Grenzdienst bei schwerem Unwetter

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13.07.2011 16:05
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#1
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Mal wieder ´ne Frage von mir:

Wenn während des Grenzdienstes ein schweres Unwetter (Sturm, Hagel, Schneesturm, Starkregen, Gewitter etc.) herrschte bzw. aufkam, wie wurde sich da verhalten? War es erlaubt Schutz zu suchen oder musste man stramm weiter die Grenze bw. das Hinterland bewachen, egal wie schwierig es war? Ich kann mir auch vorstellen, dass es auf den B-Türmen bei schwerem Sturm ganz schön gewackelt hat, wenn dem so war, musste der Turm dann aus Sicherheitsgründen evtl. verlassen werden...?


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13.07.2011 16:26 (zuletzt bearbeitet: 13.07.2011 16:32)
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#2
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Wahrscheinlich die besten Chancen für den Grenzverletzer.Klar haben wir uns Verkrochen,da gab es viele Möglichkeiten z.B,. Brücken,Bunker,B-Turm,Wald u.s.w. Na bevor der BT gewackelt hat da musste es schon ganz schön Stürmen.Wir hatten zwar einen Regenumhang,aber da musste die Waffe auch mit drunter (eigentlich nicht erlaubt),denn Putzen wollte das Gerät auch keiner.Nee wir haben uns schon Verkrochen,auch im Winter,immer Spiritustabletten und Zeitungen mitgenommen zum Psychologischen Aufwärmen.
Ich rede von der Grünen,Berlin kenne ich Nicht.


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13.07.2011 16:29
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#3
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Von wegen "Schutz suchen oder Turm verlassen" das Gegenteil war der Fall;
bei schlechtem Wetter + schlechter Sicht hatte verstärkte Wachsamkeit zu herrschen,
es könnten ja unter Ausnutzung der schlechten Witterung Angriffe auf die Staatsgrenze erfolgen
oder der "Klassenfeind" unbemerkt zu uns rüber kommen


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13.07.2011 16:30
#4
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Zitat von MK1987
Mal wieder ´ne Frage von mir:

Wenn während des Grenzdienstes ein schweres Unwetter (Sturm, Hagel, Schneesturm, Starkregen, Gewitter etc.) herrschte bzw. aufkam, wie wurde sich da verhalten? War es erlaubt Schutz zu suchen oder musste man stramm weiter die Grenze bw. das Hinterland bewachen, egal wie schwierig es war? Ich kann mir auch vorstellen, dass es auf den B-Türmen bei schwerem Sturm ganz schön gewackelt hat, wenn dem so war, musste der Turm dann aus Sicherheitsgründen evtl. verlassen werden...?



Das Wetter musste so genommen werden wie es kam,klar gab es mal hin und wieder den Befehl den B-Turm bei Sturm zu verlassen.Aber man musste sich ja nicht dran halten und zu Not hatte man noch den Regenumhang mit.Will nur sagen,das die Grenzsicherung weiter lief.egal wie die Wetterlage war. Gruß Rostocker


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13.07.2011 16:42
avatar  Greso
#5
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Du bekamst den Postenplatz zugewiesen ,und den durftest du nicht verlassen.Der Regenumhang,war gut (nach zwei Std. durch)und ein wenig Unterstand,gab es immer.Aber der Befehl ,Postenplatz nicht verlassen.
Es gab kurz vor meiner Entlassung noch so einen Fall, windig,kalt und müde.das Postenpaar zog es in einen Erdbunker,der 10 meter vom Postenplatz lag. Postenpaar eingeschlafen,Grenzdurchbruch von West nach Ost und der Grenzverletzer,meldete sich in der Grenzkompanie. Da war was im Busche.
Das war 1966
Gruß Greso


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13.07.2011 16:49 (zuletzt bearbeitet: 13.07.2011 16:59)
avatar  Pit 59
#6
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Ja Greso jeder kennt seine Zeit.Zu meiner zeit Ender der 70er war der PP auch Zugewiessen,aber man konnte auch auf Grenzstreife gehen,kurz ans GMN das Durchgegeben und wurde auch meist genehmigt.Wir hatten Batt.Sicherung,vieleicht war es bei der Kompanie Sicherung auch anders.Ich habe mir manchmal gedacht "Wenn die wüssten wie wir Ihre Grenze bewachen"


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13.07.2011 17:02
avatar  Greso
#7
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Also zur Grenzstreife,wurde man auch eingeteilt.Ich konnte doch meinen Postenplatz nicht verlassen um mal Grenzstreife zu laufen.
Es sei,es gab einen Vorfall,dann durfte ich überall hin .Oder der Führungspunkt,versetzte uns.
Greso


