Grenzdienst im Untergrund

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22.02.2011 19:25
#16
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Zitat von Major Tom
Wie wurde denn damals verhindert dass jemand im letzten Ost-Berliner Bahhof ins Gleisbett sprang um von dort die eine Station in den Westen zu krabbeln? Gab es dort direkt am Gleis Wachposten? Aus den Sehschlitzen hätte man Personen welche gebückt im Gleisbett laufen nicht sehen können.

War das ein Streckenläufer aus dem Westteil Berlins? Konnte der so einfach dort so herumspazieren?



..............der wäre auf den betreffenden Bahnhöfen nicht mal die Eingangtreppe runter gekommen, geschweige denn auf den Bahnsteig.

Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de


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22.02.2011 19:28
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#17
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94

Hallo @LO-driver, Dir ist also auch dieses Bild bei der Tour M der Berliner Unterwelten aufgefallen. Die beiden Grenzer sind ja schon etwas ungewöhnlich angezogen. GWD/UaZ-Bäfo und -Webpelzkragen, aber Hemd(grau) mit Binder und Lederkoppel (braun). Am seltsamsten kommen mir aber die chromledernen Schaftstiefel vor. Wunderlich finde ich außerdem unten links die 'Winkelemente' ohne das Staatswappen.
Vielleicht weiß ja einer von den hauptamtlichen Unterweltlern was Genaueres zu diesem Lichtbild?

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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22.02.2011 19:37 (zuletzt bearbeitet: 22.02.2011 19:39)
#18
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Die Bahnhöfe in Berlin Mitte der U- und S-Bahn Linien, die in Berlin (West) beginnen und enden, wurden am 13. August geschlossen und anschliessend baulich gesichert. Ausnahme war der Bahnhof Berlin Friedrichstrasse, der zur GüST wurde. Somit war kein unkontrollierter Zutritt mehr möglich. Zutritt hatten nur noch das Dienstpersonal der Bahnen und die bewaffneten Organe.
Beim Streckenläufer handelte es sich wahrscheinlich um einen Bahnstreckenkontrolleur der Reichsbahn. Die oben erwähnte Fluchtmöglichkeit war also theoretisch nur noch den Bahnangestellten und den eingesetzten Grenzern möglich.
http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...0005/index.html
Die Flucht war aber dennoch unwahrscheinlich. Die Grenzer konnten den Posten nicht ohne weiteres verlassen, weil sie eingeschlossen waren. Und wie ich seinerzeit eingeschätzt hatte, konnten die Grenzer sehr wohl ins Gleisbett sehen. Daneben hatten sie Hilfsmittel wie die oben erwähnten Trittbretter. Verschiedentlich wird auch berichtet, dass es Lichtschranken gab, drei übereinander, die Alarm gaben, wenn nicht alle drei gleichzeitig unterbrochen wurden: Alle drei wurden nur gleichzeitig unterbrochen, wenn ein Zug durchfuhr. Personen im Gleisbett lösten maximal zwei aus, weil sie kleiner als ein Zug sind
Theo


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22.02.2011 19:58 (zuletzt bearbeitet: 22.02.2011 21:04)
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#19
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94, war schon nach dem Mauerfall, wahrscheinlich Siker.


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22.02.2011 22:12
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#20
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wenn wir zur u-bahn eingeteilt waren bekamen wir den schlüssen für die tore mit, haben uns unten bei der vorherigen schicht angemeldet und sind runter, drin war noch alles so wie es ausser betrieb genommen wurde. der raum in dem man sich aufgehalten hat befand sich auf dem bahnsteig, direkt an der treppe die von oben kommt. es gab auch eine tür zum bahnsteig, die war verschlossen und überwacht.
wenn man dort raus wär hätte man gar nicht gewusst wo es zum westen geht. meiner meinung nach kamen dort die bahnen von den westlinien durch deren streckenverlauf durch die alten ostbahnhöfe ging. da gabs da nochne sprechanlage für den fall das mal ein zug aus technischen gründen stehenbleibt. daneben hing der spruch für den fall, sinngemäss teilte man den passagieren mit das sie auf ostdeutschen gebiet sind und im zug bleiben sollen, natürlich in reinsten amtsdeutsch.


