Deutsche Delikatessen Republik: So kochte die DDR

  • Seite 5 von 9
22.12.2012 09:48
avatar  schulzi
#61
avatar

und wenn sie nicht gestorben sind da leben sie heute noch


 Antworten

 Beitrag melden
22.12.2012 10:45
avatar  ( gelöscht )
#62
avatar
( gelöscht )

Zitat von Batrachos im Beitrag #59
also ich bin als Schuljunge immer sehr gerne in unsere Schulküche zum Essen gegangen,war einer der wenigen denen es geschmeckt hat.
Mein Klassiker waren immer Königsberger Klopse mit Rote Beete Salat,sehr lecker,oder Kartoffelbrei mit Gehacktessoße und Gewürzgurcke zu,so wie damals wird heute leider nicht mehr gekocht,schade


Wo ist denn das Problem, dieses einfache Essen selbst zu kochen, oder haste eine Frau die nur Fertiggerichte aufwärmen kann !?


 Antworten

 Beitrag melden
22.12.2012 10:47
#63
avatar

Zitat von seaman im Beitrag #60
Zitat von Batrachos im Beitrag #59
also ich bin als Schuljunge immer sehr gerne in unsere Schulküche zum Essen gegangen,war einer der wenigen denen es geschmeckt hat.



Wann war das?Was ist aus den anderen Kindern geworden,denen es nicht geschmeckt hat?
Wie hoch war die Todesrate,wieviele Kinder sind verhungert?Gab es auch Zwangsernährung für Kinder in der DDR?Man hört ja soviel Schreckliches aus dieser Zeit.....
Danke für Infos.




Wo haste denn das aufgegriffen.Also meine Spielkamerade und meine Wenigkeit aus meiner Kinderzeit,sind gut ernährt erwachsen geworden in der DDR:Heute schaut es ein bischen anders aus.Denn Tausende müssen sich zwangsernähren von der Tafel um über die Runden zu kommen und selbst ein berühmter Schlagersänger,lädt heute zu Tage hunderte Obdachlose zum Weihnachtsessen ein.Ja für viele ist es eine schreckliche Zeit.Aber nun zurück zum Thema--


 Antworten

 Beitrag melden
22.12.2012 12:23
avatar  ( gelöscht )
#64
avatar
( gelöscht )

Ich kenne auch keine Todesfälle im Ergebnis der Schulspeisung, da muß wohl einer etwas verwechselt haben. Wie ich 1955 eingeschult wurde, da war noch vieles im Entstehen begriffen, so auch die Schulspeisung.
Die Schulspeisung der Mittelschule I in Boizenburg-Bahnhof (bis zur 4.Klassenstufe) wurde von der Großküche der Fliesenwerke "Kurt Bürger" und die POS I und POS II Boizenburg-Stadt wurden von der Großküche der Elbewerft versorgt. Es gab täglich zwei Wahlessen, die sich an den Essen in den Großbetrieben anlehnten. Die Essenmarken hatten unterschiedliche Farben und in der Regel, mußte man sich eine Woche vorab entscheiden, welche Speise man am welchem Wochentag einnehmen möchte - auch samstags, das kam meinen Eltern gelegen, so mußte man nicht am Samstag noch zu Hause kochen.
Auch wenn das Essen in den Schulen qualitativ sehr gut war (in den Fliesenwerken, wie auch auf der Werft konnte das Küchenpersonal schon kochen - es schmeckte wie bei Muttern), so gab es in der großen Hofpause immer noch die Alternative der Bäckerei Haveland in der Großen Wallstraße, wo man für 10 Pfennig wunderbare Rosinenschnecken und Amerikaner bekommen hat.
Mein Lieblingsessen in der Schulspeisung war auch immer Königsberger Klops mit Rote Beete - Salat - ist es noch heute.
Doch, Tote hatten wir auch einmal. Und zwar wurde bei Strassenbauarbeiten an der Kirche ein nicht registrierter alter Friedhof freigelegt und die Skelette bzw. Skelettteile lagen für mehrere Stunden frei herum und erweckten auch unsere Neugierde. Aber es waren keine menschlichen Überreste, die auf die Schulspeisung zurück zu führen waren.
Noch heute ein großes Lob an Hans Bädker (Chefkoch Fliesenwerke), Frau Dietel und Frau Sumte (Köchinnen Fliesenwerke) - sie kamen aus Bahlen und die Köchinnen der Werft, die uns auch die norddeutsche Küche in der Schulspeisung vermittelten.

