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#1

Zugunglück bei Oschersleben min 10 tote !

in Themen vom Tage 30.01.2011 07:24
von Angelo | 12.572 Beiträge | 990 Punkte
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Bei Hordorf im Großraum Oschersleben ist ein Personenzug mit einem Güterzug kollidiert. Zehn Menschen starben, viele weitere wurden verletzt.
http://www.einsatzalarm112.info/einsatzb...uck-viele-tote/



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#2

RE: Zugunglück bei Oschersleben min 10 tote !

in Themen vom Tage 30.01.2011 07:30
von Angelo | 12.572 Beiträge | 990 Punkte
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Da frage ich mich echt wie so was passieren kann das 2 Züge frontal zusammen stoßen ?? Es gibt doch so viele Sicherheitseinrichtung an einer Lok oder ? Zwangshalt bei rotem Signal und und und ? Hat der im Stellwerk geschlafen ??



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#3

RE: Zugunglück bei Oschersleben min 10 tote !

in Themen vom Tage 30.01.2011 08:46
von eisenringtheo | 10.180 Beiträge | 3692 Punkte
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Da gibt es einige Möglichkeiten. Stellwerkstechnik ist etwas kompliziert. Um hier mitreden zu können, muss man sich etwas einlesen:
http://www.stellwerke.de/grund/index.html
und etwas Lokführer spielen:
http://www.zusi.de/pages/dehaupt/zusi-2/downloads/demo.php
Theo


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#4

RE: Zugunglück bei Oschersleben min 10 tote !

in Themen vom Tage 30.01.2011 09:39
von SET800 | 3.112 Beiträge | 78 Punkte
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Konstruktiv ist der Bahnverkehr technisch UND organisatorisch so daß EIN Fehler oder EINE Fehlhandlung nicht zum Unfall führen kann, fast nie, manchmal werden aber noch systemische Lücken entdeckt.

Eine war z.b. Groß-Gerau bei der die sehr gut beschleunigende S-Bahn die INDUSI Schutzstrecke am halt zeigenden Signal durchbrechen konnte.

Nicht technisch abgesichert ist zum Teil die Geschwindigkeit betreff enger Kurven..., da ist dann aber meist nur EIN Zug verunglückt.



zuletzt bearbeitet 30.01.2011 09:41 | nach oben springen

#5

RE: Zugunglück bei Oschersleben min 10 tote !

in Themen vom Tage 30.01.2011 10:09
von eisenringtheo | 10.180 Beiträge | 3692 Punkte
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Zitat von SET800
Konstruktiv ist der Bahnverkehr technisch UND organisatorisch so daß EIN Fehler oder EINE Fehlhandlung nicht zum Unfall führen kann, fast nie, manchmal werden aber noch systemische Lücken entdeckt.

Eine war z.b. Groß-Gerau bei der die sehr gut beschleunigende S-Bahn die INDUSI Schutzstrecke am halt zeigenden Signal durchbrechen konnte.

Nicht technisch abgesichert ist zum Teil die Geschwindigkeit betreff enger Kurven..., da ist dann aber meist nur EIN Zug verunglückt.



Der Durchrutschweg nach der Zwangsbremsung am Hauptsignal wird dann zu kurz, wenn der Zug nach dem 500hz Magnet beschleunigt. Der 500hz Magnet liegt in kurzem Abstand und prüft, ob die Geschwindigkeit genug niedrig ist, dass der Zug noch vor dem Signal bremsen kann:
http://www.marco-wegener.de/technik/index.htm
Auch Kurven werden ins Sicherungssystem einbezogen.
Theo


zuletzt bearbeitet 30.01.2011 10:09 | nach oben springen

#6

RE: Zugunglück bei Oschersleben min 10 tote !

in Themen vom Tage 30.01.2011 11:25
von VNRut | 1.498 Beiträge | 101 Punkte
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Zur Zeit des Unglückes war starker Nebel mit Sichtweite zum Teil unter 50m. Außerdem lagen die Temperaturen um die
-10°C. In wie weit die Strecke auf dem höchsten Stand der Technik ausgerüstet ist, entzieht sich meiner Kenntnisse.

http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/8168441.html
http://nachrichten.t-online.de/zugunglue..._44212068/index

Mein Mitgefühl und meine Trauer für die Opfer

VN_Rut


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle
zuletzt bearbeitet 31.01.2011 10:30 | nach oben springen

#7

RE: Zugunglück bei Oschersleben min 10 tote !

in Themen vom Tage 30.01.2011 11:54
von Zermatt | 5.299 Beiträge | 33 Punkte
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Die Wucht bei so einem Aufprall ist ja enorm,die Fliehkräfte gewaltig.Ob Gurte wie beim Auto schlimmeres verhindern können ?



