Gut oder schlecht / wer wünscht "Sie" sich zurück ?

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24.11.2020 09:49 (zuletzt bearbeitet: 24.11.2020 10:22)
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#2791
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Den Osten auf dem heutigen Stand herzurichten, da hätten die Jugendbrigaden noch eine Weile gebraucht und nur der Graben nützt nichts, muss schon ein Kabel rein.
Apropos Jugendbrigaden, in Marzahn lief damals unsere Baustelle auch unter Jugendbaustelle, Altersdurchschnitt was um die 45, den Heinz mit seinen 65 hatten wir in einer feierlichen Zeremonie mit Kindl zum FDJler ehrenhalber gemacht.
Ne FDJ- Bluse hätte dem allerdings nicht gepasst, hatte eine ganz schöne Bierwampe.
Hatte den Spaß aber mitgemacht obwohl er meinte die paar Jahre in der HJ hätten ihm gereicht.
So erfahrene FDJler waren aber nicht schlecht, der Heinz hatte ja schon Autobahnbrücken und straffe Bunker gebaut.
Wenn ich mit dem geschalt habe und die Rödelmaschine bediente, hat er mir immer mit einer Latte auf den Kopp gehauen.


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24.11.2020 11:12
avatar  Ebro
#2792
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Zitat von Hanum83 im Beitrag #2791
hat er mir immer mit einer Latte auf den Kopp gehauen


Na, das erklärt Vieles....!
[

ich werde nicht mehr diskutieren mit dummen Menschen, um meine Argumente zu erklären. Hat hier sowieso keinen Sinn. Ich werde lernen, diese Menschen zu meiden. Nichts ist wichtiger, als die persönliche Ausgeglichenheit im Alter


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24.11.2020 11:15 (zuletzt bearbeitet: 24.11.2020 11:18)
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#2793
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Genau.
Aber allemal besser als mit dem Klammersack gepudert.


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24.11.2020 12:20
avatar  Ebro
#2794
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Ist wohl wahr....!

ich werde nicht mehr diskutieren mit dummen Menschen, um meine Argumente zu erklären. Hat hier sowieso keinen Sinn. Ich werde lernen, diese Menschen zu meiden. Nichts ist wichtiger, als die persönliche Ausgeglichenheit im Alter


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24.11.2020 12:29
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#2795
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...wenn eine Sache genetisch versaut ist ,helfen auch keine Schläge......


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24.11.2020 12:30
avatar  Gert
#2796
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Zitat
hat er mir immer mit einer Latte auf den Kopp gehauen.




@Hanum83 , lange vor der Vereinigung gab es in Hessen mal einen Politiker, der hatte in einem Streit auch den Satz geprägt " sowas haben wir früher mit der Dachlatte geklärt ". Der hieß glaube ich, Holger Börner (SPD ). Er muss wohl im Beruf Dachdecker oder Zimmermann gewesen sein

Stil ist nicht das Ende des Besens.

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24.11.2020 12:45 (zuletzt bearbeitet: 24.11.2020 14:02)
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#2797
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In mancher erfolgreichen Jugendbrigade war nur ein junger Kollege, der im Blauhemd die Fahne getragen hat.

Die anderen waren meist etwas älter und mit mehr Berufserfahrung.

Ich hab es mal erlebt, dass Samstagabend drei ganz junge Kollegen die Mähdrescher abgestellt und Feierabend gemacht haben weil sie zum Kirmestanz wollten. Die alte Garde hat unbekümmert bis kurz vor Mitternacht weitergearbeitet.

Wer hohe Leistungen brachte, musste nicht mit Fahnen, Bannern und Hemden darauf aufmerksam zu machen.

Das beste beim Wettbewerb in der Ernte waren die Kollektivprämien, dafür habe ich die Meldungen gern etwas frisiert.

Uli


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24.11.2020 16:35 (zuletzt bearbeitet: 24.11.2020 16:52)
#2798
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Da hier gerade FDJ und Berlin zur Sprache kamen.

Von Feb. 1987 bis Feb. 1989 war auch ich Bestandteil der „FDJ-Jugendinitiative Berlin“. Ich war nicht auf der Baustelle wie Hanum83, sondern in der Baumaschinenwerkstatt des „VEB Baumechanisierung Hennigsdorf BT Berlin“ (Marzahner Str. 20 in Alt-Hohenschönhausen). Bei uns war der Altersdurchschnitt niedriger, denke mal so um die 30J. Natürlich gab es auch ein paar Kollegen die älter waren, aber der überwiegende Teil war so Anfang/Mitte 20J. Aber eine FDJ-Bluse hat da von uns auch keiner angehabt. Das Thema FDJ gab es nur vor dem 1.Mai und 7.Oktober, wenn die Auszeichnung der hervorragenden Kollegen bevorstand, dann musste ja in Vorschlags-Schreiben für die Auszeichnung immer was von aktiver FDJler mit rein. Kann mich noch erinnern, dass ich zum 7.10. mit einer Auszeichnung dran war. Unser Abteilungsleiter schrieb bei mir beim Punkt FDJ-Arbeit „aktive Mitarbeit im FDJ-Wohnheimkollektiv“. Dass es im Wohnheim sowas gab war mir garnicht bekannt, hab mit der Auszeichnung das erstmal davon erfahren, dass es sowas gibt.
In der Werkstatt haben wir in erster Linie Bagger T174, Planierraupen S-651, T100, S100 und „Traktor“ EO-2621 in Zweischichtsystem repariert.

