1.Juli 1988 Lenne Dreieck ,Potsdamer Platz

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09.01.2011 11:08
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#1
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Besetzer des Lennedreieck springen morgens um ca halb sechs über die Grenzabsperrung des antikapitalistischen Schutzwalls in den Ostteil der Stadt.Warum hab ich dafür nicht den Bundesverdienstorden erster Klase bekommen .2 Wochen später war Gorbatschow in Westberlin wg IWF und hat über unseren Flashmob geredet Quelle Youtube


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09.01.2011 12:58
#2
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Mich würde schon interessieren, wohin die Fuhre auf dem W50 LA hin gefahren wurde?
Was für Leute sind da zusammen gekommen, sind eventuell auch IMs mit drunter gewesen?
Ist ja auf Ostseite ziemlich ziviel abgegangen. Alles ohne Anwendung der Schusswaffe. Siehe da!

LO-D


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09.01.2011 13:23 (zuletzt bearbeitet: 09.01.2011 13:27)
#3
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Zitat von LO-driver
Mich würde schon interessieren, wohin die Fuhre auf dem W50 LA hin gefahren wurde?
Was für Leute sind da zusammen gekommen, sind eventuell auch IMs mit drunter gewesen?
Ist ja auf Ostseite ziemlich ziviel abgegangen. Alles ohne Anwendung der Schusswaffe. Siehe da!

LO-D


Das mit den IMs ging damals auch durch die Westpresse. Letztlich war es wieder mal eines von vielen Beispielen der katastrophalen Diplomatie und Aussenpolitik der Deutschen Demokratischen Republik. Eine Besitzesübergabe an Westberlin mit Vorankündigung war wie ein Eigentor mit Ansage im Fussball. Dass ein rechtsfreier Raum in Westberlin eine Einladung an Chaoten und Rowdies sein würde, musste allen klar sein. Eine so exponierte Stelle in einer so bekannten Stadt war auch für die Presse sehr interessant. Westberlin wollte und konnte nichts gegen die Chaoten tun und die DDR konnte auch nichts dagegen tun. Also die Zeit bis zum 1, Juli 1988 abwarten, die Westberliner das Problem erledigen lassen und unbedingt Schadensbegrenzung betreiben: Vor allem einen Schusswechsel an der Grenze durfte es auf keinen Fall geben. Also hat man sich als Reisebüro betätigt, Busse herangefahren, die Leute eingesammelt und wohl an den Westbahnsteigen des Bahnhofs Berlin Friedrichstrasse wieder "ausgesetzt". Selbstverständlich erst nach erkennungsdienstlicher Behandlung. Ist aber reine Spekulation von mir. Vielleicht ist ja etwas zu einem Forenmitglied durchgesickert.
Theo


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09.01.2011 14:39 (zuletzt bearbeitet: 09.01.2011 14:39)
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#4
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Ein Kamerad von mir war als Grenzer bei der Aktion dabei. Er erzählte die Leute wären verpflegt worden und dann über die nächsten GüSt abgeschoben worden. Die Grenztruppen wurden auch von der (West)Berliner Polizei darüber informiert das man mit Inkrafttreten des Kaufvertrages das Gebiet räumt und man wohl Tränengas einsetzen würde.

Man muß erwähnen das diese LenneDreieck (Bellevue Straße,Lennestraße und Ebertstraße) zur DDR gehörte, die Mauer aber grade die Ebertstraße runterlief.


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09.01.2011 20:11
#5
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Offenbar gab es noch mehr solcher "Ecken", bei der die Mauer eine Abkürzung hatte.... und die dann an Berlin-West gingen:
http://www.berlin.de/imperia/md/content/...251_19_1988.pdf
Theo Eisenring


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09.01.2011 22:11
#6
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Bei Nr 4 auf dem Link ist es das Widerlager der Brücke gewesen, das auf der Westseite des Humboldthafens noch zu Ostberlin gehörte. Aber auch zu Beginn der 70er Jahre gab es einen Gebietsaustausch. Vorher gehörte das Gelände des Potsdamer Bahnhofs mit der Ruine des Haus Vaterland auch noch zu Ostberlin, das dann 1972 zu Westberlin kam. Kurz danach wurde dann die Ruine des Haus Vaterland abgerissen. Auf dem Gelände des Potsdamer Bahnhofs ist jetzt die Gabriele-Tergit-Promenade und der Tilla-Durieux-Park unter dem die Eisenbahstrecke vom Südkreuz zum Hauptbahnhof verläuft.
Zaunkönig Peter, der dort in der Nähe 1961 Dienst schob

