Agentenschleusen

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19.01.2011 16:18
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#16
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......... und für was diese alles genutzt wurden außer zum einschleusen von Agenten????

Nee, auch zum Ausschleusen.


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19.01.2011 17:15
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#17
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habe einmal selbst erlebt, daß Schneewittchenkräfte in den Abschnitt gefahren sind und später beim Rausfahren einer mehr waren.
War im Drömling hinter dem Mittellandkanal, da war das Gelände so unübersichtlich das nicht mal Posten abgezogen wurden.
Grüße Winch


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19.01.2011 17:18 (zuletzt bearbeitet: 19.01.2011 17:19)
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#18
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19.01.2011 17:56
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#19
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Es mag DDR-Reisen von BGS- oder BW-soldaten gegeben haben, dann aber bestimmt sehr genau handverlsesende Leute oder "ganz kleine Lichter"!

Für Geheimnissträger der Rüstungsindustrie galt offiziell und vom Wortlaut her, nach Berlin dürft ihr fliegen. Die Techniker und Ingenieure wußten aber von Kollegen, besser nicht, wenn du das machst und nach Berlin fliegst, dann bist du irgendwann dabei nur Steckerbelegungen zu prüfen, nicht aber wissend wofür.

In der Hinsicht waren Staatsicherheit und Kaderabteilungen ehrlicher.


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19.01.2011 18:18 (zuletzt bearbeitet: 19.01.2011 18:34)
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#20
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Zitat von SET800
Es mag DDR-Reisen von BGS- oder BW-soldaten gegeben haben, dann aber bestimmt sehr genau handverlsesende Leute oder "ganz kleine Lichter"!Für Geheimnissträger der Rüstungsindustrie galt offiziell und vom Wortlaut her, nach Berlin dürft ihr fliegen. Die Techniker und Ingenieure wußten aber von Kollegen, besser nicht, wenn du das machst und nach Berlin fliegst, dann bist du irgendwann dabei nur Steckerbelegungen zu prüfen, nicht aber wissend wofür.

In der Hinsicht waren Staatsicherheit und Kaderabteilungen ehrlicher.



Echt?

Haste einfach mal geplubbert.
Grins mir einen.


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19.01.2011 18:20
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#21
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Zitat von SET800
Es mag DDR-Reisen von BGS- oder BW-soldaten gegeben haben, dann aber bestimmt sehr genau handverlsesende Leute oder "ganz kleine Lichter"!




Haben wir hier im Forum auch, inkl. Zoll.... aber Handverlesen?


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19.01.2011 18:28
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#22
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S51

Um Personen über die Grenze zu bringen, die jene offiziell nie betreten haben oder zu dieser Zeit jedenfalls gar "nicht dort" waren. Nicht nur Agenten sondern auch Personen, die direkt oder indirekt damit zu tun hatten oder aus irgendwelchen politischen Gründen offiziell diese Linie nicht passieren konnten. Verwandte von solchen Personen beispielsweise auch.
Geschleust wurde nicht nur drunter durch. Wobei das am einfachsten war. Es wurde auch mal einfach nur der Zaun aufgeschraubt, wenn die betreffende Person zwar diesen Weg nehmen mußte aber von der Sache an sich oder den Besonderheiten gar nichts wissen durfte.
Beteiligte hatten keine Ahnung (so weit ich weiß jedenfalls), um wen es sich handelte oder warum. Nur, dass man zu einer bestimmten Zeit da und dort sein musste, jemanden traf und ihn oder sie von A nach B zu bringen hatte. Da alle FDU trugen und meist auch noch den Regenumhang und oft keine Schulterstücke zu erkennen waren, offensichtlich auch Perücken getragen wurden, konnte man sich hin und wieder sein Teil denken, Wissen jedoch ist etwas grundsätzlich anderes. Fragen hat man sich verkniffen.
Mitunter hat man dann nach einiger Zeit die FDU und den Umhang oder sonstige Sachen wieder eingesammelt und zurück genommen.
Man selbst war offiziell, damit meine ich den Dienstplan, auch gar nicht in dieser Gegend. So hat man offiziell zum Beispiel im Eckerloch oder auf dem Königsberg Posten in der Nacht geschoben, während tatsächlich jemand von Schneewittchen für einen dort geblockt und auch Meldungen abgesetzt hat.
Es handelte sich auch nicht immer um Personen. Manchmal wurden Gegenstände feindwärts aufgenommen (Dosen, Streichholzschachteln, Zigarettenschachteln), die an einem vereinbarten Ort gelegen hatten. Dann nach freundwärts mitgenommen und an einem wieder vereinbarten Ort hinterlegt. Manchmal auch umgekehrt. Keine Ahnung, was darin war. Nachschauen war verboten und so dumm, nicht mit Tests zu rechnen, war man nicht.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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19.01.2011 18:45
#23
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Zitat von Mike59

Zitat von Stabsfeld
Hallo !
Bei einer Wanderung ( Kontrolle Grenzmarkierung ) Zwischen der Güst Probstzella und Lehesten über die Füst Sattel bin ich an solch einer Agentenschleuse vorbeigekommen. Im Anhang mal 3 Fotos davon.