Zwar möchte ich die DDR von Damals nicht zurück haben, aber den Zusammenhalt und das Arbeitsklima unter den Kollegen schon. Es war eine schöne Zeit, haben dort sehr gut Geld verdient und viel Spaß miteinander gehabt. Gerade in den 12h Nachtschichten war die Arbeit aber auch anstrengend. Tagschichten waren kürzer, da die über 5Tage verteilt waren, die Nächte aber nur aus vier Schichten in der Woche bestand.

Es wurde aber auch (zu)viel gesoffen, das muss man heute im Nachhinein schon sagen, aber darüber machte man sich halt so jung keine Gedanken. Nicht unbedingt während der Arbeitszeit, da war es eigentlich nur bei Geburtstag oä. 2/3 Kisten 0,33 Kindl üblich für ca. 30Mann in der Brigade. Aber nach Feierabend oder auch auf den Zugfahrten nach Hause wurde schon gern die Flasche erhoben.

04.05.84 - 22.10.84 GAR40 Falkensee
22.10.84 - 31.10.85 GR 34 Groß Glienicke


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24.11.2020 16:48
#2799
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Zitat von Fall 80 im Beitrag #2797
Ich hab es mal erlebt, dass Samstagabend drei ganz junge Kollegen die Mähdrescher abgestellt und Feierabend gemacht haben weil sie zum Kirmestanz wollten.

Uli


An so etwas kann ich mich beim Strohpressen erinnern, allerdings war ich einer derer die den Traktor sehr pünktlich abgestellt haben um beim Dorffest nichts zu verpassen. In den großen Ferien zwischen Schule und Lehre und mit damals 16Jahren hatte man andere Prioritäten. Da waren Mädels wichtiger als ein Strohballen.

Es gab ja in der Landwirtschaft auch noch diese FDJ-Erntekapitäne aus Studentengruppen, die mit den Mähdreschern und FDJ-Fahne durch das Land zogen. Hab die aber hier in der Börde nie kennen gelernt sondern nur im TV.

04.05.84 - 22.10.84 GAR40 Falkensee
22.10.84 - 31.10.85 GR 34 Groß Glienicke


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24.11.2020 16:57 (zuletzt bearbeitet: 24.11.2020 17:00)
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#2800
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Bier gab es zur Pause und draußen wurde auch ab und an, eigentlich öfters, mal eine Flasche Klarer kreisen lassen.
Lustig war, als wir dort ankamen hatte der Erdbau noch gar nichts geschoben, aber wir waren nun halt mal da, also Multicar flott gemacht und paar "Rähmchen" geholt


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25.11.2020 14:29
#2801
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Waren die LPGn gut oder schlecht für die Bauern?


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25.11.2020 14:38
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#2802
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Für die guten Bauern waren sie Knebelung und finanzieller Verlust, für schwache Bauern und Landarbeiter eine gute Sache. Für beide war es aber ein arbeiten fast ohne finanzielles Risiko. Egal ob die Ernte gut oder schlecht war, der Arbeitsplatz war sicher.

So geregeltes Einkommen, freie Wochenenden, Urlaub hatten die selbstständigen Bauern in der Bundesrepublik nicht.

Was nützt aber ein hohes Einkommen, wenn man dafür 365 Tage schuften muss und bei jedem Hagel/Gewitter/Sturm/Tierseuche um seine Existenz bangen muss.

Uli


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25.11.2020 16:52
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#2803
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Wie @Fall 80 schrieb, die, die Land, Gebäude und Tiere eingebracht haben, waren wenig begeistert. Anders bei den Genossenschaftsbauern pro forma.
Weiterhin zeigten sich auch im Laufe der Zeit große Unterschiede in der Wirtschaftlichkeit zwischen den LPG, was sich im Wert der Arbeitseinheit (Basis für die Entlohnung), Arbeitszeitregelungen und sozialen Möglichkeiten (Kantine, Kindergarten et c.) zeigte.
In weniger guten LPG konnte es sein, dass in der Tierproduktion und hier besonders in der Milchproduktion bei einer täglichen Arbeitszeit früh und nachmittags von 4 bis 8 Uhr 365 Tage im Jahr gearbeitet wurde. Unter diesen Bedingungen war es schwer, Leute für diesen Job zu begeistern. Anders wieder in den moderneren Anlagen, in den ein ordentliches Schichtsystem lief und die Kindereinrichtungen in ihren Öffnungszeiten diesem Schichtsystem angepasst waren. Also bei den LPG war von 0 bis 100 alles möglich.

"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)


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