Ehemalige NVA-Generale schreiben Buch über Mauerbau

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20.05.2011 16:21
avatar  Angelo
#1
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Berlin- Die Wortwahl der alten DDR-Militärs war eindeutig: Hetze und Verleumdung gegen die früheren Grenztruppen gebe es immer noch, sagt der frühere Generaloberst Fritz Streletz. Er hat mit Ex-Verteidigungsminister Heinz Keßler ein Buch zum Mauerbau geschrieben.Braungebrannt vom letzten Kuba-Besuch, mit Goldrandbrille und hellem Anzug gab sich Ex-DDR-Militär Fritz Streletz zackig. Der 84-Jährige stellte zusammen mit dem früheren DDR-Verteidigungsminister Heinz Keßler am Freitag in Berlin das gemeinsame Buch „Ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben“ vor. Während beide in einem Treff früherer Funktionäre im Stadtteil Lichtenberg den Mauerbau vor 50 Jahren als notwendig verteidigten, protestierte draußen die Vereinigung der Opfer des Stalinismus. Einstige Mitstreiter der Ex-Militärs waren dagegen begeistert vom Auftritt ihrer einstigen Chefs. Es gab Zwischenapplaus. „Störer“ mit unliebsamen Fragen seien durch eine brillante Argumentation vertrieben worden, meinte einer stolz. Die Fronten waren klar: Auf der anderen Seite waren die „Hampelmänner von der Westpresse“.Der Zeitpunkt der Buchvorstellung war nicht zufällig gewählt. Auf den Tag genau vor 20 Jahren wurden Streletz und Keßler wegen ihrer Mitverantwortung für die Mauertoten verhaftet und später zu Gefängnisstrafen verurteilt, die sie aber nicht komplett absitzen mussten. An die Verhaftung wollten sie erinnern und dass sie hinter Gittern wie Kriminelle behandelt worden seien. Und: Kurz vor dem 50. Jahrestag des Mauerbaus vom 13. August 1961 solle das Buch „der historischen Wahrheit Bahn brechen“, wie der 91-jährige Keßler sagte. Der greise Ex-Armeegeneral, der schlecht sehen kann, zeigte sich überzeugt: Es sei notwendig und richtig gewesen, die Grenze zu „befestigen“. Ansonsten hätten sich die Konflikte zwischen den damaligen Militärbündnissen in Ost und West weiter zugespitzt. Er wisse, dass „beträchtliche Teile“ der Linkspartei seine Auffassung teilten. Ansonsten führte Streletz das Wort.

Dieser Artikel hier weiter lesen
http://www.die-mark-online.de/nachrichte...au-1251785.html


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20.05.2011 16:58 (zuletzt bearbeitet: 20.05.2011 16:59)
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#2
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Dass Buch und die beiden Militärs waren meiner Meinung schon einmal Thema im Forum. Das Buch wurde ungelesen verrissen und beide Autoren ausreichend verurteilt.
Warum noch eine neue Diskussion? Gibt es neue Erkenntnisse?


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20.05.2011 17:55 (zuletzt bearbeitet: 20.05.2011 17:56)
#3
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Im 50. Jahr des Mauerbaus ist es doch ein guter Zeitpunkt, der historischen Wahrheit Bahn zu brechen. Warum sollen Rentner keine Bücher schreiben? Warum soll man das Buch ungelesen verreissen und die Autoren verurteilen' Jeder hat eine andere Sicht der Welt. Und jeder soll nach seiner Facon selig werden.
Falls ich überhaupt so alt werde wie Kessler und Streletz, werde ich Briefmarken sammeln, Rosen züchten, Nordic Walking betreiben oder sonst was Ruhiges und Gesundes tun; aber mich sicher nicht der Presse und der Öffentlichkeit zum Frasse vorwerfen. Aber wie Friedrich II sagte: Jeder soll nach seiner Façon selig werden (und ich habe jetzt doch zum ersten Mal an meiner deutschschweizer Tastatur die Type "ç" gebraucht...)
Theo


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20.05.2011 20:55
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#4
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20.05.2011 21:08
avatar  glasi
#5
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sie sind bestimmt stolz was am 13 august 1961 pasiert ist


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20.05.2011 21:09
avatar  ABV
#6
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ABV

Mhm, ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben??
Hätte die Mauer wirklich eine gut ausgerüstete Armee aufhalten können????
Ich habe da meine Zweifel. War es nicht eher so, dass der Mauerbau die einzigste Möglichkeit war, um die DDR vor dem Ausbluten zu bewahren?

