Mein Gott, Walter....

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15.06.2011 19:29
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#1
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Walter Ulbricht sprach über Wiedervereinigung, West-Berlin und über einen Friedensvertrag. Dazu hatte er sich, im Haus der Ministerien, vor interationaler Presse in Positur geschmissen, um weltmännisch Politik zu machen.
Das Ganze genau vor 50 Jahren, nämlich am 15. Juni 1961, auf die Frage einer Journalistin, als der wohl berühmteste Satz seine politische Kariere fiel;
" Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten."
Keiner ahnte, dass das schon wenige Wochen später, traurige Realität werden würde.

https://www.youtube.com/watch?v=rWldbVuDGeY


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15.06.2011 19:37 (zuletzt bearbeitet: 15.06.2011 19:47)
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@ Stutz

dass dies so gewesen sein sollte halte ich für nicht ganz korrekt. Nicht umsonst stiegen die Übersiedlerzahlen nach der Pressekonferenz von Ulbricht bis Mitte August noch weiter an.


Interessant zu lesen, wenn auch etwas älter:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13496469.html
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13497369.html
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13498221.html


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15.06.2011 19:48 (zuletzt bearbeitet: 15.06.2011 19:50)
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#3
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Es wird ja immer noch darum gestritten, ob es ein Freud´scher Versprecher von Ulbricht war oder bewußtes Kalkül.

http://www.morgenpost.de/web-wissen/arti...-errichten.html


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15.06.2011 19:54
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#4
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Zitat von GZB1
@ Stutz

dass dies keiner halte ich für nicht ganz korrekt. Nicht umsonst stiegen die Übersiedlerzahlen nach der Pressekonferenz von Ulbricht bis Mitte August noch weiter an.




Ich denke mir, dass keiner, ausser denen, die an Planung der Aktion " Rose " gearbeitet haben, wirklich die genauen Auswirkungen und Ausmasse, erahnt haben.
Man konnte sich vieleicht denken, dass in Zukunft strengere Kontrollen stattfinden aber so ein Monstrum hat sich bestimmt keiner vorgestellt.


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15.06.2011 19:55
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#5
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Die Absicht einer Abriegelung bestand doch bei Ulbricht schon vor dem Juni:

Zitat
Noch im März 1961 war auf einer Tagung des Wahrschauer Paktes der Plan einer radikalen Absperrung West-Berlins verworfen worden. Ulbricht hatte vorgeschlagen, längs der Sektorengrenze eine 45 Kilometer lange Stacheldrahtbarriere quer durch die Stadt zu errichten. Chruschtschow lehnte dies als nicht in die gegenwärtige sowjetische Taktik passend ab. Die endgültige Moskauer Zustimmung zum Mauerbau gab es erst am 5. August 1961.

http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...d/593837/page/3



Eine Stracheldrahtbarriere hat doch die gleiche Funktion wie eine Mauer.


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15.06.2011 20:04
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Zitat von stutz
Walter Ulbricht sprach über Wiedervereinigung, West-Berlin und über einen Friedensvertrag. Dazu hatte er sich, im Haus der Ministerien, vor interationaler Presse in Positur geschmissen, um weltmännisch Politik zu machen.
Das Ganze genau vor 50 Jahren, nämlich am 15. Juni 1961, auf die Frage einer Journalistin, als der wohl berühmteste Satz seine politische Kariere fiel;
" Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten."
Keiner ahnte, dass das schon wenige Wochen später, traurige Realität werden würde.

https://www.youtube.com/watch?v=rWldbVuDGeY




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15.06.2011 20:21
#7
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Die sowjetische Taktik war ein Friedensvertrag mit Deutschland als neutrales Land und demzufolge mittelfristig der Abzug der Schutzmächte. So auch der Beschluss der Volkskammer der DDR vom 11. August 1961. Wegen ihrer Pläne hat sich die SU bis im Sommer 1961 geweigert, dass die DDR wirksame Massnahmen gegen die Abwanderung treffen konnte.
Die Vorstellung der Weltkriegsalliierten über die Zukunft Deutschlands gingen jedoch zuweit auseinander, so dass man sich bis 1961 nicht einigen konnte. Deshalb gab die SU ihr Ok. für einen Mauerbau in Etappen, um die Alliierten an den Verhandlungstisch zurückzuholen. Das hat nicht geklappt und die als "Provisorium" geplante Mauer hat 28 Jahre überdauert.
Theo


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15.06.2011 20:24 (zuletzt bearbeitet: 16.06.2011 10:22)
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.
Dem kann ich nur zustimmen! @eisenringtheo


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15.06.2011 20:37
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94

Diese Aussage von 'Onkel' Walter enstand doch eigentlich nur durch eine (gezielt provokante?) Nachfrage der für das als Hausblatt der BBBU bekannten und der amerikanischen Besatzungsmacht nahestehenden Tageszeitung FR schreibenden Frau Doherr.
Tja, entstanden auf einer Pressekonferenz, beseitigt durch eine ebensolche. *grins*

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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15.06.2011 21:13 (zuletzt bearbeitet: 15.06.2011 21:16)
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#10
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Zitat

