Kriminalfall in der DDR

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29.11.2010 19:13
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#16
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Danke für deine ausführliche Schilderung!! Ein Kriminalist den ich mal sprach meinte das so ein Aufwand heute nicht möglich wäre. Heute sind dir mehr und mehr die Hände gebunden Bsp. der Bankierssohn der ermordet wurde und die Ermittler Ihn angeblich geschlagen haben um zu wissen wo das Kind ist. Da wurde ein riesen Trara gemacht warum denn der Beschuldigte angeblich geschlagen worden ist. Um das Kind nur das übliche in den Medien....


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29.11.2010 20:02
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#17
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Zitat von Huf
Lasst doch endlich mal die Stasi aus dem Spiel, diese stets erzwungene Aufwertung bedeutet eigentlich Geschichtsverfälschung.
In 20 Jahren lesen dann unsere Nachfahren, die Stasi wollte nur das Gute, aber sie wurde daran gehindert!

VG Huf



Warum sollte man das MfS aus dem Spiel lassen ? Du redest Unfug und hast keine Ahnung davon, welcher Aufwand damals betrieben worden ist, um den Täter zu ermitteln !
In diesem konkreten Tötungsdelikt hat das MfS (wie in der Masse der in der DDR begangenen Tötungsdelikte auch) auf der Grundlage des § 88 der StPO als Untersuchungsorgan ermittelt.
Du kannst mir glauben, dass es zwischen der MUK der K und der SK des MfS u. a. Diensteinheiten eine kameradschaftliche Zusammenarbeit gab, die einzig dem Ziel diente, den entsprechenden Täter zu ermitteln und die Bevölkerung vor weiteren Straftaten zu schützen.
Im Fall L. B. hätte die VP die Masse der Ermittlungsarbeit ohne das MfS nicht realisieren können. Das war auch nie eine Frage, da beide Sicherheitsorgane ganz klar definierte Aufgaben hatten.
Der Mutter von L. B. hat es gewiss nichts ausgemacht, dass das MfS maßgeblich an der Ermittlung des Täters M. S. beteiligt war.
Und die Bevölkerung hatte auch kein Problem damit, dass VP und MfS dem Sadisten M. S. das Handwerk legten.
Es ist ganz gewiss keine Verfälschung der Geschichte, wenn ich schreibe, dass MfS war maßgeblich an der Ermittlung eines Täters beteiligt der den damals achtjährigen L. B.
- vergewaltigte
- mit einem Hammer auf den Hinterkopf schlug bis er ruhig war
- ihn dann in die Badewanne transportierte und da er noch nicht tot war ihm ins Herz stach und
- dann die Leiche beseitigte.

Sollen sich die beteiligten Mitarbeiter dafür entschuldigen ?


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29.11.2010 20:13
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#18
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Zitat von Merkur

Zitat von Huf
Lasst doch endlich mal die Stasi aus dem Spiel, diese stets erzwungene Aufwertung bedeutet eigentlich Geschichtsverfälschung.
In 20 Jahren lesen dann unsere Nachfahren, die Stasi wollte nur das Gute, aber sie wurde daran gehindert!

VG Huf



Warum sollte man das MfS aus dem Spiel lassen ? Du redest Unfug und hast keine Ahnung davon, welcher Aufwand damals betrieben worden ist, um den Täter zu ermitteln !
In diesem konkreten Tötungsdelikt hat das MfS (wie in der Masse der in der DDR begangenen Tötungsdelikte auch) auf der Grundlage des § 88 der StPO als Untersuchungsorgan ermittelt.
Du kannst mir glauben, dass es zwischen der MUK der K und der SK des MfS u. a. Diensteinheiten eine kameradschaftliche Zusammenarbeit gab, die einzig dem Ziel diente, den entsprechenden Täter zu ermitteln und die Bevölkerung vor weiteren Straftaten zu schützen.
Im Fall L. B. hätte die VP die Masse der Ermittlungsarbeit ohne das MfS nicht realisieren können. Das war auch nie eine Frage, da beide Sicherheitsorgane ganz klar definierte Aufgaben hatten.
Der Mutter von L. B. hat es gewiss nichts ausgemacht, dass das MfS maßgeblich an der Ermittlung des Täters M. S. beteiligt war.
Und die Bevölkerung hatte auch kein Problem damit, dass VP und MfS dem Sadisten M. S. das Handwerk legten.
Es ist ganz gewiss keine Verfälschung der Geschichte, wenn ich schreibe, dass MfS war maßgeblich an der Ermittlung eines Täters beteiligt der den damals achtjährigen L. B.
- vergewaltigte
- mit einem Hammer auf den Hinterkopf schlug bis er ruhig war
- ihn dann in die Badewanne transportierte und da er noch nicht tot war ihm ins Herz stach und
- dann die Leiche beseitigte.

Sollen sich die beteiligten Mitarbeiter dafür entschuldigen ?



Warum hat VP Ermit. dann gesagt das Mfs hätte ihm die Arbeit aus der Hand genommen. Gruß Jürgen


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29.11.2010 20:31
avatar  Merkur
#19
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Zitat von don71
Warum hat VP Ermit. dann gesagt das Mfs hätte ihm die Arbeit aus der Hand genommen. Gruß Jürgen



Diese Aussage ist mir nicht bekannt, daher bitte ich um Präzisierung dahingehend, wer dies wann gesagt haben soll.
Die Federführung bei der Ermittlung lag bei der K der BDVP Halle. Ihr Leiter ordnete auch den Einsatz einer erweiterten MUK an.
Richtig ist, dass der damalige Leiter der MUK Halle aufgrund falscher Ermittlungsansätze an denen er festhielt, durch seinen Stellvertreter ersetzt wurde. Das MfS unterstützte die Arbeit der erweiterten MUK auf vielfältige Art und Weise, war aber nie Herr des Verfahrens bzw. hat der K "die Arbeit aus der Hand genommen."


