Mauerschützen-Computerspiel ab heute Online

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10.12.2010 09:52
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#1
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Karlsruhe (dpa) - Die Karlsruher Hochschule für Gestaltung will am Freitag trotz Protesten das umstrittene Mauerschützen-Computerspiel ins Internet stellen.

«Es ist an der Zeit, dass sich jeder ein Bild machen kann», sagte Sprecher Klaus Heid. In dem Spiel «1378(km)», das wie ein Ego-Shooter funktioniert, können die Spieler sowohl in die Rolle eines Republikflüchtlings als auch in die eines Grenzsoldaten schlüpfen, der schießen und den unbewaffneten Flüchtling töten kann. Die erste öffentliche Präsentation am Tag der Deutschen Einheit hatte die Hochschule nach Protesten von Opferverbänden abgesagt.

«Wer das Spiel gesehen hat, kann die Kritik daran nicht verstehen», sagte Heid. Bisher werde vor allem von Menschen über das Projekt diskutiert, die es nicht kennen. Aus diesem Grund wies er auch Forderungen der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) zurück, als Teilnehmer zur Podiumsdiskussion am Freitag eingeladen zu werden. «Sie können nur wenig zur Debatte beitragen, bevor sie das Spiel gesehen haben.» Auf dem Podium sitzen deshalb nur Mitarbeiter der Hochschule, darunter auch ihr Leiter Peter Sloterdijk.

Der UOKG-Bundesvorsitzende Rainer Wagner zeigte sich verärgert über die Absage. «Was ich in dem Trailer für das Spiel gesehen habe, genügt. Ich brauche ein Computerspiel, dessen Spielspaß darin besteht, unbewaffnete Zivilsten abzuknallen, nicht unbedingt zu spielen, um es zu kritisieren.» Das Projekt sei ein «Affront gegenüber den Angehörigen der Toten der Berliner Mauer». Sein Verband sei durchaus offen dafür, die deutsch-deutsche Geschichte auch als Computerspiel der jungen Generation nahe zu bringen. «Allerdings muss dies geschehen, ohne die Gefühle der Betroffenen in eklatanter Weise zu verletzen.»

Auch der medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen, forderte die Hochschule auf, ihre Entscheidung zurückzunehmen. «Was als Computerspiel mit Aufklärungsabsicht propagiert wird, ist in Wirklichkeit ein banales Killerspiel im historischen Rahmen.» Auf diesem Weg werde die anerkannte und historisch korrekte Arbeit der Gedenkstätten und Stiftungen infrage gestellt. Das Spiel leiste zudem «der Brutalisierung Heranwachsender Vorschub».

Das Spiel hat ein 23 Jahre alter Student entwickelt, der damit das Thema der 1378 Kilometer langen Grenze quer durch Deutschland - den sogenannten Todesstreifen - aufgreifen wollte. Deshalb baute er auch zahlreiche Infotexte ein. Wahlloses Rumballern erlaubt das Spiel nicht. Wenn der Soldat mehr als dreimal abdrückt, wird er aus dem Spiel genommen und muss sich in einem Mauerschützenprozess verantworten.

Quelle: stern.de http://www.stern.de/politik/geschichte/h...st-1632692.html


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10.12.2010 10:37
#2
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Nachdem ich im Manöver meines letzten Reservistendienstes den Gruppenführer einer Partisanengruppe spielen durfte und mit dieser u.a. den Abteilungskommandaten in Gefangenschaft nahm, stelle ich mir beim Lesen dieses Beitrages zu diesem völlig sinnfreien Spiel die Frage: Wie hat man in der Realität die Grenzbewachung geübt? Gab es im Binnenland eine "Übungsgrenze" und gefakte "Grenzverletzungen" mit Markeuren? Denn es wäre ja eigentlich wichtig gwesen, eine gewisse Routine im Handlungsablauf zu haben, wenn eine richtige Grenzverletzung erfolgte.
Theo


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10.12.2010 10:45
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#3
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hi theo,

ich war in perleberg zur ausbildung als gruppenführer.
dort hat man einen kompletten abschnitt der grenze zur ausbildung gehabt. die länge betrug bestimmt nen kilometer und es gab dort alles, was es auch draußen ( in der einheit) gab.

gruß vs


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10.12.2010 11:39
avatar  TOMMI
#4
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Ich habe dazu nur einen einzigen aber simplen Kommentar:

EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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10.12.2010 11:49
avatar  Pit 59
#5
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Über das Thema ist ja hier schon zur genüge diskutiert wurden.ich werde es mir anschauen wenn es soweit ist,und mir dann mein Urteil bilden.


