Grenzdienst war Friedensdienst

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19.07.2011 19:51 (zuletzt bearbeitet: 21.07.2011 14:07)
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#1
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Der Verlag gibt diesen Hinweis:


Hans Bauer (Hrsg.)

Grenzdienst war Friedensdienst
ISBN 978-3-360-02048-2

224 Seiten
12,5 x 21,0 cm
brosch.


erscheint Juli 2011
Preis 9,95 €
Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben, meinten Militärs. Und Kennedy war der Ansicht, die Mauer sei »keine sehr schöne Lösung, aber tausendmal besser als Krieg«. Jenseits der seit 1961 verbreiteten Propaganda melden sich immer mehr Personen zu Wort, die diese Ansichten teilen. An diesen mit Recht »Friedenswacht« genannten Dienst erinnern Angehörige der Grenztruppen der DDR, Historiker und andere Militärwissenschaftler. Sie tun dies nicht zu ihrer Rehabilitierung, sondern mit der Absicht, der gängigen Lesart die historische Wahrheit entgegenzuhalten. Die Geschichte gibt ihnen Recht.

http://www.edition-ost.de/programm-2/tit...densdienst.html


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19.07.2011 20:38
#2
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Zitat von Alfred
Der Verlag gibt diesen Hinweis:


Hans Bauer (Hrsg.)

Grenzdienst war Friedensdienst
ISBN 978-3-360-02048-2

224 Seiten
12,5 x 21,0 cm
brosch.


erscheint Juli 2011
Preis 9,95 €
Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben, meinten Militärs. Und Kennedy war der Ansicht, die Mauer sei »keine sehr schöne Lösung, aber tausendmal besser als Krieg«. Jenseits der seit 1961 verbreiteten Propaganda melden sich immer mehr Personen zu Wort, die diese Ansichten teilen. An diesen mit Recht »Friedenswacht« genannten Dienst erinnern Angehörige der Grenztruppen der DDR, Historiker und andere Militärwissenschaftler. Sie tun dies nicht zu ihrer Rehabilitierung, sondern mit der Absicht, der gängigen Lesart die historische Wahrheit entgegenzuhalten. Die Geschichte gibt ihnen Recht.


Genau diesen Gedanken hatte ich kürzlich beim Lesen des folgenden Satzes im Handbuch für den Grenzdienst:

"Ziel und Absicht und damit Hauptinhalt der Bonner Staatspolitik ist es, unseren Arbeiter-und-Bauern-Staat zu liquidieren und unser Gebiet an die westdeutsche Bundesrepublik anzugliedern."

Stefan

Alles wird gut!

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19.07.2011 22:21 (zuletzt bearbeitet: 19.07.2011 22:21)
#3
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Zitat von Ari@D187


"Ziel und Absicht und damit Hauptinhalt der Bonner Staatspolitik ist es, unseren Arbeiter-und-Bauern-Staat zu liquidieren und unser Gebiet an die westdeutsche Bundesrepublik anzugliedern."

Stefan



Ein weises Buch, dieses Handbuch für den Grenzdienst. Aber: Hat irgendwann jemand in Ost oder West mal etwas anderes behauptet, wenngleich die BRD diese Absicht in schönere Worte verpackt hat?
Theo


