre wenn, ist müßig.

Bei ähnlichen Gedankengängen fiel mir ein geflügeltes Wort ein: "Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient." Irgendjemand hat es mal umgedreht: "Auch die Regierenden haben das Volk, das sie verdienen. Denn in stabilen Staatswesen haben sie sich durch ihr Handeln ihre Bürger zu dem erzogen, was und wie sie sind."

Seit ihrer Gründung hat der Staat DDR es nicht geschafft durch "Erziehung" eine Stabilität herbeizuführen, denn die Wirklichkeit sah anders aus.Durch den Bau der Mauer haben sie ihrer Meinung nach eine Stabilität und damit Fakten geschaffen. Und erinnern wir uns. Kaum einer konnte der Propaganda entfliehen. Vom Kind in Kindergarten, das den Kampfgruppen und der NVA Bilder malte, über die obligatorische wöchentliche Politinformation in der Schule bis hin zu diversen regeläßigen Veranstaltungen in der Ausbildung und im Beruf. Die Urangst der Menschen, nicht dazu zu gehören kann man keinem vorwerfen.

Es gab wenige, die in ihrer Haltung zu dem Unrecht, was geschah, konsequent blieben. Meistens nicht ohne Folgen.

Wie schwierig es war sich zu entziehen, habe ich mal bei einer Volkskammerwahl erlebt. Mein Mann und ich haben beschlossen nicht wählen zu gehen. das war das mindeste, was man tun konnte. Am Wahltag klingelte es gegen 16 Uhr an der Haustür. Der Wahlleiter stand mit der fliegenden Wahlurne vor der Tür und grinste hämisch. Was tun? Neben uns standen unsere Kinder und verstanden die Welt nicht mehr. Und wir haben gefaltet. Ich habe mich noch tageland elend gefühlt. Bei der nächsten Wahl sind wir mit den Kindern in den Tierpark gefahren und sind erst zur Sandmännchenzeit zurückgekommen.

LG von der grenzgaengerin

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13.08.2011 16:10von Perle
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Hallo Grenzgaengerin,
Hut ab vor Dir bei der Wahl der Volkskammer nicht gewählt zu haben. Hoffentlich hast du dadurch keine Nachteile gehabt.Die letzte Wahl in der DDR war ja im Mai 89´ wenn mich nicht alles täuscht.Ich selbst habe mir das nicht getraut nicht wählen zu gehen . (hatte Angst vor Unannehmlichkeiten )

Gruß Perle

13.08.2011 16:16von Pit 59
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Eine Wahl war das ja nicht,das war eine Zettelabgabe.Das habe ich immer Vorbildlich erledigt,brauchte ja auch jedes Jahr ein Visa für Ungarn,um den Urlaub mit Westverwandten zu Verbringen.Hat immer prima geklappt,naja an so einen Vorbildlichen Staatsbürger gab es eben nichts zu meckern.

13.08.2011 16:18von exgakl
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ich denke wir sollten diesen Thread hier wirklich dazu nutzen, für das er m.E. auch gedacht war.... den Opfern der Grenze zu gedenken.... allen! Was ich damit auch tue....

VG exgakl

13.08.2011 16:22von ( gelöscht )
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Zitat von exgakl
ich denke wir sollten diesen Thread hier wirklich dazu nutzen, für das er m.E. auch gedacht war.... den Opfern der Grenze zu gedenken.... allen! Was ich damit auch tue....

VG exgakl




Danke exakl
ich weiß auch nicht warum man immer die eingangsfrage vergisst

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13.08.2011 16:26von ( gelöscht )
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Ich denke seit Tagen an nichts anderes. Und bei einer Schweigemnute sind die Gedanken frei. Und meine ich frage mich dabei immer wieder, warum es diese Opfer gegeben hat.

Ich kann es mir einfach machen und sagen: Bei den Grenztruppen waren die skrupellosesten und menschenverachtensten Soldaten der NVA versammelt.

Das es nicht so war, beweist dieses Forum. Also andersrum: Warum wurde geschossen??? Diese Frage treibt die Angehörigen der Opfer bis heute um!

LG von der grenzgaengerin

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13.08.2011 16:42von ( gelöscht )
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Zitat von grenzgaengerin
...........
Ich kann es mir einfach machen und sagen: Bei den Grenztruppen waren die skrupellosesten und menschenverachtensten Soldaten der NVA versammelt.

Das es nicht so war, beweist dieses Forum. Also andersrum: Warum wurde geschossen??? Diese Frage treibt die Angehörigen der Opfer bis heute um!

LG von der grenzgaengerin



Was möchtest du denn als Antwort auf deine Frage hören?

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13.08.2011 17:04von ( gelöscht )
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Wenn ich das wüsste, würde ich die Frage nicht stellen. Es überstieg schon damals mein Vorstellungsvermögen.