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#8

RE: Zugunglück bei Oschersleben min 10 tote !

in Themen vom Tage 30.01.2011 12:02
von bendix | 2.649 Beiträge | 23 Punkte
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Laut Berichten soll der Aufprall aufgrund der hohen Geschwindigkeiten beider Züge so hoch gewesen sein das die Passagiere in dem ersten Waggon sofort tot waren.Da helfen dann auch keine Sicherheitsgurte mehr.
Mein Mitgefühl den Angehörigen und den Verletzten Gute Genesung.

Gruß bendix


Das Zufriedene ist leise,das Unzufriedene ist laut.
Gefreiter der Grenztruppen -1980 GAR 40 Oranienburg/Falkensee-GR 34 Groß-Glienicke 1981-1982


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#9

RE: Zugunglück bei Oschersleben min 10 tote !

in Themen vom Tage 30.01.2011 12:41
von Holtenauer | 1.158 Beiträge | 12 Punkte
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Die Beschleunigungskräfte sind so hoch bei Geschwindigkeiten von 100 bzw. 80 KM/h, da helfen auch keine Gurte mehr, da werden die Organe und anderes zerrissen. Mein Beileid den Angehörigen.


Gruß
Thomas
Zerstörer Lütjens - D185

Seit man begonnen hat, die einfachsten Behauptungen zu beweisen, erweisen sich viele von ihnen als falsch

Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast


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#10

RE: Zugunglück bei Oschersleben min 10 tote !

in Themen vom Tage 30.01.2011 16:06
von josy95 | 5.106 Beiträge | 1608 Punkte
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...

Bin gerade wieder zurück von Bekannten und noch "etwas" schockiert von dem schweren Eisenbahnunglück bei Oschersleben..., reißt ja anscheinend nicht ab, die Unglücksserie bei der Eisenbahn, erst Freitag das Ding hier in Wernigerode und nun das! Trifft einen besonders hart, wenn man in dieser Branche auch arbeitet..., stellt man sich ganz tief im Hinterkopf auch immer die Frage,...du hättest das selbst auch sein können..., dabei sein können...! Und natürlich ist das Mitgefühl bei den Opfern.... und Beteiligten!

Im übrigen ist der Lokführer des Güterzuges ein Kollege meines Sohnes, VPS (Verkehrsbetriebe Peine/ Salzgitter) Bei allem Mitgefühl selbstverständlich für die Opfer und auch Helfer vor Ort, das Bild dieses Grauens wird man so schnell nicht wieder los, geschweige denn, je wieder vergessen können. Glaubt mir, ich weiß, wovon ich rede und mir geht es im Moment nicht so besonders gut. Zu schnell waren heute früh bei der Aufnahme dieser Nachricht die eigenen Bilder wieder fast life vor Augen...auch wenn es schon 16 Jahre her ist...! Freitag vor Ort in Wernigerode hat mir das überhaupt nichts ausgemacht, weil kaum jemand richtig ernsthaft verletzt und alle einen super Schutzengel hatten! Das ist bei sowas vermutlich auch der feine Unterschied bei der psychischen Verarbeitung...!

Man sollte deshalb aber auch eventuelle Schuldgefühle der überlebenden Beteiligten, wovon niemand einen Fehler mit Absicht gemacht hat nie vergessen, außer Acht lassen Hier sieht man auch mal wieder ganz drastisch, wie hoch die Verantwortung in einigen Berufsgruppen, Branchen ist.
Und ohne etwas zur Ursache vorweg nehmen zu wollen, an dieser Strecke, die durch die Bodeniederung führt, hat es schon zu Reichsbahnzeiten einige Probleme mit Signalüberfahrungen bei dichtem Nebel gegenen. Obwohl heutzutage die Sicherungstechnik an Signalen, auf Stellwerken und auch Lokomotiven soetwas fast ausschließt. Aber leider eben nur fast. Denn da wo der Mensch und Technik zusammentreffen, wird es immer ein Restrisiko geben.