Gruss an alle
Uwe

20.05.2011 21:20 (zuletzt bearbeitet: 20.05.2011 21:21)
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#7
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Die Mauer war die Kapitulationsurkunde für eine miserable und gescheiterte Politik der SED zwischen dem 7.Oktober 1949 und dem 13.August 1961. Punktum, mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Gruß Gert


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20.05.2011 21:29
avatar  Alfred
#8
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Gert,

es wäre wohl besser das Buch zu lesen und verschiedene Ansichten zu sehen.

Es ging ja nicht nur um die "Mauer" als Bauwerk.


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20.05.2011 21:32 (zuletzt bearbeitet: 20.05.2011 21:33)
#9
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Zitat von ABV
Mhm, ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben??
Hätte die Mauer wirklich eine gut ausgerüstete Armee aufhalten können????
Ich habe da meine Zweifel. War es nicht eher so, dass der Mauerbau die einzigste Möglichkeit war, um die DDR vor dem Ausbluten zu bewahren?

Gruss an alle
Uwe



Mit einer weiterhin offenen Grenze in Berlin hätte sich die DDR entleert und wäre zudem leergekauft worden. Mit immer weniger Humankapital, weniger Konsumgütern und immer höheren Staatsschulden wäre der Wohlstand ganz ins Unterirdische gesunken und die unzufrieden zurückgebliebenen Sozialisten hätten möglicherweise einen Putsch oder einen Volksaufstand begonnen. Dem ist die Regierung mit dem Mauerbau zuvorgekommen.
Theo


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20.05.2011 21:38 (zuletzt bearbeitet: 20.05.2011 21:40)
#10
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Als Hinweis folgender Link.
http://www.nva-forum.de/nva-board/index....pic=16438&st=75
Beitrag des User ESKS vom Samstag, 14.Mai 2011, 11:24 Uhr

Und TH hats auch gelesen.
Komme ebenfalls zum Ergebnis hier hat ein Ghostwriter geschrieben.

Bei manchen Internetzitaten wurden die vorhanden Fehler mit übernommen.
Dazu viele Inhaltliche Parrallelen (Textbeiträge) aus den unterschiedlichsten Pubikationen.
Auch bei einer Gegenüberstellung einzelner Äußerungen/Darstellungen mit ähnlichen oder gleichlautenden Textpassagen und der Wiedergabe von Interviews etc. in bereits erschienen Fachbüchern bzw. von Dokumenten zum Thema Mauerbau sind Unterschiede erkennbar.

Als Fazit meinerseits;
Zum Thema Mauerbau gibts seit Jahren fundiertere Fachbücher.
Das Büchlein muß man nicht unbedingt haben.

TH

P.S.: Anhand der im Buch befindlichen Fotos könnte man fast von einer Werbeveranstaltung für einen .....verein ausgehen.

"Mobility, Vigilance, Justice"

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20.05.2011 21:41
avatar  Tobeck
#11
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Zitat von ABV
Mhm, ohne die Mauer hätte es Krieg gegeben??
Hätte die Mauer wirklich eine gut ausgerüstete Armee aufhalten können????
Ich habe da meine Zweifel.



Zu Recht! Was die viel stärker befestigte Maginot-Linie oder der Atlantik-Wall nicht konnten, hätte die schwächer befestigte innerdeutsche Grenze erst Recht nicht gekonnt. Dieses Zeitalter endete wohl mit dem ersten Weltkrieg.


Zitat von ABV

War es nicht eher so, dass der Mauerbau die einzigste Möglichkeit war, um die DDR vor dem Ausbluten zu bewahren?

Gruss an alle
Uwe



Die hohen und steigenden Flüchtlingszahlen in den Monaten vor dem Mauerbau sprechen für sich. Das Argument, mit dem Mauerbau einen Krieg zu verhindern, ist entweder eine Verklärung dieser Tatsache oder eine Werbe-Maßnahme um mit einem provokanten Buchtitel die Auflage zu steigern.