----------------------
Also für mich ist das ein 08/15 Gassentor im Grenzzaun I. Ich will ja nicht ausschließen das da mal der eine oder andere "Agent" durchgelaufen ist. Aber die Gassen gab es im Zaun immer wieder an den verschiedensten Stellen. Eine Agentenschleuse ist für mich eine Schleuse die als solche nicht zu erkennen ist. Ob einsehbar durch die GÜO der BRD oder nicht ist da eher nebensächlich.

Mike59





Naja, 08/15 kann aber auch wie eine gute Täuschung sein.


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19.01.2011 18:52
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#24
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S51

Zitat von Stabsfeld
... Eine Agentenschleuse ist für mich eine Schleuse die als solche nicht zu erkennen ist. Ob einsehbar durch die GÜO der BRD oder nicht ist da eher nebensächlich.

Mike59




Naja, 08/15 kann aber auch wie eine gute Täuschung sein.[/quote]

Also reguläre Gassen, ob die großen Tore, die auch mit Technik feindwärts benutzt werden konnten, oder die kleinen GAK-Gassen, die von den regulären 13/81 benutzt wurden, waren in dieser Verwendung wohl eher die Ausnahme. Aber keineswegs unmöglich. "Schleusung" bedeutet doch, dass der Zweck der Sache für Betrachter und manchmal sogar den Betreffenden nicht erkennbar sein sollte. Eine ganz offizielle Passage von augenscheinlich ganz standartgemäßen Grenzern ist eben auch eine Art Tarnung. Wer hier an "Schema F" glaubt, liegt falsch, ganz falsch.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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19.01.2011 22:25
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#25
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Zum Thema, Schleusungsstellen, Übertrittsstellen, wurfschleusen gibts auch hier Input.
http://www.geschichtsspuren.de/forum/vie...r=asc&&start=70


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19.01.2011 22:36
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#26
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"Schleusung" bedeutet doch, dass der Zweck der Sache für Betrachter und manchmal sogar den Betreffenden nicht erkennbar sein sollte.

Hallo,verstehe ich nicht ganz.Soll das bedeuten,daß der geschleuste manchmal nicht wußte das er geschleust wird?


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19.01.2011 23:34 (zuletzt bearbeitet: 19.01.2011 23:50)
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#27
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S51

Zitat von Landeposten
...daß der geschleuste manchmal nicht wußte das er geschleust wird?



Dass schon aber nicht wo, wo durch und wie und nicht die Abfolgen. Keine Kenntnis über den Grenzabschnitt an sich. Und im Extremfall vielleicht auch nicht "dass". Wäre denkbar.

Ich habe irgendwo irgendwann mal geschrieben, dass es sich keinesfalls immer um "Agenten" gehandelt hat. Auch so manche politische Unterredung hat diesen Beginn genommen. So mancher Fahnenflüchtige, der durchaus freiwillig wieder zurück kam. So mancher Verwandte von anderen hat sich so mit Verwandten getroffen wo das eigentlich politisch so absolut unmöglich sein sollte.
Diese Welt kannte nicht nur schwarz und weiß.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
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20.01.2011 02:16 (zuletzt bearbeitet: 20.01.2011 02:46)
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#28
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S51

[quote="eisenringtheo... Mit speziellen MFS Gakl (Reisekader) das Gebiet der BRD in einem Radius von 30 km um den Schleusungspunkt konspirativ sichern (damit nich BGS, BRD-Zoll) im falschen Moment auftaucht)?
Theo[/quote]

