Wolf Biermann

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03.01.2011 20:40
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#1
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Wolf Biermann ist ja bekanntlich aus der DDR ausgebürgert worden.1976,im November, spielte er ein Konzert in der Köln Deutzer Sporthalle .Dort erfuhr er die Nachricht.Er blieb dann im Westen.Für den Fall einer Wiedereinreise war auch vorgesorgt.Biermann war in diesem Falle folgendes mitzuteilen:

Sie haben während ihres Aufenthaltes in der BRD ihre staatsbürgerlichen Pflichten grob verletzt.Deshalb wurde ihnen gemäß § 13 Staatsbürgerschaftsgesetzt die Staatsbügerschaft der DDR aberkannt.Auf Grund dessen wird ihnen hiermit eine Einreise in das Gebiet der DDR untersagt


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03.01.2011 20:58
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#2
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Biermann war das nicht der Sänger/liedermacher der erst vom Richter stand?


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03.01.2011 23:08
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Zitat von SFGA
Biermann war das nicht der Sänger/liedermacher der erst vom Richter stand?



Nein Sören, Biermann war ein Liedermacher und Sänger. Gleichzeitig hatte er zur damaligen Zeit den regierenden Sozialisten in der DDR den Spiegel vorgehalten und ihnen klar gemacht wie unsozialistisch ihre Politik eigentlich ist. Darauf hin haben sie ihm die Förmchen weggenommen und haben ihn aus dem Spielerkreis ausgeschlossen. Sie waren eben beleidigt, wie das in den Folgejahren immer öfter vorkam, bis das Volk ihnen die Förmchen wegnahm und sie vom weiteren Spiel ausschloss. So war das.

Gruß Gert


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04.01.2011 08:49
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#4
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biermann, war ein kleiner vulgärer liedermacher der sich gerne als kommunist betitelte und als nabel der welt ansah. man erwies sich einen bärendienst als man diesen kleinen neurotiker ausbürgerte, was meines erachtens, gegen die gesetze der ddr verstieß. schon damals glaubte die sed probleme mit repressiven massnahmen auf dauer lösen zu können. die solidaritätsbekundungen für biermann, durch die damals "heiligen kühe", waren doch voraussehbar. nach biermann gingen dann die wirklichen künstler...


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04.01.2011 09:41
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#5
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Gegen welches Gesetz und inwiefern?

Ansonsten stimme ich Dir zu, man hätte einfach sein Auftrittsverbot nicht aufheben dürfen und fertig. Die Ausbürgerung an sich war ein Fehler.


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04.01.2011 10:17
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Zitat von Feliks D.
Gegen welches Gesetz und inwiefern?



wenn ich es noch richtig in erinnerung habe, gab es kein gesetz das sich mit der "zwangsweisen" ausbürgerung aus der ddr beschäftigte. auch die ddr-verfassung gab diesbezüglich nichts her. aber wie gesagt, es sind nur erinnerungen...


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04.01.2011 10:44 (zuletzt bearbeitet: 04.01.2011 10:47)
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Zitat von GilbertWolzow

wenn ich es noch richtig in erinnerung habe, gab es kein gesetz das sich mit der "zwangsweisen" ausbürgerung aus der ddr beschäftigte. auch die ddr-verfassung gab diesbezüglich nichts her. aber wie gesagt, es sind nur erinnerungen...



Zitat
Gesetz über die Staatsbürgerschaft der Deutschen Demokratischen Republik

§ 9. Die Staatsbürgerschaft der Deutschen Demokratischen Republik geht verloren durch
a) Entlassung;
b) Widerruf der Verleihung;
c) Aberkennung.

§ 13. Die Staatsbürgerschaft der Deutschen Demokratischen Republik kann Bürgern, die ihren Wohnsitz oder Aufenthalt außerhalb der Deutschen Demokratischer Republik haben, wegen grober Verletzung der staatsbürgerlichen Pflichten aberkannt werden.



Jetzt ging es nur noch um eine weite Auslegung des Begriffes Aufenthalt, denn es ist ja nicht explizit vom gewöhnlichen Aufenthalt die Rede und daher wurde der Begriff hier als vorübergehender Aufenthalt (für einen bestimmten, seiner Natur nach einen nur vorübergehenden Aufenthalt erfordernden Zweck - sprich das Konzert) ausgelegt. Soweit alles richtig, da macht mir die Begründung der groben Verletzung der staatsbürgerlichen Pflichten mehr Bauchschmerzen. Aber dies ist ja eher eine politische als eine rechtliche Auslegungssache und daher als solche hinzunehmen.


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04.01.2011 14:51
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Hallo,

ich habe seinerzeit ein " Konzert " des Herrn W. Biermann in der BRD am Radio live verfolgt. Nach meiner Meinung hatte damals
die DDR Rartei- und Staatsführung nur zwei Möglichkeiten:
1. die Ausbürgerung des Liedermachers
2. die strafrechtliche Aufarbeitung nach Rückkehr des Liedermachers
Ich hielt die Ausbürgerung für die bessere Lösung. Mit einer strafrechtlichen Aufarbeitung wäre ein gottesgleicher Volks- und Freiheitsheld
entstanden. Wie gesagt, meine damalige Ansicht. Aber Herr Biermann wäre nicht Herr Biermann, wenn er nicht in seinem Haß bei
passender und unpassender Gelegenheit nachgelegt hätte. Der heute zur Bedeutungslosigkeit verkommene Künstler beschreibt seine
Heldenrolle in " Der Spiegel " 1992, 46. Jahrgang Nr. 39 S.81 ff:

"Falls im Grauen des Morgengrauens, wenn die Diktatur gestürzt ist und das neue demokratische Recht noch nicht gilt, der Pöbel schreit:
Hängt das Pack auf! - dann gehöre ich zum Pöbel. Und wenn dann die empörten Menschen in ihrem Zorn ein paar besonders verächtliche Menschenquäler töten, will ich ihnen nicht in den Arm fallen. Im Gegenteil, ich würde sie umarmen. So eine verbrecherische
Triebabfuhr im Affekt mindert den gefährlichen Selbsthass des demoralisierten Volkes".

