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#21

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 16.12.2010 15:12
von josy95 | 5.986 Beiträge | 9609 Punkte
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@Feliks D.,
dieser Thread hier paßt auch sehr gut bzw. hat einige gravierende Gemeinsamkeiten/ Zusammenhänge mit dem auch von Dir eröffnetem Thread "Arbeitseinkommen DDR/ BRD".

Es wurde zusehens mehr und mehr zu einer Art berühmt- berüchtigtem Volkssport, zu Klauen, was nicht Niet- und Nagelfest war. Anschließend entweder zu horten, um im entscheidenden Augenblick gegen andere Ware einzutauschen oder gleich zu "verscheuern, verscherbeln", wie es im damaligen Jargon wohl auch hieß.
Es entstand doch wohl auch daraus dieser treffende DDR-Witz, als ein vermeintlicher Dieb beim Verlassen seines Betriebes, hoppla, heut sagt man ja bundesdeutsch- vornehm Firma..., mit Diebesgut ertappt wurde und zur Rede gestellt wurde. seine prompte Antwort soll wohl gewesen sein...: Erich Honecker hat öffentlich gesagt, aus den Betrieben ist noch viel mehr rauszuholen...!"

Ich weiß von ganzen Güterwagen, die samt Achsen und Puffern verschwanden..., der Güterwagen tauchte als s. g. Irrläufer wieder auf..., natürlich ohne Ladung...!
Hab mir schon damals gesagt, hier müssen doch ganze Banden agiert haben und Leute auch in höheren Posten/ Funktionen mit am "Werk" gewesen sein....

Experten MfS, berichtet doch mal, was, wo und wie ihr in diesem Bereich einer Art "organisierten Kriminalität Made in DDR" ermittelt habt, was ans Tageslicht kam, wer die Täter, Hintermänner und Drahtzieher waren. Hintermänner und Drahtzieher, die bestimmt auch im Rampenlicht der Öffentlichkeit standen, sprich Funktionen inne hatten, SED- Genossen oder gar SED- Funktionäre waren. Deren Täter- oder Mittäterschaft mehr als peinlich war, wenn derartige Informationen an eine (breite) Öffentlichkeit gelangten...!
Oder wurde da der Informationsfluss ggfls. nach "ANweisung von Oben" blockiert?

Denn ich kann mir gut vorstellen, das mit derartigen Ermittlungen nicht nur die Abteilung K (Kriminalpolizei) der Volkspolizei betraut war, sondern das auch ein spezielles Tätigkeitsfeld des MfS im Bereich Wirtschaftsdelikte war.

josy95


Im Osten ging die Sonne auf...
Ich finde die Bezeichnung Ossi total bescheuert! Nennt sie lieber Kreativgermanen. Auch GermaNINNEN!

Und...was mir verstärkt auffällt (leider!) Neid, Mißgunst als Hauptursache vielen Übels und Intoleranz gegenüber anderen Meinungen und Auffassungen greifen immer mehr um sich - schade! Besonders schade bei den Leuten, wo ich es schon rein vom IQ nicht erwartet hätte...
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#22

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 16.12.2010 19:23
von ABV | 4.364 Beiträge | 1319 Punkte
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Zitat von Stabsfähnrich

Zitat von Gert

Zitat von ABV

Zitat von Gert

Zitat von Feliks D.
Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

In Betrieben der DDR wurde viel stibitzt – Kleinigkeiten zumeist. Einem Arbeiter gelang jedoch ein echter Coup. Er schaffte fertig montierte Autos beiseite.

Zwickau. Lebensmittel aus dem Delikat, Klamotten aus dem Exquisit, Auslandsreisen – acht Jahre lang hat es sich Peter Bachmann (Name geändert) gut gehen lassen. Eine Viertelmillion DDR-Mark hat er durchgebracht. Das Geld auszugeben, sei kein Problem gewesen, sagte er gegenüber dem Richter am Bezirksgericht in Karl-Marx-Stadt. Er habe mit seiner Familie einfach gut gelebt. Eine Viertelmillion, diese Summe war 1988 für sich schon spektakulär.

