Proteste am Checkpoint Charly 1989

01.02.2011 17:43 (zuletzt bearbeitet: 01.02.2011 17:58)
#1
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Ich war1989 Augenzeuge der Proteste am Checkpoint Charly, welche ja jedes Jahr am 13.August dort stattfanden. Der mit dem Kreuz bin ich. Ich war selbst sehr erstaunt mich auf fremden fotos 20 Jahre später wiederzufinden.


Weitere Bilder findet man hier:
http://www.pohl-projekt.de/G_M_F/G_M_F001m.html

Grüße aus Costa Rica


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01.02.2011 17:52
avatar  Angelo
#2
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01.02.2011 17:59 (zuletzt bearbeitet: 01.02.2011 18:00)
#3
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Zitat von Angelo
Hatten wir leider schon

Aufstand von Autonomen am DDR Grenzübergang



Habe meinen Beitrag geändert. Bitte verschiebe das ganze doch in den richtigen Bereich.


Gruß Major Tom


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01.02.2011 18:40
avatar  matloh
#4
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BTW: der Thread "Aufstand von Autonomen am DDR Grenzübergang" bezog sich doch aufs Jahr 1986, oder?
Autonome kann ich auf dem Bild von Major Tom auch nicht erkennen...

cheers matloh


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01.02.2011 20:19
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#5
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( gelöscht )

Zitat von matloh
BTW: der Thread "Aufstand von Autonomen am DDR Grenzübergang" bezog sich doch aufs Jahr 1986, oder?
Autonome kann ich auf dem Bild von Major Tom auch nicht erkennen...

cheers matloh


Ja,es bezieht sich auf den 25 Jahrestag Bau der Berliner Mauer.Beide Ereignisse haben aber den gleichen Sinn.


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01.02.2011 20:22
#6
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Zitat von Major Tom
Ich war1989 Augenzeuge der Proteste am Checkpoint Charly, welche ja jedes Jahr am 13.August dort stattfanden. Der mit dem Kreuz bin ich. Ich war selbst sehr erstaunt mich auf fremden fotos 20 Jahre später wiederzufinden.


Weitere Bilder findet man hier:
http://www.pohl-projekt.de/G_M_F/G_M_F001m.html

Grüße aus Costa Rica





Der Link ist aber trotzdem gut . Schöne Bilder


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01.02.2011 20:22 (zuletzt bearbeitet: 01.02.2011 20:23)
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#7
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Zitat von Zermatt
Beide Ereignisse haben aber den gleichen Sinn.



Nämlich?


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01.02.2011 21:21
#8
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An jenem Tag, dem 13.August 1989 hörte ich im RIAS dass es anlässlich des Jahrestages des Mauerbaues Proteste am Checkpoint Charly gebe, also schwang ich mich auf mein Fahrrad und fuhr die paar Kilometer von der Yorkstraße dorthin. Am Checkpoint Charly angekommen sah ich, dass vieleicht 50 Westberliner hinter dem weißen Strich - also auf DDR-Gebiet - standen und die sich zu diesem Zeitpunkt noch zurückhaltenden Grenzer beschimpften und mit Bierdosen und anderen Gegenständen bewarfen. Vor dem weißen Strich hatten sich noch weitaus mehr Leute versammelt, die Aussichtsplattform rechts neben dem Checkpoint war vollkommen überfüllt und die Imbissbude neben der Plattform diente als Nachschub für die wütende Meute um weiter auf die Grenzer zu werfen. Die Westberliner Polizei war mit mehreren Fahrzeugen vor Ort, hielt sich allerdings zurück wie auch die anwesenden alliierten Soldaten. Es herrschte so etwas wie eine Volksfeststimmung.
Nach einiger Zeit gab es einen Ruck durch die Menge und alle jenen, welche bislang sich auf DDR-Gebiet aufhielten flüchteten vor den weißen Strich in das sichere Westberlin, denn ca. 20-30 Grenzsoldaten rückten an um sich unmittelbar an der Grenzmarkierung zu postieren. Die Hoffnung der DDR-Befehlshabenden, damit die Situation am Checkpoint Charlie zu beruhigen ging allerdings nicht auf, ganz im Gegenteil, das Theater ging nun erst richtig los denn nun waren die Grenzsoldaten, welche sich offensichtlich nicht von der Linie wegbewegen durften erst recht in Reichweite. Es wurde versucht den Soldaten die Mützen zu stehlen, was auch zumindest einmal gelang und es wurden nun auch verstärkt allerlei Getränkedosen auf die Uniformen entleert. Ich muss gestehen dass ich eine innere Schadenfreude verspürte, saß ich doch 8 Monate in dieser DDR im Gefängnis nur weil ich in den anderen Teil Deutschlands wollte. Dämlich allerdings fand ich diese Aktion nur weil von DDR-Seite ständig fotografiert wurde und jeder Bierdosenwerfer Gefahr lief, bei der nächsten Einreise in die DDR ordentlich Ärger zu bekommen. Die ganze Situation spitzte sich immer weiter zu, Grenzsoldaten wurden ausgewechselt um ihre Uniform zu reinigen oder sich eine neue Mütze zu holen bis die Westberliner Polizei halbherzig einschritt und sich vor dem weißen Strich aufbaute sowie dem Imbissbudenbesitzer untersagte weiter Dosen zu verkaufen. Allerdings machte die Polizei jedes Mal bereitwillig Platz wenn jemand nun mit einem Bierbecher herantrat und fragte "darf ich mal kurz durch?" um dem Grenzsoldaten das Bier ins Gesicht zu schütten. Nach einigen Stunden hatte ich genug, setzte mich auf mein Fahrrad und fuhr wieder nachhause. Im Radio wurde berichtet dass die Proteste am Checkpoint Charlie noch eine Zeitlang weiter gingen.