Vierkrug


 Antworten

 Beitrag melden
22.12.2012 13:04
avatar  ( gelöscht )
#65
avatar
( gelöscht )

Meine Lieben,

ich erlaube mir einen Beitrag aus meinem großen Romanwerk einzufügen, welcher das Essverhalten in der Deutschen Demokratischen Republik in den 1950-iger Jahren betrifft:

Der Mangel an Nahrungsmitteln in der unmittelbaren Nachkriegszeit wurde in den 1950-iger Jahren durch ein möglichst üppiges, kalorienreiches Essen kompensiert. Dies war aber auch dem Umstand geschuldet, dass Obst und Gemüse Mangelware waren. Wenn überhaupt konnte man Obst und Gemüse nur dann kaufen, wenn es wuchs. Mit Ausnahme von Rotkohl, Weißkohl, Möhren und Zwiebeln, aus denen, allerdings weniger häufig, eine „Sättigungsbeilage“ zubereitet wurde. Umso mehr wusste man den Geschmack einer Mischbrotscheibe, mit Butter bestrichen, mit Tomaten und Zwiebeln belegt sowie mit Pfeffer und Salz gewürzt, zu schätzen. Zum Frühstück waren Kunsthonig, Vierfruchtmarmelade, Butter und Mischbrot, dazu Malzkaffee, üblich. Abends relativ fette Wurstsorten (Tee-, Leber- und Jagdwurst), Käse, dazu auch Butter, Mischbrot und Malzkaffee, der Vater Bier. Mittagessen wurde nur Samstags und Sonntags zubereitet, da ja die anderen Tage Vollarbeitstage waren. Samstags wurden oft mit viel angeschwitztem Mehl angedickte Gemüseintöpfe zubereitet, zusätzlich mit angebratenen Jagdwurstwürfeln aufkaloriert. Für den obligatorischen Sonntagsbraten holte meine Mutter manchmal gut durchwachsenes Freibankfleisch. Das war Fleisch von Tieren, welche einen körperlichen Schaden erlitten (z. B. Knochenbruch), ansonsten aber keinerlei Mängel aufwiesen. Der Vorzug dieses Fleisches bestand in der Verfügbarkeit sowie in seinem niedrigen Preis. Zum Braten gab es Mehl- oder grüne Klöße und Sauer- oder Rotkraut. Zur Zubereitung der Klöße wurde der Kloßteig in einem Leinensack ausgepresst, als wir dann später eine Wäscheschleuder hatten diente diese auch zur Kloßteigentwässerung. Am Wochenende war der Nachmittagskaffee selbstverständlich. Dazu reichte man mit sehr viel bunter Buttercreme zubereitete Torten und ich wurde immer mit den Worten „Junge, iss nur, du musst doch groß und stark werden“ zum Verzehr selbiger angehalten. Zwischen den Hauptmahlzeiten waren bei mir Mischbrotscheiben, dick mit Butter bestrichen und obenauf viel Zucker, sehr beliebt.

Liebe weihnachtliche Grüße

Euer

Ecki


 Antworten

 Beitrag melden
22.12.2012 13:23
#66
avatar

Zitat von Ecki im Beitrag #65
Zur Zubereitung der Klöße wurde der Kloßteig in einem Leinensack ausgepresst, als wir dann später eine Wäscheschleuder hatten diente diese auch zur Kloßteigentwässerung.

