Zugunglück bei Oschersleben min 10 tote !

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30.01.2011 07:24
avatar  Angelo
#1
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Bei Hordorf im Großraum Oschersleben ist ein Personenzug mit einem Güterzug kollidiert. Zehn Menschen starben, viele weitere wurden verletzt.
http://www.einsatzalarm112.info/einsatzb...uck-viele-tote/


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30.01.2011 07:30
avatar  Angelo
#2
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Da frage ich mich echt wie so was passieren kann das 2 Züge frontal zusammen stoßen ?? Es gibt doch so viele Sicherheitseinrichtung an einer Lok oder ? Zwangshalt bei rotem Signal und und und ? Hat der im Stellwerk geschlafen ??


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30.01.2011 08:46
#3
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Da gibt es einige Möglichkeiten. Stellwerkstechnik ist etwas kompliziert. Um hier mitreden zu können, muss man sich etwas einlesen:
http://www.stellwerke.de/grund/index.html
und etwas Lokführer spielen:
http://www.zusi.de/pages/dehaupt/zusi-2/downloads/demo.php
Theo


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30.01.2011 09:39 (zuletzt bearbeitet: 30.01.2011 09:41)
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#4
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Konstruktiv ist der Bahnverkehr technisch UND organisatorisch so daß EIN Fehler oder EINE Fehlhandlung nicht zum Unfall führen kann, fast nie, manchmal werden aber noch systemische Lücken entdeckt.

Eine war z.b. Groß-Gerau bei der die sehr gut beschleunigende S-Bahn die INDUSI Schutzstrecke am halt zeigenden Signal durchbrechen konnte.

Nicht technisch abgesichert ist zum Teil die Geschwindigkeit betreff enger Kurven..., da ist dann aber meist nur EIN Zug verunglückt.


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30.01.2011 10:09 (zuletzt bearbeitet: 30.01.2011 10:09)
#5
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Zitat von SET800
Konstruktiv ist der Bahnverkehr technisch UND organisatorisch so daß EIN Fehler oder EINE Fehlhandlung nicht zum Unfall führen kann, fast nie, manchmal werden aber noch systemische Lücken entdeckt.

Eine war z.b. Groß-Gerau bei der die sehr gut beschleunigende S-Bahn die INDUSI Schutzstrecke am halt zeigenden Signal durchbrechen konnte.

Nicht technisch abgesichert ist zum Teil die Geschwindigkeit betreff enger Kurven..., da ist dann aber meist nur EIN Zug verunglückt.



Der Durchrutschweg nach der Zwangsbremsung am Hauptsignal wird dann zu kurz, wenn der Zug nach dem 500hz Magnet beschleunigt. Der 500hz Magnet liegt in kurzem Abstand und prüft, ob die Geschwindigkeit genug niedrig ist, dass der Zug noch vor dem Signal bremsen kann:
http://www.marco-wegener.de/technik/index.htm
Auch Kurven werden ins Sicherungssystem einbezogen.
Theo


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30.01.2011 11:25 (zuletzt bearbeitet: 31.01.2011 10:30)
avatar  VNRut
#6
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Zur Zeit des Unglückes war starker Nebel mit Sichtweite zum Teil unter 50m. Außerdem lagen die Temperaturen um die
-10°C. In wie weit die Strecke auf dem höchsten Stand der Technik ausgerüstet ist, entzieht sich meiner Kenntnisse.

http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/8168441.html
http://nachrichten.t-online.de/zugunglue..._44212068/index

Mein Mitgefühl und meine Trauer für die Opfer

VN_Rut


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30.01.2011 11:54
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#7
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Die Wucht bei so einem Aufprall ist ja enorm,die Fliehkräfte gewaltig.Ob Gurte wie beim Auto schlimmeres verhindern können ?


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30.01.2011 12:02
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#8
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Laut Berichten soll der Aufprall aufgrund der hohen Geschwindigkeiten beider Züge so hoch gewesen sein das die Passagiere in dem ersten Waggon sofort tot waren.Da helfen dann auch keine Sicherheitsgurte mehr.
Mein Mitgefühl den Angehörigen und den Verletzten Gute Genesung.

Gruß bendix


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30.01.2011 12:41
#9
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Die Beschleunigungskräfte sind so hoch bei Geschwindigkeiten von 100 bzw. 80 KM/h, da helfen auch keine Gurte mehr, da werden die Organe und anderes zerrissen. Mein Beileid den Angehörigen.