Zitat eisenringtheo

Pressekonferenz 15. Juni 1961:
Annamarie Doherr (Frankfurter Rundschau): "Ich möchte eine Zusatzfrage stellen: Herr Vorsitzender! Bedeutet die Bildung einer Freien Stadt Ihrer Meinung nach, daß die Staatsgrenze am Brandenburger Tor errichtet wird? Und sind Sie entschlossen, dieser Tatsache mit allen Konsequenzen Rechnung zu tragen?"
Walter Ulbricht: "Ich verstehe Ihre Frage so, daß es in Westdeutschland Menschen gibt, die wünschen, daß wir die Bauarbeiter der Hauptstadt der DDR dazu mobilisieren, eine Mauer aufzurichten. Mir ist nicht bekannt, daß eine solche Absicht besteht. Die Bauarbeiter unserer Hauptstadt beschäftigen sich hauptsächlich mit Wohnungsbau, und ihre Arbeitskraft wird dafür voll eingesetzt. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten. Ich habe vorhin schon gesagt: Wir sind für vertragliche Regelung der Beziehungen zwischen Westberlin und der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik. Das ist der einfachste und normalste Weg zur Regelung dieser Fragen."
Ulbricht hat eine Frage einer Jounalistin interpretiert. Das machen Politiker gerne, wenn sie einem Gerücht entgegenwirken wollen. Dass sich die DDR an den offenen Grenzen in Berlin störte und wegen der Abwanderung etwas dagegen tun wollte und musste, war klar. Zwei Varianten standen im Raum: scharfe Kontrolle an der Stadtgrenze von Berlin gegenüber den restlichen DDR Bezirken wie bisher oder eine Mauer mitten in Berlin. Ersteres war bisher (seit 1948) die Strategie des Warschauer Paktes und diese Stategie galt auch jetzt noch. Die DDR durfte das nicht selber entscheiden. Ulbricht hat nur die aktuelle Version des Warschauer Paktes wiedergegeben und ist der Journalistin nicht auf den Leim gekrochen.
Theo



aus: Wie war das am 13.August 1961? (2)


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15.06.2011 21:43
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Yepp, genau so funktioniert 'guter' (?) Journalismus. Nicht die Fragestellerin erwähnte den erstmalig erwähnten Begriff 'Mauer'! Du mußt halt irgendwie die Gedanken Deines Interviewpartners (und so'ne PK ist ja eigentlich wie Simultaninterview) erahnen und ihm seine Worte entlocken. Ja nicht auch nur ein Wort in den Mund legen! Ähnlich, aber vielleicht 'fremdgesteuert' stellte Riccardo Ehrman am 9.11.89 seine Frage: 'Herr Schabowski, Sie haben von Fehlern gesprochen. Glauben Sie nicht, dass es war eine große Fehler, diese Reisegesetzentwurf, dass sie haben vorgestellt vor wenigen Tagen ?'

"Die Frage nach dem Reisegesetz - das war kein Zufall, ich bekam vorher einen mysteriösen Anruf aus dem 'Unterseeboot', dem Konferenzzimmer des ADN-Chefs. Ein mir bekannter Spitzenfunktionär der SED forderte mich auf, unbedingt nach dem Reisegesetz zu fragen, das sei sehr wichtig."
Wenn das stimmt, stellt sich die Geschichte des Mauerfalls möglicherweise etwas anders dar, als bisher bekannt. Für die Öffentlichkeit galt der letzte Anstoß zum Fall der Berliner Mauer lange als überraschender Zufall während einer denkwürdigen Pressekonferenz. Aber womöglich war Ehrman mit seiner berühmt gewordenen Frage nur ein Rädchen in einem größeren Spiel - und die SED nicht gar so gelähmt, wie sie zu diesem Zeitpunkt wirkte.

Quelle: einestages.spiegel.de

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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15.06.2011 21:49 (zuletzt bearbeitet: 15.06.2011 22:10)
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@94

frei nach Harpe: sing "Das gaaanze Leben ist ein Spiel und wir sind nur die Kandidaten!"


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15.06.2011 21:57
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Hatten wir das nicht schon auf vielen Seiten ganz ausführlich, z.B. hier Wie war das am 13.August 1961? ab #7?



Ach ja noch was OT zu Mein Gott, Walter....


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15.06.2011 22:13
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Na Einige wurden dann nach Kandidatenzeit aber och Mitglied!
Aber bevor's itzo aus'm Ruder läuft *grins*
Eher vielleicht wie Danny DeVito als Garfield in 'Other People's Money' mit dem berüchtigten Zitat 'You Can't Stop This Game', da fällt mir ein, ich sollte mich vor CTRL-Z, N8 & logoff mal wieder um Mara's 80er-Fred kümmern *wink*

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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24.08.2016 16:28
#15
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Was mir immer wieder auffällt, es gibt doch in den Aufzeichnungen zwei Varianten, einmal (ver) spricht (sich) Walter Ulbricht im Bezug zu den Bauarbeitern von "voll ausgenutzt ... dann eingesetzt" in einigen Beiträgen ist dieser Versprecher zu hören, in anderen ist er ausgeblendet.

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Grün ja grün war'n alle meine Streifen
-- Harbker EK-Zappel 79-2 --


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