Jau, 30 km! Die würden sich heute noch suchen bzw. gesucht werden. Oder es müßten Völkerschaaren unterwegs gewesen sein.
Selbst 3 km würde ich für arg übertrieben halten. Auf Schwerpunkten vielleicht aber die Kommunikation lief doch normalerweise ohne Funk. Den hätten sonst die Amis oder Briten sehr schnell aufgeklärt. Oder auch der VVS. Nur durch Zeichen oder dadurch, dass man sich bewegte oder eben meistens nicht. Auch 300 m kommen mir rein entfernungsmäßig noch viel vor aber machbar.
5 Stunden vorher und nachher als Zeitraum für die Absicherung erscheinen da als realistisch aber ohne sich nun genau auf die Zahl festlegen zu wollen.
Thunder und co. wären über einen MfS-GAK Reisekader vor Freude wohl glatt aus dem Häuschen gewesen doch realiter halte ich es für äußerst selten, dass jemand in Uniform und unter Waffen die Linie überschritten hat. Den Blaumann betrachte ich mal nicht als Uniform obwohl es Schlaue gegeben haben soll, die darin wirklich rüber sind. Das passierte in Zivil und auf der anderen Seite waren auch nur Zivilisten.
BGS und Zoll hatten oft sehr eingefahrene Gewohnheiten, was Streifenzeiten und -Bewegungen betraf. Sehr zahlreich waren sie auch nicht. Wenn es da im Ablauf auch nur die geringste Änderung gab, galt die Sache eigentlich als erledigt und wurde auf ein ander Mal verschoben.
Trotzdem, wenn man Thunders Beiträge liest, haben sie wohl einige Vorgänge aufgeklärt. Oder anders: Aus Dummsdorf waren sie auch nicht.
Und spannend? Zu dem Thema sind sicher die SIK-er oder jene von Schneewittchen am aussagefähigsten. Wobei ich da irgendwie so gar nichts lese und höre. Immer noch. Stundenlang im Busch hocken, dann irgendwann "Kopf runter" und schließlich noch mal stundenlang im Busch hocken bleiben. Dazwischen alles melden, was in der Regel zu dieser Zeit sowieso nicht kam. Ich meine damit die nächtliche Streifenfahrt des BGS, den abendlichen Zoll oder die Morgenstreife. Und dazwischen Spannung pur. Hauptsache, der Kaffee hat gereicht. Damit die Augen offen blieben.
Und wehe, man kriegte den Gitterrahmen am Rohr nicht mehr richtig eingesetzt. das Ding hatte die Neigung, vor Sonnenaufgang zu verkanten. Da hat wohl mancher in Gedanken den Tierpark hoch und runter zitiert. Musste nämlich ganz ohne Licht gehen und es gab einen solchen Rahmen sowohl feindwärts wie auch freundwärts. 1,50 x 1,50 störrisches Blech! Kein Wunder, das Mechanikerberufe dort üblicher waren als alles andere. Dazu freundwärts beinahe unter dem Kolonnenweg noch die Signalgeräte, die zu spannen waren. Ohne Scheppern natürlich, denn wie hätte man das erklären sollen? Zu meiner Zeit gab es noch keine Signalleitung zur Füst. Die gingen also strikt nach Zeit. Und pünktlich eine halbe Stunde vor Ablösung musste man wieder am alten Ort sein.
Und wenn dann die normale Grenzstreife am frühen Morgen die erste KS machte, mußte alles so sein, wie es ja sowieso immer war.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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20.01.2011 16:30
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#29
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Danke euch erstma für diese vielen Infos!!! ich würde mir ja gerne mal eine Persönlich anschauen ... dazu muss aber das Wetter erstmal mitmachen ... wenn möglich kann ich ja Bilder machen ...


Bunki


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20.01.2011 17:58
#30
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Zitat von Stabsfeld
Hallo !
Bei einer Wanderung ( Kontrolle Grenzmarkierung ) Zwischen der Güst Probstzella und Lehesten über die Füst Sattel bin ich an solch einer Agentenschleuse vorbeigekommen. Im Anhang mal 3 Fotos davon.



Hallo alle miteinander,

Da ich genau in diesem Abschnitt war, glaube ich, dass dort Schleusungen wahrscheinlich (sage aber niemals nie ) nicht stattfanden.
Nach Kontrolle Grenzmarkierung war dort die "Rückkehr" möglich, weil dort auch die Trennstelle zweier Grenzkompanien war, diese Trennstelle war auch gleich die Trennungslinie zwischen GR-15 und GR-10.
Zu meiner Zeit erfolgte die Anmeldung der Aufklärung des Mfs telefonisch, mit der Forderung das Tor 104 um eine bestimmte Zeit zu öffnen und alle Posten aus dem betroffenen Abschnitt (hier Grossgeschwendaer Schlucht) abzuziehen. Die Posten, welche das Tor geöffnet haben, haben gesagt der Uaz der in den Grenzabschnitt eingefahren ist, war komplett bis auf die Fahrerseite zu gehangen mit Sichtschutz. Das Ausfahren erfolgte analog, die Zeit wurde bei dem Telefongespräch ebenfalls gleich genannt.
Ein Angehöriger der Bayerischen Grenzpolizei hat mir übrigens auch bestätigt, das auf dem Gebiet der Bundesrepublik in bestimmten Abschnitten Uniformen und Uniformteile der GT gefunden wurden. Er sagte, dort war dann Nachtdienst mit Nachtsichtgerät fällig, teilweise auch nächtelang, aber meist erfolglos.
Kulmbachpolier


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