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22.02.2011 22:36 (zuletzt bearbeitet: 22.02.2011 23:18)
#21
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Hallo 94, genau dieses Bild ist auch im Buch >Geisterbahnhöfe< aus dem Ch. Links Verlag von Heinz Knobloch, allerdings mit schwarzer Bildumrandung, ohne weißen Streifen über den Gesichtern und ohne diesen weißen Fleck neben dem linken Grenzer.
Zaunkönig, der vor dem Mauerbau oben drüber gestanden hat.

Ich habe mal nach dem Datum der Herausgabe gesehen, 1. Auflage März 1992. Im Vorwort schreibt der Autor, gleich nach dem Fall der Mauer im November 1989 sind sie da runter und haben fotografiert.

März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße


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23.02.2011 12:21
#22
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Zitat von Stabsfähnrich

Zitat von Major Tom
Wie wurde denn damals verhindert dass jemand im letzten Ost-Berliner Bahhof ins Gleisbett sprang um von dort die eine Station in den Westen zu krabbeln? Gab es dort direkt am Gleis Wachposten? Aus den Sehschlitzen hätte man Personen welche gebückt im Gleisbett laufen nicht sehen können.

War das ein Streckenläufer aus dem Westteil Berlins? Konnte der so einfach dort so herumspazieren?



..............der wäre auf den betreffenden Bahnhöfen nicht mal die Eingangtreppe runter gekommen, geschweige denn auf den Bahnsteig.




Hallo Major Tom,
Zur Sicherheit gab es vor und nach dem Bahnhof Trittbretter in und neben den Gleisen.
Und natürlich konnte man durch die Schlitze sehen.
Man mußte ja auch auf die einsehbare Fläche auf den Bahnsteig, bevor man in den Tunnel nach dem Westen kommt.
In meiner Dienstzeit gab es mindestens fünf versuchte Grenzdurchbrüche. Aber kein einziger in einem S-Bahntunnel.
Streckenkontrollen wurden vorher angekündigt.

Komm'se mal zurück Genosse Gefreiter! Könn'se denn nich grüßen?


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23.02.2011 12:28
#23
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Was hier überhaupt noch nicht erwähnt wurde, ist die Tatsache, dass das Bahnpersonal zur Ostberliner S-Bahn gehörte.
Die S- Bahner incl. Fahrer und Schaffner waren Ossis, die neben ihrem Gehalt auch einen gewissen Betrag in D Mark bekamen.
Sie hatten Passierscheine und konnten, jeder Zeit die Grenze passieren um im Westen einzukaufen.
Somit hatten sie keinen Grund wärend ihrer Fahrt auf einem Westbahnhof auszusteigen.

Komm'se mal zurück Genosse Gefreiter! Könn'se denn nich grüßen?


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23.02.2011 12:45 (zuletzt bearbeitet: 23.02.2011 12:51)
#24
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Zitat von praeceptor507

Was hier überhaupt noch nicht erwähnt wurde, ist die Tatsache, dass das Bahnpersonal zur Ostberliner S-Bahn gehörte.
Die S- Bahner incl. Fahrer und Schaffner waren Ossis, die neben ihrem Gehalt auch einen gewissen Betrag in D Mark bekamen.
Sie hatten Passierscheine und konnten, jeder Zeit die Grenze passieren um im Westen einzukaufen.
Somit hatten sie keinen Grund wärend ihrer Fahrt auf einem Westbahnhof auszusteigen.




