Der Duft der DDR

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10.06.2012 21:02 (zuletzt bearbeitet: 10.06.2012 21:03)
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Gab es nie das Thema Umweltschutz in der DDR. Hat das keinen in denn Kreisen, Bezirken oder in Ost Berlin intresiert?Wie war das in euren Betrieben?


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10.06.2012 21:25
#122
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Zitat von glasi
Gab es nie das Thema Umweltschutz in der DDR. Hat das keinen in denn Kreisen, Bezirken oder in Ost Berlin intresiert?Wie war das in euren Betrieben?


Das stimmt so nicht ab ca.1985 gab es in den jeweiligen Räten einen Ratsbereich für Umweltschutz,mein bester Kumpel war im Rat des SB Halle West Stadtbezirksrat für Umweltschutz.Aus seinen Schilderungen war zu entnehmen ,das sich um sämtliche Umweltschutzprobleme von Wasser,über Heizungen bis zur Abfallentsorgung gekümmert wurde....also insgesamt ein Schritt in die richtige Richtung,leider wohl etwas zu spät......


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11.06.2012 09:10
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#123
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Zitat von glasi
Gab es nie das Thema Umweltschutz in der DDR. Hat das keinen in denn Kreisen, Bezirken oder in Ost Berlin intresiert?Wie war das in euren Betrieben?



Ich habe von 1985 bis 1988 in Senftenberg Ingenieur für Kraftwerke studiert.
Dabei gab es auch das Fach Umweltschutz.
Vom Wissenstand unterschieden wir uns daher nicht von den westdeutschen Ingenieuren, die wir im Rahmen der Kammer der Technik (ein Ingenieursverband) nach der Wende kennenlernten.
Was uns halt fehlte waren die Investitionsmittel, um entsprechende Anlagen zu errichten.
Und bevor wir in der Lage waren, unser Wissen und die neuen technischen Möglichkeiten in der Praxis anzuwenden, waren wir abgewickelt.


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11.06.2012 09:15
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Zitat von 94

Zitat von Kimble
Ne Zeit lang hatten wir so russische Busse im ÖPNV.


Also falls Du jetzt die O-Busse meinst, (ost-)deutsches Fabrikat *wink*
http://imageshack.us/f/524/erfurt023vo2.jpg




In Neubrandenburg wurdenim ÖPNV sowjetische Busse (Taigahutschen) eingesetzt.
Sahen aus wie O-Busse ohne Stange.
Da bist Du im Winter schwitzend ausgestiegen, die Heizungen waren für Sibierien ausgelegt.


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11.06.2012 10:53 (zuletzt bearbeitet: 11.06.2012 12:55)
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#125
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94

Nochmal zu den Körpergeruchsproben ...

Zitat von glasi
War das eine Erfindung des MFS?

Zitat von Feliks D.
Nein!


Na das ist doch mal eine qualifizierte Antwort. War's an das MdI 'outgesourct'?
Wobei 'erfunden' wurde es ja schon vor dem 1.WK ... http://www.nasenarbeit.de/html/geschicht...sonensuche.html

P.S.

Zitat von damals wars
In Neubrandenburg wurden im ÖPNV sowjetische Busse eingesetzt.

Auch im Bezirk Potsdam? Hier mal ein Bild des von @Kimble erwähnten ЛиАЗ-677Б (in Babelsberg ?)

Quelle: http://buszone.net/lofiversion/index.php/t14-450.html


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11.06.2012 11:33
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#126
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Zitat von glasiGab es nie das Thema Umweltschutz in der DDR. Hat das keinen in denn Kreisen, Bezirken oder in Ost Berlin intresiert?Wie war das in euren Betrieben?@Glasi

In unseren Betrieb wurde nur mit Braunkohle geheizt ,das war ein grosses Lager,etwas tiefer liegend,und die Kohle wurde mit einem Uralten
Greifer nach oben geholt.Im Betrieb waren ca.40 Werkzeugmaschinen für die Zerspanung.Das anfallende vergammelte Kühlwasser,mit reichlich Emulsion (Oel) wurde immer auf diesen Kohleberg gekippt.Minimum 1000 Liter pro Woche.Die Verantwortlichen waren sogar der Meinung "Da brennt die Kohle besser).Auch sämtliches Altöl wurde so entsorgt.Bis zur Schliessung der Bude 1990 war das so.Wir hatten einen 40m Schornstein,selbstverständlich ohne Filteranlage.
Weil Du nach Verantwortlichen fragst Glasi,die wollten doch als erstes "Ihre" getürkte Planerfüllung nach oben melden.Mit den zur Verfügung stehenden Dieselmarken hätte der Betrieb nach einer Woche gestanden.Petroleum war der Retter,auf 100 liter Diesel kamen 50 Liter Petroleum.Ich selbst so getankt,alle Dieselstapler,Multicar,W50.


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11.06.2012 14:02
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#127
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Zitat von 94


Quelle: http://buszone.net/lofiversion/index.php/t14-450.html



Während meiner Wehrdienstzeit in Potsdam Babelsberg wurden die sowjetischen Busse gegen tschechische ausgetauscht.


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11.06.2012 14:04
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#128
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Zitat von 94
Nochmal zu den Körpergeruchsproben ...

Zitat von glasi
War das eine Erfindung des MFS?

Zitat von Feliks D.
Nein!