LG von der grenzgaengerin

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13.08.2011 17:05von Perle
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Hallo Grenzgaengerin,
zum Glück kam ich nicht in die Situation ,Grenzverletzter festzunehmen bzw. zu erschießen.Ich war selbst an dieser unseeligen Grenze als Unteroffizier .Ich habe auch selbst an der Grenze viel dazu beigetragen den Grenzdienst soviel wie möglich desinteressiert zu versehen.Wurde deshalb auch öffters seitens meiner Vorgesetzten bestraft.Das sollte jetzt keine Endschuldigung sein.Schuld daran ist einzig und allein das damalige SED - Regime und ihr,, großer Waffenbruder``.Ich denke mal ich spreche im Namen aller ,das es mir (uns)um den vielen Mauertoten leid tut.Es gab kein menschenunwürdigeres Bauwerk, als die Grenze.Der 13. August darf nicht vergessen werden.

Gruß Perle

13.08.2011 17:22von ( gelöscht )
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Zitat von Perle
Hallo Grenzgaengerin,
zum Glück kam ich nicht in die Situation ,Grenzverletzter festzunehmen bzw. zu erschießen.Ich war selbst an dieser unseeligen Grenze als Unteroffizier .Ich habe auch selbst an der Grenze viel dazu beigetragen den Grenzdienst soviel wie möglich desinteressiert zu versehen.Wurde deshalb auch öffters seitens meiner Vorgesetzten bestraft.Das sollte jetzt keine Endschuldigung sein.Schuld daran ist einzig und allein das damalige SED - Regime und ihr,, großer Waffenbruder``.Ich denke mal ich spreche im Namen aller ,das es mir (uns)um den vielen Mauertoten leid tut.Es gab kein menschenunwürdigeres Bauwerk, als die Grenze.Der 13. August darf nicht vergessen werden.

Gruß Perle


danke Perle, es müssten das nur viel mehr unterschreiben und nicht versuch die Mauer zu rechtfertigen

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13.08.2011 17:23von ( gelöscht )
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Zitat von grenzgaengerin
Wenn ich das wüsste, würde ich die Frage nicht stellen. Es überstieg schon damals mein Vorstellungsvermögen.

LG von der grenzgaengerin



Also bist du Angehörige eines Opfers, sorry, das wußte ich nicht. Mein Beileid.
Warum geschossen wurde? Wird dir wohl niemand schlüssig in 2 Sätzen erklären können.
Ich persönlich kam nie in die Bredouille schießen zu "müssen". Was ich gemacht hätte - keine Ahnung.
Vielleicht hätte ich drüber geschossen, vielleicht perfekt gezielt, vielleicht wäre mir die Knarre vor Aufregung auch nur in den Dreck gefallen, ich weiß es nicht. Im Nachhinein bin ich froh drüber nicht vor eine derartige Entscheidung gestellt worden zu sein.
Und andere Grenzer? Ich kann mich auch nur an einen "Mitgrenzer" erinnern, welcher einen Schußwechsel! mitgemacht hat zu meiner Wehrzeit. Und ich habe selten einen so "alten" jungen Mann gesehen.

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13.08.2011 17:28von ( gelöscht )
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Hallo perle,

ich zweifel nicht an der Aufrichtigkeit Deines Beitrages.

So schwer es jedem einzelnen fällt, war nicht nur die Mauer Unrecht, sondern auch der Staat in dem wir lebten. Vor 20 Jahren hätte ich größte Schwierigkeiten gehabt, zu schreiben, dass ich in einem Unrechtstaat lebte.

Die Frage mal anders gestellt. Unabhängig von den "Kadergesprächen" bevor man den Dienst an der Grenze antrat: Gab es eine grundsätzliche Bereitschaft im Fall der Fälle von der Schußwaffe gebrauch zu machen? Oder hat man das verdrängt?

LG von der grenzgaengerin

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13.08.2011 17:35von ( gelöscht )
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Zitat von grenzgaengerin
......
So schwer es jedem einzelnen fällt, war nicht nur die Mauer Unrecht, sondern auch der Staat in dem wir lebten. Vor 20 Jahren hätte ich größte Schwierigkeiten gehabt, zu schreiben, dass ich in einem Unrechtstaat lebte......

LG von der grenzgaengerin



Ich persönlich hab damit auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung noch ein Problem.
Der Begriff "Unrechtstaat" impliziert bei mir nämlich immer, daß jedem Bewohner darin Unrecht zugefügt wurde.
Darf ich sagen ( auf Grund fehlender persönlicher "Unrechtserfahrung" ) daß ich in einem Staat gelebt habe, in dem einem gewissen Anteil der Bevölkerung von ihrer Warte aus gesehen Unrecht geschehen ist?

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