Hand auf´s Herz - träumt Ihr noch von der Grenze?

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31.10.2016 13:23
avatar  Pit 59
#76
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Noch nie vom Antifaschistischen Schutzwall geträumt,das war es ja auch nicht Wert über Honecker und Konsortens Glanzleistung auch noch Zeit zum Träumen zu verschwenden.

Aus dem Gedächtnis kann ich fast alles Abrufen,das gute und auch das schlechte.


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31.10.2016 20:48
avatar  Ehli
#77
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Antwort zu Beitrag.#71
Das mit den Anfeindungen,dazu kann ich nur sagen,es war den GWDlern streng verboten bestimmte Lokalitäten im Ausgang aufzusuchen,es hing eine ellenlange Liste an der Pinnwand dazu aus.Warum wohl?Ach ja,der Klassenfeind war ja so nah und sicher alle Kneipen durch Störer besetzt.

Diesen Zettel haben wir auch gehabt,dieser mußte bei der Ausgangsbelehrung vor gezeigt werden.Das waren aber keine Kneipen,die vom Klassenfeind besetzt waren,sondern ,wo die "Rotkelchen" verkehrten.
Grün und Rot haben sich in Berlin nicht verstanden,da gab es schon mal Haue.
Ehli


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01.11.2016 00:37
avatar  vs1400
#78
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Zitat von GKUS64 im Beitrag #74
Bin zu #73 an Meinungen interessiert, besonders von @Hackel39 !


um einen user halbwegs verstehen zu können, GKUS64,
sollte man ihn lesen.

gruß vs

04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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01.11.2016 08:31
avatar  GKUS64
#79
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Zitat von vs1400 im Beitrag #78
Zitat von GKUS64 im Beitrag #74
Bin zu #73 an Meinungen interessiert, besonders von @Hackel39 !


um einen user halbwegs verstehen zu können, GKUS64,
sollte man ihn lesen.

gruß vs


Einer liest so, der andere liest so!

MfG

GKUS64


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01.11.2016 12:10 (zuletzt bearbeitet: 01.11.2016 17:49)
#80
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Zitat von GKUS64 im Beitrag #73
Hallo @Hackel39,

in deinen Ausführungen bestätigst du ja, dass das DDR-System nur durch eine sichere Grenze „stabil“ gehalten werden konnte. Man gab zwar vor , dass dieser Schutz wegen der „faschistischen“ Bedrohung notwendig sei, in Wirklichkeit richtete er sich aber eindeutig gegen die Flucht der Unzufriedenen im eigenen Land!
Wie ist es nun heute? Das System ist stabil und bietet über 80% der Bevölkerung einen guten bis sehr guten Lebensstandard. Es besteht nun schon 70 Jahre in Deutschland und auch größere Herausforderungen (Einheit, Bankenkrise usw.) wurden erfolgreich gelöst.
Deinen Pessimismus kann ich somit nicht teilen!

Mit dem EU-Projekt wurde nun wieder ein Versuch gestartet mit den Zielen:
-friedliches Miteinander
-wirtschaftliche Annäherung bzw. Anpassung der Mitgliedsstaaten.

Das Problem liegt nun aber darin, dass es in der globalisierten Welt extreme wirtschaftliche Unterschiede bestehen. Es tritt also der Effekt wie vor 1989 zwischen DDR und BRD ein, wer jung und dynamisch ist strebt nach dem effektiveren System, welches ihm einen höheren Lebensstandard bietet. Nun ist also die EU für große Teile der Welt das erstrebte Ziel. Aus der EU wollen jedoch die Menschen nicht raus, sie wollen alle rein!
Was ist also zu tun? Den Lebensstandard in den Ländern außerhalb der EU dem Standard der EU angleichen! Das ist in den nächsten 50 Jahren nicht möglich. Fazit: Die EU (und ihr Lebensstandard) muss geschützt werden! Und hier sind wir wieder bei einer sicheren Grenze (EU-Außengrenze!) zum Schutze der EU vor unkontrollierter Einwanderung!
Es ist somit klar erkennbar, dass regionale Lösungen mit extremen Unterschieden des Lebensstandards z.Z. nicht oder nur mit den eigentlich verpönten Grenzen möglich sind.

Alles andere sind für mich Träumereien!

