Sicherung der Bahnstrecken nach Berlin West

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05.08.2011 06:48von Angelo
Frage
Sicherung der Bahnstrecken nach Berlin West

Wie war das eigentlich mit der Sicherung der Bahnstrecken nach Berlin West ? Wurden diese besonders gut bewacht ? Ich kann mich an einen Fall erinnern wo ich selber 1986 von Gerstungen über den Eisenbahn Transit nach West Berlin gefahren bin, da meinte ein Schulfreund von mir er müßte während der Fahrt eine Flasche aus dem Zug werfen...es dauerte nicht lange und der Zug wurde auf offener Strecke gestoppt. Die Grenzer wußten genau aus welchen Wagon die Flasche geworfen wurde. Unsere Lehrer mußte damals 150 mark strafe zahlen ansonsten wurde uns angedroht mit zum Verhör genommen zu werden. Wie war so was möglich ? Da hat doch bestimmt nicht alle 200 meter ein Grenzer gestanden oder.

05.08.2011 07:29von icke46
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Nun ja - alle 200 m entlang der Bahnstrecke ein Grenzer - ich glaube, da wäre die DDR mangels Prduktions-Arbeitskräften schon früher verschwunden.

Bei meinen Fahrten per Zug war es immer so, dass nicht nur die PKE an den Grenzbahnhöfen (Marienborn bzw. Griebnitzsee) zustiegen, sondern auch eine bestimmte Anzahl Transportpolizisten - womöglich ausgesuchte Kräfte mit stabiler Bindehaut - da sie fast auf der ganzen Strecke auf beiden Seiten des Zuges den Kopf aus dem Fenster hielten.

Mir ist es 1976 im Sommer passiert, dass ich auf dem Gang bei offenem Fenster eine Zigarette rauchte, die Kippe aus dem Fenster warf und nicht mal 2 Minuten später um 10 DM ärmer war. Wobei ich sagen muss, dass es bei dem Polizei-Personal auch Unterschiede gab: Derjenige, der mir die 10 DM abnahm, scheint irgendwie zu viele Western gesehen zu haben - jedenfalls war sein Auftreten danach. Immerhin kam danach sein Vorgesetzter, der das ganz anders handhabte - wies mich darauf hin, das bei uns im Westen gerade die Waldbrandkastastrophe wütete und sowas durch achtlos weggeworfene Zigaretten ausgelöst werden kann - ab dem Moment fand ich die 10 DM durchaus in Ordnung, auch wenn man sich immer noch ärgerte - nunmehr aber über seine eigene Blödheit.

Gruss

icke

05.08.2011 07:33von Pit 59
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Also die Züge passierten von Bebra kommend auch zuerst mal mein ehemaliges Gebiet im "Schlauch" von Obersuhl-Untersuhl.Die Züge haben uns Grenzer eigentlich nicht Interessiert,denn wer da drinnen war,war mehrfach Kontrolliert.Auch der Zug hatte manchmal im Schlauch Angehalten,.warum auch immer,hatte man als Grenzer keinen Einfluss,und erforderte auch keine besonderen Handlungen.Das mit dem Hinauswerfen von Gegenständen,kann ich so nicht Nachvollziehen warum und von wem der Zug hätte Angehalten werden sollen.Auch bei uns an der Strecke lag immer viel Zeug rum,und manches konnte man auch gut gebrauchen.
Nein da hat mit Sicherheit nicht alle 200m ein Grenzer gestanden.

05.08.2011 10:30von VNRut
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Der Flaschenwurf kann nur von der Zugbegleitung bzw. der Transportpolizei beobachtet wurden sein. Vielleicht musste der Zug durch Zufall gerade einen Halte-stopp einlegen, da viele Strecken damals eingleisig betrieben wurden.

Ich kann mich an ein Ferienerlebnis in den 70er Jahren erinnern, da wurde zuerst nicht einmal bemerkt das ein Kind aus den Zug gefallen war. Damals gab es noch nicht die automatischen Türverriegelungen. Nur durch Zufall bemerkte ein Fahrgast die geöffnete Tür und durch Zeugenaussage von Kinder (ein Junge ist zur Toilette gegangen) stoppe der Zug und fuhr viele Kilometer zurück. Der heraus gefallende Junge aus Magdeburg, denn ich aus den Kinderferienlager "Erich Weinert" in Arendsee kannte, kam mit schwersten Verletzungen ins Krankenhaus. Der Zufall wollte es, dass ich ihm einige Jahre später wieder im besagten Kinderferienlager traf. Er hatte bei seiner Tür-Verwechslung sehr viel Glück gehabt, was sicherlich auch an der damaligen Reisegeschwindigkeit der Züge gelegen hat.