Noch viel spektakulärer war, wie Bachmann an so viel Geld kam. Er hatte nicht weniger als 25 Trabis gestohlen und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Aber es sind keine normalen Autodiebstähle gewesen. Bachmann hat sie dort mitgehen lassen, wo er seit 20 Jahren arbeitete: als Schlosser im VEB Sachsenring. Die geklauten Trabis waren Neuwagen.

Hier gehts weiter:
http://www.nordkurier.de/index.php?objek...n.m-v&id=755746
http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...0073/index.html





Ja Feliks, das ist schon ein Stück aus dem Tollhaus. Dass das überhaupt möglich war, hätte ich vorher als Märchen abgetan. Aber so märchenhaft wie der Zusammenbruch der DDR innerhalb einiger Wochen stattfand, so märchenhaft einfach war es auch Volkseigentum mitgehen zu lassen. Spricht nicht gerade für eine straffe und gut geführte Organisationsform in den DDR Betrieben. Es erinnert mich an einen kürzlich ausgeschiedenen User aus Leipzsch, der immer mit solchen Aktionen prahlte, die aber vom Wert wohl nicht so spektakulär waren.
Ich habe mal einen Neuwagen in Werk eines Autoherstellers abgeholt, da waren am Ausgang so strikte Kontrollen, dass so etwas nicht möglich gewesen wäre. Die bösen Kapitalisten passen besser auf ihre Werke auf, deshalb gibt es sie heute noch.

Gruß Gert




Es soll aber schon durchaus vorgekommen sein, dass an der polnischen Grenze Fahrzeuge sichergestellt wurden, die direkt im Wolfsburger VW-Werk geklaut wurden. Immer passen die Kapitalisten also auch nicht auf.

Gruß an alle
Uwe




Uwe ich kann nicht das Gegenteil beweisen, halte das aber für sehr unwahrscheinlich. Bei VW habe ich noch keine Auto abgeholt, aber in einem Werk in Sindelfingen. Bevor ich meinen neuen Wagen da raus hatte, lief eine Menge Bürokratie und Kontrolle über die Bühne. Auch sehe ich das Problem bei geklauten Autos mit den Fahrzeugpapieren. Wie soll man ein solches Auto in den Verkehr bringen ? Der Fahrzeugbrief wird ja wohl kaum auf dem Beifahrersitz des Autos liegen. Es macht irgendwie keinen Sinn.

Gruß Gert




...............moin @Gert. Ob der VW nun direkt in Wolfsburg oder in Sindelfingen entwendet wurde - entzieht sich meiner Kenntnis. Aus eigener Erfahrung ( 1992/1993 Grenzschutzstelle Schmilka und Frankfurt/Oder Autobahn), dass durchaus fabrikneue Fahrzeuge der Marken VW, Opel, Mercedes u.a. mit teilweise ge- oder verfälschten amtlichen Kennzeichen aus der BR Deutschland verbracht werden sollten. Im Rahmen der Ermittlungen wurde bekannt, dass die Fahrzeuge teilweise direkt aus den Auslieferungsgelände der jeweiligen Werke/Händler bzw. von Umladestationen (Straße/Schiene z.B.) entwendet wurden. Mitgeführte Fahrzeugscheine (heute Zulassungsbescheinigung Teil II) waren teilweise ge- oder überwiegend verfälscht (mechanisch manipuliert). Ohne im Detail auf den Modus Operandi ein zu gehen..................der oder die Tatverdächtigen, änderten an den Fahrzeugen auch teilweise die Fahrgestellnummer (FIN). Beliebt und oft praktiziert war auch der s.g. Schrott-Trick. Zur Ausreise erschienen in diesen Fällen, Fahrzeuge mit Anhänger - auf welchen sich dem Anschein nach Schrottfahrzeuge befanden. Bei genauer Augenscheinsnahme, konnte festgestellt werden dass diese Fahrzeuge nur an leicht auszuwechselnen Fahrzeugteilen beschädigt waren. Entweder bei den Tatverdächtigen selber oder in dem Fahrzeug, konnten teilweise die originalen Fahrzeugschlüssel aufgefunden und sichergestellt werden.
...............so bevor ich weiter vom Thema abweiche.