Das Wunschdenken vieler Schlaumeier neuen Typs, besonders hier in Deutschland und der EU will gerne diese Tatsache vollständig aushebeln. Mit Bürokratie ausschließen. Man verstärkt damit unwarscheinlich den Druck auf die kleineren Mitarbeiter vor Ort, in den Schlüsselpositionen. Einerseits immer weniger Personal und immer mehr Verantwortung trotz Technik für den Einzelnen, andererseits Vorschriftenmonstren, die für die wenigen noch handelnden Personen teilweise nicht mehr überschaubar sind. Denn eigentlich ist nichts wertvoller, wie der Kollege, der Mensch neben einem, der im entscheidenden Moment halt sagt, aufpasst, einem vor einem schlimmen Fehler bewahren kann...! Aber da, wo nur noch Profit, Komerz und Lobbyismus zählen...

Und nochwas. Die Unglücksstelle bei Hordorf/ Oschersleben liegt nicht weit von Langenweddingen entfernt, dem Schreckensort von enem der schwersten Eisenbahnunglücke in der DDR...

Wollen wir nur hoffen, das die Ursache schnell und Lückenlos ermittelt wird, effiziente Gegenmaßnahmen ergriffen werden können, um sowas in Zukunft weitestgehend ausschließen zu können!


In Trauer um die Opfer und deren Angehörige:

josy95


Auf Wiedersehen. Vielleicht woanders...
zuletzt bearbeitet 30.01.2011 16:07 | nach oben springen

#11

RE: Zugunglück bei Oschersleben min 10 tote !

in Themen vom Tage 30.01.2011 16:31
von SEG15D | 1.345 Beiträge | 869 Punkte
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@Josy95

Ich denke, Du hast alles gesagt....Mein Mitgefühl an dieser Stelle....
SEG15D



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#12

RE: Zugunglück bei Oschersleben min 10 tote !

in Themen vom Tage 31.01.2011 10:27
von VNRut | 1.498 Beiträge | 101 Punkte
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Den angeblich Schuldigen hat man schnell gefunden.

http://nachrichten.t-online.de/zugunglue..._44215390/index

...oder will man nur von der eigenen Mitschuld ablenken. Siehe 2. Beitrag zum Zugunglück von Sachsen-Anhalt > Experte - Bund mitschuld am Unglück von Hordorf

aus: http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/8168441.html

Meine Meinung:
Es wurde jahrelang bei der DB (Schienen Verbundnetz AG) und dem Bund auf Kosten der Sicherheit und Gefahrenabwehr gespart. Dies geht bei der Beschrankung, den beheizten Weichen, den Signalanlagen, den automatischen Bremsanlagen los und endete mit dem Zustand der ICE-Züge (Klima- bzw.Heizungsanlage). Lieber setzte/setzt man sich Prestigeobjekte wie den Berlin Hauptbahnhof und Stuttgart 21 http://mikenagler.linkeblogs.de/?p=3144 . Und nu, da das Kind in den Brunnen gefallen ist, will man an den schwächten Glied der Kette ein Exempel statuieren. Ist einen schon mal der Gedanke gekommen, das dieser Lokführer (Güterzuges) bei Erblicken des entgegen kommenden Personenzuges eine Gefahrenbremsung ausübte und sich in Sicherheit (was wohl menschlich ist) bringen wollte.

