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#1

Gab es auf dem Weg zur "klassenlosen" Gesellschaft......

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2011 22:02
von Bommelmütze2 (gelöscht)
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Gab es im Staatsgebiet der Deutschen Demokratischen Republik ein Art sozialistisches Bürgertum?

Aus einem anderen Tread heraus mal diese Frage. Es gibt zumindest Hinweise darauf, das einige DDR Bürger
aus der Führungsschicht, bzw. gesellschaftlichen Elite, z.B. aus Berlin, aber auch in den Bezirken, sich fast
jeden Wunsch erfüllen konnten und einen dem Westen vergleichbaren bürgerlichen Lebensstil pfegten und
nicht zuletzt gelegentlich eine gewisse Herablassung gegenüber den "untereren Schichten" an den Tag legten.

I.
Hatte da schon mal jemand zur Zeit der DDR den Eindruck gehabt, das es sichtbare
und spürbare Unterschiede in der DDR Gesellschft gab?


a)
Gab es auch so eine gewisse, private gesellschaftliche "Abschottung" der Führungselite oder Akademikern, ja der Mittelschicht,
gegenüber den "unteren Schichten" ?

b)
Gab es eine r e a l e klassenbezogene personelle "Auffrischung" bzw. einen nachgewiesenen Austausch zwischen der
DDR-Arbeiterklasse und der Führungsoberschicht der DDR?

bb)
Gehört habe ich aber schon mal, das es in der DDR vereinzelt zum Heiraten zwischen z.B. einer Akademikerin der DDR
und einen Handwerker (oder ähnliches) gab. Aber wie oft gab es das und war es gesellschaftlich akeptiert?

Zur Info an die DDR- Begeisterten:
Laut einer Broschüre der "Bundeszentrale für politische Bildung" gab es den Satz, das nur 1% der (BRD) Akademikerinen
einen Mann mit Hauptschule heiraten. Da wissen wir ja nicht, was für eine Frau das ist, oder ob der Hauptschüler in der BRD
einen Lottogewinn gemacht hat.

Nebenbei, also von meinen persönlichen Beobachtungen aus, habe ich ebenso noch nie beobachtet, das es auch nur irgendwem
aus der "untersten Unterschicht" der BRD, gelungen ist, den sozialen Aufstieg bis ganz nach oben (z.B. Konzernchef) zu schaffen,
wenn er nur von Kindes Beinen an, ->fleissig, lernbereit, charakterfest, innovativ, teamfähig und leistungsbereit ist.
Viellmehr gab es schon genug Berichte in Stern, Spiegel etc. das 95% der BRD Konzernchefs aus dem Bürgertum entstammten,
die auch nur untereinander Verbindungen eingehen.
Das nur zu dem freiheitlich-rechtlichen Spruch, "JEDER KANN ALLES SCHAFFEN, WENN ER/SIE NUR WILL!"
II.
Gab es in den Führungseliten/oberen Mittelstand eine nennenswerte Vetternwirtschaft?


Würde gerne von Euren Erfahrungen und Eindrücken hören.


zuletzt bearbeitet 27.02.2011 08:43 | nach oben springen

#2

RE: Mythos DDR:Gab es auf dem Weg zur "klassenlosen" Gesellschaft, in der Realität ein "Sozialistisches Bürgertum"?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2011 22:14
von Mike59 | 8.627 Beiträge | 2280 Punkte
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Zitat von Bommelmütze2
Gab es im Staatsgebiet der Deutschen Demokratischen Republik ein Art sozialistisches Bürgertum?

Aus einem anderen Tread heraus mal diese Frage. Es gibt zumindest Hinweise darauf, das einige DDR Bürger
aus der Führungsschicht, bzw. gesellschaftlichen Elite, z.B. aus Berlin, aber auch in den Bezirken, sich fast
jeden Wunsch erfüllen konnten und einen dem Westen vergleichbaren bürgerlichen Lebensstil pfegten und
nicht zuletzt gelegentlich eine gewisse Herablassung gegenüber den "untereren Schichten" an den Tag legten.

