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#1

Amnestie für Republikflüchtige.....

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.12.2010 19:24
von SET800 | 3.112 Beiträge | 78 Punkte
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Wie war das mit denen die nicht Offiziere des MfS, der Armee, der Grenztruppe oder Träger intensiver Staatsgeheimnisse waren ( die Anzahl der Zuchteber EINER LPG dürfte wohl nicht darunter zählen ), beim illegalen Grenzübertritt KEINE Gewalt, keine Waffen einsetzten, konnten die bedenkenlos wenn sie eine Einreiseerlaubnis bekamen auch betreff der Wiederausreise sein?



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#2

RE: Amnestie für Republikflüchtige.....

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.12.2010 19:57
von turtle | 6.961 Beiträge | 103 Punkte
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Mir zumindest war nichts passiert.War 68 geflüchtet 1974 nach Amnestie wieder eingereist. Hatte mich damals bei den Behörden der BRD erkundigt .Antwort wenn sie die Einreiseerlaubnis bekommen können sie damit rechnen das ihnen nichts passiert. Eine Garantie ist das aber nicht! Ausreise war immer Problemlos!
Gruß Peter(turtle)


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#3

RE: Amnestie für Republikflüchtige.....

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.12.2010 20:35
von eisenringtheo | 10.181 Beiträge | 3696 Punkte
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Zitat von turtle
(...)1974 nach Amnestie wieder eingereist. (...)Gruß Peter(turtle)


Es wurde immer wieder von Amnestien berichtet. Diese betraf auch Personen, die nicht im DDR Justizvollzug waren. Laut Westpresse waren die Amnestien aber immer so formuliert, dass sie für NVA- und GT Truppen Angehörige nur galten, wenn diese im Strafvollzug waren. Diese Personen konnten nie mehr in die DDR reisen.
Leider ist das, was man in der Westpresse las, oft falsch, speziell die Springerpresse hatte ein stark gefärbtes Bild vermittelt.
Theo


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#4

RE: Amnestie für Republikflüchtige.....

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.12.2010 21:59
von Gert | 14.058 Beiträge | 6676 Punkte
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1965 geflüchtet, Flucht war aus DDR Sicht einziges Delikt.

Herbst 1972 nach Grundlagenvertrag Gesetz der DDR dass alle Flüchtlinge bis 31.12.1971 amnestiert sind und gleichzeitig aus der DDR Staatsbürgerschaft entlassen, war Weihnacht 1972 mit meiner jungen Familie zum ersten Mal nach 7 1/2 wieder bei meinen Eltern und Geschwistern in Thüringen. Alles lief reibungslos. Ich hatte allerdings vor diesem ersten Grenzübertritt nach meiner Flucht mehr Schiss als vor der Flucht aus der DDR. Ich habe ihnen nicht getraut.

Gruß Gert


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#5

RE: Amnestie für Republikflüchtige.....

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.12.2010 23:42
von Pitti53 | 9.403 Beiträge | 2795 Punkte
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Zitat von Gert
1965 geflüchtet, Flucht war aus DDR Sicht einziges Delikt.

Herbst 1972 nach Grundlagenvertrag Gesetz der DDR dass alle Flüchtlinge bis 31.12.1971 amnestiert sind und gleichzeitig aus der DDR Staatsbürgerschaft entlassen, war Weihnacht 1972 mit meiner jungen Familie zum ersten Mal nach 7 1/2 wieder bei meinen Eltern und Geschwistern in Thüringen. Alles lief reibungslos. Ich hatte allerdings vor diesem ersten Grenzübertritt nach meiner Flucht mehr Schiss als vor der Flucht aus der DDR. Ich habe ihnen nicht getraut.

Gruß Gert


ging mir genauso als das erste mal im westen war @gert. ich hatte auch schiß


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#6

RE: Amnestie für Republikflüchtige.....

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.12.2010 04:44
von Sachsendreier (gelöscht)
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....mit trauen ist das so eine Sache...warum hat man immer so ein schlechtes Gefühl ?...ich bin nun kein Flüchtling, wurde "beigetreten" und hab wieder ein "Scheißgefühl" und trau "ihnen" nicht....


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#7

RE: Amnestie für Republikflüchtige.....