Liebe weihnachtliche Grüße

Euer

Ecki


Jau! Genau diese Methode, Wäscheschleuder, wurde auch bei mir zu Hause verwendet.
Nachdem eine Komet-Küchenmaschine angeschafft war, wurde der Kloßteig mit ihr zubereitet; reiben, auspressen (statt "schleudern").
Jedenfalls haben die Klöße immer geschmeckt.

Schulspeisung war nicht so doll.
Da Großstadt wurden wir von einer mir nicht mehr bekannten Großküche beliefert. Das Essen kam in diesen grünen Thermobehältern und es schmeckte dementsprechend mieß.....
Mein Protest mit 12 Jahren bezüglich dieses "Fraßes" bewirkte das ich kochen lernte......
Da in dieser Zeit, 1962, auch meine Eltern über das Betriebsessen klagten und wir öfters die warme Mahlzeit am Abend zu uns nahmen, kochte meine Mutter entsprechend, so dass ich mir am anderen Tag das Essen nur noch warm machen mußte, bzw. Kartoffeln dazu kochen etc. ......

Gruß
Nostalgiker

PS.: Der absolute "Hit" war mal Spinat mit Rührei, und weil es gerade keine Kartoffeln gab, zu Tapetenkleister zerkochte Muschelnudeln dazu.......


 Antworten

 Beitrag melden
22.12.2012 13:35
avatar  ( gelöscht )
#67
avatar
( gelöscht )

Zitat von Ecki im Beitrag #65
Meine Lieben,

ich erlaube mir einen Beitrag aus meinem großen Romanwerk einzufügen, welcher das Essverhalten in der Deutschen Demokratischen Republik in den 1950-iger Jahren betrifft:

Der Mangel an Nahrungsmitteln in der unmittelbaren Nachkriegszeit wurde in den 1950-iger Jahren durch ein möglichst üppiges, kalorienreiches Essen kompensiert. Dies war aber auch dem Umstand geschuldet, dass Obst und Gemüse Mangelware waren. Wenn überhaupt konnte man Obst und Gemüse nur dann kaufen, wenn es wuchs. Mit Ausnahme von Rotkohl, Weißkohl, Möhren und Zwiebeln, aus denen, allerdings weniger häufig, eine „Sättigungsbeilage“ zubereitet wurde. Umso mehr wusste man den Geschmack einer Mischbrotscheibe, mit Butter bestrichen, mit Tomaten und Zwiebeln belegt sowie mit Pfeffer und Salz gewürzt, zu schätzen. Zum Frühstück waren Kunsthonig, Vierfruchtmarmelade, Butter und Mischbrot, dazu Malzkaffee, üblich. Abends relativ fette Wurstsorten (Tee-, Leber- und Jagdwurst), Käse, dazu auch Butter, Mischbrot und Malzkaffee, der Vater Bier. Mittagessen wurde nur Samstags und Sonntags zubereitet, da ja die anderen Tage Vollarbeitstage waren. Samstags wurden oft mit viel angeschwitztem Mehl angedickte Gemüseintöpfe zubereitet, zusätzlich mit angebratenen Jagdwurstwürfeln aufkaloriert. Für den obligatorischen Sonntagsbraten holte meine Mutter manchmal gut durchwachsenes Freibankfleisch. Das war Fleisch von Tieren, welche einen körperlichen Schaden erlitten (z. B. Knochenbruch), ansonsten aber keinerlei Mängel aufwiesen. Der Vorzug dieses Fleisches bestand in der Verfügbarkeit sowie in seinem niedrigen Preis. Zum Braten gab es Mehl- oder grüne Klöße und Sauer- oder Rotkraut. Zur Zubereitung der Klöße wurde der Kloßteig in einem Leinensack ausgepresst, als wir dann später eine Wäscheschleuder hatten diente diese auch zur Kloßteigentwässerung. Am Wochenende war der Nachmittagskaffee selbstverständlich. Dazu reichte man mit sehr viel bunter Buttercreme zubereitete Torten und ich wurde immer mit den Worten „Junge, iss nur, du musst doch groß und stark werden“ zum Verzehr selbiger angehalten. Zwischen den Hauptmahlzeiten waren bei mir Mischbrotscheiben, dick mit Butter bestrichen und obenauf viel Zucker, sehr beliebt.

