Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

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14.12.2010 21:10
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#1
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Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

In Betrieben der DDR wurde viel stibitzt – Kleinigkeiten zumeist. Einem Arbeiter gelang jedoch ein echter Coup. Er schaffte fertig montierte Autos beiseite.

Zwickau. Lebensmittel aus dem Delikat, Klamotten aus dem Exquisit, Auslandsreisen – acht Jahre lang hat es sich Peter Bachmann (Name geändert) gut gehen lassen. Eine Viertelmillion DDR-Mark hat er durchgebracht. Das Geld auszugeben, sei kein Problem gewesen, sagte er gegenüber dem Richter am Bezirksgericht in Karl-Marx-Stadt. Er habe mit seiner Familie einfach gut gelebt. Eine Viertelmillion, diese Summe war 1988 für sich schon spektakulär.

Noch viel spektakulärer war, wie Bachmann an so viel Geld kam. Er hatte nicht weniger als 25 Trabis gestohlen und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Aber es sind keine normalen Autodiebstähle gewesen. Bachmann hat sie dort mitgehen lassen, wo er seit 20 Jahren arbeitete: als Schlosser im VEB Sachsenring. Die geklauten Trabis waren Neuwagen.

Hier gehts weiter:
http://www.nordkurier.de/index.php?objek...n.m-v&id=755746
http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...0073/index.html


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14.12.2010 21:17
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#2
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den Artikel gab es heute auch in der SVZ.eine ganze Seite...Unglaublich was alles so möglich war.Nur hat man nicht geschrieben ,ob er seine wohl mehr als gerechte Strafe auch wirklich absitzten mußte.Und war mit der Rückzahlung?

aber sicher ist er jetzt auch ein "Opfer"


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14.12.2010 21:40
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#3
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Zitat von Feliks D.
Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

In Betrieben der DDR wurde viel stibitzt – Kleinigkeiten zumeist. Einem Arbeiter gelang jedoch ein echter Coup. Er schaffte fertig montierte Autos beiseite.

Zwickau. Lebensmittel aus dem Delikat, Klamotten aus dem Exquisit, Auslandsreisen – acht Jahre lang hat es sich Peter Bachmann (Name geändert) gut gehen lassen. Eine Viertelmillion DDR-Mark hat er durchgebracht. Das Geld auszugeben, sei kein Problem gewesen, sagte er gegenüber dem Richter am Bezirksgericht in Karl-Marx-Stadt. Er habe mit seiner Familie einfach gut gelebt. Eine Viertelmillion, diese Summe war 1988 für sich schon spektakulär.

Noch viel spektakulärer war, wie Bachmann an so viel Geld kam. Er hatte nicht weniger als 25 Trabis gestohlen und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Aber es sind keine normalen Autodiebstähle gewesen. Bachmann hat sie dort mitgehen lassen, wo er seit 20 Jahren arbeitete: als Schlosser im VEB Sachsenring. Die geklauten Trabis waren Neuwagen.

Hier gehts weiter:
http://www.nordkurier.de/index.php?objek...n.m-v&id=755746
http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...0073/index.html





Ja Feliks, das ist schon ein Stück aus dem Tollhaus. Dass das überhaupt möglich war, hätte ich vorher als Märchen abgetan. Aber so märchenhaft wie der Zusammenbruch der DDR innerhalb einiger Wochen stattfand, so märchenhaft einfach war es auch Volkseigentum mitgehen zu lassen. Spricht nicht gerade für eine straffe und gut geführte Organisationsform in den DDR Betrieben. Es erinnert mich an einen kürzlich ausgeschiedenen User aus Leipzsch, der immer mit solchen Aktionen prahlte, die aber vom Wert wohl nicht so spektakulär waren.
Ich habe mal einen Neuwagen in Werk eines Autoherstellers abgeholt, da waren am Ausgang so strikte Kontrollen, dass so etwas nicht möglich gewesen wäre. Die bösen Kapitalisten passen besser auf ihre Werke auf, deshalb gibt es sie heute noch.

Gruß Gert


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14.12.2010 21:42 (zuletzt bearbeitet: 14.12.2010 21:43)
avatar  Pitti53
#4
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ja gert ,aber auch kleinvieh macht mist.auch die vielen kleinen diebstähle(oder mitbringsel)mit denen sich hier mal jemand rühmte.konnten enormen schaden anrichten


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14.12.2010 21:53
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#5
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Rückzahlung - Wie wurden Schadenersatzforderungen beim Umtausch in DM bewertet, wie Kredite mit 1:2?
Und seine Abnehmer werden sich vermutlich 1989 in den Hintern gekniffen haben ob des gewaltigen Verlustes . . .

Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984

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14.12.2010 22:14
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#6
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Zitat:Rückzahlung - Wie wurden Schadenersatzforderungen beim Umtausch in DM bewertet, wie Kredite mit 1:2?
Und seine Abnehmer werden sich vermutlich 1989 in den Hintern gekniffen haben ob des gewaltigen Verlustes . . .


zu 1) keine Ahnung, wurden sie überhaupt verfolgt, wenn der Betrieb wie Sachsenring abgewickelt wurde ?
zu 2) davon kann man ausgehen, wie sagt der Volksmund " Unrecht Gut gedeiht nicht ", oder es gibt auf der Welt so etwas wie eine ausgleichende Gerechtigkeit, man trifft sich immer 2 x im Leben.

Gruß Gert


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14.12.2010 22:16
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Zitat von Pitti53
ja gert ,aber auch kleinvieh macht mist.auch die vielen kleinen diebstähle(oder mitbringsel)mit denen sich hier mal jemand rühmte.konnten enormen schaden anrichten




da hast du wohl recht Pitti.

Gruß Gert


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14.12.2010 22:22
avatar  moreau
#8
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Hallo Gert Mal eine kleine Geschichte oder besser Witz in den Zusammenhang.
Da verlässt einer jeden Tag zum Arbeitsschluß sein Betrieb mit einer Schubkarre mit irgendwelchen Zeugs. Die Pförtner mißtrauisch geworden kontrollieren ihn und filzen ihn täglich und gründlich. Kommen aber nicht dahinter was er schmuggelt. Eines Tages fragt ihn der Pörtner was er denn aus den Betrieb herausschafft . Sie wüsten zwar das er was herausschafft ,aber nicht was. Da antwortet er ihnen "Es ist ganz einfach. Ich schmuggel Schubkarren !"

Tschja! Was ist die Lehre aus dieser Geschichte. Je dreister und unverfrorener, umso erfolgreicher ist so ein"Abzweigen" Da hat selbst die schärfste Kontrolle ein Problem.

Gruß
Moreau


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15.12.2010 07:11
avatar  Pit 59
#9
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Moreau
Deine Geschichte war ja ein Witz,aber mit Sicherheit war vieles so,.je dreister desto besser.


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15.12.2010 12:01
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#10
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Zitat von Gert

Zitat von Feliks D.
Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

In Betrieben der DDR wurde viel stibitzt – Kleinigkeiten zumeist. Einem Arbeiter gelang jedoch ein echter Coup. Er schaffte fertig montierte Autos beiseite.

Zwickau. Lebensmittel aus dem Delikat, Klamotten aus dem Exquisit, Auslandsreisen – acht Jahre lang hat es sich Peter Bachmann (Name geändert) gut gehen lassen. Eine Viertelmillion DDR-Mark hat er durchgebracht. Das Geld auszugeben, sei kein Problem gewesen, sagte er gegenüber dem Richter am Bezirksgericht in Karl-Marx-Stadt. Er habe mit seiner Familie einfach gut gelebt. Eine Viertelmillion, diese Summe war 1988 für sich schon spektakulär.

Noch viel spektakulärer war, wie Bachmann an so viel Geld kam. Er hatte nicht weniger als 25 Trabis gestohlen und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Aber es sind keine normalen Autodiebstähle gewesen. Bachmann hat sie dort mitgehen lassen, wo er seit 20 Jahren arbeitete: als Schlosser im VEB Sachsenring. Die geklauten Trabis waren Neuwagen.

Hier gehts weiter:
http://www.nordkurier.de/index.php?objek...n.m-v&id=755746
http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...0073/index.html





Ja Feliks, das ist schon ein Stück aus dem Tollhaus. Dass das überhaupt möglich war, hätte ich vorher als Märchen abgetan. Aber so märchenhaft wie der Zusammenbruch der DDR innerhalb einiger Wochen stattfand, so märchenhaft einfach war es auch Volkseigentum mitgehen zu lassen. Spricht nicht gerade für eine straffe und gut geführte Organisationsform in den DDR Betrieben. Es erinnert mich an einen kürzlich ausgeschiedenen User aus Leipzsch, der immer mit solchen Aktionen prahlte, die aber vom Wert wohl nicht so spektakulär waren.
Ich habe mal einen Neuwagen in Werk eines Autoherstellers abgeholt, da waren am Ausgang so strikte Kontrollen, dass so etwas nicht möglich gewesen wäre. Die bösen Kapitalisten passen besser auf ihre Werke auf, deshalb gibt es sie heute noch.

Gruß Gert




Denkste, Gert!
Ich erinnere mich, dass einem in Rüsselsheim am Main gelegenen Werk eines großen Automobilherstellers (fängt mit "O" an) vor etlichen Jahren ähnliches passiert ist. Diebe hatten fabrikneue Autos vom Werksgelände stibitzt und über den im Winter zugefrorenen Main weg gefahren.


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15.12.2010 18:37 (zuletzt bearbeitet: 15.12.2010 18:37)
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Hallo.

