Ausbildung an Lehrgrenze

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12.02.2011 18:38
avatar  PF75
#1
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will mal versuchen wieder ein "fachthema" anzuschneiden.
ab wann gab es eigendlich in den ABK die Lehrgrenzen? zu meiner zeit 1974/75 hatten wir in potsdam noch eine normale Mot,-schützen ausbildung mit stellungsbau,sturmangriffen u.ä. grenzdienstausbildung hatten wir nur sporadisch mal im wald anschleichen,mal ne festnahme üben aber das war noch nichtmal 10% der ausbildungszeit.
am kanten gab ja auch keineaus-bzw. weiterbildung, man ging mit sinem PF raus und der sollte da einem alles beibringen,wenn er in der lage dazu war.
wie lief das denn mit der lehrgrenze? hat man da normalen dienst simuliert?
Mal sehen obs noch neue erkenntnisse gibt,denn ich bin zu faul nochmal das ganze forum zu durchfortsten und vieleicht ist zwischenzeitlich dem einen oder anderen noch was eingefallen.


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12.02.2011 20:05
avatar  Greso
#2
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Hallo PF75,das war zu meiner Zeit genau wie bei Dir,nur kamen wir in ein Winterlager an der Polnischen Grenze (Eggesin),und wurden dort 3
Wochen lang auf Westgrenze ausgebildet. Die war genauso aufgebaut wie an der Westgrenze,nur nicht so scharf bewacht.Danach ging es einen Tag nach Marienborn,wo eine sogenante Scheingrenze war.Da wurden wir getestet,ob einer die Flucht wagte.
Test bestanden und versetzt zur GRÜNEN-GRENZE.(Bitte daran denken,zu meiner Zeit gab es nur Stacheldraht an der Grenze.
Greso


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12.02.2011 20:06
#3
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Hallo PF75 ,

aus meiner Sicht stellt sich das folgendermaßen dar:

Zitat von PF75
will mal versuchen wieder ein "fachthema" anzuschneiden.
ab wann gab es eigendlich in den ABK die Lehrgrenzen? ...



An der OHS der GT gab es 1979 auf dem STÜP Pöllwitz bereits die Lehrgrenze.
Im GAR-7 Halberstadt gab es sie 1982 auf dem GAP im Huy.

Zitat von PF75
... zu meiner zeit 1974/75 hatten wir in potsdam noch eine normale Mot,-schützen ausbildung mit stellungsbau,sturmangriffen u.ä. ...



Die normale Mot.-Schützenausbildung war die militärische Grundausbildung. Sie wurde bei den GT nicht zu intensiv
durchgeführt. Ausgebildet wurden die Bewegungsarten auf dem Gefechtsfeld im Bestand des Zuges bzw. der Gruppe.
Dazu gehörten z. B. beim Zug Keil vorwärts, Keil rückwärts, rechts bzw. links gestaffelt. In der Gruppe: Schützenreihe
und Schützenkette. Weiterhin die Bewegungsarten des einzelnen Soldaten wie: Stellung (abgleiten nicht vergessen),
Gleiten, Kriechen und kurze Sprünge incl. Normabnahmen.

Weiterhin wurden die Handlungen Angriff und Verteidigung geübt.

Weitere Ausbildungsinhalte waren das Tarnen und der Bau einer Schützenmulde (Normabnahme).
Vergessen soll hier natürlich nicht die Sturmbahnelementeausbildung mit anschließender Komplett-
absolvierung werden.

Natürlich gehörte hierzu auch die Schutzausbildung mit Aufsetzen der Truppenschutzmaske zuzüglich
Anlegen des grünen Folieumhangs und letztendlich das Anziehen des Schutzbekleidungsumhangs/-anzugs.