Zurück zum Thema. Im Berliner Raum (z.B. Eichholz-Bahn nach Spandau*) fuhren die Züge durch Kilometer lange Schläuche (Betonmauer und Streckmetallzäune) die beidseitig alle 100m mit BT der SIK besetzt waren. Selbst durch einen bemerkten Flaschenwurf aus einen Zug konnten die Grenzer nicht viel unternehmen, da hieß es nur noch eine (möglichst genaue) Meldung über den Vorfall an den KGS abzusetzen. Aber einen Zug konnten die Grenzer nicht stoppen. Eventuell wurden zur genauen Beurteilung/Sichtung der Wurfsachen die Gakl zur Beweisaufnahme gerufen.

* http://www.denkmallandschaft-berliner-ma...&type=satellite
* http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...Wall/station/18

* anbei alte und neue Bilder der Strecke und Aufnahme vom sogenannten "Affenkäfig" (letztes Bild)
http://www.stillgelegte-s-bahn.de/staaken/staaken.htm

Gruß Wolfram

05.08.2011 13:37von Pit 59
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Selbst durch einen bemerkten Flaschenwurf aus einen Zug konnten die Grenzer nicht viel unternehmen@VN Rut

Doch,dann in aller Ruhe mal vorbei schauen,denn Vieleicht war die Flasche ja noch voll.

So Spass beiseite,alles Richtig VN.

05.08.2011 16:18von Major Tom
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Ich kann mich erinnern dass im Zug Transportpolizei mitfuhr welche auf langsamen Strecken sich weit aus dem Fenster lehnten. Einmal hielten wir auf einem öffentlichen Bahnhof und eine Frau stieg aus - und wurde umgehend wieder recht unsanft in den Waggon zurückgebracht. Auch an das Essen im Mitropa kann ich mich noch gut erinnern, Preise vom feinsten, so dass ich mir für die Rückfahrt am Bahnhof Zoo extra DDR-Mark besorgte und ein DDR-Ehepaar zum Essen einlud. Das hat mich dann gerade mal 10 DM gekostet.

05.08.2011 19:09von Ari@D187
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Zitat von Pit 59
Also die Züge passierten von Bebra kommend auch zuerst mal mein ehemaliges Gebiet im "Schlauch" von Obersuhl-Untersuhl.Die Züge haben uns Grenzer eigentlich nicht Interessiert,denn wer da drinnen war,war mehrfach Kontrolliert. [...]


Ich erinnere mich nicht mehr im Detail, aber ich meine, daß ich 1988 vor der Einreise und auch am Bahnhof Gerstungen nicht kontrolliert wurde. Die Kontrolle geschah während der Fahrt, tief im Herzen der DDR.

Vor dem Gegenstände aus dem Fenster werfen wurden wir mehrfach gewarnt. Das waren noch abenteuerliche Zeiten damals...

Ach so. Grenzer am Rande der Strecke wären mir aufgefallen, da ich dank stabiler Bindehaut auch große Teile der Strecke mit aus dem Fenster gestreckten Kopf erlebte. Man war dann auch automatisch näher an den Propaganda-Schildern dran.

Gruß
Stefan

05.08.2011 19:23von eisenringtheo
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Hier steht einiges über den vertragsgebundenen Transitverkehr BRD-WB:
http://passkontrolle.thomschke.org/griebnitz.html
Theo

05.08.2011 20:56von Major Tom
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Es gab keine Grenzer oder sonstige Kontrolleure an der Bahnstrecke. Ich bin in Babelsberg groß geworden, die Züge sind in 100 Metern Entfernung an unserem Haus vorbeigedüst, und auf die Bahnschwellen haben wir als Kinder oft Steine oder Zündplätzchen gelegt, hat schön geknallt :) Ich habe mich damals als ich im Westen war mit meinem Vater verabredet, der winkte mir von der Straßenbahn zu als ich mit dem Zug durch Babelsberg fuhr. Und das der Zug wegen etwas was aus dem Fenster geworfen wurde angehalten wurde kann ich mir nicht vorstellen. Die Bahnböschungen waren voll mit Dosen, Zigarettenschachteln und auch mal ne Zeitung aus dem Westen.