VN_Rut


GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
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#13

RE: Zugunglück bei Oschersleben min 10 tote !

in Themen vom Tage 31.01.2011 11:21
von josy95 | 5.106 Beiträge | 1608 Punkte
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Zitat von VNRut
Den angeblich Schuldigen hat man schnell gefunden.

http://nachrichten.t-online.de/zugunglue..._44215390/index

...oder will man nur von der eigenen Mitschuld ablenken. Siehe 2. Beitrag zum Zugunglück von Sachsen-Anhalt > Experte - Bund mitschuld am Unglück von Hordorf

aus: http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/8168441.html

Meine Meinung:
Es wurde jahrelang bei der DB (Schienen Verbundnetz AG) und dem Bund auf Kosten der Sicherheit und Gefahrenabwehr gespart. Dies geht bei der Beschrankung, den beheizten Weichen, den Signalanlagen, den automatischen Bremsanlagen los und endete mit dem Zustand der ICE-Züge (Klima- bzw.Heizungsanlage). Lieber setzte/setzt man sich Prestigeobjekte wie den Berlin Hauptbahnhof und Stuttgart 21 http://mikenagler.linkeblogs.de/?p=3144 . Und nu, da das Kind in den Brunnen gefallen ist, will man an den schwächten Glied der Kette ein Exempel statuieren. Ist einen schon mal der Gedanke gekommen, das dieser Lokführer (Güterzuges) bei Erblicken des entgegen kommenden Personenzuges eine Gefahrenbremsung ausübte und sich in Sicherheit (was wohl menschlich ist) bringen wollte.

VN_Rut








Gleich vor weg! Selbst möchte ich hier keine Spekulationen nähren!

Hat mir von Anfang an zu denken gegeben, klar und tragisch, das der Triebwagenführer des Harz- Elbe- Express diesen harten Frontalcrash nicht überleben konnte. Aber das eben der Lokführer des Güterzuges derart glimpflich davongekommen ist, menschlich kann man sich für ihn und alle anderen leichter Verletzten nur freuen!

Eine derart kompaktere Diesellok, dazu noch mit den s. g. Mittelführerständen bietet bei derartigen Auffahrunfällen dem Lokführer schon einen gewissen Schutz, ohne Frage. Aber bei den hier augenscheinlich gefahrenen Geschwindigkeiten von ca. 80 (Güterzug) und 100 (Triebwagen) km/h übersteht man dies auch in einem solchen Führerstand an der Zugspitze nicht ohne die A- Typischen Verletzungen wie Platzwunden, Prellungen, Brüche ect..

Eine viel interessantere Version, Spekulation ist die, das der Lokführer den Zug von der 2. Lok gesteuert, gefahren hat.
Kurz zur Erläuterung: Derart schwere Güterzüge fährt man oft und gern mit 2 Lokomotiven, die über ein Fernsteuerkabel miteinander verbunden sind und dementsprechend von nur einem Lokführer von einem Führerstand zu steuern sind. Man spricht dann von s. g. "Doppeltraktion". Ein nicht neues System zur Personaleinsparung, wurde auch schon lange vor der Wende bei DR und DB und anderen ausl. Eisenbahnverwaltungen angewandt. Nichts anderes ist auch das System der Wendezüge, wo die Lokomotive von einem 2. Führerstand im vorderen (geschobenen) Wagen vom Lokführer gesteuert wird, typisch bei Lokbespannten S- Bahn- Zügen und Regionalpendelzügen.

Die Vorschrift sagt jedoch eindeutig aus, das immer der in Fahrtrichtung vordere Führerstand zu besetzen ist, analog ist es auch bei Lokomotiven und Triebwagen mit Endführerständen. Eine Besetzung des anderen Führerstandes z. Bsp. bei Störungen (Lok oder Triebwagen läßt sich von dem vorgeschriebenem Führerstand/ Führerpult) nicht mehr steuern, z. Bsp. ein Bedienelement defekt) ist nur in besonderen Ausnahmerfällen zulässig, um z. Bsp. die Strecke zu räumen, d. h. bis zum nächsten Bahnhof zu fahren, wo eine Ersatzlok gestellt wird oder eine Reparatur erfolgt. Hierfür gelten dann aber bestimmte Verhaltenskriterien wie Herabsetzung der Geschwindigkeit (!!!), Hinzuziehung anderer sachkundiger Betriebseisenbahner (u. a. für die Besetzung der Zugspitze, des vorderen Führestandes). Generell ersteinmal jedoch die Verständigung, Abstimmung mit der zust. Zug- oder Dispatcherleitung. Man kann n icht jeden Einzelfall hier erörtern. Entscheiden muß in solchen sehr unschönen und teilweise psychischen Extremsituatione ganz allein oft nur der Lokführer vor Ort. Dazu kommen dann oft noch andere wiedrige Umstände wie hier auch: Nebel, starker Frost, Dunkelheit..., schlechte Kommunikationsbedingungen, schlechte Verständigung oft auch psychischer Druck von Vorgesetzten. Eben diese als "Verkettung unglücklicher Umstände" manchmal etwas lapidar, sehr einfach beschriebene Situationen. Dieser Mensch, der jedoch hier vor Ort oft ganz mutteseelenallein zu entscheiden hatte, ist dann nicht zu beneiden!

