Komplexlager 12 Halberstadt

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30.11.2010 12:01
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#1
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Wir sich vielleicht einige von Euch erinnern können, gab es im Grenzausbildungsregiment 7 in Halberstadt alle viertel Jahre ein besonderes Phänomen, welches sich über ca. 2 bis 3 Tage auch nachts abspielte. Gemeint sind hier nicht die üblichen Mamöver der Russen gegenüber von uns, sondern der Lärm der da Tag und Nacht donnerte. Wir haben uns immer gefragt, was das sein könnte. Keiner hatte eine Ahnung. Nun wissen wir, es waren die Großmanöver des Komplexlager 12 in den Thekenbergen, welches sich ca. 1,5 km von unseren ehemaligen Kaserenen befindet. Alle 3 Monate wurde das rießige Lager mit Zügen und LKWs komplett ausgeräumt und auch wieder eingeräumt. Das dauerte ca. 2-3 Tage und Nächte. Im Rahmen einer Vereinsfahrt haben wir nun dieses Lager besucht. Es ist das größte Munitions-und Waffenlager nach Blankenburg (Komplexlager 2) der ehemaligen NVA und GT.

Objektdaten
• Bau ab Sommer 1944 durch Grün & Bilfinger AG (Decknamen B 2 und Malachit)
• Baustopp am 11.04.1945, fertiggestellt 12 km Stollen mit 57000 m² Nutzfläche
• Eisenbahnstollen mit 960 m Länge
• zweietagiger Personalbereich, Küche mit Speisesaal, Krankenstation
• 3 Netzersatzanlagen je 400 kVA, Dieselvorrat 88000 l
• Anschlussgleis an der Strecke Halberstadt - Blankenburg

Nutzungsgeschichte
• Fertigung von Triebwerksteilen durch Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG Dessau
auf 11000 m² Stollenfläche
• 1976 Übernahme durch MfNV
• ab 1979 Einrichtung des KL-12 Halberstadt für Materialreserve der 5. Armee
• Ausbau von 6,5 km Stollen durch Schachtbau Nordhausen und IBR-12 Neiden
• Neutrassierung der Eisenbahnzufahrt, 440 m lange Laderampe
• 1983 Abschluss der Ausbaumaßnahmen (Kosten 190 Mio. Mark)
• 01.05.1984 Inbetriebnahme des Lagers
• Oktober 1990 Übernahme durch Bundeswehr als LwMatDp 52
• 15.12.1993 letzte Zugbedienung des Lagers
• 29.12.1994 Auflösung des Standortes
• 1997 Verkauf an Kölner Investor
• ab Sommer 2003 öffentliche Führungen im Neubauteil der Stollenanlage
• November 2006 Schließung des Objektes nach illegalen Müllablagerungen
• Januar 2008 Verschluss der Zufahrten

Bilder: privat von Tor 6

30.11.2010 16:07
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#2
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Hi Tor6,

an den Lärm den du meinst kann ich mich nur noch schwach erinnern.
Hast du bei deiner Exkursion in Halberstadt auch noch mal das Objekt,sprich unsere Keimschmiede, besucht und evtl. Fotos davon gemacht?

Gruß


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30.11.2010 18:16 (zuletzt bearbeitet: 30.11.2010 18:17)
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#3
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in der sogenannten keimschmiede waren wir nicht. dort ist jetzt das zentrale aufnahmelager für asylbewerber von sachsen-anhalt drin.
malsehen, vielleicht fahre ich im frühjahr nochmal hin.
will mal das heizhaus besuchen, indem wir des nachts öfters geholfen haben und da brauchten wir am nächsten tag kein politunterricht mitzumachen


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30.11.2010 19:39 (zuletzt bearbeitet: 30.11.2010 19:40)
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#4
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Grüß Euch--Südharzer und Tor 6 !
Hier mal einige Aufnahmen von eure Keimschmiede Halberstadt---in das Objekt kommt man nicht mehr rein,so viel ich weiß.Mein Nachbar ist dort beim Objektschutz. Ach ja noch was,das Stollensystem bei Blankenburg--wird weiterhin von der BW benutzt.Ist ein Sanitätsdipot nun drin.