Liebe weihnachtliche Grüße

Euer

Ecki


Freibankfleisch (von notgeschlachteten Tieren) war nicht unbedingt zum Menschlichen Verzehr bestimmt - wenn Ihr das gegessen habt dann war das euer Problem !

Ich glaube Dein Fettgedrucktes verstöß gegen die Forum - Regeln ! Frag mal einen Admin.


 Antworten

 Beitrag melden
22.12.2012 13:48
avatar  seaman
#68
avatar

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #66


Jau! Genau diese Methode, Wäscheschleuder, wurde auch bei mir zu Hause verwendet.
Nachdem eine Komet-Küchenmaschine angeschafft war, wurde der Kloßteig mit ihr zubereitet; reiben, auspressen (statt "schleudern").
Jedenfalls haben die Klöße immer geschmeckt.




Wurde diese Art Klösse nicht noch "geschwefelt"?
Mit Schwefelbändern beräuchert damit diese Klösse hell blieben?

Gruss


 Antworten

 Beitrag melden
22.12.2012 13:50
avatar  ( gelöscht )
#69
avatar
( gelöscht )

Zitat von seaman im Beitrag #68
Zitat von Nostalgiker im Beitrag #66


Jau! Genau diese Methode, Wäscheschleuder, wurde auch bei mir zu Hause verwendet.
Nachdem eine Komet-Küchenmaschine angeschafft war, wurde der Kloßteig mit ihr zubereitet; reiben, auspressen (statt "schleudern").
Jedenfalls haben die Klöße immer geschmeckt.




Wurde diese Art Klösse nicht noch "geschwefelt"?
Mit Schwefelbändern beräuchert,damit diese Klösse hell blieben?

Gruss



Das konnte man machen, damit sie nicht durch den Luftsauerstoff so grau werden. In meiner Familie wurde das nicht gemacht, da das Gräuliche dem Geschmack nicht schadete.


 Antworten

 Beitrag melden
22.12.2012 14:34
avatar  ( gelöscht )
#70
avatar
( gelöscht )

Thüringer Klöße auch Grüne Klöße, Hütes bzw. Knölla genannt, machte meine Schwiegermutter immer aus 2/3 rohen geriebenen und 1/3 zerkochten Kartoffeln. Dazu immer einen deftigen Braten mit viel Soße, um die Klöße darin so richtig zu ditschen. Ganz Verrückte nach Hütes waren die Sunnbercher (Sonneberger)!!!

Sühler Hüteslied

Off'n Sonntig gitt`s Hütes
Mit Flaisch on mit Brüh;
Uehne Hütes kai Sonntig,
Doe gähtt halt niß drü.

Die Hütes senn rondlich,
Mit Weckbröäckle denn;
Is die Fra net ganz railich,
Koann me Hor denn gefenn.

D`r Hütes muß weiß sei
On net taubegroe
Net leis on net saalzig,
Net moetschig on bloe.

Zu waich, wöärd hä Soppe,
Vergölkert d`n Möä;
Zu hart, wöärd verdaut hä
Aerscht noach verze Töä.

Im Fränkischem werden die Kartoffelklöße Kniedlas genannt. In Nürnberg gibt es sogar Kniedlas-Hüddn. Und wehe es sind in den Kniedlas keine Bröckeles.
Scheiferla (Schäuferle - Schulterblatt) mit Kniedla und Salat das Sonntagsgericht im fränkischem Raum.


