Roland Jahn, der künftige Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen

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05.01.2011 14:02 (zuletzt bearbeitet: 05.01.2011 14:03)
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Die Stasi hatte ihn in Knebelketten gelegt, über die Bahngleise geschleift und in einen Zug zum bayerischen Hirschberg verfrachtet. Dort verkündete er: "Ich bin DDR-Bürger, immer noch." Die Abschiebung Jahns war neben der Ausbürgerung von Wolf Biermann eine der spektakulärsten.

Das ist ein Auszug aus diesem Artikel
http://www.freies-wort.de/nachrichten/re...art2493,1317808


Was sind denn Knebelketten ?


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05.01.2011 14:17
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#2
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S51

Zitat von Angelo
...Was sind denn Knebelketten ?



Eine seit der vorigen Jahrhundertwende bei den deutschen Polizeien übliche Fesselvariante. Sie besteht aus einer etwa 25 cm langen Kette und zwei Knebeln, je an einem Ende, die zusammengefügt und ineinander verdreht werden können. Steckt dazwischen ein Handgelenk, so wird dieses dadurch gequetscht. Der dabei zugefügte Schmerz soll den Festgenommenen gefügig und friedlich machen. So das er eben "mitkommt". Zu DDR-Zeiten hatten wir nur sehr klobige Handfesseln und auch nur wenige davon. Pro Funkwagen eine und noch eine im Revier. Also eigentlich keine für den einzelnen Polizisten, der ja ansonsten allein seine Streife versah.
Als Ersatz hierfür gab es die Knebelkette. Ich habe meine noch, mal sehen, werde versuchen demnächst ein Foto hineinzustellen.
Diese Kette hatte den großen Nachteil, dass man es bei der Benutzung auch übertreiben konnte und dem Festgenommenen dadurch Verletzungen am Handgelenk zufügen konnte. Deshalb war ihre Benutzung ein disziplinarisches Risiko für den Anwender und nicht ungefährlich für den Betroffenen.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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05.01.2011 14:23
#3
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Knebelkette? Ich hatte schon das Vergnügen.

grenzergold


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05.01.2011 14:26
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S51

Zitat von grenzergold
Knebelkette? Ich hatte schon das Vergnügen.

grenzergold



Mein Beileid. Es gibt wirklich freundlichere Methoden der Überzeugung.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
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05.01.2011 14:29 (zuletzt bearbeitet: 05.01.2011 15:13)
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#5
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S51

Hier ist eine zu sehen und auch wie sie benutzt wird:
http://www.atame.info/HI_Fesselwerkzeuge.htm

oder hier etwas detaillierter:
http://www.asmc.de/de/Security-Wachschut...belkette-p.html

Die Benutzung war beiderseits der Mauer nicht unüblich:
http://archiv.dusnet.de/sb/a/txtarc/gefa197701bro_txt01.html

Wie es jedoch nicht funktioniert, ist hier beschrieben. Denn mit einer Knebelkette kann nur jemand geführt werden, wenn der Andere daran dreht. Man kann also nicht zwei Gefangene mit einer Knebelkette verbinden.
http://www.ddr-zeitzeugen.de/STAATSSICHE...wohl-expr_.html

Die in der DDR üblichen Handfesseln in guten Bildern hier:
http://www.handschellen.org/sammlung/ddr01.html
Ganz unten die Knebelkette, darüber die bei der Polizei zu meiner Zeit übliche Handfessel. Die anderen Modelle kenne ich nicht. Eine solche Handfessel gab es auch auf unserer Grenzkompanie. Aber eben nur eine, weshalb sie bei mehreren Festgenommenen nicht benutzt wurde.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
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05.01.2011 14:44
#6
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Vor der Fesselung gab es aber erst noch was mit dem Gummiknuppel und gleich von fünf Genossen.Ich stand praktisch im Kreis. Heute nimmt man Pfefferspray. Aber Vielen Dank führ die Anteilnahme,S51.

grenzergold


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05.01.2011 17:00
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Zitat von S51
Hier ist eine zu sehen und auch wie sie benutzt wird:
http://www.atame.info/HI_Fesselwerkzeuge.htm

oder hier etwas detaillierter:
http://www.asmc.de/de/Security-Wachschut...belkette-p.html

Die Benutzung war beiderseits der Mauer nicht unüblich:
http://archiv.dusnet.de/sb/a/txtarc/gefa197701bro_txt01.html

Wie es jedoch nicht funktioniert, ist hier beschrieben. Denn mit einer Knebelkette kann nur jemand geführt werden, wenn der Andere daran dreht. Man kann also nicht zwei Gefangene mit einer Knebelkette verbinden.
http://www.ddr-zeitzeugen.de/STAATSSICHE...wohl-expr_.html

Die in der DDR üblichen Handfesseln in guten Bildern hier:
http://www.handschellen.org/sammlung/ddr01.html
Ganz unten die Knebelkette, darüber die bei der Polizei zu meiner Zeit übliche Handfessel. Die anderen Modelle kenne ich nicht. Eine solche Handfessel gab es auch auf unserer Grenzkompanie. Aber eben nur eine, weshalb sie bei mehreren Festgenommenen nicht benutzt wurde.