Eines möchte ich noch betonen, weil dieses Gerücht immer wieder hochkommt. Bei diesen Protesten handelte es sich ganz offensichtlich nicht um von irgendwoher geplante Aktionen sondern meiner Meinung nach waren viele ehemalige DDR-Bürger vor Ort welche sich mal ordentlich Luft machen wollten.

Gruß aus Costa Rica

Major Tom


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01.02.2011 21:24
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#9
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@Feliks, die Bilder lassen aus einer ungewohnten, vielleicht auch ungeübten Perspektive erkennen, dass die seinerzeit vorherrschende Situation nicht für alle Zeiten bestehen wird.

Wie es kam, wissen wir alle.

VG Huf


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01.02.2011 21:26 (zuletzt bearbeitet: 01.02.2011 21:45)
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#10
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( gelöscht )

Zitat von Major Tom

dass 50 Westberliner hinter dem weißen Strich - also auf DDR-Gebiet - standen und die sich zu diesem Zeitpunkt noch zurückhaltenden Grenzer beschimpften und mit Bierdosen und anderen Gegenständen bewarfen....

die Imbissbude neben der Plattform diente als Nachschub für die wütende Meute um weiter auf die Grenzer zu werfen....

Die Westberliner Polizei war mit mehreren Fahrzeugen vor Ort, hielt sich allerdings zurück....

Es herrschte so etwas wie eine Volksfeststimmung

machte die Polizei jedes Mal bereitwillig Platz wenn jemand nun mit einem Bierbecher herantrat und fragte "darf ich mal kurz durch?" um dem Grenzsoldaten das Bier ins Gesicht zu schütten



Respekt...

Trotzdem ein schöner Beitrag, der hoffentlich einmal einigen die Augen öffnet!


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01.02.2011 21:35 (zuletzt bearbeitet: 01.02.2011 21:48)
avatar  GZB1
#11
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Damalige Situation: Also eine Grenzprovokation von "Demonstranten" mit Verletzung der Staatgrenze. Dem zurückhaltenden Verhalten der DDR-Organe ist es damals zu verdanken das die Lage nicht weiter eskalierte.
Sie hätten sicher ohne Probleme auch energischer reagieren können, allerdings das wollten die Kameras westlicher Medien auf westberliner Seite ja gerade filmen. So wurde es leider nichts mit den "kompromitierenden" Bildern.
Im Gegenteil, die Demonstranten offenbarten mit ihrem rowdyhaften Verhalten ihren geistigen Horizont!
Und die AGT ihre dienstliche Gelassenheit.


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