I.
Hatte da schon mal jemand zur Zeit der DDR den Eindruck gehabt, das es sichtbare
und spürbare Unterschiede in der DDR Gesellschft gab?


a)
Gab es auch so eine gewisse, private gesellschaftliche "Abschottung" der Führungselite oder Akademikern, ja der Mittelschicht,
gegenüber den "unteren Schichten" ?

b)
Gab es eine r e a l e klassenbezogene personelle "Auffrischung" bzw. einen nachgewiesenen Austausch zwischen der
DDR-Arbeiterklasse und der Führungsoberschicht der DDR?

bb)
Gehört habe ich aber schon mal, das es in der DDR vereinzelt zum Heiraten zwischen z.B. einer Akademikerin der DDR
und einen Handwerker (oder ähnliches) gab. Aber wie oft gab es das und war es gesellschaftlich akeptiert?

Zur Info an die DDR- Begeisterten:
Laut einer Broschüre der "Bundeszentrale für politische Bildung" gab es den Satz, das nur 1% der (BRD) Akademikerinen
einen Mann mit Hauptschule heiraten. Da wissen wir ja nicht, was für eine Frau das ist, oder ob der Hauptschüler in der BRD
einen Lottogewinn gemacht hat.

Nebenbei, also von meinen persönlichen Beobachtungen aus, habe ich ebenso noch nie beobachtet, das es auch nur irgendwem
aus der "untersten Unterschicht" der BRD, gelungen ist, den sozialen Aufstieg bis ganz nach oben (z.B. Konzernchef) zu schaffen,
wenn er nur von Kindes Beinen an, ->fleissig, lernbereit, charakterfest, innovativ, teamfähig und leistungsbereit ist.
Viellmehr gab es schon genug Berichte in Stern, Spiegel etc. das 95% der BRD Konzernchefs aus dem Bürgertum entstammten,
die auch nur untereinander Verbindungen eingehen.
Das nur zu dem freiheitlich-rechtlichen Spruch, "JEDER KANN ALLES SCHAFFEN, WENN ER/SIE NUR WILL!"
II.
Gab es in den Führungseliten/oberen Mittelstand eine nennenswerte Vetternwirtschaft?


Würde gerne von Euren Erfahrungen und Eindrücken hören.




---------------------------
Bist du auch am schreiben einer Dr. Arbeit? Die Fragen sind doch sehr speziell. Lass mal die Katze aus den Sack - dann gibt's eventuell auch Infos.

Mike59



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#3

RE: Mythos DDR:Gab es auf dem Weg zur "klassenlosen" Gesellschaft, in der Realität ein "Sozialistisches Bürgertum"?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2011 22:35
von Bommelmütze2 (gelöscht)
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Nein keine Doktorarbeit - Ich bin doch nicht der Von und zu Gutenberg!


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#4

RE: Mythos DDR:Gab es auf dem Weg zur "klassenlosen" Gesellschaft, in der Realität ein "Sozialistisches Bürgertum"?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2011 22:39
von Mike59 | 8.627 Beiträge | 2280 Punkte
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Zitat von Bommelmütze2
Nein keine Doktorarbeit - Ich bin doch nicht der Von und zu Gutenberg!


Also keine akademische Arbeit - aber auch keine Antwort auf die Frage!

Mike59



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#5

RE: Mythos DDR:Gab es auf dem Weg zur "klassenlosen" Gesellschaft, in der Realität ein "Sozialistisches Bürgertum"?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2011 23:11
von SET800 | 3.105 Beiträge | 8 Punkte
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Ich schreibe mal zur Ausgangsfrage aus der BRD-West:

Neben dem Bürgertum als Teil des "Industrie- und Geldadels" mit Querverbindungen in den höheren Staatsdienst gab es auch eine Schicht der "Intelligenz" wie wohl auch in der DDR.

Intelligenz, eine bürgerliche Schicht, bildungsorientiert aber nicht klassisch humanistisch sondern Familien in 1. oder 2. Generation Akademiker vor allem berufliche Aufsteigen besonders im Ingenieurs- oder Ökonomiebereich. Diese Gruppe stellte auch bei der Freundes- oder Partnerwahl Ansprüche, übersppitzt formuliert Bilöd-Zeitung war ein "geht nicht", Bier wird aus dem Glas getrunken! Abitur dagen mußte nicht sein als Bedingung für Umgang, aber im Bücherschrank sollte mehr als Konsalik oder Bertelsmann-Auswahlbände stehen. Besonders waren im "luftleeren Raum" oder zwischen den Stühlen erfolgreiche Absolventen des 2. Bildungsweges. Von den alten Bürgerlichen als Nichtabiturienten nicht akzeptiert, von den ehemaligen Kollegen aus den Werkhallen als nichtmehr zugehörig empfunden, da sie sich als etwas "besseres" fühlend gesehen wurden.