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.12.2010 10:20
von Pit 59 | 11.976 Beiträge | 9628 Punkte
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Mensch Gert das war bestimmt kein ruhiger Aufenthalt bei Deinen Verwandten.Warst bestimmt erst wieder froh wo Du zurück warst.
Das war wirklich Mut,ich hätte mir es nicht getraut.



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#8

RE: Amnestie für Republikflüchtige.....

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.12.2010 11:33
von linamax | 2.340 Beiträge | 1290 Punkte
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Zitat von Gert
1965 geflüchtet, Flucht war aus DDR Sicht einziges Delikt.

Herbst 1972 nach Grundlagenvertrag Gesetz der DDR dass alle Flüchtlinge bis 31.12.1971 amnestiert sind und gleichzeitig aus der DDR Staatsbürgerschaft entlassen, war Weihnacht 1972 mit meiner jungen Familie zum ersten Mal nach 7 1/2 wieder bei meinen Eltern und Geschwistern in Thüringen. Alles lief reibungslos. Ich hatte allerdings vor diesem ersten Grenzübertritt nach meiner Flucht mehr Schiss als vor der Flucht aus der DDR. Ich habe ihnen nicht getraut.

Gruß Gert


Ich bin 1967 als Soldat geflohen hätte aber denen niemals getraut .



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#9

RE: Amnestie für Republikflüchtige.....

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.12.2010 14:03
von Gert | 14.058 Beiträge | 6676 Punkte
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Zitat von linamax

Zitat von Gert
1965 geflüchtet, Flucht war aus DDR Sicht einziges Delikt.

Herbst 1972 nach Grundlagenvertrag Gesetz der DDR dass alle Flüchtlinge bis 31.12.1971 amnestiert sind und gleichzeitig aus der DDR Staatsbürgerschaft entlassen, war Weihnacht 1972 mit meiner jungen Familie zum ersten Mal nach 7 1/2 wieder bei meinen Eltern und Geschwistern in Thüringen. Alles lief reibungslos. Ich hatte allerdings vor diesem ersten Grenzübertritt nach meiner Flucht mehr Schiss als vor der Flucht aus der DDR. Ich habe ihnen nicht getraut.

Gruß Gert


Ich bin 1967 als Soldat geflohen hätte aber denen niemals getraut .




Das war die richtige Einstellung, Linamax, denn für geflüchtete Soldaten galt diese Amnestie nicht. Dich hätten sie eingebuchtet, wenn sie dich in die Finger bekommen hätten. Ich habe auch vor dem ersten Besuch nach der Flucht das damals noch existierende innerdeutsche Ministerium angerufen und gefragt, ob mir etwas passieren könnte. Man sagt mir da, dass wenn ich einen Berechtigungsschein für ein Visum erhalte, ich fahren könnte. Die Amnestie war aber nur für die R.-Flucht, wenn ich andere Straftaten gemacht hätte, wäre eine Verhaftung möglich. War bei mir aber nicht der Fall. Bei späteren Reisen hatte ich keine Angst mehr, allerdings war die Abfertigungsprozedur in Wartha nicht sehr prickelnd, man war immer froh wenn man da durch war. Z.B. bin ich einmal mit meinen Söhnen gefahren und hatte dasSpiel Monopoly mit. wir spielten das ganz gern. Das hat der DDR Zoll nicht geduldet. Sie haben es mir abgenommen gegen Quittung und bei der Ausreise konnte ich es mir wieder abholen. Solche Kuriositäten erlebtest du da.

Gruß Gert


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#10

RE: Amnestie für Republikflüchtige.....

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.12.2010 14:04
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Zitat von Pitti53

Zitat von Gert
1965 geflüchtet, Flucht war aus DDR Sicht einziges Delikt.

Herbst 1972 nach Grundlagenvertrag Gesetz der DDR dass alle Flüchtlinge bis 31.12.1971 amnestiert sind und gleichzeitig aus der DDR Staatsbürgerschaft entlassen, war Weihnacht 1972 mit meiner jungen Familie zum ersten Mal nach 7 1/2 wieder bei meinen Eltern und Geschwistern in Thüringen. Alles lief reibungslos. Ich hatte allerdings vor diesem ersten Grenzübertritt nach meiner Flucht mehr Schiss als vor der Flucht aus der DDR. Ich habe ihnen nicht getraut.