Und da ist dann eben ein Schuldiger gern gefunden..., klar, dann hat er einen ganz bedauerlichen, tragisch schweren Fehler gemacht! Es klingt aber hinterher immer sehr müßig, wenn Heerschaaren von Sachverständigen sich tage - und zeitweise sogar wochen- und monatelang mit der Ermittlung der Ursache beschäftigen, wo dieser arme Tropp nur wenige Minuten oder gar Sekunden hatte, sich zu entscheiden. Nicht viel anders zeigen es ja auch Beispiele aus der Lufftfahrt, dem alltäglichen LKW- Irrsinn auf deutschen Autobahnen....!

Gestern Abend im "MDR Sachsen/ Anhalt Heute" hat man dem sdachenanhaltinischen Verkehrsminister ein paar Fragen in Richtung Sicherheitstechnik, Sparzwänge des DB- Konzerns bei Sicherungstechnik außerhalb der Prestigstrecken gestellt, aber auch zum Druck auf Mitarbeiter und ggfls. das Zusammtreffen ungünstiger und rein ökonomischer Probleme bei der Organisation des Schienenverkehrs, sprich Bahprivatisierung, Profitorientierung und Börsengang, Prestigeobjekte, radikaler Personalabbau und und und. Der Verkehrsminister ging nur sehr ausweichend auf diese Fragen ein...

Na, wir werden es ja sehen was bei rauskommt.
Erneuere hier nur noch einmal meine Bestürzung, meine Trauer und mein Mitgefühl für alle Opfer, aber auch für den kleinen Mann an vorderster Front...der sich ggfls. hierfür verantworten muß.

Bleibt nur ein faires Verfahren und die lückenlose Aufklärung aller Ursachen und Verantwortlichkeiten zu hoffen.

Das ist man in erster Linie allen Opfern schuldig!


josy95


Auf Wiedersehen. Vielleicht woanders...
zuletzt bearbeitet 31.01.2011 11:31 | nach oben springen

#14

RE: Zugunglück bei Oschersleben min 10 tote !

in Themen vom Tage 31.01.2011 13:03
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Einer meiner Cousins ist Lokführer bei den schweizerischen SBB und die Vorschrift sieht vor, dass man bei einem drohenden Zusammenstoss sofort den Führerstand verlassen soll und durch den Maschinenraum nach hinten geht. Er vermutet, dass der Triebwagen mit Scheinwerfer fuhr und deshalb der Lokführer auf dem Güterzug trotz Nebel noch den Stand verlassen konnte. Die Totmanneinrichtung registriert aber, dass der Lokführer nicht mehr da ist.

Aber ok... Spekulieren soll man nicht. Also lasse ich es auch..
Theo


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#15

RE: Zugunglück bei Oschersleben min 10 tote !

in Themen vom Tage 31.01.2011 13:15
von Landeposten (gelöscht)
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Hallo,der Lokführer des Güterzugs wird wohl schnell noch abgesprungen sein.So wie es aussah war bei seiner Lok der Führerstand in der Mitte.(Der genaue Loktyp ist mir als Laie nicht bekannt.)Bin selbst zu DDR-Zeiten mal in so einer mitgefahren,ein Schritt und man ist draußen.


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#16

RE: Zugunglück bei Oschersleben min 10 tote !

in Themen vom Tage 31.01.2011 14:07
von josy95 | 5.106 Beiträge | 1608 Punkte
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Zitat von Landeposten
Hallo,der Lokführer des Güterzugs wird wohl schnell noch abgesprungen sein.So wie es aussah war bei seiner Lok der Führerstand in der Mitte.(Der genaue Loktyp ist mir als Laie nicht bekannt.)Bin selbst zu DDR-Zeiten mal in so einer mitgefahren,ein Schritt und man ist draußen.