30.11.2010 19:53
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#5
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hi rostocker,
danke erstmal für die bilder, vielleicht hast du noch mehr davon, wäre super.
ich weiß, daß man da nicht mehr drauf kommt, nur mit genehmigung.
vielleicht kann ich was erreichen.
grüße tor6


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01.12.2010 12:50 (zuletzt bearbeitet: 01.12.2010 12:51)
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#6
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@ mike

man seh ich schei... aus. war die bisher beste vereinsfahrt , oder ? ich bin der erste von links unten...............

danke mike für dein bericht bist der beste


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01.12.2010 13:46
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#7
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"...Alle 3 Monate wurde das rießige Lager mit Zügen und LKWs komplett ausgeräumt und auch wieder eingeräumt. Das dauerte ca. 2-3 Tage und Nächte..."

Also, das behaupte ich mal, ist schlichtweg falsch! Da ich von Anfang an bis einschließlich der Schließung der Anlage als Zivilbeschäftigter "Unter Tage" gearbeitet habe, weiß ich es, dass dem nicht so war. Wir haben ganz normale "Ab- und Zugänge" an Munition gehabt, einschließlich der turnusmäßigen "Wälzung". Aber das "Ein - und Ausräumen" wäre schon auf Grund der Gefechtsbereitschaft garnicht möglich gewesen.

Allerdings freue ich mich über die Bilder von Dir, zeigt es doch meinen ehemaligen Wirkungskreis. Bis heute habe ich es nicht geschafft, dort wieder rein zu kommen, da Führungen grundsätzlich nur noch den "Stollen A" ( Richtung Gaststätte Landhaus) betreffen. Und dort nur bis an das Drucktor heran - mehr nicht. Von daher staune ich, dass Du sogar ein Foto von einem "abgeworfenen" Stollen aufnehmen konntest! Den mit den Stahlträgern links in der Wand. Denn diese Stollen sind von der Bergbausicherungsbehörde schon zu meiner Zeit als "Einsturzgefährdend" eingestuft worden. Und wir konnten nur mit ausdrücklicher Genehmigung (oder auch mal illegal ) dort rein, weil teilweise Lüftungsschächte dort verlaufen.
Wenn Du mal wieder so eine Tour dorthin machst, melde Dich bei mir. Komme sehr gern mit und könnte sicherlich so etliches darüber berichten.
Gruß
Maxe


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01.12.2010 19:25
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#8
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hi maxe,
erstmal danke für dein interesse. vierteljährliche auslagerung muß einfach stimmen, da uns dies auch der ehemalige kommandant der anlage herr oberstleutnant büttner a.D. auch bestätigt hat, welcher auch sozusagen dort am letzten tag das licht aus gemacht hat.
ich kann mir nicht vorstellen, daß dieser mann mist erzählt hat, nochzumal wir es auch selber damals gehört hatten. aber egal.
mit ihm hatten wir durch unseren verein eine organisierte führung und danach durften wir selbst fast 3 stunden die anlage alleine erkunden.
deshalb auch die bilder vom stollen mit den stahlträgern. wir wurden auf die einsturzgefahr ordentlich hingewiesen und haben uns auch dementsprechend benommen.also sehr vorsichtig.

ich habe soviele fotos gemacht, daß ich vor lauter sortieren gar nicht mehr weiß wo hinten und vorne ist.
sollten wir im rahmen einer kleinen vereinsfahrt die sache nochmal angehen, gebe ich dir bescheid.
anbei mal noch ein paar bilder. ist der alte stollen.

grüße tor 6

01.12.2010 19:27
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#9
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hi janos,
auf mich ist manchmal verlaß
stimmt, war die beste vereinsfahrt bisher. malsehen wos das nächste mal hingeht.
grüße mike