Gruß Gert


ging mir genauso als das erste mal im westen war @gert. ich hatte auch schiß





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#11

RE: Amnestie für Republikflüchtige.....

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.12.2010 14:14
von Gert | 14.058 Beiträge | 6676 Punkte
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Zitat von Pit 59
Mensch Gert das war bestimmt kein ruhiger Aufenthalt bei Deinen Verwandten.Warst bestimmt erst wieder froh wo Du zurück warst.
Das war wirklich Mut,ich hätte mir es nicht getraut.



PIT59 nachdem ich eingereist war und alles korrekt ablief, hatte sich das mulmige Gefühl gelegt. Der Aufenthalt war doch etwas gewöhnungsbedürftig. Ich war 7 1/2 Jahre nicht da und die DDR hatte sich ja auch weiter entwickelt. Was mir zunächst auffiel, das war die schlechte Luftqualität ( 2-Takter Mief gemixt mit dem Abgasgeruch der Braunkohlebriketts) Na ja , die Leute hatten halt nichts anderes,
das konnte man auch in den Auslagen der Geschäfte sehen. Ich habe mir selbst gesagt : Gert hast alles richtig gemacht. Wo ich große Freude hatte, war das Wiedersehen mit meinen Verwandten und auch Freunden. Das war einzigartig und nicht beschreibbar. Das hat auch alles negative überdeckt. Wenn man nach einem Besuch dann aber wieder in Herleshausen(Grenzstation in Hessen ) ankam hat hat man tief durchgeatmet. Das war irgendwie beifreiend wieder zu Hause zu sein.

Gruß Gert


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#12

RE: Amnestie für Republikflüchtige.....

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.12.2010 16:58
von turtle | 6.961 Beiträge | 103 Punkte
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Na da will ich doch auch noch etwas schreiben. Bei meiner 1.Wiedereinreise hatte ich auch dieses flaue Gefühl. Doch man blieb höflich!
Ja es stimmt nach einigen Jahren im Westen fiel es mir jetzt mehr auf ,diese grauen Häuser teils noch mehr verfallen seit meiner Flucht.
Selbst die Autoabgase waren nun wie Gestank, die Auslagen in den Geschäften kamen mir nun mickrig vor. Doch ich habe es genossen,die ehemaligen Bekannten wieder zu sehen.Der ehemalige FDJ Sekretär aus dem Betrieb ,wahrlich nie mein Freund ,gab zu verstehen das er sich gefreut hat das ich es geschafft habe.Um sofort nachzufragen ob ich nicht etwas Geld tauschen möchte dieser Heuchler.Es hat mir gefallen die mehr oder weniger bewunderten Worte,für meinen Mut es noch einmal gemacht zu haben. Es war schön ich fiel als Wessie auf,in die Nachtbars kam ich ohne Probleme immer rein( ab und zu 5DM für den Türsteher) und zu mir wurden entsprechende Damen platziert.In den Restaurants wenn als Wessie eingestuft musste ich nie anstehen um platziert zu werden.
Einmal lief mir mein alter ABV über den Weg,bei ihm musste ich mich damals nach meiner Haftzeit jede Woche einmal melden.
Als er mir verstohlen zublinzelte wusste ich er hatte mich verstanden.Ja überhaupt die Damenwelt fand mich mit einmal attraktiv(oder meine DM) egal ich habe sie auch belogen und genommen was zu nehmen war.Das wurde mir wiederrum zum Verhängnis .Von 1976 bis 1983 bekam ich plötzlich kein Visa mehr.Hatte immer gerätselt warum? !994 las ich es in meinen Stasiunterlagen. Es waren meine wechselten Damenbekanntschaften verbunden mit meinem negativen Einfluss auf diese Damen die eingestuft waren .nicht zu den moralischen Stützen der Gesellschaft zu gehören. Witz 1983 durfte ich wieder einreisen,doch diesmal setzte die Stasi gleich eine Dame auf mich an. 1994 sah ich ein schönes Filmchen von mir und Simone aufgenommen in einer konspirativen Wohnung über dem Weinhaus Pfeiffer in Leipzig.Diese Ferkel,ich war es zum Glück nicht alles" verlief" normal.Wegen meiner Unmoral sozusagen wurde ich von 76-83 bestraft. Und was machen die? Was solls ich bin kein Moral Apostel ,ich war Seeman und nie pingelig. Es machte mir Vergnügen die Zöllner der DDR etwas zu verschaukeln. Ich sammelte Briefmarken,bis auf einige Marken als Souvenier war das verboten. Es war sonst Devisenvergehen. Ich hatte aber immer die besten Marken welche ich im Briefmarkenladen kaufen konnte dabei. Auch solche für etwas Zusatz in DM ,die nicht in der Auslage waren. Ein Freund wollte damals unbedingt dieses blöde Buch aus der Fernsehserie "Dallas"
Es wurde bei der Kontrolle entdeckt und sollte beschlagnahmt werden. Ich erklärte dem verdutzten Mann das ich das nun überhaupt nicht verstehe da diese Serie demnächst auch in der DDR ausgestrahlt wird. Das stand im Hamburger Abendblatt. Nach kurzer Beratung mit einem Kollegen gab er mir das Buch zurück. Sicherlich hat er die Fernsehzeitung nun immer abgesucht wenn das nun ausgestrahlt wird.
Der "schwarze Kanal" war sowieso besser für ihn,als diese Scheiß Intrigen dieser Öl Heinis. Doch meistens war ich brav. Übrigens in der Zeit von 76-83 durfte ich auch nicht die Transitstrecke von Hamburg nach Prag benutzen. In Schwanheide durfte ich aussteigen und mit dem nächstem Zug aus Berlin zurückfahren. Manchmal wünsche ich mir so einige Tage zurück ich in der Orion Bar ,Postkutsche,Femina,
Esplanade oder im Astoria. Alles war doch nicht schlecht in der DDR
Gruß Peter (turtle)