Es ist für mich völlig unstrittig, dass es in der ehemaligen DDR und in der BRD eine politische Justiz gab. Beide Justizsysteme sollen, können und müssen in dieser Hinsicht aufgearbeitet werden. Es ist für mich auch gar keine Frage, dass Verbrechen an Häftlingen/Gefangenen strafrechtlich verfolgt werden müssen.
Die beiden Schilderungen ( Moabit/Grotewohlexpress ) in den eingestellten Links halte ich für unglaublich. Straftaten und Vergehen einzelner Bediensteter sind immer möglich und denkbar. Hier waren jedoch in beiden Fällen, wenn sie denn wahr sind, mehrere Bedienstete beteiligt. In dieser " Gruppentäterschaft " liegt neben der Gutachtertätigkeit auch die Chance der Auflärung.

Rabe


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05.01.2011 18:22
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#8
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Zitat von grenzergold
Vor der Fesselung gab es aber erst noch was mit dem Gummiknuppel und gleich von fünf Genossen.Ich stand praktisch im Kreis. Heute nimmt man Pfefferspray. Aber Vielen Dank führ die Anteilnahme,S51.

grenzergold



Das hört sich echt an wie aus dem Mittelalter
Es tut mir wirklich leid das dir sowas widerfahren ist heute würde man dafür vor das Tribunal in Den Haag gestellt


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05.01.2011 18:32 (zuletzt bearbeitet: 05.01.2011 18:33)
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#9
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In Deutschland ist die Knebelkette wohl kaum noch in Gebrauch.

Aber siehe u.a. hier,
http://www.atame.info/HI_Fesselwerkzeuge.htm
und hier,
http://www.atame.info/CU_Knebelketten.htm

Mike59


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05.01.2011 18:34
avatar  Mike59
#10
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Upps ist ja schon aufgeführt, sorry


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05.01.2011 19:17
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#11
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So ne Knebelkette tut weh habe das mal selber ausprobiert. Ich habe oder hatte mal eine. Gummiknüppel hmm da kam doch oft der kleine vor der in jede Handtasche passt...


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06.01.2011 06:25
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#12
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S51

Zitat von Angelo
...Es tut mir wirklich leid das dir sowas widerfahren ist heute würde man dafür vor das Tribunal in Den Haag gestellt



Ganz nüchtern? Praktisch nein.
Diese Ketten sind im Zeitalter von allgegenwärtigen, kleinen Handschellen, Daumenschellen und Vorführzangen nur eben etwas aus der Mode gekommen. Es braucht auch ein wenig Training, damit umgehen zu können, weil man sonst beim Umlegen das Widerlager nicht trifft und der Gegenpart schlicht abhauen könnte.
Beim Mißbrauch gab und gibt es immer das Beweisproblem. Es sagt einfach keiner aus. Der Betroffene hat überdies dann meist eine Anzeige wegen Widerstand am Hals (und oft auch nicht zu Unrecht) und die Schwierigkeit zu beweisen, welche Verletzung nun willkürlich entstand und welche, als sein Widerstand gebrochen werden musste.
Die Welt ist anders als im Film.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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06.01.2011 11:27
#13
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Na ja,ich hab's rein sportlich gesehen,war auch ein bisschen von mir provoziert.Welcher Polizist lässt sich gern fotografieren?Nach Eintreffen der Verstärkung gab es sicher den Auftrag "Fotoapparat sicherstellen".Was dann einige Zeit später gelang.Nach zwei Stunden im Keller des VPKA konnte ich dann gehen,mit Fotoapparat der es nicht überlebte und der Film war belichtet.Dazu gab's noch eine Geldstrafe von 250 Mark,wegen "Störung des sozialistischen Zusammenlebens in der Öffentlichkeit".Nächsten Tag hatte ich natürlich den Spott meiner Kollegen zu ertragen als unter der Dusche meine blauen Flecke sichtbar wurden.
Geschichten die das Leben schreibt.

zur Führungskette:bei der BePo wurde der Umgang auch trainiert.

zu Übergriffen von Bediensteten des Strafvollzuges muss ich sagen,hatten wir einige bei uns auf der Arbeit(Kollektiv,Brigade)die aus besagten Gründen vom Dienst entfernt wurden.Ein Stahlwerk hatte immer Arbeitskräftemangel.

grenzergold


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06.01.2011 16:18
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#14
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Jetzt wurden hier 12 Beiträge über Knebelketten, Handschellen etc geschrieben ( sind wir hier ein Sado-Maso Studioforum ?) aber über den eigentlichen Titel Roland Jahn, künftiger Bundesbeauftragter für die Stasi Unetrlagen wurde noch kein Wort verloren.

Wer ist das ? Wer ist Roland Jahn, was macht er zur Zeit ?


Gruß Gert


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06.01.2011 16:46 (zuletzt bearbeitet: 06.01.2011 16:47)
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Zitat von Gert
Jetzt wurden hier 12 Beiträge über Knebelketten, Handschellen etc geschrieben ( sind wir hier ein Sado-Maso Studioforum ?) aber über den eigentlichen Titel Roland Jahn, künftiger Bundesbeauftragter für die Stasi Unetrlagen wurde noch kein Wort verloren.

Wer ist das ? Wer ist Roland Jahn, was macht er zur Zeit ?


Gruß Gert



@ Gert,

nun muß ich Dir schon wieder recht geben! Mich würde auch noch interessieren, was soll er machen und was darf er machen?
Nun können wir beide gespannt sein.

Rabe


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