05.08.2011 21:39von ( gelöscht )
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Das Zugbegleiter und Polizisten nach Leuten guckten, die Gegenstände aus dem Zug warfen, habe ich NIE gesehen. Ich kann mir aber vorstellen, das man bei Waldbrandgefahr schon danach schaute - im Gegensatz zu heute. Aber das ein Zug wegen herausgeworfener Zigaretten oder Flaschen (Zigaretten habe ich da öfters herausgeworfen!) angehalten wurde, verweise ich zu den Gebrüder Grimm. Immerhin ist die Mutter der beiden nahe der Eisenbahn in Eisenach bestattet. Das DR-Netz war sowas von überlastet, das man ganz sicher wegen so was nicht angehalten hätte. Zumal der Zug ja im Volksmund als "Angstzug" bezeichnet wurde, er war in der Hierachie ganz oben und durfte keine Verspätung haben. Eventuell gab es einen Halt aus anderem Grunde, und man packte sich dabei gleich den Übeltäter. Aber das die Bahnlinien bewacht wurden? Klar, durch die Transportpolizei. Ab an der Strecke stand da keiner. Und ich bin damals mit DR und DB gefahren, außer den Transitzuegen (Früher: Interzonenzug) konnte man normal den Zug benutzen, auch wenn es DB war. Als das Zugunglück 1976 mit einem DB-Zug in Eisenach war, kamen auch keine Grenzer.....warum auch.

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05.08.2011 22:06von eisenringtheo
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Zusätzliche Diensthalte gab es allenfalls für Lokführer- oder Lokwechsel (z.B. in Magedeburg) auf abgelegenen Bahnsteigen, die von zusätzlichen Trapo gesichert wurden. Im übrigen sollten die Züge eben gerade nicht halten, um Fahrgastwechsel auf der Transitstrecke zu verunmöglichen. Sicher hielt kein Zug wegen hinausgeworfenen Gegenständen an.
Theo

05.08.2011 22:31von ( gelöscht )
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Zitat von VNRut
Nur durch Zufall bemerkte ein Fahrgast die geöffnete Tür und durch Zeugenaussage von Kinder (ein Junge ist zur Toilette gegangen) stoppe der Zug und fuhr viele Kilometer zurück.
Gruß Wolfram



Das halte ich aber für ein großes Märchen - daß der Zug (auch noch kilometerweit!) zurück fuhr!

Im Blockabschnitt dahinter kam doch meist schon der nächste Zug.

Das konnten auch weder Triebfahrzeugführer noch Zugführer selber entscheiden und hätten sich auch verkniffen, sowas überhaupt in Erwägung zu ziehen.

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05.08.2011 22:43von ( gelöscht )
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Zitat von EDGE-Henning
Und ich bin damals mit DR und DB gefahren, außer den Transitzuegen (Früher: Interzonenzug) konnte man normal den Zug benutzen, auch wenn es DB war.



Ein Transitzug war weder früher noch später ein Interzonenzug.

Transitzüge fuhren nur BRD - Westberlin ohne jeden Verkehrshalt in der DDR (und hießen „Zitteraale“, da sie im DR-Netz nicht zum Halten kommen durften).

Volksmundlich «Interzonenzug» genannte Züge fuhren grenzüberschreitenden Verkehr BRD - DDR und konnten dementsprechend im DDR-Binnenverkehr genutzt werden.

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05.08.2011 23:06von eisenringtheo
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Zitat von frb-vd
Transitzüge fuhren nur BRD - Westberlin ohne jeden Verkehrshalt in der DDR (und hießen „Zitteraale“, da sie im DR-Netz nicht zum Halten kommen durften).


RE: GÜST Friedrichstr. (3)
Ja, einziger Verkehrshalt war der Grenzbahnhof Marienborn "zum Einsteigen" (Richtung BRD) oder "zum Aussteigen" (aus Richtung BRD). Übergang zu und von den Personenzügen im Lokalverkehr. (Nicht in Gerstungen).
Theo
Nachtrag: Ergänzung "Marienborn".

05.08.2011 23:20von ( gelöscht )
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Zitat von eisenringtheo

Zitat von frb-vd
Transitzüge fuhren nur BRD - Westberlin ohne jeden Verkehrshalt in der DDR (und hießen „Zitteraale“, da sie im DR-Netz nicht zum Halten kommen durften).


RE: GÜST Friedrichstr. (3)
Ja, einziger Verkehrshalt war der Grenzbahnhof "zum Einsteigen" (Richtung BRD) oder "zum Aussteigen" (aus Richtung BRD). Übergang zu und von den Personenzügen im Lokalverkehr. (Nicht in Gerstungen).
Theo




Der Fernbahnsteig Friedrichstrasse war der Ausgangs/Endpunkt der Transitfahrt, also das ist logisch, daß der Zug dort einen Verkehrshalt hat, so wie er ihn ja auch z.B. in München Hbf. hat.

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