Die "Transitstrecke" zwischen Wildeck-Hönebach und Wildeck-Bosserode

13.06.2011 13:56
avatar  Tobeck
#1
avatar

Jeder, der vor 1990 mit dem Interzonenzug von Bebra (letzter Halt BRD) nach Gerstungen (erster Halt DDR) gefahren ist, wird bemerkt haben, dass schon etwa 8 Kilometer (5 bis 10 Minuten Fahrzeit) vor Gerstungen die ersten Grenzanlagen auf beiden Seiten der Strecke zu sehen waren, obwohl Gerstungen nur etwa 2 Kilometer hinter der Grenze liegt. Der Grund war ein Kuriosum des Streckenverlaufs zwischen Wildeck-Hönebach (Hessen) und Wildeck-Bosserode (Hessen), der ca. 1,7 Kilometer über DDR-Gebiet führte.

War dies die einzige Strecke im Bundesbahnnetz, wo es so etwas gab?

Hier ist ein Erlebnisbericht mit einer Bildserie von einer "Transit"-Fahrt mit einem Bundesbahn-Schienenbus zwischen Wildeck-Hönebach und Wildeck-Obersuhl über DDR-Gebiet und zurück.


Das gleiche Problem der mehrfachen Überschreitung der Grenze gab es ursprünglich auch zwischen Wildeck-Obersuhl (über Gerstungen und Herleshausen) und Eisenach. Die Eisenbahnstrecke verlief ursprünglich parallel zur gesperrten Autobahn A 4 im gleichen Abschnitt. Man hat aus diesem Grund zwischen Gerstungen und Eisenach die Umgehungsstrecke Förtha-Gerstungen gebaut. Den Bau dieser Umgehungsstecke nutzten 33 Bauarbeiter zur Flucht in den Westen.

Zitat
Die Thüringer Bahn verlässt Eisenach in westlicher Richtung und erreicht das Tal der Werra, die sie in Hörschel überquert. Anschließend verläuft die Strecke im Bereich Herleshausen auf sieben Kilometer über hessisches Gebiet, bevor sie wieder nach Thüringen eintritt und weiter nach Gerstungen führt. Der Umstand des fünffachen Querens der innerdeutschen Grenze im sogenannten „Thüringer Zipfel“ sorgte während der deutschen Teilung auf Seiten der DDR für Sicherheitsprobleme. Bis 1978 fuhren über Herleshausen noch Güterzüge, dann ruhte zwischen Wartha und Gerstungen der Verkehr. Aus diesem Grunde wurde in den Jahren 1961/1962, nach Errichtung der Berliner Mauer von der DDR eine eingleisige Umgehungsstrecke, die Bahnstrecke Förtha–Gerstungen, gebaut. Die bei Förtha von der Werrabahn abzweigende Bahnstrecke mündete östlich von Gerstungen wieder in die Thüringer Bahn ein und umfuhr den Abschnitt Herleshausen – Wommen. Im Juli 1988 wurde die Strecke durch Demontage von jeweils etwa 100 m Gleisanlage auf thüringischem Gebiet unmittelbar an der Grenze unpassierbar gemacht.Erst 1991, nach der Wiedervereinigung, wurde die alte Hauptstrecke der Thüringer Bahn wieder aufgebaut und am 25. Mai 1991 in Betrieb genommen, die Umgehungsstrecke stillgelegt und zurückgebaut.

http://de.wikipedia.org/wiki/Th%C3%BCrin...80.93Gerstungen



 Antworten

 Beitrag melden
13.06.2011 20:28
avatar  ( gelöscht )
#2
avatar
( gelöscht )

Das war aber nicht mehr Kurz vor der Wende so. Ich glaube, das war schon seit den 1960ern so.


 Antworten

 Beitrag melden
13.08.2011 16:06
avatar  ( gelöscht )
#3
avatar
( gelöscht )

Richtig, der Abschnitt zwischen Streckenkilometer 196,2 und km 197,9 lag auf DDR-Gebiet. Der km 197,9 liegt heutzutage "mitten" im Bf Hönebach, dieser wurde beim Ausbau der Strecke nach der Wende etwas verlegt. Kurz vor dem km 197,9 findet man - vor allem ab Herbst wieder, wenn das Laub von den Bäumen runter ist - nördlich der Strecke am Hügel auch wieder einen Beobachtungsbunker der Grenztruppen.