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20.07.2011 10:30 (zuletzt bearbeitet: 20.07.2011 10:44)
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#4
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Dieses Thema ist m M n schon öfters diskutiert worden. Auch ohne die Mauer wäre nichts passiert. Ohne ausdrückliche Zustimmung der Sowjetunion hätte die Soldaten der DDR keinen Fußbreit die Linie zu den Westsektoren überschreiten dürfen. Das ging sicherlich nicht ohne eigene Verluste über die Bühne. Schließlich wußte man auch nicht oder man konnte es nicht einschätzen, wie die Westalliierten reagiert hätten. Hätten Sie West-Berlin bis zum letzten Mann verteidigt oder sich sang- und klanglos in die Bundesrepublik zurückgezogen?
Auf der anderen Seite: Wer sollte Ost-Berlin "überfallen" oder dort einmarschieren? Die handvoll stationierten alliierten britischen, französischen und amerikanischen Soldaten, in enger Zusammenarbeit mit der West-Berliner Polizei, vielleicht noch unterstützt durch die Berliner Feuerwehr? Einfach lächerlich. Manchmal denke ich, die Machthaber in Ost-Berlin hatten Angst, dass die gesamte West-Berliner Bevölkerung, ganz ähnlich dem Angriff des Heimatdorfes von Asterix gegen die Römer, nach Einnahme des Zaubetrankes, Ost-Berlin überrollt. Also Grenzdienst war Friedensdienst - wenn es das (Un)Wort des Jahres damals schon gegeben hätte, wäre das Wort Friedensdienst in den 60er Jahren, ohne Zweifel, zum (Un)Wort des Jahres gewählt worden. Hier ist anscheinend wieder einer am Werk gewesen, der durch Veröffentlichung seines Buches, Wahrheitsgehalt hin oder her, nur Geld verdienen will.


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20.07.2011 16:40
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#5
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Zitat von SanGefr
Dieses Thema ist m M n schon öfters diskutiert worden. Auch ohne die Mauer wäre nichts passiert.



Da werf ich mal ganz provokant in den Raum: "Vielleicht würde es heute immer noch 2 Staaten auf deutschem Boden geben"?

Zitat von SanGefr
Auf der anderen Seite: Wer sollte Ost-Berlin "überfallen" oder dort einmarschieren? Die handvoll stationierten alliierten britischen, französischen und amerikanischen Soldaten, in enger Zusammenarbeit mit der West-Berliner Polizei, vielleicht noch unterstützt durch die Berliner Feuerwehr? Einfach lächerlich. Manchmal denke ich, die Machthaber in Ost-Berlin hatten Angst, dass die gesamte West-Berliner Bevölkerung, ganz ähnlich dem Angriff des Heimatdorfes von Asterix gegen die Römer, nach Einnahme des Zaubetrankes, Ost-Berlin überrollt.



Also, aus meiner Erinnerung heraus hätte es der "Hilfe" durch englisch quäkende Boys nicht bedurft. Hinter vorgehaltener Hand war einTeil der "ländlichen" Bevölkerung der DDR bereit, Berlin ( gemeint war in diesem Falle immer die Hauptstadt der DDR - Ostberlin ) zuzuschei...... Wäre genauso effektiv gewesen wie ein "Überfall"

Zitat von SanGefr

Also Grenzdienst war Friedensdienst - wenn es das (Un)Wort des Jahres damals schon gegeben hätte, wäre das Wort Friedensdienst in den 60er Jahren, ohne Zweifel, zum (Un)Wort des Jahres gewählt worden. Hier ist anscheinend wieder einer am Werk gewesen, der durch Veröffentlichung seines Buches, Wahrheitsgehalt hin oder her, nur Geld verdienen will.



Wollen das nicht alle? Ich werde wohl von meinen paar Kröten die 10,- investieren und ein bischen schmökern.


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20.07.2011 17:54
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#6
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Die Phrasen, die wir uns früher immer schon anhören mussten, scheinen überlebt zu haben.
Wir alle hier müssten es besser wissen, viele aus eigener Erfahrung.
Was ist daran Friedensdienst, die eigenen Bürger wie Gefangene zu halten?
Zumal hätte so einiges böse ins Auge gehen können. Man erinnere sich daran, als sich
am Ckeckpoint Charlie Panzer gegenüber standen. Auslöser waren sogenannte "Friedenskämpfer".
Die Grenzpronokation am Pferdeberg im Eichsfeld 1964 ist fast unbekannt, sollte es aber nicht.
Besucher des Grenzlandmuseums Eichsfeld wissen, was ich meine.

EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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20.07.2011 19:24
#7
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Zitat von TOMMI
(...). Man erinnere sich daran, als sich
am Ckeckpoint Charlie Panzer gegenüber standen. Auslöser waren sogenannte "Friedenskämpfer".
(...).