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30.01.2011 16:06 (zuletzt bearbeitet: 30.01.2011 16:07)
avatar  josy95
#10
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...

Bin gerade wieder zurück von Bekannten und noch "etwas" schockiert von dem schweren Eisenbahnunglück bei Oschersleben..., reißt ja anscheinend nicht ab, die Unglücksserie bei der Eisenbahn, erst Freitag das Ding hier in Wernigerode und nun das! Trifft einen besonders hart, wenn man in dieser Branche auch arbeitet..., stellt man sich ganz tief im Hinterkopf auch immer die Frage,...du hättest das selbst auch sein können..., dabei sein können...! Und natürlich ist das Mitgefühl bei den Opfern.... und Beteiligten!

Im übrigen ist der Lokführer des Güterzuges ein Kollege meines Sohnes, VPS (Verkehrsbetriebe Peine/ Salzgitter) Bei allem Mitgefühl selbstverständlich für die Opfer und auch Helfer vor Ort, das Bild dieses Grauens wird man so schnell nicht wieder los, geschweige denn, je wieder vergessen können. Glaubt mir, ich weiß, wovon ich rede und mir geht es im Moment nicht so besonders gut. Zu schnell waren heute früh bei der Aufnahme dieser Nachricht die eigenen Bilder wieder fast life vor Augen...auch wenn es schon 16 Jahre her ist...! Freitag vor Ort in Wernigerode hat mir das überhaupt nichts ausgemacht, weil kaum jemand richtig ernsthaft verletzt und alle einen super Schutzengel hatten! Das ist bei sowas vermutlich auch der feine Unterschied bei der psychischen Verarbeitung...!

Man sollte deshalb aber auch eventuelle Schuldgefühle der überlebenden Beteiligten, wovon niemand einen Fehler mit Absicht gemacht hat nie vergessen, außer Acht lassen Hier sieht man auch mal wieder ganz drastisch, wie hoch die Verantwortung in einigen Berufsgruppen, Branchen ist.
Und ohne etwas zur Ursache vorweg nehmen zu wollen, an dieser Strecke, die durch die Bodeniederung führt, hat es schon zu Reichsbahnzeiten einige Probleme mit Signalüberfahrungen bei dichtem Nebel gegenen. Obwohl heutzutage die Sicherungstechnik an Signalen, auf Stellwerken und auch Lokomotiven soetwas fast ausschließt. Aber leider eben nur fast. Denn da wo der Mensch und Technik zusammentreffen, wird es immer ein Restrisiko geben.

Das Wunschdenken vieler Schlaumeier neuen Typs, besonders hier in Deutschland und der EU will gerne diese Tatsache vollständig aushebeln. Mit Bürokratie ausschließen. Man verstärkt damit unwarscheinlich den Druck auf die kleineren Mitarbeiter vor Ort, in den Schlüsselpositionen. Einerseits immer weniger Personal und immer mehr Verantwortung trotz Technik für den Einzelnen, andererseits Vorschriftenmonstren, die für die wenigen noch handelnden Personen teilweise nicht mehr überschaubar sind. Denn eigentlich ist nichts wertvoller, wie der Kollege, der Mensch neben einem, der im entscheidenden Moment halt sagt, aufpasst, einem vor einem schlimmen Fehler bewahren kann...! Aber da, wo nur noch Profit, Komerz und Lobbyismus zählen...

Und nochwas. Die Unglücksstelle bei Hordorf/ Oschersleben liegt nicht weit von Langenweddingen entfernt, dem Schreckensort von enem der schwersten Eisenbahnunglücke in der DDR...

Wollen wir nur hoffen, das die Ursache schnell und Lückenlos ermittelt wird, effiziente Gegenmaßnahmen ergriffen werden können, um sowas in Zukunft weitestgehend ausschließen zu können!


In Trauer um die Opfer und deren Angehörige:

josy95


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30.01.2011 16:31
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#11
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@Josy95

Ich denke, Du hast alles gesagt....Mein Mitgefühl an dieser Stelle....
SEG15D


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31.01.2011 10:27
avatar  VNRut
#12
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Den angeblich Schuldigen hat man schnell gefunden.