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20.05.2011 22:37
#12
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Ich habe dieses Buch nicht gelesen!
Zweifle auch das ich dies werde. Es ist mir einfach zu viel Rechtfertigung.
Auch eine gehörige Portion Befangenheit der Schreiber.

Eine befestigte Grenze, ich bin in dieser Beziehung militärischer Laie, deren Befestigungsanlagen selbst einem Blinden mit Krückstock aufzeigen das diese ganzen Sperren einen Durchbruch aus Richtung Osten verhindern sollte als "Schutzwall" gegen die imperialistischen Armeen zu verkaufen finde ich nach 20 Jahren gelinde gesagt für einen Witz.

Was mich allerdings mehr interessiert wie hätte sich diese gestaffelten Sperranlagen auf einen geführten "präventiven" Verteidigungsschlag der Sowjetarmee ausgewirkt?
Glaube kaum.

Gruß
Nostalgiker

Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler


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21.05.2011 00:03
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#13
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( gelöscht )

Ich war heute bei der Buchvorstellung & Pressekonferenz dabei. Vor einer Stunde sah ich den Aufmacher des "Berliner Kurier". Toll - der Journalist saß einen Meter von mir weg, ich habe aber das Gefühl, der war bei einer anderen Veranstaltung. Aber, sei es drum....

Nun mag man zu diesem Buch stehen wie man es wünscht, am Archiv-Material kommt aber keiner vorbei. Und an dieser Stelle erfährt man die kollektive Verdrängung historisch belegter Tatsachen, wie sie wohl nur den Deutschen eigen sein kann.

Und nun wird auf´s Militär gehauen, auf die Ausführenden eines politischen Willens, auf die Grenzer insbesondere. Kein Wort kommt aus den Reihen der SED/PDS -->Linken....oder von den Bezirks- und Kreissekretären. Aber auch nicht aus den Reihen der Lebenden aus CDU/CSU oder FDP, die auch wussten, wie gering ihre "Macht" gegen die drei Besatzungsmächte war.

Wie lautet das Credo dieses Forum´s? "Wer die Vergangenheit nicht kennt, wird die Gegenwart nicht verstehen!"

An der "Mauer" sind Menschen getötet wurden. Das soll man nie vergessen.

Verdrängen soll man nicht, das seit Jahren wieder Menschen durch deutsche Soldaten zu Tode kommen, aber auch deutsche Soldaten getötet werden. Ist gelernt worden - ich bezweifele das.

Weichmolch


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21.05.2011 07:55 (zuletzt bearbeitet: 21.05.2011 08:06)
avatar  Pit 59
#14
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Ich habe dieses Buch nicht gelesen!
Zweifle auch das ich dies werde. Es ist mir einfach zu viel Rechtfertigung.@Nostalgiker

Ich zweifle das gar nicht erst an.Archiv-Material habe ich fast täglich an meinem Tisch sitzen,da hat Weichmolch Recht ich komme kaum dran vorbei.Und 12,95 Euro,das ist eine gute Kiste Bier.


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21.05.2011 10:42 (zuletzt bearbeitet: 21.05.2011 10:45)
#15
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Zitat von Weichmolch

Nun mag man zu diesem Buch stehen wie man es wünscht, am Archiv-Material kommt aber keiner vorbei. Und an dieser Stelle erfährt man die kollektive Verdrängung historisch belegter Tatsachen, wie sie wohl nur den Deutschen eigen sein kann.

Weichmolch




Richtig, fragt sich nur was man daraus macht/machen möchte bzw. wie man dieses Material auslegt/darstellt.
Stichwort kollektive Selbstdarstellung!

Wobei die wenigen Unterlagen/Archivmaterial im Buch wenig Aussagekräftig sind, es viele Quellen (einschließlich der dortigen Fehler)aus dem Bereich von Wiki gibt und Beiträge aus anderen Veröffentlichungen, die wiederum mit einem Großteil aus einem bestimmten Bereich (Stichwort Sonderdrucke etc.) stammen, übernommen wurden.
Daher:


Wie schon gechrieben, es gibt fundiertere und objektivere Fachbücher mit wesentlich mehr Aktenmaterial aus den unterschiedlichsten Archiven/Quellen.

Von daher ist dass kleine Büchlein inzwischen dahin gewandert wo es am besten hinpaßt, in die hinterste Ecke des Regals.

"Mobility, Vigilance, Justice"

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