zuletzt bearbeitet 16.12.2010 17:02 | nach oben springen

#13

RE: Amnestie für Republikflüchtige.....

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.12.2010 17:30
von Pitti53 | 9.403 Beiträge | 2795 Punkte
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wußte ich es doch...du warst früher ein ganz schöner lümmel..grins


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#14

RE: Amnestie für Republikflüchtige.....

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.12.2010 17:51
von turtle | 6.961 Beiträge | 103 Punkte
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Zitat von Pitti53
wußte ich es doch...du warst früher ein ganz schöner lümmel..grins




Aber das war Pitti doch auch! Frag mal Schnatterrinchen.


zuletzt bearbeitet 16.12.2010 17:54 | nach oben springen

#15

RE: Amnestie für Republikflüchtige.....

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.12.2010 21:34
von Feliks D. | 8.889 Beiträge | 35 Punkte
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Tja mein lieber Peter da hast Du ja dann in der DDR deine Besuche ordentlich genossen und alle Vorteile die Dir dein Status als Wessi und deine DM boten ordentlich ausgekostet. Verständlich und sicher hätte es jeder von uns ebenso gemacht. Persönlich war ich jedoch, aufgrund der von Dir beschriebenen negativen Einflüsse solcher Erscheinungen auf einzelne Bürger und die Gesellschaft als ganzes gegen solche Visaerteilungen und halte sie auch heute noch für Fehler. Durch solche Erscheinungen wurden zusätzliche Erwartungshaltungen und Unzufriedenheiten produziert, welche wiederum feindlich-negative Einstellungen einzelner DDR Bürger begünstigten. Ein Puzzelteil von vielen was dann in der Gesamtsumme in den Vorgängen 1989 gipfelte.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!
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#16

RE: Amnestie für Republikflüchtige.....