25 Autos klauen ist die eine Sache. Die Autos auf dem Schwarzmarkt zu verticken ist eine andere Sache. Mich würde interessieren, wie
die Käufer ihre Fahrzeuge zulassen konnten?

Rabe


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15.12.2010 19:08 (zuletzt bearbeitet: 15.12.2010 19:48)
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94

Hallo Rabe, einfache Antwort. Garnicht! Benutzt wurden schon zugelassene Trabbis, es wurde nur die Fahrgestellnummer 'umgeflext'.

Ich zitiere mal aus dem Artikel (Link beim Startpost von FED)
So einfach wie der Diebstahl gestaltet sich auch der Verkauf. Bachmann sucht sich seine Abnehmer unter Besitzern älterer Trabis. Dann trennt er die Fahrgestellnummer des gestohlenen Trabis heraus und ersetzt sie durch jene des bereits seit Jahren zugelassenen Fahrzeuges. Die Abnehmer fahren nun einen neuen Trabi mit alten Papieren. Bei abweichender Farbe wird einfach eine Legende für die neue Lackierung erfunden.

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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15.12.2010 19:11
avatar  Pitti53
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Zitat von 94
Hallo Rabe, einfache Antwort. Garnicht! Benutzt wurden schon zugelassene Trabbis, es wurde nur die Fahrgestellnummer 'umgeflext'.


und wo blieben dann die alten? ersatzteilversorgung?

irgendwie hinterläßt dieser artikel viele fragen.schlecht recherchiert


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15.12.2010 19:23
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#14
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94

Zitat von Pitti53
und wo blieben dann die alten? ersatzteilversorgung?



Genau, ist auch heute noch gängige Praxis. Wird jetzt zwar bissel oT, aber mal ein Beispiel auf die Schnelle, nur andersrum, weil sonst illegal *grins*. An diesem Sprinter ist ja nun nix mehr dran. Ich zitiere: 'Ohne Motor, Achse hinten und Auspuffanlage.' Und ich bin mir sicher, Getriebe ist auch schon weg, wenn man telefonisch rückfragt. Schrottpreis für eine Tonne Mischschrott aktuell 144€. Achso, dieser Verkauf ist natürlich NICHT illegal! Und der aufgerufene Preis ist billig!

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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15.12.2010 22:39
avatar  ABV
#15
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ABV

Zitat von Gert

Zitat von Feliks D.
Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

In Betrieben der DDR wurde viel stibitzt – Kleinigkeiten zumeist. Einem Arbeiter gelang jedoch ein echter Coup. Er schaffte fertig montierte Autos beiseite.

Zwickau. Lebensmittel aus dem Delikat, Klamotten aus dem Exquisit, Auslandsreisen – acht Jahre lang hat es sich Peter Bachmann (Name geändert) gut gehen lassen. Eine Viertelmillion DDR-Mark hat er durchgebracht. Das Geld auszugeben, sei kein Problem gewesen, sagte er gegenüber dem Richter am Bezirksgericht in Karl-Marx-Stadt. Er habe mit seiner Familie einfach gut gelebt. Eine Viertelmillion, diese Summe war 1988 für sich schon spektakulär.

Noch viel spektakulärer war, wie Bachmann an so viel Geld kam. Er hatte nicht weniger als 25 Trabis gestohlen und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Aber es sind keine normalen Autodiebstähle gewesen. Bachmann hat sie dort mitgehen lassen, wo er seit 20 Jahren arbeitete: als Schlosser im VEB Sachsenring. Die geklauten Trabis waren Neuwagen.

Hier gehts weiter:
http://www.nordkurier.de/index.php?objek...n.m-v&id=755746
http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...0073/index.html





Ja Feliks, das ist schon ein Stück aus dem Tollhaus. Dass das überhaupt möglich war, hätte ich vorher als Märchen abgetan. Aber so märchenhaft wie der Zusammenbruch der DDR innerhalb einiger Wochen stattfand, so märchenhaft einfach war es auch Volkseigentum mitgehen zu lassen. Spricht nicht gerade für eine straffe und gut geführte Organisationsform in den DDR Betrieben. Es erinnert mich an einen kürzlich ausgeschiedenen User aus Leipzsch, der immer mit solchen Aktionen prahlte, die aber vom Wert wohl nicht so spektakulär waren.
Ich habe mal einen Neuwagen in Werk eines Autoherstellers abgeholt, da waren am Ausgang so strikte Kontrollen, dass so etwas nicht möglich gewesen wäre. Die bösen Kapitalisten passen besser auf ihre Werke auf, deshalb gibt es sie heute noch.

Gruß Gert




Es soll aber schon durchaus vorgekommen sein, dass an der polnischen Grenze Fahrzeuge sichergestellt wurden, die direkt im Wolfsburger VW-Werk geklaut wurden. Immer passen die Kapitalisten also auch nicht auf.

Gruß an alle
Uwe

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