März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße


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22.01.2011 10:20
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#7
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hallo zaunköng
soweit ich in erinnerung habe fuhr die heidekrautbahn bis bergm.borsig.ich weis noch wie ein fahrgast rausgesprungen,über den zaun und
dann in lübars unverletzt gelandet ist.muss im herbst 1961 gewesen sein.fuhr die bahn nicht durch die rieselfelder von blankenfelde? ich bin
selber von der klempkestrasse und andere abschnitte bis lübars streife gegangen gruss klaku


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22.01.2011 10:53
#8
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Die Gleise lagen im Schutzstreifen und waren offensichtlich betriebsbereit:

Reisezüge fuhren da aber wohl keine.
Theo


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22.01.2011 11:29
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#9
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doch theo,zu meiner zeit fuhren die züge noch.es war noch keine mauer gebaut nur stacheldrahtzaun ,dann kam ein weg .der war zu der zeit
noch öffentlich.die gartenbenutzer gingen von diesen in ihre gärten.so war es in schönholz.
mal nebenbei,habe mir mal die mühe gemacht und bin von schönholz bis zum bahnhof friedrichstrasse zu fuss gegangen
klaku


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22.01.2011 11:55 (zuletzt bearbeitet: 22.01.2011 11:58)
#10
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Hallo klaku, ja die Züge fuhren dort vor dem Mauerbau sogar bis zum Bf Wilhelmsruh. Sie endeten auf der jetzt freien Fläche auf der Ostseite des Bahnhofs. An der Strecke war zwischen den Bfen Rosenthal KP 4 und Blankenfelde KP 2 mitten in den Rieselfeldern sogar ein Kontrollpunkt (KP 3), weil da ein Wirtschaftsweg über die Bahngleise ging. Sieh Dir mal in der Rubrik Videos und Filme die Schmalfilme 1959-62 .... entstanden an. Die Rolle 5 zeigt die Gegend bis zum VEB Bergmann-Borsig vor dem Mauerbau. Da ist auch ein Stück bei vom KP 3 mitten in den Rieselfeldern bei. Diesen Film habe ich selber vor dem Mauerbau dort oben als "Grenzer" aufgenommen. Auch die anderen 10 Filme stammen alle von mir. Das hat man damals nämlich noch nicht so verbissen gesehen. Übrigens die Klemkestraße war vor dem Mauerbau der KP 9, die Kopenhagener Straße vor dem Bf Wilhelmsruh der KP 8 und am Nordgraben vor Bergmann-Borsig war KP 7.
Noch ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2011 von
Peter dem Zaunkönig

März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße


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22.01.2011 13:08
#11
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Zu diesen KPP findet man nur wenig im Internet. Offenbar hat es hunderte davon gegeben. Wen und was hat man kontrolliert? Waren die KPP dauernd in Betrieb?
Nur soviel habe ich gelesen. Es wurde darauf geachtet, dass Westberliner die Stadtgrenzen von "Gross-Berlin nicht verlassen durften und sonstige Ausländer dafür korrekte Ausweise und Genehmigungen brauchten. Nicht in Berlin ansässige DDR-Bürger konnte zudem das Überfahren der Stadtgrenze verwehrt werden, wenn der Grund der Reise unklar war. Einen grossen Nutzen haben die KPP vor dem 13. August 1961 offenbar aber nicht gehabt.
Theo


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22.01.2011 13:58
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#12
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Zitat von Zaunkönig
Hallo klaku, ja die Züge fuhren dort vor dem Mauerbau sogar bis zum Bf Wilhelmsruh. Sie endeten auf der jetzt freien Fläche auf der Ostseite des Bahnhofs. An der Strecke war zwischen den Bfen Rosenthal KP 4 und Blankenfelde KP 2 mitten in den Rieselfeldern sogar ein Kontrollpunkt (KP 3), weil da ein Wirtschaftsweg über die Bahngleise ging. Sieh Dir mal in der Rubrik Videos und Filme die Schmalfilme 1959-62 .... entstanden an. Die Rolle 5 zeigt die Gegend bis zum VEB Bergmann-Borsig vor dem Mauerbau. Da ist auch ein Stück bei vom KP 3 mitten in den Rieselfeldern bei. Diesen Film habe ich selber vor dem Mauerbau dort oben als "Grenzer" aufgenommen. Auch die anderen 10 Filme stammen alle von mir. Das hat man damals nämlich noch nicht so verbissen gesehen. Übrigens die Klemkestraße war vor dem Mauerbau der KP 9, die Kopenhagener Straße vor dem Bf Wilhelmsruh der KP 8 und am Nordgraben vor Bergmann-Borsig war KP 7.
Noch ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2011 von
Peter dem Zaunkönig