Dieses kommentiere ich nicht, selbst wenn die entsprechenden Preisangebote lukrativ sind.

Rabe


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04.01.2011 16:36
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#9
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hallo rabe, da es mir nicht vergönnt war das konzert zu hören...was hat der herr biermann da so von sich gegeben das es deiner meinung nach gerechtfertigt war ihn auszubürgern oder das nach seiner rückkehr strafrechtlich aufzuarbeiten??
gruß enrico


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04.01.2011 17:47
avatar  Mike59
#10
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Zitat von enrico
hallo rabe, da es mir nicht vergönnt war das konzert zu hören...was hat der herr biermann da so von sich gegeben das es deiner meinung nach gerechtfertigt war ihn auszubürgern oder das nach seiner rückkehr strafrechtlich aufzuarbeiten??
gruß enrico


---------------------------------------

https://www.youtube.com/watch?v=WY5S9cBfh3s&feature=related

https://www.youtube.com/watch?v=GSw5H4tY29A&feature=related

https://www.youtube.com/watch?v=0e6q6tLRzGM&feature=related

Kleiner Ausschnitt - jedenfalls nichts besonderes.

Mike59


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04.01.2011 17:52 (zuletzt bearbeitet: 04.01.2011 19:41)
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#11
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Zitat von enrico
hallo rabe, da es mir nicht vergönnt war das konzert zu hören...was hat der herr biermann da so von sich gegeben das es deiner meinung nach gerechtfertigt war ihn auszubürgern oder das nach seiner rückkehr strafrechtlich aufzuarbeiten??
gruß enrico



Das Konzert war weniger das entscheidene,er hat sein "übliches " Set gespielt,halt dem Staat den Spiegel vorgehalten.Das ganze war ja von langer Hand geplant und die Formulierung des Textes für den Fall seiner Wiedereinreise stand schon vor seiner Ausreise in die BRD fest.


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04.01.2011 17:59
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Ich mochte den Typen schon allein von seinem Erscheinungsbild und Auftreten her damals nicht wie heute, geschweige denn seine Musik. Aufmerksam auf W. Biermann bin ich erst mit seiner Ausbürgerung geworden, die auch ich für einen groben Fehler hielt und halte. Aber egal wie, Ausbürgerung oder strafrechtliche Verantwortung nach Rückkehr in die DDR: Zu einer Ikone des Protestes, des Beginn des Aufbegehrens, des Wiederstandes gegen den Alleinherschaftsanspruch, gegen die Diktatur der SED wär er so oder so geworden.

josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...


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04.01.2011 18:28
avatar  Mike59
#13
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Das Konzert war weniger das entscheidene,er hat sein "übliches " Set gespielt,halt dem Staat den Spiegel vorgehalten.Das ganze war ja von langer Hand gelant und die Formulierung des Textes für den Fall seiner Wiedereinreise stand schon vor seiner Ausreise in die BRD fest.[/quote]
-----------------------------------

Das kann ich mir gut vorstellen @ Zermatt

Ansonsten halte ich Ihn für einen ausgemachten Sp*****

Mike59


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04.01.2011 20:19 (zuletzt bearbeitet: 04.01.2011 20:52)
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Zitat von Zermatt
Das ganze war ja von langer Hand geplant und die Formulierung des Textes für den Fall seiner Wiedereinreise stand schon vor seiner Ausreise in die BRD fest.



Biermann wurde nach dem (falschen) Ende seines Auftrittsverbotes hofiert wie nur wenige andere, Interviews mit Westblättern, Auftritte im West TV, Plattenproduktion mit einem US-Konzern und trotz allem war er nie zufrieden. Erste Planungen zu seiner Ausbürgerung stammen aus dem Jahr 1973, diese sollte anlässlich einer Besuchsreise nach Hamburg realisiert werden. Allerding fehlte damals noch die grobe Verletzung der staatsbürgerlichen Pflichten und so wurde diese Maßnahme nicht durchgeführt. Die erforderliche Verletzung war erst bei seinen Äußerungen im Konzert gegeben.

Zitat von josy95
Aber egal wie, Ausbürgerung oder strafrechtliche Verantwortung nach Rückkehr in die DDR: Zu einer Ikone des Protestes, des Beginn des Aufbegehrens, des Wiederstandes gegen den Alleinherschaftsanspruch, gegen die Diktatur der SED wär er so oder so geworden.



Nun ja es hätte auch schon noch einen dritten Weg gegeben der aus heutiger Sicht der beste gewesen wäre, aber hinterher weiß man immer mehr.


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04.01.2011 21:05
avatar  Eumel
#15
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Übrigens wurde Wolf Biermann 1982 offiziell die Einreise in die DDR mit einem Pass der BRD gestattet. Er bekam ein einmaliges Visum zur Einreise. Ging um einen Besuch bei Robert Havemann. Kann mich allerdings nicht mehr erinnern, ob das Visum in den Pass kam oder er ein Einlagevisum bekam.


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