..............dass ist so nicht ganz richtig. Richtig wäre gewesen, dass auch Bürger aus Westberlin bei der Deutschen Reichsbahn beschäfftigt waren. Ab 1984 fuhren keine Bürger der DDR in Westberlin S-Bahnzüge (mit einer Ausnahme), da nach Verhandlungen zwischen der DR und dem Senat von WB die Berliner S-Bahn durch die BVG (West) übernommen wurde. Zur Ausnahme: nachdem die S-Bahnzüge in Richtung Osten in den Lehrter Stadtbahnhof durch einen Bediensteten der BVG eingefahren wurde, erfolgte ein Personalwechsel. Ein Kollege der DR übernahm den Zug und überführte diesen zum Bahnhof Friedrichstraße Bahnsteig B. Retoure erfolgte die gleiche Handlung.
Richtig ist, dass Bürger der DDR welche in WB einer Tätigkeit bei der DR nachgingen über einen s.g. Dienstpaß verfügten. Jedoch war es nicht so, dass eine Freizügigkeit bestand. Nach einem genauen Dienstplan, erfolgte die Grenzabfertigung dieser Personen. Aus- und Einreise wurden genau festgelegt. Für Beschäftigte des Bw Grunnewald, stand im Bahnhof Friedrichstraße ein Pz bereit, welcher diese über Bf. Zoologischer Garten direkt zum Bw GWD brachte, wo sich in Behelfsbahnsteig befand. In den seltensten Fällen konnten die Betriebseisenbahner ihre Zeit zum "Einkaufsbummel" in WB nutzen.
Eine besondere Regelung gab es für Angehörige der Bahnpolizei Westberlin, zum Besuch und Aufenthalt in der DDR. Dazu viellicht später mehr.
Ab 1984 gab es bei der Berliner S-Bahn nur zwei Bahnhöfe, welche von Zügen der BVG angefahren wurden, jedoch mit DDR Personal besetzt war. Dies war der S-Bahnhof Friedrichstraße Bahnsteig D sowie der S-Bahnhof Wollankstraße. Dazu gab s aber in dem Forum hier bereits einen Themenbeitrag.

Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de


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23.02.2011 13:01
#25
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Hier gibt es interessante Literatur zu diesem Thema:
http://www.berliner-verkehrsseiten.de/u-...it/transit.html
besonders auch Dienstanweisung U_146:
http://www.berliner-verkehrsseiten.de/Do...ahn/u-bahn.html
Theo


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23.02.2011 13:15
#26
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Zitat von Stabsfähnrich

Zitat von praeceptor507

Was hier überhaupt noch nicht erwähnt wurde, ist die Tatsache, dass das Bahnpersonal zur Ostberliner S-Bahn gehörte.
Die S- Bahner incl. Fahrer und Schaffner waren Ossis, die neben ihrem Gehalt auch einen gewissen Betrag in D Mark bekamen.
Sie hatten Passierscheine und konnten, jeder Zeit die Grenze passieren um im Westen einzukaufen.
Somit hatten sie keinen Grund wärend ihrer Fahrt auf einem Westbahnhof auszusteigen.




..............dass ist so nicht ganz richtig. Richtig wäre gewesen, dass auch Bürger aus Westberlin bei der Deutschen Reichsbahn beschäfftigt waren. Ab 1984 fuhren keine Bürger der DDR in Westberlin S-Bahnzüge (mit einer Ausnahme), da nach Verhandlungen zwischen der DR und dem Senat von WB die Berliner S-Bahn durch die BVG (West) übernommen wurde. Zur Ausnahme: nachdem die S-Bahnzüge in Richtung Osten in den Lehrter Stadtbahnhof durch einen Bediensteten der BVG eingefahren wurde, erfolgte ein Personalwechsel. Ein Kollege der DR übernahm den Zug und überführte diesen zum Bahnhof Friedrichstraße Bahnsteig B. Retoure erfolgte die gleiche Handlung.
Richtig ist, dass Bürger der DDR welche in WB einer Tätigkeit bei der DR nachgingen über einen s.g. Dienstpaß verfügten. Jedoch war es nicht so, dass eine Freizügigkeit bestand. Nach einem genauen Dienstplan, erfolgte die Grenzabfertigung dieser Personen. Aus- und Einreise wurden genau festgelegt. Für Beschäftigte des Bw Grunnewald, stand im Bahnhof Friedrichstraße ein Pz bereit, welcher diese über Bf. Zoologischer Garten direkt zum Bw GWD brachte, wo sich in Behelfsbahnsteig befand. In den seltensten Fällen konnten die Betriebseisenbahner ihre Zeit zum "Einkaufsbummel" in WB nutzen.
Eine besondere Regelung gab es für Angehörige der Bahnpolizei Westberlin, zum Besuch und Aufenthalt in der DDR. Dazu viellicht später mehr.
Ab 1984 gab es bei der Berliner S-Bahn nur zwei Bahnhöfe, welche von Zügen der BVG angefahren wurden, jedoch mit DDR Personal besetzt war. Dies war der S-Bahnhof Friedrichstraße Bahnsteig D sowie der S-Bahnhof Wollankstraße. Dazu gab s aber in dem Forum hier bereits einen Themenbeitrag.




