Mord Ja oder Nein?

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26.06.2011 18:52
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#1
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Werner Teske war wahrscheinlich der Letzte. Der Hauptmann der DDR-Staatssicherheit wurde vor 30 Jahren, am 26. Juni 1981, in einem kargen Raum im Leipziger Süden von hinten erschossen. Das Zimmer gehörte zu einer ehemaligen Hausmeisterwohnung, in der die DDR von 1960 an ihre zentrale Hinrichtungsstätte eingerichtet hatte. 64 Menschen wurden hier getötet - verurteilt wegen Kriegsverbrechen, Mordes oder politischer Delikte. Spionage und vorbereitete Fahnenflucht warf das SED-Regime Teske vor. Tatsächlich wollte es laut Stasi-Unterlagen-Behörde ein Exempel statuieren.

Offiziell gab es den Hinrichtungsort ebenso wenig wie die Todesurteile. Die Fälle waren Staatsgeheimnisse. Teske wurde ein kurzer, nicht öffentlicher Prozess gemacht - das Urteil der Richter stand vorher fest. Todesort und Todesursache wurden gefälscht. Seine Familie erfuhr erst nach Ende der DDR von Teskes Hinrichtung.

Warum also abschreckende Todesstrafen, von denen keiner wissen durfte? „Ein Grund war wohl der archaische Strafanspruch der SED-Spitze und des Ministers für Staatssicherheit“, sagt der Leiter der Leipziger Stasi-Gedenkstätte „Runde Ecke“, Tobias Hollitzer. „Strafe musste sein, auch wenn es keiner mitbekommt.“ Zudem seien die Hinrichtungen zwar vor der Öffentlichkeit geheim gehalten worden, intern hätten sie jedoch sehr wohl der Abschreckung gedient.

Teske war nach heutigen Erkenntnissen der letzte Hingerichtete, die DDR schaffte die Todesstrafe erst 1987 offiziell ab. Bis dahin hatten DDR-Gerichte nach aktuellen Erkenntnissen 231 Todesurteile verhängt, von denen 160 vollstreckt wurden - zwischen 1949 und 1960 vor allem in einem Gefängnis in Dresden.

„Damit war Teskes Hinrichtung das Ende einer 500 Jahre durchgehenden Anwendung der Todesstrafe auf deutschem Boden“, sagt Hollitzer. Allein diese Tatsache sei Grund genug, die ehemalige Hinrichtungsstätte in der Alfred-Kästner-Straße als justizgeschichtlichen Erinnerungsort einzurichten. Bereits 2002 beschloss das sächsische Kabinett, die Räume zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Gespräche liefen bis heute, sagt Hollitzer. Er hoffe, dass Bund und Freistaat noch in diesem Jahr das Geld zur Sanierung und zur Einrichtung einer Ausstellung bewilligten. Solange wird die Hinrichtungsstätte nur zweimal jährlich geöffnet. 2010 sahen sich an diesen beiden Tagen 1700 Besucher die tristen Räume an, in denen Todesurteile vollstreckt wurden, die es offiziell gar nicht gab.


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26.06.2011 19:02
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#2
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P.S. @Sonne was soll den der tupfengleiche Beitrag im Thread 'Lebenslängliche Zuchthausstrafe für Harry Seidel', hä?
Zumindest haste dort einen treffenderen Betreff gewählt *wink*


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26.06.2011 19:04
#3
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26.06.2011 19:14
#4
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Theo


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26.06.2011 19:24
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#5
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( gelöscht )

Wie oft wollen wir den Teske noch durchkauen?


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26.06.2011 19:30
avatar  94
#6
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94

Ich schätze bis zu 2x p.a., * 24. April 1942 † 26. Juni 1981
Also heute ist sein dreißigster Todestag.


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26.06.2011 19:46
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#7
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Na dann machen wir jetzt alle eine Schweigeminute oder besser gleich eineSchweigestunde zum Thema und beerdigen den Thread an dieser Stelle


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26.06.2011 19:50
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#8
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Zitat von Feliks D.
Wie oft wollen wir den Teske noch durchkauen?



.................................................................................................

Feliks, wieso schreibst Du WIR?
Du mußt doch nicht! Laß doch Die die wollen. "Durchkauen", was für ein Wort im Zusammenhang mit staatlich verordnetem Mord?
Schönen Gruß aus Kassel.


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26.06.2011 20:02
avatar  Alfred
#9
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Wosch,,

schreib doch mal was zu den Hinrichtungen in der BRD.


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26.06.2011 20:04
avatar  94
#10
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94

Meinste nicht, das der Zwinkerschleimy etwas pietätlos wirkt in einem Thread, der den Tod eines Menschen zum Inhalt hat?

Übrigens, hier mal laut ai die 'amtlichen' Zahlen für 2010:
Bahrain (1), Bangladesh (9+), Belarus (2), Botswana (1), China (1000s), Egypt (4), Equatorial Guinea (4), Iran
(252+), Iraq (1+), Japan (2), Libya (18+), Malaysia (1+), North Korea (60+), the Palestinian Authority (5),
Saudi Arabia (27+), Singapore (+), Somalia (8+), Sudan (6+), Syria (17+), Taiwan (4), United States of
America
(46), Viet Nam (+), Yemen (53+).


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26.06.2011 20:08
avatar  Pit 59
#11
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Wosch,,

schreib doch mal was zu den Hinrichtungen in der BRD.@Alfred

BRD war doch in Euern Augen der Verbrecherstaat,da wirds das schon auch gegeben haben.Aber wir reden hier von Deinem Arbeiter und Bauernstaat,wo alles nur zum Wohle der Arbeiter gemacht wurde.


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26.06.2011 20:16
avatar  Alfred
#12
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PIT 59

kann ich.

Lies doch mal das.

http://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_Hagedorn


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26.06.2011 20:20
#13
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Ja, ein kürzlicher Teske ist in der Mülltonne. Deshalb verkneife ich mir die Frage, warum man nach DDR Recht einen Spion nicht zum Tode hätte verurteilen dürfen. Na ja..
Theo


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26.06.2011 20:22
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#14
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( gelöscht )

Zitat von wosch
"Durchkauen", was für ein Wort im Zusammenhang mit staatlich verordnetem Mord?
Schönen Gruß aus Kassel.



Nette Umschreibung für Hinrichtung, meint jedoch trotzdem nichts anderes...


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26.06.2011 20:23
avatar  Pit 59
#15
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Warum wurde denn der 1974 gedrehte Polizeiruf 110 Verboten,und durfte nicht gesendet werden? Warum sollte denn das Material Vernichtet werden?
Weil das Geschehene nicht in Deine DDR Passte,das durfte in dem Sozialistischen Paradies nicht Passieren.


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