MfG

GKUS64



Nunja es ist ja kein Pessimismus der krank macht, dafür bin ich viel zu robust und beschäftigt, auch war ich im Januar 89 als junger dynamischer Jugendtourist in Hamburg und habe ehrlichen Herzens keinen einzigen Moment auch nur daran gedacht, drüben zu bleiben.
Das wäre ein Kinderspiel gewesen, es gab weder eine eigene Familie noch ein eigenes Haus, das ich in der DDR zurück gelassen hätte, man hatte mir sogar eine Mitfahrt bei der Hamburger S- Bahn ermöglicht, um in die beruflichen Perspektiven mal reinzuschnuppern, so gesehen hätte ich nahtlos vom Reichs- zum Bundesbahner werden können, der Lokführer von damals gab sogar Auskunft über sein Verdienst (!) und mir ist bis heute schleierhaft, wie das alles wirklich zustande kam und ob es ein Köder war, was weiß ich.
Es half nichts, es gab kein Wanken oder Nachdenken, wie es denn drüben wäre, es hätte schlichtweg keinen Wert gehabt und das nicht nur wegen der Bürgen zu Hause und den Jugendfreunden im Bahnbetriebswerk dem der FDJ- Sekretär abhanden gekommen wäre.
Wir werden uns damit arrangieren müssen, daß dieser Biografieanteil im Arbeiter- und Bauern- Staat für einige trotz allem der schönere war, selbst wenn man heute das 15-20fache dessen verdient was man verbraucht.
Es war die Genügsamkeit, Bescheidenheit und die globale Unschuld an den großen Mängeln dieser Welt, die dieses Leben so wertvoll gemacht haben und auch wenn es ganz schwer zu verstehen ist, das ist kein Jammern auf hohem Niveau sondern einfach nur eine wertfreie Standortbestimmung.
Diese frühere Heimat war mir groß genug und wenn Europa bald auch wieder neue Grenzen zieht, um sich vor Wellnessrefugees zu schützen, so wäre (Achtung: Konjunktiv) das angesichts der globalen Mitschuld unseres Wertesystems (u.a. "Billig will ich"..." nach mir die Sintflut" blindwütige militärische Einmischung usw.) genausowenig legitim wie Leute einzumauern.
Das Erpressungsszenario dem die DDR- Regierung in der Zeit zwischen Baum und Borke im Winter 1989 bis zur Märzwahl 1990 (bzw.. DM- Beschluß im Mai 1990) ausgesetzt war ("Kommt die DM nicht zur mir.,.. " dem Schlachtruf der Konsumidioten) ist vergleichbar mit der aktuellen Grenzsicherungssituation an Europas Außengrenzen, sowohl Kohl damals wie auch Merkel heute waren Getriebene, Nothelfer, Flickschuster.
Für besonnene Lösungen war und ist keine Zeit.
Die DM- Aussiedler während einer weiter bestehenden DDR hätten den Westgewerkschaften das Fürchten gelehrt genauso wie die Importsozialfälle unseren nationalen Kassenwarten, egal ob in der Krankenkasse oder dem Staatshaushalt die Schweißperlen auf die Stirn treiben.
Hat man sich noch nie darüber gewundert, daß trotz gigantischer Steuereinnahmen kein Schuldenabbau, allgemeine Steuerentlastung (keine Symbolpolitik) oder Abschaffung des Soli drin ist und daß jetzt auf einmal das Kartell der Apotheken zerstört wird?
Neue Kosten drohen die Sozialsysteme in die Knie zu zwingen und die Beiträge zu erhöhen wäre zu fadenscheinig und würde sofort Rückschlüsse auf die Ursachen (mittellose Einwanderer, prekäre Einkommenssituationen u.a.) hervorrufen, somit muß man es geschickter anstellen alles zu vertuschen, soll aber hier nicht das Thema sein.
Ach so und das mit dem antifaschistischen Schutzwall hat sich ja im Zuge der nachträglichen Geschichtsaufarbeitung als gar nicht mal so daneben dargestellt, die Biografien vieler westdeutschen Eliten im Zusammenhang mit dem Dritten Reich wären auch ein recht hilfreicher Stoff für das Parteilehrjahr gewesen, so wie auch viele Vermögensanalysen (Kriegsprofiteure) der Rechtsnachfolger des faschistischen Verbrecherstaates.
Ich weiß, das will keiner mehr hören, man muß sich das aber antun, um die Staatsgründer von damals zu verstehen und ihr Interesse an einer sicheren Grenze zu begreifen und wenn man sich mal überlegt, wie selbst zur Nachwendezeit (Rückgabe vor Entschädigung) Jahrzehnte später einige wenige "Enteignete" auf das an ihnen begangene Unrecht im Zusammenhang mit dem mit verschuldten Krieg (Wahlrecht, auch 1933 aber auch Indienststellung der eigenen Geschäftstätigkeit für die Interessen der Nazis) hinwiesen, da fällt man fast vom Glauben ab angesichts derartiger Unverschämtheiten.