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10.12.2010 12:31
#6
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Zitat von Eisenringtheo: Frage: Wie hat man in der Realität die Grenzbewachung geübt? Gab es im Binnenland eine "Übungsgrenze" und gefakte "Grenzverletzungen" mit Markeuren? Denn es wäre ja eigentlich wichtig gwesen, eine gewisse Routine im Handlungsablauf zu haben, wenn eine richtige Grenzverletzung erfolgte

Antwort: Ja, wir hatten im GAR5 (Glöwen) einen Grenzausbidungsplatz, an dem ein Stück Grenze mit allem drum und dran nachgebaut war.


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10.12.2010 13:55
#7
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im Zusammenhang mit den Thema "Mauerschützen........" bitte auch folgenden Link beachten:

Die Grenze 1378 KM - ein Spiel?

Zur Frage, gab es "Übungsgrenzen?". Die Frage kann klar mit ja beantwortet werden. Zwar waren nicht alle Anlagen in gleicher Qualität, jedoch für die Grenzdienstausbildung geeignet. Mir persönlich sind die Ausbildungsplätze in Weisen (kurz vor Perleberg), Suhl-Friedberg und Wernsdorf (bei Neu-Zittau) bekannt. Am modernsten und am besten nachgestaltet war die Lehrgrenze in Suhl, was nicht weiter verwunderlich ist, da sich dort die Offiziershochschule der GT "Rosa-Luxemburg" seit 1984 befand.
Geübt wurde an diesen Lehrgrenzen jedoch nicht nur die Verhinderung von Grenzdurchbrüchen. Geübt wurde neben dem richtigen taktischen Verhalten im Grenzdienst, auch u.a. Gegnererkennung, Fotoausbildung (Praxis), Fahrausbildung und weiteres.

Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de


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10.12.2010 14:23
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#8
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94

Zitat von http://www.hfg-karlsruhe.de/news/1378km-premiere.html

Die öffentliche Premiere des Spiels „1378(km)“ findet [...] von 19 bis 21 Uhr im Lichthof der HfG statt. Die Präsentation des Spiels wird begleitet von einer Podiumsdiskussion, an der Prorektor Dr. Uwe Hochmuth, Prof. Michael Bielicky, Prof. Dr. Heiner Mühlmann und Jens M. Stober teilnehmen. Der Eintritt ist frei.


Ab 23.00 soll dann ein Download auf 1378km.de zur Verfügung stehen.

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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10.12.2010 14:36
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Zitat von Stabsfähnrich
im Zusammenhang mit den Thema "Mauerschützen........" bitte auch folgenden Link beachten:

Die Grenze 1378 KM - ein Spiel?

Zur Frage, gab es "Übungsgrenzen?". Die Frage kann klar mit ja beantwortet werden. Zwar waren nicht alle Anlagen in gleicher Qualität, jedoch für die Grenzdienstausbildung geeignet. Mir persönlich sind die Ausbildungsplätze in Weisen (kurz vor Perleberg), Suhl-Friedberg und Wernsdorf (bei Neu-Zittau) bekannt. Am modernsten und am besten nachgestaltet war die Lehrgrenze in Suhl, was nicht weiter verwunderlich ist, da sich dort die Offiziershochschule der GT "Rosa-Luxemburg" seit 1984 befand.
Geübt wurde an diesen Lehrgrenzen jedoch nicht nur die Verhinderung von Grenzdurchbrüchen. Geübt wurde neben dem richtigen taktischen Verhalten im Grenzdienst, auch u.a. Gegnererkennung, Fotoausbildung (Praxis), Fahrausbildung und weiteres.

Neu-Zittau ist mir bekannt, wurden aber 1970 im GAR 39 nicht daran ausgebildet. Gruß Jürgen


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10.12.2010 14:36
avatar  Angelo
#10
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1378(km) wird kommen! Demnächst wird eine Beta-Version mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren veröffentlicht mit dem Ziel, das Spiel nach einer Testphase anhand von Feedback zu überarbeiten. Im Rahmen einer öffentlichen Diskussion mit hochkarätigen Gästen an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe Anfang Dezember wird dann die endgültige Version veröffentlich.