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13.07.2011 17:08
#8
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Zitat von Greso
(...) Postenpaar eingeschlafen,Grenzdurchbruch von West nach Ost und der Grenzverletzer,meldete sich in der Grenzkompanie. Da war was im Busche.(...)
Gruß Greso


Wurde bekannt, was der GV damit bezwecken wollte? Oder gab es 1966 noch Stellen, wo man versehentlich in die DDR gelangen konnte?
Theo


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13.07.2011 17:21
#9
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Der Befehl an die eingesetzten Grenzposten war, die Grenzsicherung zu jeder Zeit und unter allen Umständen zu gewährleisten. Dabei war es unerheblich, ob Sommer-, Frühling-,Herbst- oder Winterwetter. Unerheblich ob - 15 Grad oder +30 Grad Wettertemperatur. Die Grenzsicherung hatte mit allen zur Verfügung stehenden Kräften und Mitteln zu erfolgen. Soweit die allgemeine Gefechtsaufgabe.
Ich kann mich erinnern, dass z.B. im Winter 1984/85 durch den KC der 2. GK/ GR24 befohlen wurde (dies auf Entschluss des BK zur Grenzsicherung), die Grenzdienstzeit für Linienposten auf sechs Stunden herabzusetzen, die Dienstzeit im Hinterland auf maximal vier Stunden. Die ansonsten nicht geduldeten Trainingsanzüge unter dem FDA (über der K2), wurden genau wie "handgestrickte" Kopfschützer (Omas) geduldet. Die Grenzposten (Linienposten) waren zwei stündlich mit warmer Suppe und heißem Tee zu versorgen. Hinterlandskräften war es gestattet unter Beachtung der operativ-taktischen Grundsätze einen geschützten Ort auf zu suchen. Dies betraf u.a. die Kartoffeldämpfanlage Schramper Straße, den ausgebauten Kuhstall halb links Mechauer Weg und andere geeignete Objekte. Lienenposten konnten nach Bestätigung durch den KGSi den Postenpunkt wechseln. Mot-Streifen (P601, LO) konnten die Fahrzeuge nutzen. Wenn auch menschlich verständlich, nutzen gerade letztere diese Möglichkeit der geschützten Unterbringung aus. So wurden u.a. die vorhandenen Standheizungen ununterbrochen betrieben, so dass der Kraftstoffverbrauch ins unermessliche stieg und dem dem Techniker der Kompanie so manchen graue Haar bescherrte. Seitenteile (zusätzlich zu den vorhandenen und illegal organisiert) des P601 wurden oftmals zweckentfremdet als Isolationsmaterial des Fußraums benutzt. Eine Sicht der Posten war durch das Beschlagen der Fensterscheiben nicht mehr gegeben.
Ich möchte es mal so sagen - während dieser Tage eines Unwetters bzw. von Unwetterbildungen hätte die halbe DDR im Bereich der 2.GK/GR 24 "abhauen" können. Hinzu kommt noch, dass es zumindest in dem zuvor genannten Grenzabschnitt (Zeitspanne 83-86) es auch jede Menge durch die Grenzposten selbstgebauter Unterstände "Butzen" gab, welche nicht nach den grenz-taktischen Grundsätzen gebaut wurden, sondern nur zum "abkeimen".
Sollten alle Möglichkeiten der körperlichen Erwärmung nicht aus geschöpft worden sein, blieb noch einen Spirituskocher zwischen die Beine (auf Höhe der Fußsohle), Regenkeule um und fest verschlossen, sich hinsetzen und den "Kocher" anzünden.

Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de


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13.07.2011 17:31 (zuletzt bearbeitet: 14.07.2011 10:45)
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#10
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Zitat von eisenringtheo

Zitat von Greso
(...) Postenpaar eingeschlafen,Grenzdurchbruch von West nach Ost und der Grenzverletzer,meldete sich in der Grenzkompanie. Da war was im Busche.(...)
Gruß Greso


Wurde bekannt, was der GV damit bezwecken wollte? Oder gab es 1966 noch Stellen, wo man versehentlich in die DDR gelangen konnte?
Theo