Ich kann nur aus der Zeit von 1971 mitreden. Damals waren DDR-Bürger bei der S-Bahn beschäftigt.
Der Vater meiner damaligen "Berliner Bekanntschaft" fuhr nämlich bei der S-Bahn und in den Zügen nach WB.

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23.02.2011 13:26
#27
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Besonders interessant war, dass bis zuletzt das kleine Stück vom Lehrter Stadtbahnhof bis zum Bahnhof Friedrichstrasse von DR Personal gefahren wurde. Der Grund ist mir unklar.
Theo


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23.02.2011 13:30 (zuletzt bearbeitet: 23.02.2011 13:31)
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( gelöscht )

Zitat von praeceptor507

Zitat von Stabsfähnrich

Zitat von Major Tom
Wie wurde denn damals verhindert dass jemand im letzten Ost-Berliner Bahhof ins Gleisbett sprang um von dort die eine Station in den Westen zu krabbeln? Gab es dort direkt am Gleis Wachposten? Aus den Sehschlitzen hätte man Personen welche gebückt im Gleisbett laufen nicht sehen können.

War das ein Streckenläufer aus dem Westteil Berlins? Konnte der so einfach dort so herumspazieren?



..............der wäre auf den betreffenden Bahnhöfen nicht mal die Eingangtreppe runter gekommen, geschweige denn auf den Bahnsteig.




Hallo Major Tom,
Zur Sicherheit gab es vor und nach dem Bahnhof Trittbretter in und neben den Gleisen.
Und natürlich konnte man durch die Schlitze sehen.
Man mußte ja auch auf die einsehbare Fläche auf den Bahnsteig, bevor man in den Tunnel nach dem Westen kommt.
In meiner Dienstzeit gab es mindestens fünf versuchte Grenzdurchbrüche. Aber kein einziger in einem S-Bahntunnel.
Streckenkontrollen wurden vorher angekündigt.




Genau...und die anderen Bahnhöfe der Linie 8, die in Ostberlin waren, wurden von der TraPo überwacht. Ich denke auf dieser Strecke gab's kein Durchkommen, wie von praeceptor507 beschrieben.


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23.02.2011 14:24
#29
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Zitat von praeceptor507

Zitat von Stabsfähnrich

Zitat von praeceptor507

Was hier überhaupt noch nicht erwähnt wurde, ist die Tatsache, dass das Bahnpersonal zur Ostberliner S-Bahn gehörte.
Die S- Bahner incl. Fahrer und Schaffner waren Ossis, die neben ihrem Gehalt auch einen gewissen Betrag in D Mark bekamen.
Sie hatten Passierscheine und konnten, jeder Zeit die Grenze passieren um im Westen einzukaufen.
Somit hatten sie keinen Grund wärend ihrer Fahrt auf einem Westbahnhof auszusteigen.