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.12.2010 22:09
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@Feliks: richtig Feliks wir, z.B. Peter und ich, waren das "abschreckende Beispiel" dafür, dass die damals vorherrschende DDR Propaganda, alle Flüchtlinge landen in WD in der Gosse oder bei der französischen Fremdenlegion, irgendwie nicht stimmen kann. Ich spürte schnell, welchen Aufmerksamkeitsgrad man in der Öffentlichkeit bekam und das nicht nur wenn ich aus meinem Auto ausstieg, dass sich wesentlich von den in der DDR gängigen Modellen unterschied sondern auch so wenn man nur so herumlief. Meine Mutter sagte es mir mal, selbst wenn du DDR Klamotten anziehen würdest, in dem Moment wo du anfängst zu sprechen erkennt man an dir den Westdeutschen. Hat mich zunächst erschreckt und verblüfft aber sie erklärte es: Ihr ( die Westdeutschen ) sprecht so selbstbewusst, euer Auftreten ist so selbstbewusst daran merkt man sofort, dass du von drüben kommst. Das war mir gar nicht bewusst bis zu diesem Augenblick. Ich habe keine Rolle gespielt, ich habe mich so verhalten wie ich es immer tat. Allerdings hatte ich einen Beruf, der viel mit Sprache zu tun hatte, ich musste mit Facharbeitern an der Maschine genauso überzeugend reden können wie mit Einkaufsmanagern und Direktoren. Das waren interessante Erfahrungen. Na ja, dass dir das als MfS Mitarbeiter ( Offizier oder Unteroffizier ? ) nicht gefallen hat kann ich aus deiner Sicht verstehen. Ich habe es aber nicht so toll getrieben wie Peter ( Peter verzeih mir ) denn ich war verheiratet. So traf mich auch nicht der Bannstrahl des MfS, ich bekam immer Visa. Auch stand nichts in meiner Stasi Akte. Da war nur etwas über die Flucht vermerkt, aber falsche Abläufe und entsprechende falsche Schlussfolgerungen. Ich habe mich später darüber gefreut, dass diese Leute doch nicht so allwissend waren, wie sie immer vorgaben zu sein.

viele Grüße aus dem Rheinland


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#17

RE: Amnestie für Republikflüchtige.....

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.12.2010 23:12
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Ja Feliks verstehen kann ich Dich auch,es war für die sozialistische Moral nicht gefestigter Bürger nicht von Vorteil. Vor 5 Jahren war ich noch einer von Ihnen mit verschiedenen Träumen ,wie die weite Welt bereisen. Meine Mutter zeigte immer die schönen Postkarten von allen Kontinenten. Plötzlich stehe ich wieder nach so kurzer Zeit am alten Biertresen als wär ich nie weg gewesen.Auffallende Klamotten,na jedenfalls sah man das die Westproduktion sind und hatte genug Geld um einige Runden zu schmeißen. Klar hatte ich auch teilweise schwarz getauscht. Da kam schon mancher Bürger ins grübeln ,so der hat es doch richtig gemacht. Kann sein das mein Beispiel für den Einen oder den Anderen Schule machte und er auch die DDR verlassen hat.
Wer will mir verübeln das ich die Lügen strafen wollte die nach meinen 1.Fluchtversuch sagten " ich müßte dankbar sein ,das mich die Sicherheitsorgane der DDR vor diesen Schritt bewahrt haben" Ich war nicht dankbar für 18 Monate.
Sie waren letztendlich mit Schuld das ich es noch einmal versucht hatte. Sie gaben mir keine Perspektive mehr nach meiner Entlassung.
Mann hätte eben den Sozialismus in der DDR so aufbauen müssen das man sich wohler fühlte. Aber so war das Verhältnis von Bürgern die die DDR verließen und denen die in die DDR übersiedelten in keinem Verhältnis.Aber stimmt Feliks Bürger wie ich wirkten sich nicht gerade positiv auf die Moral aus. Auch mancher Genosse kam durch die Hintertür zu mir und wollte Geld tauschen.Ich traf nicht einen alten Bekannten welcher mir Vorwürfe wegen meiner Flucht machte.Neid den spürte ich schon.Manchmal bekam ich auch Ärger wenn die Jungs merkten das die DM ihnen die Chancen nahm.cest la vie.
Gruß Peter(turtle)


zuletzt bearbeitet 17.12.2010 06:15 | nach oben springen

#18

RE: Amnestie für Republikflüchtige.....