 Antworten

 Beitrag melden
13.08.2011 17:45
#4
avatar

 Antworten

 Beitrag melden
13.08.2011 19:02
avatar  ( gelöscht )
#5
avatar
( gelöscht )

Danke sehr interresanter Beitrag beste grüsse aus Österreich..


 Antworten

 Beitrag melden
13.08.2011 19:32
avatar  ( gelöscht )
#6
avatar
( gelöscht )

Zitat von eisenringtheo
Hier einige Bilder:
http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?17,3492232
Theo



Auf dem vorletzten Bild ("... Bahnhofseinfahrt von Hönebach") ist direkt rechts dann der Beginn des beschriebenen Hügels, worin sich der Beobachtungsbunker befindet. Heutzutage ist dort, wo auf dem Bild der Zaun zu sehen ist, alles dicht bewaldet.


 Antworten

 Beitrag melden
13.08.2011 20:31
#7
avatar

Zitat von Eisenbahner

Zitat von eisenringtheo
Hier einige Bilder:
http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?17,3492232
Theo



Auf dem vorletzten Bild ("... Bahnhofseinfahrt von Hönebach") ist direkt rechts dann der Beginn des beschriebenen Hügels, worin sich der Beobachtungsbunker befindet. Heutzutage ist dort, wo auf dem Bild der Zaun zu sehen ist, alles dicht bewaldet.





Hier links????

Quelle: http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?17,4523588
Theo


 Antworten

 Beitrag melden
13.08.2011 22:07
#8
avatar

Zitat von eisenringtheo

Zitat von Eisenbahner

Zitat von eisenringtheo
Hier einige Bilder:
http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?17,3492232
Theo



Auf dem vorletzten Bild ("... Bahnhofseinfahrt von Hönebach") ist direkt rechts dann der Beginn des beschriebenen Hügels, worin sich der Beobachtungsbunker befindet. Heutzutage ist dort, wo auf dem Bild der Zaun zu sehen ist, alles dicht bewaldet.





Hier links????

Quelle: http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?17,4523588
Theo



Tolles Bild,die 01/5 an der Hönebacher Rampe.Schade das man es nicht hören kann,wenn die mit 12 Reisezugwagen dort hoch kracht.


 Antworten

 Beitrag melden
13.08.2011 23:20
#9
avatar

Hier ist die B-stelle, westlich der Bahnstrecke zu erkennen.

TH


 Antworten

 Beitrag melden
13.08.2011 23:49
#10
avatar

Da nützt die beste Tarnung nicht, wenn man so offen herummarschiert wie der GT Angehörige (von der Lok aus Richtung 10 Uhr zwischen den hellen Bäumen..


Theo


 Antworten

 Beitrag melden
14.08.2011 00:14
avatar  ( gelöscht )
#11
avatar
( gelöscht )

Zitat von eisenringtheo
Hier links????

Quelle: http://www.drehscheibe-foren.de/foren/read.php?17,4523588
Theo



Genau, auf dem Bild von thunderhorse sieht man den Bunker ja sogar recht deutlich. Im aktuellen Zustand kann man ihn, wenn man aus dem Zugfenster guckt, durchaus auch erkennen - aber nur von etwa Oktober bis April, also wenn die Bäume nicht soviel Laub tragen ;)
Mir wurde er von einem Kollegen gezeigt, der genau dort seinen Dienst bei den GT absolvierte.


 Antworten

 Beitrag melden
14.08.2011 08:11
avatar  ( gelöscht )
#12
avatar
( gelöscht )

Stimmt, genau an dieser Stelle war ein B-Bunker.
Wimre ...war dieser ein wenig (geschätzt etwa einen Meter) in das Erdreich verbaut.
Man konnte in vom Bundesgebiet nur schwer erkennen.
Gruß Willie


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!