Danke Chris, besser hätte ich es auch nicht erklären können. In Details darf ich mich an dieser Stelle leider auch nicht auslassen, um keine Dienstgeheimnisse auszuplaudern. Aber die Findigkeit der Auto-Mafia sollte man wirklich nicht unterschätzen. Wenn die Jungs in seriösen Autowerkstätten arbeiten würden, wären sie gefragte Fachleute. Leider verdient man anscheinend als Autoklauer mehr, als ein Autoschlosser.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#23

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 06.10.2018 06:03
von Jochen340 | 38 Beiträge | 400 Punkte
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Hallo Westachse.
Kannst Du das mit dem VW - VEB etwas erklären ? bitte ?
Beste Grüße J


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#24

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 07.01.2019 11:05
von StabHF | 84 Beiträge | 319 Punkte
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.....ja, würde mich auch interessieren. VW war nie ein VEB, VW gehörte eigentlich der oder den Gewerkschaften, ähnlich wie Neue Heimat und Coop in den alten Zeiten.


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#25

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 07.01.2019 13:05
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Zitat von StabHF im Beitrag #24
.....ja, würde mich auch interessieren. VW war nie ein VEB, VW gehörte eigentlich der oder den Gewerkschaften, ähnlich wie Neue Heimat und Coop in den alten Zeiten.



ist so nicht ganz richtig. Das Werk wurde mit dem durch die Nazis enteigneten Gewerkschaftsvermögen von vor 1933 durch die Naziorg. DAF ( Deutsche Arbeitsfront) gebaut. Die Konstruktion des VW wurde durch F. Porsche gemacht, der auch Mitinhaber und GF von VW war. Nach dem Krieg zunächst unter Verwaltung britische Militärregierung ging das Werk in Eigentum Bund und Land Niedersachsen über.1960 Teilprivatisierung in AG, heute Land Niedersachsen 20 % der Aktien mit Sperrvotum ausgestattet, ein Teil von 11% in Streubesitz, 17 % Emirat Katar und etwa 50 % Porsche SE, diese, letztgenannte Gesellschaft gehört zu 100 % den Fam Porsche und Piech.
Also VW hat nie dem DGB oder einer seiner Gesellschaften gehört.


Nachtrag : wenn es den Gewerkschaften gehört hätte, wär es genauso runtergewirtschaftet worden, wie Coop, Bank für Gemeinwirtschaft und neue Heimat und heute nicht mehr da.
Allles was mit Sozialismus und Unternehmertum zu tun hat ist krank und zum Sterben verurteilt. siehe die gen. Beispiele. Schade, dass Marx das nicht mehr erfahren kann.


zuletzt bearbeitet 07.01.2019 16:30 | nach oben springen

#26

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 07.01.2019 17:39
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Oha, wieder etwas gelernt, da waren die Banken 2007 und 2008 auch unter sozialistischer Verwaltung......


PF75 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#27

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 07.01.2019 17:52
von Gert (gelöscht)
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Zitat Wiki:
Die BfG galt lange Zeit als Bank für kleine Leute und wurde wegen der erzielten Gewinne bis in die 1980er Jahre als „Perle“ der Gewerkschaftsunternehmen bezeichnet. Anfang der 1980er war sie kurz davor, die Commerzbank als drittgrößtes Kreditinstitut Deutschlands abzulösen. Sie litt danach unter Managementfehlern und nicht zuletzt unter dem Skandal um die Neue Heimat, der das Image aller Gewerkschaftsunternehmen beschädigte. Vor allem führte eine riskante Kreditpolitik (insbesondere Kredite an Staaten der dritten Welt und des ehemaligen Ostblocks) zu existenzbedrohenden Verlusten. Die Bank rutschte Mitte der 1980er Jahre in die negativen Zahlen, nur etwa ein Dutzend von rund 75 Filialen arbeiteten mit Gewinn.