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.12.2010 14:03
von 94 | 11.498 Beiträge | 2830 Punkte
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Immer wieder köstlich Euch zuzulesen (abgelitten von zuzuhören) *grins*

Nur schade das im Eifer des Gefechts(aktes) hier und da dann die Fakten etwas verrutschen *weniger_grins*
DDR-Flüchtlinge als Angehörige der Légion Étrangère sind mir nicht bekannt. Bekannt ist mir aber Einer, der aus der Legion fahnenflüchtig wurde und sich dann als Fluchthelfer betätigt hat. Hier mal eine Rezension zu 'Nur der Tod kann dich befreien' von W. Bäcker (978-3-902475-54-1):

Was für ein Leben! 1959 in die Fremdenlegion eingetreten, flieht der Autor später aus der Legion, wird Fluchthelfer, schleust Flüchtlinge aus der DDR, landet für 67 Monate im Stasi-Hochsicherheitsgefängnis Bautzen II und wird schließlich Anfang der 70er Jahre durch die BRD freigekauft. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, berichtet der Autor in unmittelbarer Sprache von seinen Gründen, in die Legion einzutreten, von seiner Ausbildung und von seinem weiteren Schicksal dort, und schließlich von seiner Zeit als Fluchthelfer. Ein Zeitzeugenbericht, in dem sich die Irrungen und Wirrungen des letzten Jahrhunderts spiegeln.
Bäcker, der kein Hehl daraus macht, daß er seine freiwillige Meldung in die Legion häufiger bereut hat, durchläuft eine überaus harte Ausbildung und wird danach Mitglied der Fallschirmjäger-Eliteeinheit 1e REP (Régiment Étranger de Parachutistes). Hier wird er, es war die Zeit des Algerienkrieges, Zeuge eines Aufruhrs, der durch die Ankündigung des französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle, daß sich Frankreich aus Algerien zurückziehen werde, ausgelöst wurde. An diesem Aufruhr war auch das 1e REP beteiligt, das daraufhin aufgelöst wurde. Bäcker, der in der Folge nach Korsika versetzt wird, entscheidet sich dort zur Flucht aus der Legion. Die Flucht gelingt und ein weiteres abenteuerliches Kapitel im Leben des Autors beginnt, nämlich das des Fluchthelfers, der Deutsche aus der DDR schleust.
Es war nicht nur das Geld, das den Autor zur Fluchthilfe motivierte, sondern auch seine Erfahrungen auf der Flucht vor der Roten Armee im Winter 1944/45, die in ihm einen tiefen Haß auf den Kommunismus auslösten. Bäcker beginnt das Spiel mit und gegen die Stasi, die mit immer ausgefeilteren Methoden versucht, Fluchthilfe zu unterbinden. Die Schleusung eines Ehepaares über Bulgarien wird ihm schließlich zum Verhängnis; er kommt in das Zentralgefängnis von Sofia, wird in die DDR abgeschoben und in die berüchtigte Stasi-Zentrale in der Berliner Normannenstraße gebracht. Der weitere Weg ist vorgezeichnet: Nach seiner Verurteilung kommt Bäcker in das Stasi-Hochsicherheitszuchthaus Bautzen II, das sogenannten „Westlern“ vorbehalten war. 67 lange Monate Haft liegen vor ihm, die erst mit seinem Freikauf durch die Bundesrepublik Anfang der 1970er Jahre endet.

Quelle: http://www.ares-verlag.com/index.php/article/view/168

Ob der jemals wieder nach Frankreich gereist ist?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 17.12.2010 14:04 | nach oben springen

#19

RE: Amnestie für Republikflüchtige.....

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.12.2010 14:38
von turtle | 6.961 Beiträge | 103 Punkte
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Bautzen II war nicht nur "Westlern" Vorbehalten.
aus Wikipedia:
Von 1956 bis 1989 wurde es faktisch vom Ministerium für Staatssicherheit kontrolliert, obwohl es offiziell dem Ministerium des Innern unterstellt war, und wurde deshalb auch als Stasi-Knast bezeichnet. Die überwiegende Zahl der Insassen war aus politischen Gründen inhaftiert. Zu den Gefangenen zählten vor allem politische Gegner der SED-Führungsspitze, ausländische (hauptsächlich bundesdeutsche) Häftlinge, die wegen Spionage und Fluchthilfe verurteilt waren, aber auch straffällig gewordene Funktionäre aus dem DDR-Herrschaftsapparat.
Gruß Peter (turtle)


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