 Antworten

 Beitrag melden
22.12.2012 14:52
avatar  ( gelöscht )
#71
avatar
( gelöscht )

Zitat von seaman im Beitrag #60
Zitat von Batrachos im Beitrag #59
also ich bin als Schuljunge immer sehr gerne in unsere Schulküche zum Essen gegangen,war einer der wenigen denen es geschmeckt hat.



Wann war das?Was ist aus den anderen Kindern geworden,denen es nicht geschmeckt hat?
Wie hoch war die Todesrate,wieviele Kinder sind verhungert?Gab es auch Zwangsernährung für Kinder in der DDR?
Man hört ja soviel Schreckliches aus dieser Zeit.....
Danke für Infos.




Mir hat es nicht geschmeckt in der Schulküche...und...hurra, ich lebe noch. Rotmarkiert: In der DDR musste niemand verhungern. Es war zwar eine Mangelwirtschaft und fehlte an Abwechslung (Gemüse ect.pp) aber die Grundnahrungsmittel waren preiswert und überall zu haben. Ja, es gab auch in der DDR, Bäcker, Fleischer und Kaufhallen (Supermarkt). Wenn ich also nicht in der Schulküche speiste, machte ich mir zuhause eine Bemme oder Spiegelei.

Ich habe diese Woche in einem Buch noch eine Essensmarke von der Schulküche gefunden...

Anbei habe ich mal die Essensmarke eingescannt s.o.. Weiß zufällig noch jemand was das "O" bedeutet hat?


 Antworten

 Beitrag melden
22.12.2012 14:55
avatar  furry
#72
avatar

Zitat von Jawa 350 im Beitrag #67

Freibankfleisch (von notgeschlachteten Tieren) war nicht unbedingt zum Menschlichen Verzehr bestimmt - wenn Ihr das gegessen habt dann war das euer Problem !




Ich glaube, da liegst Du etwas falsch. Freibankfleisch wurde gründlicher untersucht, als das der normal geschlachteten Tiere, bevor es in den Verkehr ging. Solltest Du einen Tierarzt kennen, der mal auf einem Schlachthof gearbeitet hat, dann frag ihn mal, wo er sein Fleisch kaufte. Über die Antwort wirst Du Dich wundern.


 Antworten

 Beitrag melden
22.12.2012 15:53
avatar  ( gelöscht )
#73
avatar
( gelöscht )

Zitat von Jawa 350 im Beitrag #67
Zitat von Ecki im Beitrag #65
Meine Lieben,

ich erlaube mir einen Beitrag aus meinem großen Romanwerk einzufügen, welcher das Essverhalten in der Deutschen Demokratischen Republik in den 1950-iger Jahren betrifft:

Der Mangel an Nahrungsmitteln in der unmittelbaren Nachkriegszeit wurde in den 1950-iger Jahren durch ein möglichst üppiges, kalorienreiches Essen kompensiert. Dies war aber auch dem Umstand geschuldet, dass Obst und Gemüse Mangelware waren. Wenn überhaupt konnte man Obst und Gemüse nur dann kaufen, wenn es wuchs. Mit Ausnahme von Rotkohl, Weißkohl, Möhren und Zwiebeln, aus denen, allerdings weniger häufig, eine „Sättigungsbeilage“ zubereitet wurde. Umso mehr wusste man den Geschmack einer Mischbrotscheibe, mit Butter bestrichen, mit Tomaten und Zwiebeln belegt sowie mit Pfeffer und Salz gewürzt, zu schätzen. Zum Frühstück waren Kunsthonig, Vierfruchtmarmelade, Butter und Mischbrot, dazu Malzkaffee, üblich. Abends relativ fette Wurstsorten (Tee-, Leber- und Jagdwurst), Käse, dazu auch Butter, Mischbrot und Malzkaffee, der Vater Bier. Mittagessen wurde nur Samstags und Sonntags zubereitet, da ja die anderen Tage Vollarbeitstage waren. Samstags wurden oft mit viel angeschwitztem Mehl angedickte Gemüseintöpfe zubereitet, zusätzlich mit angebratenen Jagdwurstwürfeln aufkaloriert. Für den obligatorischen Sonntagsbraten holte meine Mutter manchmal gut durchwachsenes Freibankfleisch. Das war Fleisch von Tieren, welche einen körperlichen Schaden erlitten (z. B. Knochenbruch), ansonsten aber keinerlei Mängel aufwiesen. Der Vorzug dieses Fleisches bestand in der Verfügbarkeit sowie in seinem niedrigen Preis. Zum Braten gab es Mehl- oder grüne Klöße und Sauer- oder Rotkraut. Zur Zubereitung der Klöße wurde der Kloßteig in einem Leinensack ausgepresst, als wir dann später eine Wäscheschleuder hatten diente diese auch zur Kloßteigentwässerung. Am Wochenende war der Nachmittagskaffee selbstverständlich. Dazu reichte man mit sehr viel bunter Buttercreme zubereitete Torten und ich wurde immer mit den Worten „Junge, iss nur, du musst doch groß und stark werden“ zum Verzehr selbiger angehalten. Zwischen den Hauptmahlzeiten waren bei mir Mischbrotscheiben, dick mit Butter bestrichen und obenauf viel Zucker, sehr beliebt.