@Landeposten, ich bezweifle arg, das Du bei 80 km/ h abspringst, ohne dir Verletzungen zuzuziehen... !
Außerdem, das kann man als Außenstehender bei drohender Todesangst schlecht beurteilen, wenn man noch nie in einer derarigen Situation war und hoffentlich auch nie kommen wird..., bei ca. 80 km/h abzuspringen, das überlegt man sich..., sag mal so, die Hemmschwelle steigt oberhalb ca. 40 - 50 km/h überproportional steil an. Auch ist jeder Mensch da anders.

Und was diese Anweisungen anbelangt, sich aus dem Führerstand zu entfernen, selbstverständlich! Es ist eben aber Trockentraining, eine Art Theorie..., na klar sollte man genau das tun, wenn noch Zeit ist.
In dem Bahnübergang- Thread hatte ich vorige Woche einen Unfallbericht mit Bildern vom Freitag, 28.01.11 eingestellt. Hier hat der Lokführer so beherzt gehandelt und damit sein Leben, seine Gesundheit retten können. Es ist auch jede Situation anders. Und hier denke ich mal, ohne Spekulation, durch die örtlichen Verhältnisse (dichter Nebel) war alles zu spät..., als die sich gesehen haben, hat es schon gekracht. Ähnlich stellt Euch mal eine Situation mit einem Geisterfahrer auf der Autobahn vor...!

josy95


Auf Wiedersehen. Vielleicht woanders...
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#17

RE: Zugunglück bei Oschersleben min 10 tote !

in Themen vom Tage 31.01.2011 14:32
von turtle | 6.961 Beiträge | 103 Punkte
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Hallo Thomas,
Deine Beiträge zu diesem schrecklichen Unfall sind von hoher fachlicher kompetenz! Ich dachte wo ich es zuerst hörte ,das der Lokführer vom Güterzug durch den Nebel das Signal übersehen hat. Spekulieren möchte ich nicht ,mal sehen was die Untersuchungen ergeben.
Wie auch immer wir sind Menschen und nicht unfehlbar! Mein Mitgefühl gehört den Familien der Opfer,den Verletzten aber genauso dem Lokführer des Güterzuges ,wenn er schuldig sein sollte! Mit einer solchen Schuld zu leben ist nicht einfach!


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#18

RE: Zugunglück bei Oschersleben min 10 tote !

in Themen vom Tage 31.01.2011 15:42
von zzrain42 | 56 Beiträge
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Auszug aus der Tagespresse.

Essen. Die Gewerkschaft der Lokführer nennt die Zustände in Sachsen-Anhalt „vorkriegsähnlich“. Strecken in NRW seien sicherer. Ein Unfall wie der vom Samstagabend sei in Nordrhein-Westfalen daher „fast unmöglich“.


In NRW sind alle Bahnstrecken seit langem mit der „induktiven Zugsicherung“ (Indusi) ausgestattet – dem Sicherungssystem, das Züge beim Überfahren eines Stopp-Signals automatisch bremst und das auf dem Unglücksgleis in Sachsen-Anhalt nicht eingebaut war.

„Es fehlt hier bei uns allenfalls auf einigen kurzen Nebenstrecken-Gleisstücken oder Werksbahnen. In Nordrhein-Westfalen ist dieser Unfall fast unmöglich“, ist Frank Schmidt überzeugt, der Chef des Landesverbandes der Gewerkschaft der Lokführer.

Strecke bei Magdeburg sei offenbar auf einem „Vorkriegs-Standard“ gewesen


Zehn Tote bei Zugunglück
Nach dem Zugunglück in Sachsen-Anhalt steht fest: Der Unfall hätte verhindert werden können.