So hörte ich es von meiner säschischen Verwandtschaft auch ähnlich für dort zutreffend.

In der BRD gab es auch nur einen kleinen Teil der technischen Intelligenz die sich einerseits um ihre geistigen Nähe zum alten Bildungsbürgertum bewußt waren, andernseits als Lohnabhängige die NUR ihre Arbeitskraft als einziges "Kapital" verkaufen können der Arbeiterklasse zugehörig empfunden, Gewerkschaftsmitglieder aus Überzeugung waren..



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#6

RE: Mythos DDR:Gab es auf dem Weg zur "klassenlosen" Gesellschaft, in der Realität ein "Sozialistisches Bürgertum"?

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2011 23:13
von GZB1 | 3.355 Beiträge | 228 Punkte
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Man, ist ja hier wie im Politunterricht!


zuletzt bearbeitet 26.02.2011 23:14 | nach oben springen

#7

RE: Mythos DDR:Gab es auf dem Weg zur "klassenlosen" Gesellschaft, in der Realität ein "Sozialistisches Bürgertum"?

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2011 08:12
von EK 82/2 | 2.952 Beiträge | 2 Punkte
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sehr interessant finde ich die textstellung unter I bb.
die ddr war gesetzesmäßig der brd weit überlegen mit neuen gesetzen in allen bereichen.die gleichstellung von frau und mann war lange vollzogen als die brd noch um die gleichberechtigung kämpfte,genauso als es um den paragraphen 218 ging war in der ddr schon lange geregelt das diese entscheidung allein der familie offen bleiben muß.
in der ddr wurde niemanden vorgeschrieben wer wen zu heiraten hat um vielleicht wie heute das blaue blut des adels nicht zu verunreinigen.auch durften frauen schon immer ein eigenes konnto haben,in der brd nach bgb erst in den 50er jahren.
jetzt werden sich sicher wieder einige erregen wegen dem passus der moderneren gesetze in der ddr,aber diese tatsache ist nun mal unumstritten ob es die stvo betrifft,das gleichstellungsgesetz,schulbildungsgesetz oder andere.dazu waren sie übersichtlich gegen heutigem bgb mit tausenden grundsatzurteilen bezogen auf einzelne bundesländer wo es zu fast jedem gesetz ein gegengesetz gibt.man könnte auch sagen das es nicht mehr möglich ist recht zu sprechen,man gibt dem recht der die meisten gegengesetze kennt.
und so findet sich heute bestimmt auch irgendwo ein hinweis wo es als abwertend git wenn ein adel ein ehepartner aus dem bürgertum nimmt.

gruß andy


Alles was ich schreibe, ist nur meine Meinung und keine Feststellung.
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#8

RE: Mythos DDR:Gab es auf dem Weg zur "klassenlosen" Gesellschaft, in der Realität ein "Sozialistisches Bürgertum"?

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2011 08:43
von Angelo | 12.521 Beiträge | 616 Punkte
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@Bommelmütze2
Bitte keine Thread Überschriften einsetzten die ein Roman sein könnten. Ich habe die Überschrift gekürzt



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#9

RE: Mythos DDR:Gab es auf dem Weg zur "klassenlosen" Gesellschaft, in der Realität ein "Sozialistisches Bürgertum"?

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2011 11:28
von SET800 | 3.105 Beiträge | 8 Punkte
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Zitat von EK 82/2
auch durften frauen schon immer ein eigenes konnto haben,in der brd nach bgb erst in den 50er jahren.
gruß andy



Widerspruch:

Durften Frauen in der BRD auch schon vorher, auch ohne Ehevertrag, das Paar hatte selbstverständlich die Freiheit ohne weitere Kosten "Gütertrennung" bei der Eheschließung zu wählen, auch inkl. dem recht Arbeitsverträge selbständig einzgehen ode rzu kündigen, ohne Unterschrift des Ehemannes.

Und volle Gleichberechtigung derart gab es ab der Weimarer Verfassung, die Schutzvorschriften wie keine Arbeit im Hochbau, Bergbau unter Tage, Nachtarbeit in rollender Schicht ausser Gesundheitswesen usw. empfinde ich nicht als Verstoß gegen Gleichberechtigung. Immerhin wurden doch über 90% der Frauen ohne Gesundheitsprobleme auch irgendwann Mutter.



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