Daneben gab es noch den militärischen Nahkampf, welcher die taktische und grenztaktische Ausbildung umfasste.
Erlernt und geübt wurden hier z. B. Fallübungen vorwärts und rückwärts, Abwehrmaßnahmen von Angriffen mit
Messern, Stöcken oder Waffen, Handkantenschläge, Fauststöße und Fußtritte. Ziel der Ausbildung war, eventuell
im Grenzdienst erfolgende Angriffe ohne Anwendung der Schusswaffe abzuwehren und die Angreifer abzuwehren.
Für den Kampfeinsatz wurden die Bewegungsabläufe mit Waffe (Fecht-MPi) erlernt und geübt, incl. des finalen
Handlungsabschlusses.
Jeder AGT musste vor Beginn der militärischen Nahkampfausbildung eine Belehrung unterschreiben, welche u. a.
beinhaltete, die hier erlernten Handlungen im zivilen Leben nicht bzw. nur bei Notwehrhandlungen anzuwenden. Es
stand wohl auch in dieser Belehrung geschrieben, wimre, dass die Kenntnisse im militärischen Nahkampf im
Zivilleben nicht weiter zu geben sind.

Zitat von PF75
... wie lief das denn mit der lehrgrenze? hat man da normalen dienst simuliert? ...



Die grenztaktische Ausbildung erfasste die Inhalte aller Postenarten von Beobachtungsposten, Grenzstreife,
Sicherungsposten bis zum Suchposten sowie Alarmgruppe.

Dazu wurde u. a. auf die Befehlserteilung des Postenführers an den Posten, den Inhalt einer Beobachtungsmeldung,
das Beziehen der Abriegelung, die Festnahme und nicht zuletzt die Durchsuchung im Stehen und im Liegen Wert
gelegt.

Während er letzten Grenzausbildungskomplexe wurde auch versucht, den Grenzdienst zu simulieren - beginnend mit
der Befehlserteilung zum Grenzdienst in der Unterkunft.

Die Grenzausbildungskomplexe wurden hauptsächlich tagsüber durchgeführt. Soll heißen, es gab mindestens
einen Ausbildungskomplex, der abends begann und in der Nacht durchgeführt wurde.

Soviel von meiner Seite aus meinen Erinnerungen.

Gruß

Ricardo


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13.02.2011 16:08
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#4
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Büdinger ist ja ausgewiesener Spezi. Ich kann das bis auf einige unwesentliche Details für meine Halberstädter Ausbildung genau so bestätigen. Vielleicht hätte man das auch alles auf einem beliebigen Acker machen können, aber der GAP hat so diese gewisse Atmosphäre erzeugt, die uns Knollen merken ließ, dass das kein Räuber-und-Gendarm-Pipifax mehr ist.


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13.02.2011 16:29
#5
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Zitat von Greso
(...).Danach ging es einen Tag nach Marienborn,wo eine sogenante Scheingrenze war.Da wurden wir getestet,ob einer die Flucht wagte.(...)
Greso


Ist aber fies!!! Ging der PF zum Schein austreten und liess die Gruppe allein? Wie muss ich mir das vorstellen?
Theo


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13.02.2011 17:25
avatar  sentry
#6
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Dazu würden mich auch ein paar mehr Details zu Zeit, Ort und Ablauf interessieren.


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13.02.2011 17:32
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#7
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@Büdinger

Das lief bei uns 76/77 in Nordhausen ähnlich ab. Dazu kommt noch eine der größten "Härten" der Ausbildung:
das war im Feldlager Perleberg die Panzernahbekämpfung mit Aufspringen auf einen fahrenden Panzer, blenden
und überrollenlassen und von hinten mit einer Pz-Handgranate bekämpfen.
Das allerübelste war die "Napalm-Wand" durch die wir durchspringen mußten.

Übrigens das mit der Übungsgrenze ging bei uns auch als Story rum, daß da welche der Meinung waren, die sei echt.


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13.02.2011 17:46
#8
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Hallo Ludwig ,

stimmt, Panzernahbekämpfung hatten wir auch in Halberstadt.
Danke für den Hinweis.

Dazu gehörte das Überrollen lassen, der Sprung von einer Giebelwand
auf den Panzer mit anschließendem Blenden mit einer vorbereiteten
Zeltplane (in den Ecken wurden Steine eingebunden) und das Anbringen
einer Sprengladung von der Seite aus.