Ja,er ist durch einen Bach(Kupfergraben bei Offleben) und er wollte nach -Sommersdorf (bei Offleben) zu seiner Freundin.
Es gab noch genügend Stellen,die man nutzen konnte.Es wurde ja erst im März-April 1967 begonnen,die Grenze neu zu Struckturieren und
mit Pioniertechnik auszubauen.(Neue Grenzsäulen,Autogräben und ...)
Es gab nur einen Zaun,mit teilweise Minen.Die Gassen im Zaun wurde auch nach und nach vermint.
Da war es.
Greso


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13.07.2011 17:35
avatar  Pit 59
#11
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Sehr schön geschrieben Chris.Nur mal zur Ergänzung,es hat bei uns Niemanden Interessiert was wir im Winter an hatten,und wurde während meiner Zeit nicht einmal Kontrolliert.Im Winter:Unterwäsche Lang versteht sich,Trainingsanzug,Dienstuniform (Keine FDU) Watteuniform.


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13.07.2011 17:50
avatar  Greso
#12
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Das sehe ich auch so Pit59, Kontrollen ? was ich anziehe
Ich habe sogar (andere auch) warme Strumpfhosen von meiner Frau im Winter angezogen.
Greso


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13.07.2011 18:11
#13
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Zitat von Pit 59
Sehr schön geschrieben Chris.Nur mal zur Ergänzung,es hat bei uns Niemanden Interessiert was wir im Winter an hatten,und wurde während meiner Zeit nicht einmal Kontrolliert.Im Winter:Unterwäsche Lang versteht sich,Trainingsanzug,Dienstuniform (Keine FDU) Watteuniform.



..............schon klar dass es Abweichungen von der Norm gab. Hatte daher auch immer - wo es möglich war - Zeit und Ort genannt. Ergänzend muß ich anführen, dass zu der von mir genannten Zeit sehr wohl auf die Einhaltung der Tragevorschrift der Uniform (gemäß DV) in unserer Kompanie geachtet wurde. Es war nun auch nicht explizit die Aufgabe des Diensthabenen der Kompanie im Rahmen der Vergatterung der Grenzposten, diese bis aufs Unterhemd auszuziehen um sich zu vergewissern, dass alles der DV entspricht. Wenn die Äußerlichkeiten entsprechend der DV waren, wurde maximal noch die PVT kontrolliert. Dies aber nicht vorrangig nach "verbotenen" Gegenständen sondern um zu kontrollieren, dass gemäß Befehl der Soldat mit ausreichend Verpflegung versorgt war. Ich selber habe großzügig über "Luftis", "Spickschnüre" usw. hinweg gesehen. Nicht negiert wurden Kerzen, Spiritus, Bratpfannen, nicht zulässige PV (z.B. rohe Eier, rohes Fleisch etc.), Zeitungen, Zeitschriften und Bücher sowie Radiogeräte. Letztere Gegenstände wurde fast nie oder sehr selten in den PVT`s festgestellt.
Anders sah es in meiner Tätigkeit als Hfw aus. Dort war ich - man möge mir verzeihen - strikt darauf bedacht, dass meine Soldaten und Unteroffiziere welche zur HiSi auf zogen, vorschriftsmäßig zum Grenzdienst ausgerüstet und gekleidet waren. Dazu muß ich noch anfügen, dass mit ganz geringen Ausnahmen nur Soldaten des ersten DHj in meiner Batt. waren. Die Soldaten des dritten DHj. meiner Batterie hätten sich auf Grund von ergangenen Disziplinarmaßnahmen ihrer vorherigen Einheiten, lieber ein Bein abgebissen - als dem ersten Diensthalbjahr Ratschläge zu geben, wie man im GD "abkeimen" kann. Bei Bekanntwerden dieser Ratschläge und vor allem durch wen, tja...........hätte die Einschätzung des BC zur Frage des Nachdienen - sehr sehr negativ - ausfallen können.

Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de


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13.07.2011 18:17 (zuletzt bearbeitet: 13.07.2011 18:21)
avatar  GZB1
#14
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@Stabsfähnrich

na da habt ihr bei den ´Granaten´ ja ein "scharfes Regiment" geführt, wegen nachdienen und so.

Aber HiSi in Stadtgebiet war für die Posten, auch wegen der unangemeldeten Kontrollen der ZBVer, eher gefährlich als im Abschnitt.


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13.07.2011 18:21 (zuletzt bearbeitet: 13.07.2011 18:30)
avatar  GZB1
#15
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6 h Schichten wegen Kälte kenne ich auch so. Unsere GK ist im Winter 86/87 deswegen nach 2 Tagen aus dem Feldlager in Streganz zurückgeholt worden, um diesen Schicht-Rhythmus im 33er möglich zu machen.


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