So teilte die BfG das Schicksal der anderen gemeinwirtschaftlichen Unternehmen (z. B. Neue Heimat, co op AG, AHBR und zuletzt BAWAG in Österreich): Durch Misswirtschaft in die Krise geraten, kosteten diese Unternehmen die Gewerkschaften viel Geld und konnten nur als „normale“, gewinnorientierte Unternehmen am Markt bestehen.


letztlich verkauft an SantanderBank ( spanisch ) und damit am Markt verschwunden. so ergeht's VEB's


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#28

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 07.01.2019 18:26
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- gelöscht -


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie bewegte sich in engen Grenzen !
zuletzt bearbeitet 07.01.2019 18:28 | nach oben springen

#29

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 07.01.2019 20:06
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Zitat von Gert im Beitrag #18

Zitat von ABV

Zitat von Gert

Zitat von Feliks D.
Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

In Betrieben der DDR wurde viel stibitzt – Kleinigkeiten zumeist. Einem Arbeiter gelang jedoch ein echter Coup. Er schaffte fertig montierte Autos beiseite.

Zwickau. Lebensmittel aus dem Delikat, Klamotten aus dem Exquisit, Auslandsreisen – acht Jahre lang hat es sich Peter Bachmann (Name geändert) gut gehen lassen. Eine Viertelmillion DDR-Mark hat er durchgebracht. Das Geld auszugeben, sei kein Problem gewesen, sagte er gegenüber dem Richter am Bezirksgericht in Karl-Marx-Stadt. Er habe mit seiner Familie einfach gut gelebt. Eine Viertelmillion, diese Summe war 1988 für sich schon spektakulär.

Noch viel spektakulärer war, wie Bachmann an so viel Geld kam. Er hatte nicht weniger als 25 Trabis gestohlen und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Aber es sind keine normalen Autodiebstähle gewesen. Bachmann hat sie dort mitgehen lassen, wo er seit 20 Jahren arbeitete: als Schlosser im VEB Sachsenring. Die geklauten Trabis waren Neuwagen.

Hier gehts weiter:
http://www.nordkurier.de/index.php?objek...n.m-v&id=755746
http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...0073/index.html





Ja Feliks, das ist schon ein Stück aus dem Tollhaus. Dass das überhaupt möglich war, hätte ich vorher als Märchen abgetan. Aber so märchenhaft wie der Zusammenbruch der DDR innerhalb einiger Wochen stattfand, so märchenhaft einfach war es auch Volkseigentum mitgehen zu lassen. Spricht nicht gerade für eine straffe und gut geführte Organisationsform in den DDR Betrieben. Es erinnert mich an einen kürzlich ausgeschiedenen User aus Leipzsch, der immer mit solchen Aktionen prahlte, die aber vom Wert wohl nicht so spektakulär waren.
Ich habe mal einen Neuwagen in Werk eines Autoherstellers abgeholt, da waren am Ausgang so strikte Kontrollen, dass so etwas nicht möglich gewesen wäre. Die bösen Kapitalisten passen besser auf ihre Werke auf, deshalb gibt es sie heute noch.[super]

Gruß Gert[hallo]



Es soll aber schon durchaus vorgekommen sein, dass an der polnischen Grenze Fahrzeuge sichergestellt wurden, die direkt im Wolfsburger VW-Werk geklaut wurden. Immer passen die Kapitalisten also auch nicht auf[zwinker][zwinker][zwinker].

Gruß an alle
Uwe




Uwe ich kann nicht das Gegenteil beweisen, halte das aber für sehr unwahrscheinlich. Bei VW habe ich noch keine Auto abgeholt, aber in einem Werk in Sindelfingen. Bevor ich meinen neuen Wagen da raus hatte, lief eine Menge Bürokratie und Kontrolle über die Bühne. Auch sehe ich das Problem bei geklauten Autos mit den Fahrzeugpapieren. Wie soll man ein solches Auto in den Verkehr bringen ? Der Fahrzeugbrief wird ja wohl kaum auf dem Beifahrersitz des Autos liegen. Es macht irgendwie keinen Sinn.