Das Werfen von Handgranaten (Angriffshandgranaten und Panzerhand-
granaten) erfolgte auf dem Schießplatz Tanne.

Napalmwand - das gab es zu meiner Zeit im GAR nicht mehr.

Gruß

Ricardo


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13.02.2011 18:03
avatar  PF75
#9
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stimmt diese spezial itäten hatten wir auch,panzernahbekämpfung,brandausbildung u.ä.wir hatten vor dem einsatz der brandmittel erst "trockentraining" mit Tränengas,das kam gut wenn man den sand wieder aus den unterständen schippen mußte den die vorgäger zum abdecken genutz hatten und dabei noch intakte gaspatronen freilegte(wurde freiwillig jede schutznorm unterboten)
teilweise war der boden zum schluß der ausbildung so mit brandmittel getränkt das bei jeden spaten voll sand überall flammen hochkamen


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13.02.2011 18:28
avatar  moreau
#10
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Hallo Ricardo! Ich könnte schwören das wir die Napalmwand noch 1984 hatten. An die Feuergasse durch die wir musten, kann ich mich noch genau erinnern. An die Wand nicht unbedingt. An dem Tag hatten wir ohnehin andere Probleme. Mit was über 30 Grad im Schatten und dann Vollschutz mit`nem wärmenden Feuerchen ringsum, war der Tag kein Zuckerschlecken.

Gruß
Moreau


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13.02.2011 18:39
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#11
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An eine Napalmwand kann ich mich nicht erinnern.
Die Brandmittelausbildung bestand im Herstellen von Napalm und Einsatz auf dem Truppenübungsplatz in Rüthnik(1981).Ich war mit ein paar anderen Rekruten abgestellt um Napalm herzustellen.
Was in Brand gesetzt wurde weis ich nicht mehr,kann mich aber noch an eine Löschung einer brennenden "Person" erinnern.
Dort wurden uns auch die Anwendung und Wirkungsweise eines Flammenwerfers vorgeführt.

Gruß bendix


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13.02.2011 18:47
#12
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Hallo moreau ,

möglich ist alles.

Ich möchte aber darauf hinweisen, dass ich Zugführer in der
3-Monate-Ausbildung war. Und da wurde bei den Ausbildungs-
inhalten jede Menge gestrichen. Ich hatte es schon mal geschrieben,
Brandmittelausbildung war bei uns 'nur' eine Vorführung durch einen
Berufsunteroffizier des Stabes. Wimre, 45 Minuten.

Gruß

Ricardo


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13.02.2011 18:50
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#13
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wenn man es genauer betrachtet dann würden wir als Ausbilder sagen bei" manchen" Thema verfehlt setzen 5, LEHRGRENZE
also wie ist es nach Lehrbuch den Grenzdienst zu Vorbereiten und durch zuführen.
Es gab richtige Ausbildung nach Lehrstoff dies müssten aber einige wissen von den längeren
die reine mot. Ausbildung war nur neben her und untergeordnet.
In Perleberg war diese Ausbildung Grenzdienst richtig in Themen unterteilt, wie manche schon sagten,K2/K6 Kontrolle,GrenzStreife, B-Posten, Kontrolle Fahrzeuge und Festnahmen aber nach Vorschrift usw., B-Turm auf und absitzten nach Zeit ein heiden spass.Dafür gab es Zensuren,

Dazu gab es noch bei unserer Ausbildung einen kommpletten Tag als Unterstützung zu Grenzdienst im HL siehe drittes Batt.
Nun wissen wir aber zu gut wie die realität draußen aussah.


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13.02.2011 18:53
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#14
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( gelöscht )

Man muss aber auch Die Halberstädter Ausbildung und US oder OHS unterscheiden


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13.02.2011 18:53
avatar  GZB1
#15
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@ Büdinger

hatte man als ZF in Pkto Ausbildung das Gefühl, das man seine Schützlinge ausreichend vorbereitet hat, wenn sie nach nur 3 Monaten in die GK´s gingen?


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