Die Erinnerrung an die Rieselfelder im Sommer 71 ruft immer noch ein ungutes Gefühl hervor. Gruß Jürgen


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22.01.2011 16:38 (zuletzt bearbeitet: 22.01.2011 16:42)
#13
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Hallo theo, welche KPP meinst Du denn. Die Übergänge wurden von Nord nach Süd durchnummeriert. Die Kopenhagener Straße am Bf Wilhelmsruh war der KP 8, der KP 21 war damals die Brunnenstraße. Es waren keine hunderte in Berlin, der KP 72 war kurz vor der Berliner Stadtgrenze bei Altglienicke. Danach kann nicht mehr sehr viel gewesen sein vielleicht noch 10. Und was sollten sie für einen Nutzen gehabt haben in einer offenen Stadt, wo alle Straßen von jedem begangen werden konnten? Zudem hießen diese Übergänge im Grenzdienst nur KP wie Kontrollpunkt. Zudem konntest du mit 1 oder 2 Kontrollposten, so nannten sich die Wachtmeister die kontrollierten die anderen waren Sicherungsposten, überhaupt nicht jeden Passanten kontrollieren. Wenn ich die Brunnen- oder Bernauer Straße nehme, da liefen hunderte Leute an uns vorbei, wie willst du die alle kontrollieren ohne ein riesiges Chaos zu verursachen, weil die Personen bei dir anstehen müssen. Nee nee, jeden zu kontrollieren ging nicht, also nur Stichproben. Tja und besetzt waren die rund um die Uhr, ein Postenpaar immer 3 Stunden, dann kam die Ablösung, nach 1 Stunde Pause und mit einem neuen Mann wieder raus an einen anderen Posten.
Und dann sieh mal hier im Forum, da hatten wir das Thema schon mal: Grenzsicherung vor 1961 in Berlin
Zaunkönig Peter

März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße


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22.01.2011 17:12 (zuletzt bearbeitet: 22.01.2011 17:12)
#14
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Hallo theo, habe mir mal Dein Profil angesehen. Du wohnst in Zürich, nehme ich danach an. Also habe ich bei wikipedia Zürich aufgerufen und mir das Folgende ausgedacht. Stelle Dir mal vor die Kreise 2, 3, 4, 5, 9 und 10 sind eine Besatzungszone und die Kreise 8, 7, 1, 6, 11, und 12 sind eine andere Besatzungszone. Dazwischen ist ein reger Fußgängerverkehr, naja und Autoverkehr natürlich auch. Nun denke mal, du willst da jeden Passanten und jedes Auto, das in die andere Zone wechselt, kontrollieren, da bekommst du aber ganz schnell Verkehrsprobleme, weil ja die Kontrollen so lange dauern. Und dann, wie die Leute schimpfen und zetern, weil sie da bei dir anstehen müssen zwecks Kontrolle. Nee nee, das ging auch damals in Berlin nicht. Nichts für ungut.
Peter, der Zaunkönig

März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße


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10.03.2011 11:19 (zuletzt bearbeitet: 10.03.2011 11:21)
#15
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Zitat von klaku
hallo zaunköng
soweit ich in erinnerung habe fuhr die heidekrautbahn bis bergm.borsig.ich weis noch wie ein fahrgast rausgesprungen,über den zaun und
dann in lübars unverletzt gelandet ist.muss im herbst 1961 gewesen sein.fuhr die bahn nicht durch die rieselfelder von blankenfelde? ich bin
selber von der klempkestrasse und andere abschnitte bis lübars streife gegangen gruss klaku



"Lübarser Weg" bin ich einmal Steife gelaufen. (1971)
Der Friedhof Rosental, die Rieselfelder und das Tegeler Fließ sind mir auch noch in Erinnerung.
Nicht nur der Mücken wegen.

Komm'se mal zurück Genosse Gefreiter! Könn'se denn nich grüßen?


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