Schmidt ist nach der Katastrophe von Oschersleben am späten Samstagabend, die bis jetzt zehn Todesopfer forderte, entsetzt. Gegenüber derwesten.de sagte er: „Ich bin felsenfest davon ausgegangen, dass Indusi in ganz Deutschland Standard ist. Wir sind nicht mehr in der Zeit, als Lokführer mit farbigen Holzstöcken unterwegs waren und der in den eingleisigen Abschnitt einfahrende Kollege erst dann losfahren durfte, wenn er den Holzstock in der Hand hatte“. Die Strecke bei Magdeburg sei offenbar auf einem Vorkriegs-Standard gewesen.

In NRW, so Schmidt, sei nicht nur die induktive Zugbeeinflussung die Regel, sondern auch schon der digitale Zugfunk GMSR. Seit vielen Jahren habe des deswegen im Westen keinen Unfall wie den in Sachsen-Anhalt gegeben.

Mutmaßungen, wonach der Lokführer des in den Unfall verwickelten Güterzuges nicht in seinem Führerstand gewesen sei, hält der nordrhein-westfälische GdL-Chef für baren Unsinn: „Es gibt den Totmannsknopf. Wenn er den nicht an seinem Platz gedrückt hätte, wäre ein Signalton und binnen Sekunden die Schnellbremsung ausgelöst worden“. Überhaupt sei die Unglücksursache noch rätselhaft: Bei Nebel seien ein Lokführer besonders aufmerksam, „und wenn er dann ein rotes Signal sieht, hat der die Hand an der Bremse“.


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#19

RE: Zugunglück bei Oschersleben min 10 tote !

in Themen vom Tage 31.01.2011 15:42
von Landeposten (gelöscht)
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Zitat von josy95

Zitat von Landeposten
Hallo,der Lokführer des Güterzugs wird wohl schnell noch abgesprungen sein.So wie es aussah war bei seiner Lok der Führerstand in der Mitte.(Der genaue Loktyp ist mir als Laie nicht bekannt.)Bin selbst zu DDR-Zeiten mal in so einer mitgefahren,ein Schritt und man ist draußen.




@Landeposten, ich bezweifle arg, das Du bei 80 km/ h abspringst, ohne dir Verletzungen zuzuziehen... !
Außerdem, das kann man als Außenstehender bei drohender Todesangst schlecht beurteilen, wenn man noch nie in einer derarigen Situation war und hoffentlich auch nie kommen wird..., bei ca. 80 km/h abzuspringen, das überlegt man sich..., sag mal so, die Hemmschwelle steigt oberhalb ca. 40 - 50 km/h überproportional steil an. Auch ist jeder Mensch da anders.

josy95




Hallo,wenn einem ein Licht entgegenkommt und es ist nicht das Licht am Ende des Tunnels,dann stehen die Chancen beim abspringen zu überleben besser,egal wie schnell man ist,Ich glaube auch nicht,daß er mit 80Sachen durch den Nebel gebraust ist.Schafft diese Lok überhaupt 80?Und weiter:Der Lokführer ist als verletzt gemeldet,ich spreche nicht von mir als abspringenden und wie Du schon sagst, man kann es schlecht beurteilen aber was Todesangst ist,das weiss ich wohl.


zuletzt bearbeitet 31.01.2011 15:45 | nach oben springen

#20

RE: Zugunglück bei Oschersleben min 10 tote !

in Themen vom Tage 31.01.2011 16:18
von Matscher (gelöscht)
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bei einer eingleisigen Strecke ist technisch gesehen ein konträres Fahren von 2 Zügen unmöglich. Wer sich schon einmal auf einem Stellwerk älterer Bauart (Reichsbahn) befand und dem Wärter oder dem Fahrdienstleiter bei seiner Arbeit zusah oder wie ich an den Anlagen zu tun hatte, wird erkennen, dass feindliches Fahren sicherungstechnisch einfach nicht geht. Nur bei Situationen, wo Befehle und Anweisungen mündlich/fernmündlich wegen Schlechtwetter, defekten Sicherungsanlagen o.ä. gegeben werden müssen, können sich Fehler einschleichen. Hab ich zu meiner Dienstzeit Ende der 70-er in Leipzig selbst erlebt. Auf der Strecke gibt es, so wie ich gehört habe, keine Zugbeeinflussung. Die einzige Ursache des Unfalls wird wohl menschliches Versagen sein.

mein Beileid


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