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01.12.2010 19:35
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Zitat von Tor 6
hi maxe,
erstmal danke für dein interesse. vierteljährliche auslagerung muß einfach stimmen, da uns dies auch der ehemalige kommandant der anlage herr oberstleutnant büttner a.D. auch bestätigt hat, welcher auch sozusagen dort am letzten tag das licht aus gemacht hat.
ich kann mir nicht vorstellen, daß dieser mann mist erzählt hat, nochzumal wir es auch selber damals gehört hatten. aber egal.
mit ihm hatten wir durch unseren verein eine organisierte führung und danach durften wir selbst fast 3 stunden die anlage alleine erkunden.
deshalb auch die bilder vom stollen mit den stahlträgern. wir wurden auf die einsturzgefahr ordentlich hingewiesen und haben uns auch dementsprechend benommen.also sehr vorsichtig.

ich habe soviele fotos gemacht, daß ich vor lauter sortieren gar nicht mehr weiß wo hinten und vorne ist.
sollten wir im rahmen einer kleinen vereinsfahrt die sache nochmal angehen, gebe ich dir bescheid.
anbei mal noch ein paar bilder. ist der alte stollen.

grüße tor 6



nabend mike und maxe,

die ausführungen von mike , kann ich so bestätigen. der herr oberstleutnant büttner hat das genauso erzählt und erläutert.warum sollte er uns mist erzählen?


@ mike
vereinsfahrt?
ich denke wir sollte die geschichte mit dem obersalzberg im auge behalten. vielleicht wird das ja was.wäre aufjedenfall der knaller.

liebe grüße auch an dein frauchen wünscht dir

Janos


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01.12.2010 19:40
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#11
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@janos,
grüße sind ausgerichtet und erwidert.

ja obersalzberg wäre echt der knaller nur die fahrt wäre eben von berlin her sehr weit.

grüße mike


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01.12.2010 20:01
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#12
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wenn wir weiter viele , viele führungen machen und schön fleissig sind spendiert uns der vorstand ja vielleicht einen flug. mal sehn.........................................................

man soll ja niemals nie sagen.............................


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01.12.2010 21:07 (zuletzt bearbeitet: 01.12.2010 21:08)
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#13
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#tor6#
Tja, da muß mein Chef was falsch verstanden haben-oder wir reden aneinander vorbei. Ich war im "WID" (Wartungs-u.Instandsetzungsdienst). Ohne unser Zutun, wäre dort unten kein Strom geschweige Wasser geflossen. WIR haben die Anlage mehr oder weniger betrieben. Und somit wären wir garantiert auch Nachts dabei gewesen. Aber lassen wir das. Jedenfalls weiß ich nun, wie ihr in die abgeworfenen Stollen gekommen seid. Denn wie gesagt, außer uns...
Ich seh ja Hans öfters mal und werd ihn fragen, ob ich auch nochmal irgendwann rein kann. Es ist ja nach unserer Schließung noch weiter betrieben worden. Ich war also nach "Dienstschluß" noch 3 Monate dort beschäftigt, bis man die Firma hochgehen lassen hat, weil die illegal konterminiertes Zeug heimlich eingelagert hatten. Die Plünderungen nahmen danach auch erheblich zu, weil der Wachdienst faktisch nicht anwesend war.
Übrigens: Ich war einer derjenigen, die die DDR-Mark dort mit eingelagert haben. Nur hab bzw. hatte ich nichts davon

Aber wenn Du noch weitere Fotos hast, immer her damit, nehm ich gerne!


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03.12.2010 17:23
avatar  Pit 59
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Es ist schon Wahnsinn,was manche alles wissen wollen.Schwindelt nun der Herr Oberstleutnant ( dem traue ich das eher zu) oder der Zivilbeschäftigte der bis zum letzten Tag dort gearbeitet hat ? Vieleicht denkt der Genosse Oberstleutnant naja willst mal nicht soviel verraten .


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03.12.2010 17:56
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#15
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#PIT59#
Hänge das nicht so hoch!
Kann sein, dass wir uns hier nur wirklich mißverstanden haben. Denn zu der Zeit als es hieß, das KL12 wird aufgelöst, sind wirklich etliche LKW`s und Züge mit Muni rausgegangen. Auch Nachts. Vieleicht meinte er es damit. Nur dann würde sich ein Widerspruch zu der Aussage ergeben, dass "...monatlich 2-3 Tage lang Lärm rüberkam...". Ist auch egal, ist Geschichte.
Und, ich sehe den Hans ja öfters mal und werd ich hochnotpeinlichst danach befragen


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