http://nachrichten.t-online.de/zugunglue..._44215390/index

...oder will man nur von der eigenen Mitschuld ablenken. Siehe 2. Beitrag zum Zugunglück von Sachsen-Anhalt > Experte - Bund mitschuld am Unglück von Hordorf

aus: http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/8168441.html

Meine Meinung:
Es wurde jahrelang bei der DB (Schienen Verbundnetz AG) und dem Bund auf Kosten der Sicherheit und Gefahrenabwehr gespart. Dies geht bei der Beschrankung, den beheizten Weichen, den Signalanlagen, den automatischen Bremsanlagen los und endete mit dem Zustand der ICE-Züge (Klima- bzw.Heizungsanlage). Lieber setzte/setzt man sich Prestigeobjekte wie den Berlin Hauptbahnhof und Stuttgart 21 http://mikenagler.linkeblogs.de/?p=3144 . Und nu, da das Kind in den Brunnen gefallen ist, will man an den schwächten Glied der Kette ein Exempel statuieren. Ist einen schon mal der Gedanke gekommen, das dieser Lokführer (Güterzuges) bei Erblicken des entgegen kommenden Personenzuges eine Gefahrenbremsung ausübte und sich in Sicherheit (was wohl menschlich ist) bringen wollte.

VN_Rut


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31.01.2011 11:21 (zuletzt bearbeitet: 31.01.2011 11:31)
avatar  josy95
#13
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Zitat von VNRut
Den angeblich Schuldigen hat man schnell gefunden.

http://nachrichten.t-online.de/zugunglue..._44215390/index

...oder will man nur von der eigenen Mitschuld ablenken. Siehe 2. Beitrag zum Zugunglück von Sachsen-Anhalt > Experte - Bund mitschuld am Unglück von Hordorf

aus: http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/8168441.html

Meine Meinung:
Es wurde jahrelang bei der DB (Schienen Verbundnetz AG) und dem Bund auf Kosten der Sicherheit und Gefahrenabwehr gespart. Dies geht bei der Beschrankung, den beheizten Weichen, den Signalanlagen, den automatischen Bremsanlagen los und endete mit dem Zustand der ICE-Züge (Klima- bzw.Heizungsanlage). Lieber setzte/setzt man sich Prestigeobjekte wie den Berlin Hauptbahnhof und Stuttgart 21 http://mikenagler.linkeblogs.de/?p=3144 . Und nu, da das Kind in den Brunnen gefallen ist, will man an den schwächten Glied der Kette ein Exempel statuieren. Ist einen schon mal der Gedanke gekommen, das dieser Lokführer (Güterzuges) bei Erblicken des entgegen kommenden Personenzuges eine Gefahrenbremsung ausübte und sich in Sicherheit (was wohl menschlich ist) bringen wollte.

VN_Rut








Gleich vor weg! Selbst möchte ich hier keine Spekulationen nähren!

Hat mir von Anfang an zu denken gegeben, klar und tragisch, das der Triebwagenführer des Harz- Elbe- Express diesen harten Frontalcrash nicht überleben konnte. Aber das eben der Lokführer des Güterzuges derart glimpflich davongekommen ist, menschlich kann man sich für ihn und alle anderen leichter Verletzten nur freuen!

Eine derart kompaktere Diesellok, dazu noch mit den s. g. Mittelführerständen bietet bei derartigen Auffahrunfällen dem Lokführer schon einen gewissen Schutz, ohne Frage. Aber bei den hier augenscheinlich gefahrenen Geschwindigkeiten von ca. 80 (Güterzug) und 100 (Triebwagen) km/h übersteht man dies auch in einem solchen Führerstand an der Zugspitze nicht ohne die A- Typischen Verletzungen wie Platzwunden, Prellungen, Brüche ect..

Eine viel interessantere Version, Spekulation ist die, das der Lokführer den Zug von der 2. Lok gesteuert, gefahren hat.
Kurz zur Erläuterung: Derart schwere Güterzüge fährt man oft und gern mit 2 Lokomotiven, die über ein Fernsteuerkabel miteinander verbunden sind und dementsprechend von nur einem Lokführer von einem Führerstand zu steuern sind. Man spricht dann von s. g. "Doppeltraktion". Ein nicht neues System zur Personaleinsparung, wurde auch schon lange vor der Wende bei DR und DB und anderen ausl. Eisenbahnverwaltungen angewandt. Nichts anderes ist auch das System der Wendezüge, wo die Lokomotive von einem 2. Führerstand im vorderen (geschobenen) Wagen vom Lokführer gesteuert wird, typisch bei Lokbespannten S- Bahn- Zügen und Regionalpendelzügen.