Gruß Gert[hallo]




In unser Verkehrsamt wurde Anfang Oktober 2018 eingebrochen. Da das Amtsgebäude schön einsam am Rande eines Gewerbegebietes liegt, hatten die Täter die ganze Nacht Zeit, alle, aber auch wirklich alle Panzerschränke zu knacken. Der Zahlautomat war da nur das Kompott. Was meinst du, wie viele Blanko-Papiere, TÜV-Plaketten und Amtsstempel nun neue Besitzer haben. Das Amt war gute drei Wochen geschlossen, weil diese Bande das ganze Amt sprichwörtlich auseinandergenommen hat. Google mal Einbruch Strassenverkehrsbehörde Greiz, da ist auch eine Bilderstrecke dabei.


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#30

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 07.01.2019 20:51
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Es geht meines Wissens um die Zeit der DDR. Und da war der Wiederaufbau von Fahrzeugen sehr verbreitet.
Das wäre ein Weg, den ich mir sehr gut vorstellen könnte, Neuteile waren durch die "Umleitung" ja genug da, und die Autobauer hatten die besten Kenntnisse.
Sie brauchte es weder Blankopapiere, sie hatten dann Orginale, noch TÜV.


zuletzt bearbeitet 07.01.2019 21:48 | nach oben springen

#31

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 07.01.2019 21:19
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@EX DM , NEIN, es waren nicht genügend Neuteile da! Ersatzteile waren Mangelware.
So wurde z.B. der Umbau vom Wartburg 353 Trommelbremse auf 353 W mit Scheibenbremse untersagt. Der Grund lag nicht in der Technik, es wurden zu viele Ersatzteile aus dem Bevölkerungsbedarf gezogen. Auch bist Du kaum an Unfallfahrzeuge gekommen, entweder wurden die wieder aufgebaut oder bei Kasko Vollschaden mußte der alte PKW über die Versicherung an die Firma Maschinen und Materialreserven "entsorgt" werden. Ich habe von 1985 bis 1988 zwei Wartburg neu aufgebaut (einen für mich und einen für meinen Vater). zu meinem Glück hatte ich die richtigen Beziehungen, sonst hätte ich das nicht durch ziehen können.


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#32

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 18.06.2019 09:08
von bayernsunny | 26 Beiträge | 205 Punkte
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In Dresden wurde in den 90ern auch mal in die Zulassungsstelle eingebrochen. Dort wurden mehrere tausend Zulassungspapiere und Siegel usw. gestohlen.
Zum Teil waren die schon vorgestempelt, so das nur noch die Daten eingetragen werden mussten. Damals wurden täglich um einiges mehr an Fahrzeugen zugelassen als heute.


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#33

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 18.06.2019 09:15
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Da wurde nicht eingebrochen die sind Übergeben worden.
Das war die Aktion Probst.
Jeder Polizist mit einen 353 war verdächtig.
Ja ich habe das als Polizist erlebt.
Die Ermittlungen dazu wurden direkt von Berlin geleitet.
Es gab ja Probst Wartburg auch auf der Bautzner Str. und in der Militärakademie. :(


Kleinmut und Stolz, aus diesem Holz
Schuf der Mensch sich am sechsten Tag Gott.


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#34

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 18.06.2019 12:23
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Zitat von bürger der ddr im Beitrag #31
@EX DM , NEIN, es waren nicht genügend Neuteile da! Ersatzteile waren Mangelware.

Das erinnert mich an einen Besuch Dresden von West-Berlin aus.
Vor lauter Vorfreude auf den Besuch bei Freunden und Verwandten konnte ich nicht schlafen und begab mich deshalb schon in
den Nachtstunden auf die Reise, sodass ich bereits gegen 3 Uhr in Dresden eintraf.

Da ich um diese Uhrzeit noch niemanden aus dem Bett klingeln wollte, nutzte ich die Zeit für eine Stadtrundfahrt durch die noch
menschenleere Stadt. In der Wettiner Straße, zwischen Postplatz und Könneritzstraße erregte ein Ansammlung von etwa etlichen
Personen meine Aufmerksamkeit. Sie warteten, zum Teil mit Klappstühlen ausgerüstet, vor dem noch geschlossenen Ladengeschäft
für Kfz-Ersatzteile.