Das verstehe ich nicht. Auslöser waren doch unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die Grenzkontrolle für westalliierte Diplomaten und Militärpersonen nach Ostberlin geschehen soll, insbesondere ob und wie die DDR daran beteiligt sein darf.

Theo


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20.07.2011 19:36 (zuletzt bearbeitet: 20.07.2011 19:37)
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#8
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94

Zitat von TOMMI
Die Grenzpronokation am Pferdeberg im Eichsfeld 1964 ist fast unbekannt, sollte es aber nicht.
Besucher des Grenzlandmuseums Eichsfeld wissen, was ich meine.


Grenzkonflikt am Pferdeberg am 14.August 1964

Am 14. August 1964 drangen Angehörige der DDR-Grenztruppen unter starker Bewaffnung auf westdeutsches Gebiet vor. Am Pferdeberg bei Duderstadt / Gerblingerode versetzten sie mit Grenzpfählen die Demarkationslinie um ca. 150 m in Richtung Westen. Der Vorfall führte dazu, dass der Bundesgrenzschutz (BGS) die Pfähle nach Abzug der Grenzer auf Befehl des Bundesinnen-ministeriums wieder entfernte und das Gebiet die folgenden 26 Tage besetzt hielt. Die Maßnahme der DDR löste auch Besorgnis unter den Landwirten aus, deren Felder in das abgesteckte Gebiet fielen. Sie ernteten einen Tag später unter dem Schutz der Beamten des BGS ihre Felder ab. Ein britischer Verbindungsoffizier verhandelte mit den zuständigen Behörden über den Grenzzwischenfall. Während der Verhandlungen berief sich die DDR auf den Text des am 2. August 1945 von den Siegermächten geschlossenen Postdamer Abkommens.
Hiernach wurde als Grenze im Eichsfeld die ehemalige Provinzgrenze Sachsen-Hannover festgelegt.
Die Bundesrepublik Deutschland sowie der britische Verbindungsoffizier dagegen sahen den Inhalt des zwischen der britischen und der sowjetischen Zone am 1. September 1945 geschlossenen Abkommens als völkerrechtlich bestandskräftig. In diesem Abkommen einigten sich die zwei Alliierten dann auf eine Grenzbegradigung. Letztlich gab die DDR Regierung ihr Vorhaben auf. Eine gemeinsame deutsch-deutsche Grenzziehungskommission legte 1973 endgültig den Grenzverlauf fest. Inhaltlich entsprach der Verlauf im Wesentlichen dem britisch-sowjetischen Abkommen von 1945.
Quelle für den Text: Grenzlandmuseum Eichsfeld (November 2007)

http://www.grenzzaunlos.de/eichinfk02.htm

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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20.07.2011 22:11
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Zitat von eisenringtheo

Zitat von Ari@D187


"Ziel und Absicht und damit Hauptinhalt der Bonner Staatspolitik ist es, unseren Arbeiter-und-Bauern-Staat zu liquidieren und unser Gebiet an die westdeutsche Bundesrepublik anzugliedern."

Stefan



Ein weises Buch, dieses Handbuch für den Grenzdienst. Aber: Hat irgendwann jemand in Ost oder West mal etwas anderes behauptet, wenngleich die BRD diese Absicht in schönere Worte verpackt hat?
Theo



Theo,

in der Bundesrepublik wird das heute noch in schönere Worte verpackt. Es ist von Wiedervereinigung die Rede, obwohl hier lediglich eine Angliederung stattfand.

Stefan

Alles wird gut!

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20.07.2011 22:30
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Wenn man in die anderen ehemaligen Ostblockstaaten schaut,sind wir doch bei der Wiedervereinigung/Eingliederung nicht schlecht weggekommen.