Auf Grund der „widerwärtigen“ Berichterstattung der BILD-Zeitung („Wird das widerwärtige DDR-Ballerspiel verboten?“, BILD-Online v. 29.09.2010) ist es zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, den Veröffentlichungs- und Präsentationstermin am 3. Oktober einzuhalten, da eine sachliche Diskussion im Augenblick nicht möglich ist.

Ein wesentlicher Teil der Kritik bezieht sich auch auf das von mir gewählte Medium Computerspiel. Über Computerspiele als Medium wird zu schnell geurteilt ohne diese genauer zu betrachten. Und so ist es auch bei meinem Kunstprojekt. Es soll dazu dienen, einer jungen Generation mit Hilfe ihres Leitmediums interaktiven Zugang zur jüngsten deutschen Geschichte zu ermöglichen. Mich freut die rege Diskussion und der positive Zuspruch, der meinem Spiel auch zukommt.

An dieser Stelle soll auch klar gestellt werden, dass es sich bei 1378(km) nicht um ein eigenständiges Spiel, sondern um eine kostenlose Modifikation von „Half-life 2: Deathmatch“ handelt, wonach sich auch die oben erwähnte Altersfreigabe richtet.

Im Computerspiel habe ich – anders als beispielweise in einem Dokumentarfilm – selbst die Kontrolle über mein Verhalten und meine Reaktionen auf in Echtzeit stattfindende und sich verändernde Situationen. Das Spiel 1378(km) zwingt in der Rolle des „Grenzsoldaten“ nicht, „Flüchtlinge“ zu erschießen. Es lässt Wahlmöglichkeiten. Gewinnen kann man bei 1378(km) nur, wenn man nicht schießt. Die Regeln des Spiels sind von der innerdeutschen Grenzsituation inspiriert. Grenzanlagen, Todesstreifen und Schießbefehl machen die Brutalität des Spiels aus.

Dass sich Opfer der Todesgrenze oder deren Angehörige verletzt fühlen, bedauere ich zutiefst. Es war keineswegs meine Absicht jemanden zu verletzen.

Jens M. Stober
http://www.1378km.de/


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10.12.2010 15:10
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#11
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Na ja, dann testen wir das Machwerk doch heute abend mal. Hoffentlich bekomme ich nicht zu viele Strafminuten...


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10.12.2010 15:23
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#12
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Zitat von Feliks D.
Na ja, dann testen wir das Machwerk doch heute abend mal. Hoffentlich bekomme ich nicht zu viele Strafminuten...




Felix, Stafminuten scheinen dabei noch das kleinere Übel zu sein.
Denk daran wer 3x abdrückt wird aus dem Spiel genommen und muss sich verantworten


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10.12.2010 15:38
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Soll ja auch ein Onlinespiel sein, kann man ja dann einen Forenclan bilden wie z.B. bei America's Army auch. Genug Erfahrung sollte ja hier vorhanden sein


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10.12.2010 16:35
#14
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Zitat von Angelo
(....)"An dieser Stelle soll auch klar gestellt werden, dass es sich bei 1378(km) nicht um ein eigenständiges Spiel, sondern um eine kostenlose Modifikation von „Half-life 2: Deathmatch“ handelt, wonach sich auch die oben erwähnte Altersfreigabe richtet.

Im Jens M. Stober
http://www.1378km.de/



Muss ja eine gewaltige Modifikation sein, ansonsten kommt eine gewaltige Arbeitslast auf die virtuellen Wehrkreisersatzämter, Aushebungsoffiziere und Soldatenausbilder zu: Bei dem Blutzoll!!!!
https://www.youtube.com/watch?v=Qve2tlsbs-g
Theo


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10.12.2010 16:41
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#15
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94

Zitat von Feliks D.
Soll ja auch ein Onlinespiel sein, kann man ja dann einen Forenclan bilden ...


@FED such mal 'nen Server raus, der auch freie Maps unterstützt.
Aber Deathmatch sollte es schon sein, bei dem Thema ...

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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