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01.11.2016 14:13
avatar  GKUS64
#81
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Hallo @Hackel39,

danke für deinen ausführlichen und nachdenkenswerten Beitrag. Du gehörst für mich zu den Menschen, die sehr ehrlich und engagiert eine bessere Welt schaffen wollten und auch noch wollen. Das ist sehr ehrenwert. Wird das aber mit dem vorhandenen Menschenpotential je gelingen? Ich glaube nicht. Hatte hierzu schon mal einen in etwa passenden Beitrag geschrieben:

Sprüche, Zitate (3)

Glaubst du denn dran, dass sich die Menschen mal ändern werden?

Also ich erlebe es nicht mehr, vielleicht meine Enkel!

MfG

GKUS64


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01.11.2016 15:00
#82
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Zitat von GKUS64 im Beitrag #81
Hallo @Hackel39,

danke für deinen ausführlichen und nachdenkenswerten Beitrag. Du gehörst für mich zu den Menschen, die sehr ehrlich und engagiert eine bessere Welt schaffen wollten und auch noch wollen. Das ist sehr ehrenwert. Wird das aber mit dem vorhandenen Menschenpotential je gelingen? Ich glaube nicht. Hatte hierzu schon mal einen in etwa passenden Beitrag geschrieben:

Sprüche, Zitate (3)

Glaubst du denn dran, dass sich die Menschen mal ändern werden?
Also ich erlebe es nicht mehr, vielleicht meine Enkel!

MfG

GKUS64


Nein, es wäre so ähnlich als würde man die Relativitätstheorie in die Praxis umsetzen wollen.
Für Dein Lob bedanke ich mich, es ist aber zu relativieren, dazu nur ein paar einfache Anmerkungen um es abzuschließen.
Wenn der kleine Südharzkortschagin meint, er wäre ein Held wenn er 30 T€ Einkommensteuer zahlt muß er sich auch anhören, daß er als freiwillig und überzeugter Kinderloser einen großen Teil der zukünftigen Probleme mit verschuldet hat.
Wenn er meint, jeden Zug unter allen Umständen ans Ziel bringen zu müssen kann er das nicht von Kollegen verlangen denen die Frau die Koffer vor die Tür stellt, wenn er nicht einigermaßen pünktlich zu Hause ist.
Ich sehe meinen Beruf angesichts der Vorgeschichte auch als eine Mission mit der andere nichts zu tun haben.
Meine Zufriedenheit im Honeckerstaat trotz Außenklo und Wohnungsnot resultiert aus einer Genügsamkeit, die man anderen nicht zumuten kann zumal sie keinesfalls fortschrittlich ist angesichts des allgemeinen Entwicklungsstandes der zivilisierten Welt.
Meine Mission als kleiner FDJ- Funktionär war daher schon zweifelhaft und wenn man dann noch die Rechthaberschaft der einzigen Volkspartei auf sich selbst projizieren will wird's problematisch, ohne daß ich diese Entscheidung, auf Wunsch der Betriebsführung (Posten vakant) das zu übernehmen, grundsätzlich in Frage stellen würde.
Es war schlichtweg Dankbarkeit, im Traumberuf arbeiten zu dürfen, das hat alles überstrahlt so wie die Sonne auf dem Blauhemd.
Was ist aber mit denen, die nur irgendeinen und nicht den Wunschberuf ergattern konnten, wie soll ich die mit meinem Optimismus anstecken ?
Das alles hat zu meiner Positionierung im Versuchsstaat beigetragen und gescheitert sind wir alle.
Es muß uns eine Lehre sein, daß es keine kompletten Idioten gibt und jeder einen Nutzen hat und die SED mit dem ihr anvertrauten Land diesen Nutzen am intelligentesten verwertet hat mit dem geringst möglichen Flurschaden und deshalb war und ist die eingegrenzte DDR die Heimat meines Herzens.
Sehen wir also nach vorne und bauen darauf, daß zukünftige Amtsführer weder aus Dankbar- oder Genügsamkeit sondern auf Erfahrung und Kompetenz basierend unser demokratisches Europa durch die Klippen schiffen werden auch wenn der Glauben daran schwer fällt.


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26.11.2016 23:56
avatar  vs1400
#83
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Zitat von Gast im Beitrag #1
Hand auf´s Herz - seid Ihr in Euren Träumen noch manchmal an der Grenze? Ich kann das für meine Person jedenfalls bejahen.
Habe hierzu mal ein kleines Gedicht verfasst. Ihr findet es ganz unten auf
http://www.grenze-luebeck.de/13707.html



kannst du es nicht auch direkt einstellen, krelle?

gruß vs

04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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