Na das ist doch mal eine qualifizierte Antwort. War's an das MdI 'outgesourct'?
Wobei 'erfunden' wurde es ja schon vor dem 1.WK ... http://www.nasenarbeit.de/html/geschicht...sonensuche.html
!




Altbewährt:

http://www.netzeitung.de/deutschland/654811.html


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11.06.2012 14:35
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#129
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Hallo,

passend zu diesem Thema auch folgendes:

1986 (!!!!) wurden in Leuna einige Meter des Mehrteilers "Väter und Söhne" gedreht.
Das Filmteam hat sich sehr über die originalen Kulissen dieser Zeit gefreut. Alles war noch da, wie am ersten Tage.
Siehe auch hier - http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13513751.html.
In der Nähe unserer Werkstatt wurde auch gedreht, als unsere Schlosser mit einer sogenannten "Buchenwald-Karre" unterwegs waren. Das waren große Holzkarren mit eisenbeschlagenen Holzrädern( Durchmesser ca. 1,2m). Sie wurden von einem Mann geschoben und es war eine Knochenarbeit. Deshalb auch der Name.
Dieser Wagen erregte sofort Aufsehen und bekam sogleich eine Nebenrolle.
Die alten Kolbenverdichter mit den riesigen Schwungrädern waren auch noch im Einsatz und wurden eifrig bestaunt.
Viele alte Technik, speziell die Langdrehmaschinen für Schiffswellen, wurden nach der Wende für einen Appel und ein Ei verramscht.
So gute Maschinenbette konnte man nur für viel Geld kaufen. Sie laufen bestimmt heute noch.
Die alten Braunkohle-Kraftwerke in Leuna wurden schnell entsorgt - Gott sei dank.
Im übrigen hatte sich der Umweltschutz der Planwirtschaft zu beugen.
War der Plan in Gefahr, wurden die Filter ausgeschaltet, vor allem nur nachts. Morgens ist man dann mit kratzigem Hals aufgewacht und hatte eine pelzige Zunge.
Schön anzusehen waren auch die Stickoxidfahnen über manchen Produktionsgebäuden.. Wenn die zu sehen waren, dann nichts wie weg.


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11.06.2012 15:00
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#130
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Die Filter brauchte man nicht auszuschalten, die vielen von selber aus.

Habe selber Maschinist für Wärmekraftwerke in BUNA gelernt.

Wir versuchten nach nem Ausfall die Filter mehrfach wieder einzuschalten, und wenn das nicht ging, machte das der nächste Maschinist nach der Schichtübergabe.


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11.06.2012 15:18
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#131
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GeMi



Ich habe diesen Film damals in voller Länge mir angeschaut. Ich fand ihn ganz toll gemacht. Es war ein Stück Firmengeschichte meines damaligen AG, denn ich stand zu dieser Zeit auf der Gehaltsliste eines der 3 Obergesellschaften der I.G, nämlich der Farbwerke Hoechst AG. Als ich dort war ( ab 1970) war das ein sehr guter AG. Sehr gute Löhne und Arbeitsbedingungen, aber auch die sozialen Bedingungen wie BKK , Penka mit zusätzlicher Altersvesorgung. Ich habe dort gerne gearbeitet und gute Erinnerungen, bis auf die Schlussphase, als die Hoechst AG sich selbst auflöste und zur Aventis mutierte. Diese stellte aber nur Pharma, sodass alle nicht-Pharmakollegen sich neue Arbeitsplätze suchen mussten.
Einige Chemikerkollegen erzählten mir, dass Leuna noch sehr rückständig arbeitetete, praktisch auf dem Stand der Gründung 1916
das scheint wohl zu stimmen, oder sind da auch mal neue Chemieanlagen gebaut worden ?

Gruß Gert


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11.06.2012 15:54 (zuletzt bearbeitet: 11.06.2012 15:55)
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#132
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94

Zitat von damals wars
Während meiner Wehrdienstzeit in Potsdam Babelsberg wurden die sowjetischen Busse gegen tschechische ausgetauscht.


Dürften Škoda 14Tr gewesen sein, hier ein schönes Fundstück dazu aus der Röhre ... http://youtu.be/ZmUlFxEWww0

P.S. @Gert, über diesen Deinen AG haste Dich auch schonmal weniger 'euphorisch' geäußert
... Plaste und Elaste aus...Ostdeutsche zeigen kein Interesse an DDR Kritik


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11.06.2012 18:17
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#133
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Zitat von Gert
GeMi

Einige Chemikerkollegen erzählten mir, dass Leuna noch sehr rückständig arbeitetete, praktisch auf dem Stand der Gründung 1916
das scheint wohl zu stimmen, oder sind da auch mal neue Chemieanlagen gebaut worden ?

Gruß Gert



Natürlich, es gab eine Umstellung auf Petrolchemie.

Das war auch für Buna geplant.

Aber als die Freunde dann am Oelhahn drehten, kam es dazu nicht mehr.


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11.06.2012 18:22
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#134
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11.06.2012 22:25
#135
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Habe von 1963 bis 1966 in Leuna gelernt (Chemiefacharbeiter). Wenn man von Bahnhof Leuna-Nord durch das Werk mußte, roch bzw. stank es alle zehn Meter anders. Aber vermutlich wird heute ein großes Chemiewerk auch nicht geruchsneutral arbeiten könen. Negativ fiel mir auf, wenn ich von halle nach Merseburg an Schkopau vorbeifuhr. Das roch wirklich unangenehm und die Dächer waren mit irgendeinem weißlichen Belag bedeckt.


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