Spargel als Zahlungsmittel in der DDR ?

09.04.2011 18:58
avatar  Angelo
#1
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BEELITZ - Die Beelitzer Spargelbauern waren die ersten Bewohner der DDR, die 1990 die D-Mark in die Hand bekamen. „Offiziell wurde die neue Währung ja erst zum 1. Juni eingeführt, da war unsere Saison ja schon vorbei. Wir hatten den Spargel damals aber bereits in beiden Währungen ausgepreist, sodass die Westberliner das neue Geld zu uns brachten.“ Dies erzählt Manfred Schmidt, Vorsitzender des Beelitzer Spargelvereins.

Schmidt baute ab 1980 privat Spargel an, auf rund 1000 Quadratmetern hinter seinem Haus. „Da bin ich dann mit meiner Frau morgens um halb vier aufgestanden, um vor der Arbeit den Spargel zu stechen.“ Verkauft hat Schmidt die Ernte an Arbeitskollegen vom Institut der Humboldtuniversität für Obstbau in Marquardt. „Alles war vorbestellt, in zehn Minuten war mein Kofferraum leer. „Von dem Geld hätte ich mir jedes Jahr einen Trabbi kaufen können. In der halben Stunde hab ich mehr verdient, als am restlichen Arbeitstag – steuerfrei,“ sagt Schmidt.Zu DDR-Zeiten war das „weiße Gold“ ein knappes Gut. Von der offiziellen Ernte wurde das Beste nach Westdeutschland verkauft als Devisenbringer. Stangen und Bruch waren für den einheimischen Markt.Die großen Flächen – vor dem Zweiten Weltkrieg wurde um Beelitz bereits auf 450 Hektar Spargel angebaut – verkümmerten nach dem Kriegsende zusehends. 1953 wurden nur noch knapp zehn Prozent der Felder bestellt.
Hier bitte weiter lesen
http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/b...-der-Wende.html


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09.04.2011 19:26
avatar  Pit 59
#2
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Stimmt nicht ganz,denn jeder DDR Bürger konnte schon im Januar 1990 400.- Mark der DDR 1:1 Umtauschen.Die Spargelbauern hatten dann als erstes die Masse an Geld,das möge stimmen.


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10.04.2011 11:52
avatar  Gohrbi
#3
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Zitat von Angelo
BEELITZ - Die Beelitzer Spargelbauern waren die ersten Bewohner der DDR, die 1990 die D-Mark in die Hand bekamen.


Stimmt nicht, mein Karosserieklemptner hatte schon 85 von mir Westgeld in der Hand sonst wäre mein "Sapo" mir unterm Hintern weggerostet.

Und zum anderen war in der DDR alles irgendwie Zahlungsmittel. Für NVA Stiefel gab es 3 Rollen feinsandige Dachpappe.
Für ein Faß "Wernesgrüner" gabs ne Stiege Aale.


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10.04.2011 11:58
avatar  Pit 59
#4
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Gohrbi da haste wohl recht,aber die Liste könnte man nun Unendlich weiter führen.


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10.04.2011 12:01
#5
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Da ich keinen Spargel hatte, habe ich mit Widia-Bohren und Lichtmühlen "bezahlt".


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10.04.2011 13:27
#6
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In der Mangelwirtschaft war nicht nur Spargel sondern buchstäblich ALLES ein Zahlungsmittel. Jeder hatte irgendetwas anzubieten und jeder brauchte irgendetwas. Die Kunst war nur, die richtigen Fäden miteinander zu verknüpfen. Ich wage zu behaupten, daß die sogenannte "Schattenwirtschaft" leistungsfähiger und effektiver funktioniert hat als die offizielle.


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10.04.2011 18:17
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#7
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( gelöscht )

Unser LPG hatte damals ein paar Spargelfelder extra...... unsere Einkäufer/Beschaffer sind dann immer mit Päckchen losgefahren.


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11.04.2011 08:37
#8
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Spargel gab es nur 3 Monate, wer nur den hatte, hatte die A...karte, um unsere Produkte haben sich die Leute das ganze Jahr gerissen: Zierporzellan, dafür bekam man alles!


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11.04.2011 09:59
#9
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Zitat von Harsberg
Spargel gab es nur 3 Monate, wer nur den hatte, hatte die A...karte, um unsere Produkte haben sich die Leute das ganze Jahr gerissen: Zierporzellan, dafür bekam man alles!


Das stimmt Harsberg.
War nur gut, dass mein Großvater Porzellanmaler war.
Allein die Bierkrüge aus Porzellan waren so sehr gefragt, dass ich vom
Spiess Urlaub bekam, um Nachschub zu besorgen.


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