Die Vorschrift sagt jedoch eindeutig aus, das immer der in Fahrtrichtung vordere Führerstand zu besetzen ist, analog ist es auch bei Lokomotiven und Triebwagen mit Endführerständen. Eine Besetzung des anderen Führerstandes z. Bsp. bei Störungen (Lok oder Triebwagen läßt sich von dem vorgeschriebenem Führerstand/ Führerpult) nicht mehr steuern, z. Bsp. ein Bedienelement defekt) ist nur in besonderen Ausnahmerfällen zulässig, um z. Bsp. die Strecke zu räumen, d. h. bis zum nächsten Bahnhof zu fahren, wo eine Ersatzlok gestellt wird oder eine Reparatur erfolgt. Hierfür gelten dann aber bestimmte Verhaltenskriterien wie Herabsetzung der Geschwindigkeit (!!!), Hinzuziehung anderer sachkundiger Betriebseisenbahner (u. a. für die Besetzung der Zugspitze, des vorderen Führestandes). Generell ersteinmal jedoch die Verständigung, Abstimmung mit der zust. Zug- oder Dispatcherleitung. Man kann n icht jeden Einzelfall hier erörtern. Entscheiden muß in solchen sehr unschönen und teilweise psychischen Extremsituatione ganz allein oft nur der Lokführer vor Ort. Dazu kommen dann oft noch andere wiedrige Umstände wie hier auch: Nebel, starker Frost, Dunkelheit..., schlechte Kommunikationsbedingungen, schlechte Verständigung oft auch psychischer Druck von Vorgesetzten. Eben diese als "Verkettung unglücklicher Umstände" manchmal etwas lapidar, sehr einfach beschriebene Situationen. Dieser Mensch, der jedoch hier vor Ort oft ganz mutteseelenallein zu entscheiden hatte, ist dann nicht zu beneiden!

Und da ist dann eben ein Schuldiger gern gefunden..., klar, dann hat er einen ganz bedauerlichen, tragisch schweren Fehler gemacht! Es klingt aber hinterher immer sehr müßig, wenn Heerschaaren von Sachverständigen sich tage - und zeitweise sogar wochen- und monatelang mit der Ermittlung der Ursache beschäftigen, wo dieser arme Tropp nur wenige Minuten oder gar Sekunden hatte, sich zu entscheiden. Nicht viel anders zeigen es ja auch Beispiele aus der Lufftfahrt, dem alltäglichen LKW- Irrsinn auf deutschen Autobahnen....!

Gestern Abend im "MDR Sachsen/ Anhalt Heute" hat man dem sdachenanhaltinischen Verkehrsminister ein paar Fragen in Richtung Sicherheitstechnik, Sparzwänge des DB- Konzerns bei Sicherungstechnik außerhalb der Prestigstrecken gestellt, aber auch zum Druck auf Mitarbeiter und ggfls. das Zusammtreffen ungünstiger und rein ökonomischer Probleme bei der Organisation des Schienenverkehrs, sprich Bahprivatisierung, Profitorientierung und Börsengang, Prestigeobjekte, radikaler Personalabbau und und und. Der Verkehrsminister ging nur sehr ausweichend auf diese Fragen ein...

Na, wir werden es ja sehen was bei rauskommt.
Erneuere hier nur noch einmal meine Bestürzung, meine Trauer und mein Mitgefühl für alle Opfer, aber auch für den kleinen Mann an vorderster Front...der sich ggfls. hierfür verantworten muß.

Bleibt nur ein faires Verfahren und die lückenlose Aufklärung aller Ursachen und Verantwortlichkeiten zu hoffen.

Das ist man in erster Linie allen Opfern schuldig!


josy95


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31.01.2011 13:03
#14
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Einer meiner Cousins ist Lokführer bei den schweizerischen SBB und die Vorschrift sieht vor, dass man bei einem drohenden Zusammenstoss sofort den Führerstand verlassen soll und durch den Maschinenraum nach hinten geht. Er vermutet, dass der Triebwagen mit Scheinwerfer fuhr und deshalb der Lokführer auf dem Güterzug trotz Nebel noch den Stand verlassen konnte. Die Totmanneinrichtung registriert aber, dass der Lokführer nicht mehr da ist.

Aber ok... Spekulieren soll man nicht. Also lasse ich es auch..
Theo


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31.01.2011 13:15
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#15
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( gelöscht )

Hallo,der Lokführer des Güterzugs wird wohl schnell noch abgesprungen sein.So wie es aussah war bei seiner Lok der Führerstand in der Mitte.(Der genaue Loktyp ist mir als Laie nicht bekannt.)Bin selbst zu DDR-Zeiten mal in so einer mitgefahren,ein Schritt und man ist draußen.


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