Auf meine Fragen antwortete man mir, dass heute Auspuffanlagen für einen bestimmten Pkw-Typ zum Verkauf kämen, die man
dringend benötigen würde, deren Anzahl jedoch erfahrungsgemäß sehr beschränkt sei und bekanntlich nur "der frühe Vogel den
Wurm fängt". Deshalb habe man diese außerplanmäßige Nachtschicht eingelegt.

Das entsprach genau den Erfahrungen, die ich bzw. einer meiner in der DDR lebenden Anverwandten gemacht hatte.
Nach einer angemessenen (jahrelangen) Wartezeit bekam er endlich die Zuteilung für den bestellten "Lada". Leider war
bei seinem Fahrzeug die vordere Tür beim Transport beschädigt worden, was ihm zwar einen Preisnachlass, aber nicht
die für die Reparatur benötigte Farbe einbrachte.

Da auch in West-Berlin diese Fahrzeuge bei verschiedenen Händlern im Angebot waren, wo man sie übrigens ohne jede
Wartezeit hätte erwerben können, suchte er meine Hilfe, um in den Besitz einer 1 kg Dose der benötigten Farbe zu kommen.
Mit einem Anruf bei einer dieser Lada-Vertretung erfuhr ich dann, dass diese, ebenso wie jeden andere Farbe selbstverständlich
vorrätig sei und ich sie jederzeit abholen könne. Allerdings verfüge man nur über Farbdosen mit 2 kg, aber diese seien in jeder
Farbe, ebenso wie alle anderen Ersatzteile für diese Lada-Pkw, sofort lieferbar.

Gleich an nächsten Tag machte er sich also auf den Weg nach Ost-Berlin, um die von mir in West-Berlin gekaufte Farbe in
Empfang nehmen zu können.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie bewegte sich in engen Grenzen !
Grenzläufer hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.06.2019 12:30 | nach oben springen

#35

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 18.06.2019 13:03
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@Sperrbrecher , vielleicht hättest Du Deinem Verwandten nur 10 DM in die Hand drücken müssen. Bei so einem bunten Zettel wäre dem Dresdener Lagerverwalter bestimmt eingefallen, dass er gerade noch eine Büchse von dieser Farbe im Bestand hat.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#36

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 18.06.2019 13:17
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Zitat von furry im Beitrag #35
@Sperrbrecher ,
vielleicht hättest Du Deinem Verwandten nur 10 DM in die Hand drücken müssen. Bei so einem bunten Zettel wäre dem Dresdener
Lagerverwalter bestimmt eingefallen, dass er gerade noch eine Büchse von dieser Farbe im Bestand hat.

Möglicherweise, aber diese 10 DM hätte der auch selber gehabt. Vielleicht ist er nur nicht auf diese Idee gekommen
oder er hat es versucht und man hatte diese Farbe tatsächlich nicht? Bei Gelegenheit werde ich mal nachfragen.


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#37

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 18.06.2019 14:08
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Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #34
... Wettiner Straße, zwischen Postplatz und Könneritzstraße ...
Nur hieß es seinerzeit Paul-Gruner-Straße und Fritz-Heckert-Platz *wink*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#38

RE: Als 25 Trabis einfach falsch abbogen

in DDR Zeiten 18.06.2019 19:06
von Sperrbrecher | 3.785 Beiträge | 14138 Punkte
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Zitat von 94 im Beitrag #37
Nur hieß es seinerzeit Paul-Gruner-Straße und Fritz-Heckert-Platz *wink*

Mir und in meinem Umfeld war es völlig schnuppe, welche Namen die Straßen und Plätze nach der Umbenennung
durch die roten Machthaber hatten. Wir verwendeten weiterhin die ursprünglichen Namen, die sie ja inzwischen
auch wieder, zumindest weitgehend, haben.

Getreu der damals oft zitierten Redewendung:
Wenn Spitzbart, Bauch und Brille in die Hölle reisen.
wird auch Karl-Marx-Stadt wieder Chemnitz heißen.


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