..............dass ist so nicht ganz richtig. Richtig wäre gewesen, dass auch Bürger aus Westberlin bei der Deutschen Reichsbahn beschäfftigt waren. Ab 1984 fuhren keine Bürger der DDR in Westberlin S-Bahnzüge (mit einer Ausnahme), da nach Verhandlungen zwischen der DR und dem Senat von WB die Berliner S-Bahn durch die BVG (West) übernommen wurde. Zur Ausnahme: nachdem die S-Bahnzüge in Richtung Osten in den Lehrter Stadtbahnhof durch einen Bediensteten der BVG eingefahren wurde, erfolgte ein Personalwechsel. Ein Kollege der DR übernahm den Zug und überführte diesen zum Bahnhof Friedrichstraße Bahnsteig B. Retoure erfolgte die gleiche Handlung.
Richtig ist, dass Bürger der DDR welche in WB einer Tätigkeit bei der DR nachgingen über einen s.g. Dienstpaß verfügten. Jedoch war es nicht so, dass eine Freizügigkeit bestand. Nach einem genauen Dienstplan, erfolgte die Grenzabfertigung dieser Personen. Aus- und Einreise wurden genau festgelegt. Für Beschäftigte des Bw Grunnewald, stand im Bahnhof Friedrichstraße ein Pz bereit, welcher diese über Bf. Zoologischer Garten direkt zum Bw GWD brachte, wo sich in Behelfsbahnsteig befand. In den seltensten Fällen konnten die Betriebseisenbahner ihre Zeit zum "Einkaufsbummel" in WB nutzen.
Eine besondere Regelung gab es für Angehörige der Bahnpolizei Westberlin, zum Besuch und Aufenthalt in der DDR. Dazu viellicht später mehr.
Ab 1984 gab es bei der Berliner S-Bahn nur zwei Bahnhöfe, welche von Zügen der BVG angefahren wurden, jedoch mit DDR Personal besetzt war. Dies war der S-Bahnhof Friedrichstraße Bahnsteig D sowie der S-Bahnhof Wollankstraße. Dazu gab s aber in dem Forum hier bereits einen Themenbeitrag.




Ich kann nur aus der Zeit von 1971 mitreden. Damals waren DDR-Bürger bei der S-Bahn beschäftigt.
Der Vater meiner damaligen "Berliner Bekanntschaft" fuhr nämlich bei der S-Bahn und in den Zügen nach WB.




......................dies ist absolut unbestritten. Bezogen auf die Berliner S-Bahn in Westberlin jedoch, machte der Anteil der DDR Bürger an Personal der DR mit Sicherheit nicht den Hauptteil der Beschäftigten aus. Es entzieht sich leider meiner genauen Kenntnis, wie hoch der Anteil der DDR Bürger im Personalbestand der Bw Papestraße oder Hundekehle war. Ich nehme aber an, dass der Anteil maximal 10-15% betrug.

Mit freundlichen Grüßen - Chris
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23.02.2011 14:45
#30
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Zitat von eisenringtheo
Besonders interessant war, dass bis zuletzt das kleine Stück vom Lehrter Stadtbahnhof bis zum Bahnhof Friedrichstrasse von DR Personal gefahren wurde. Der Grund ist mir unklar.
Theo



................diese Regelung erfolgte erst ab 1984. Der Grund war, dass die S-Bahnzüge zwischen Lehrter Stadtbahnhof und Friedrichstraße am Bkm 5,5 (Fachleute sagen 5,7) die Staatsgrenze der DDR passierten. Im Gegensatz zur Nord-Süd-Bahn erfolgte nur auf diesem Streckenabschnitt der Personalwechsel. Die Züge der BVG (West) fuhren nach Abfahrt von Humbolthain bzw. Anhalter Bahnhof, mit BVG Personal untertage durch Berlin (Ost). Der Grenzverlauf aus Richtung Humbolthain war auf Höhe der Liesenbrücke und in Richtung Anhalter Bahnhof auf Höhe Stresemannstraße. Im Gegensatz zur Stresemannstraße, waren die Grenzsicherungsanlagen im Bereich Liesenbrücke gut einsehbar.
Eine weitere Besonderheit im Bahnbetrieb war auch, die Verbindungskurve zwischen Schönhauser Allee und Pankow, wo die S-Bahnzüge der DR durch das Grenzgebiet - Schutzstreifen fuhren. Um evtl. Fluchtmöglichkeiten auszuschließen, wurde für diesen Streckenabschnitt die Geschwindigkeit v/max auf 60 km/h festgelegt und die Türen waren ständig unter Druck zu halten um ein öffnen nicht zu lassen. Dies war für die Reisenden unangenehm, da die Baureihen 276/277 mit Türwarneinrichtungen ausgestattet waren, welche wären dieses Schließvorgang ständig in Betrieb waren. Für einen unvorsehbaren Betriebshalt der Züge in diesem Bereich galten besondere Vorschriften der DR.

Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de


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