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21.07.2011 12:27
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Die Grenze zwischen beiden deutschen Staaten als " Friedensgrenze " zu bezeichnen ist nur ein weiterer, untauglicher Versuch das Versagen des DDR Regimes und seine Art den Sozialismus zu praktizieren, schönzureden.
Die Grenze war das Zeugnis vom Versagen der DDR, seinen Bürgern ein Leben in Freiheit und Würde zu bieten. Hätte man die Material- und Personalkosten der Grenze in Projekte zur Förderung der Wirtschaft gesteckt, wäre vielleicht die Chance groß gewesen den Menschen ein Leben zu bieten, das ihnen keinen Anlaß gegeben hätte, ihr Land zu verlassen und es hätten evtl. noch heute zwei deutsche Staaten existiert.
Sind diejenigen, die sich heute an solchen Schönredereien beteiligen nicht ebenfalls " Versager " ? Sich zu DDR - Zeiten an der Verbesserung und der Gestaltung eines menschlichen und freiheitlichen Sozialismus zu beteiligen, wäre sinnvoller gewesen.
Schuldzuweisungen an die " böse " BRD oder den " bösen " Westen zu machen, sind einfach billig.
Wie immer wird Ursache und Wirkung verschwiegen.
Die Ursache waren die von mir oben geschilderten Lebensumstände in der DDR. Hätte es diese nicht gegeben und die DDR und ihre " Schönredner " von heute, hätten im Aufbau eines menschlinen und demokratischen Sozialismus nicht kläglich versagt, wäre eine derartige Grenze überflüssig gewesen.
Wäre der Freiheitswille und der Wunsch nach einem besseren Leben am besagten 17. Juni 1953 nicht mit Panzern brutal niedergerungen worden, hätte schon damals die DDR aufgehört zu existieren.
Die Grenze hat das Siechtum dieses Staates nur verlängert. Der Freiheitswille und die Menschwürde läßt sich in keinem Staat der Welt auf Dauer gewaltsam unterdrücken, wie die Geschichte eindeutig belegt.


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21.07.2011 12:37 (zuletzt bearbeitet: 21.07.2011 12:38)
avatar  Alfred
#12
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Gmei,

wann hast Du denn das Buch gelesen ?


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21.07.2011 12:42
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#13
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( gelöscht )

Zitat von gmei

Wäre der Freiheitswille und der Wunsch nach einem besseren Leben am besagten 17. Juni 1953 nicht mit Panzern brutal niedergerungen worden, hätte schon damals die DDR aufgehört zu existieren.



Haben Panzer der NATO nicht auch schon einmal Demonstranten niedergewalzt um ein kapitalistisches System zu erhalten?


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21.07.2011 13:25
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#14
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( gelöscht )

[quote="gmei"]
......................Sind diejenigen, die sich heute an solchen Schönredereien beteiligen nicht ebenfalls " Versager " ? Sich zu DDR - Zeiten an der Verbesserung und der Gestaltung eines menschlichen und freiheitlichen Sozialismus zu beteiligen, wäre sinnvoller gewesen.
Schuldzuweisungen an die " böse " BRD oder den " bösen " Westen zu machen, sind einfach billig.

......................................................................................................................................................................................................

Ich gehe da sogar noch einen Schritt weiter indem ich sage daß Diejenigen MfS-MA, welche die Misere der DDR der oberen SED-und Staatsführung immer wieder "zuschustern" möchten, damit von ihren eigenen Unzulänglichkeiten ablenken möchten, denn waren sie nicht allesamt Mitglieder dieser SED und dieser immer treu ergeben. Im Nachhinein behaupten daß sie schon immer darauf aufmerksam gemacht hätten daß ein "anderer" Kurs gefahren werden müßte, ist doch durch ihr "Mitwirken" am Unrecht als "absurdum" anzusehn. Nein, ich denke, sie hätten die DDR gerne so behalten wie sie bis November 89 war, mit einer hohen Mauer rum und mit all ihrer eigenen Machtfülle und Privilegien, zum eigenen Nutzen und den ihrer "Gleichgesinnten". Den "kritischen" Mitbürger hätte man auch weiterhin in seine Schranken verwiesen.
Schönen Gruß aus Kassel.


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21.07.2011 13:29
avatar  Alfred
#15
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Wosch,

zum Glück bedeutet GLAUBEN ja nicht WISSEN.


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