Liebe weihnachtliche Grüße

Euer

Ecki


Freibankfleisch (von notgeschlachteten Tieren) war nicht unbedingt zum Menschlichen Verzehr bestimmt - wenn Ihr das gegessen habt dann war das euer Problem !

Ich glaube Dein Fettgedrucktes verstöß gegen die Forum - Regeln ! Frag mal einen Admin.






das galt nur für einen bestimmten Juser namens *osch


 Antworten

 Beitrag melden
22.12.2012 15:53
avatar  schulzi
#74
avatar

ich kann es kaum glauben aber da muss es wirklich leute geben die glauben wir haben inder ddr nur dreck gefressen(entschuldigt diesen ausdruck) klar es scheckte nicht immer aber es war auch kein frass wie hier manche meinen .den die leute in den grossküchen haben sich viel mühe gegeben besonders bei der schulspeisung das weiss ich durch meinen freund thomas der chefkoch bei uns in der leipziger baumwollspinnerei war und der versuchte aus dem was er hatte das beste zumachen was beirund 1200essen nicht leicht ist


 Antworten

 Beitrag melden
22.12.2012 15:54
avatar  ( gelöscht )
#75
avatar
( gelöscht )

Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #71
Zitat von seaman im Beitrag #60
Zitat von Batrachos im Beitrag #59
also ich bin als Schuljunge immer sehr gerne in unsere Schulküche zum Essen gegangen,war einer der wenigen denen es geschmeckt hat.



Wann war das?Was ist aus den anderen Kindern geworden,denen es nicht geschmeckt hat?
Wie hoch war die Todesrate,wieviele Kinder sind verhungert?Gab es auch Zwangsernährung für Kinder in der DDR?
Man hört ja soviel Schreckliches aus dieser Zeit.....
Danke für Infos.




Mir hat es nicht geschmeckt in der Schulküche...und...hurra, ich lebe noch. Rotmarkiert: In der DDR musste niemand verhungern. Es war zwar eine Mangelwirtschaft und fehlte an Abwechslung (Gemüse ect.pp) aber die Grundnahrungsmittel waren preiswert und überall zu haben. Ja, es gab auch in der DDR, Bäcker, Fleischer und Kaufhallen (Supermarkt). Wenn ich also nicht in der Schulküche speiste, machte ich mir zuhause eine Bemme oder Spiegelei.

Ich habe diese Woche in einem Buch noch eine Essensmarke von der Schulküche gefunden...

Anbei habe ich mal die Essensmarke eingescannt s.o.. Weiß zufällig noch jemand was das "O" bedeutet hat?




O steht für (O)ssi


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!