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29.11.2010 20:51
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#20
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ABV

An dieser Stelle möchte ich mal was grundsätzliches zum Verhältnis VP und MfS sagen. Die meisten Polizisten pflegten einen respektvollen Abstand zu den Mitarbeitern des MfS. Wobei das natürlich auch von Abteilung zu Abteilung unterschiedlich war. Während Schutz und Verkehrspolizei eher weniger mit dem MfS in Berührung kamen, waren die Kontakte bei der Kriminalpolizei und dem Pass und Meldewesen, wesentlich höher. Nicht zu vergessen sind an dieser Stelle die ABV, welche ebenfalls wichtige offizielle Ansprechpartner für die operativen Mitarbeiter des MfS waren. Das erfolgte ganz offiziell, ohne konspiratives "Getue". Die MfS-Mitarbeiter umgab eine Aura des " Geheimnissvollen". Niemand wusste so recht, welche Aufgaben diese Leute wirklich zu erfüllen hatten. Man hatte stets das Gefühl, dass die MfS-Mitarbeiter, nie " mit offenen Karten spielen". Richtiges Vertrauen, auf der Grundlage eines kollegialen oder kameradschaftlichen Verhältnisses, konnte dadurch selten aufkommen. Das MfS war für die VP der "große Bruder", der auf alles und jeden aufpasst und ohne dessen Erlaubnis nichts läuft. Dazu beigetragen hat auch das mitunter überhebliche Verhalten, einzelner MfS-Mitarbeiter, gegenüber den VP-Angehörigen.

Gruß an alle
Uwe

29.11.2010 21:02
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#21
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Zitat von Merkur

Zitat von don71
Warum hat VP Ermit. dann gesagt das Mfs hätte ihm die Arbeit aus der Hand genommen. Gruß Jürgen



Diese Aussage ist mir nicht bekannt, daher bitte ich um Präzisierung dahingehend, wer dies wann gesagt haben soll.
Die Federführung bei der Ermittlung lag bei der K der BDVP Halle. Ihr Leiter ordnete auch den Einsatz einer erweiterten MUK an.
Richtig ist, dass der damalige Leiter der MUK Halle aufgrund falscher Ermittlungsansätze an denen er festhielt, durch seinen Stellvertreter ersetzt wurde. Das MfS unterstützte die Arbeit der erweiterten MUK auf vielfältige Art und Weise, war aber nie Herr des Verfahrens bzw. hat der K "die Arbeit aus der Hand genommen."



Dann kann es nur der damalige Leiter der MUK gewesen sein der das mal im Fernsehen sagte. Gruß Jürgen


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29.11.2010 21:12
avatar  Alfred
#22
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ABV,

Du solltest schreiben, dass dies DEINE Sicht ist.

Man sollte sehr gut aufpassen, dass Aussagen nicht verallgemeinert werden.

Ich kannte Angehörige der VP, die sind den MA des MfS in den Hintern gekrochen und waren keine IM. Es gab Angehörige der VP die waren IM und hatten diese Eigenschaft im Umgang zu den MA des MfS nicht Nach der "Wende" wurden wohl fast alle IM s entlassen und die anderen arbeiten weiter.

Dazu kam eine weitere Tendenz. Die Personen die bis 1989 den Angehörigen des MfS am meisten in den Hintern krochen, waren nach 1989 die größten Kritiker.

Mit dem Respekt war immer eine Sache. Es gab sicher auf BEIDEN Seiten mal den einen oder anderen der den Chef spielen wollte.

Eine EINSEITIGE Betrachtung hilft NICHT.

Und wie sich nach den ersten Verhaftungen - 1989 /90 - einige Angehörige des MdI gegenüber der ehemaligen Staatsführung aufgeführt haben möchte ich mal überhaupt nicht erwähnen. .....


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29.11.2010 21:29
avatar  ABV
#23
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ABV

Richtig Alfred! Das geschriebene ist meine persönliche, auf Erfahrungen basierende Sicht. Ich kann und will dir nicht widersprechen, was das Verhalten von VP-Angehörigen gegenüber MfS-Angehörigen im Herbst 1989 betrifft. Damals herrschte eine Stimmung wie auf einem untergehenden Luxusdampfer. Alles prügelte sich um die Rettungsboote, um nicht unterzugehen. Das ist traurig aber leider wahr. Im September 1989 sprach unser Amtsleiter noch von einem " Schulterschluss" mit dem MfS. Im Dezember waren die einstigen Genossen plötzlich die "Schweinebuckel von der Stasi". So lief das damals. Ein halbes Jahr vorher hatte er noch einen VP-Angehörigen unter Druck gesetzt, weil dessen Freundin hin und wieder "Westbesuch" empfing. Der Polizist kündigte das Dienstverhältnis, weil er sich nicht von seiner Freundin trennen wollte. Nachher hatte man das auch so dargestellt, als wenn das MfS allein hinter der ganzen Maßnahme gestanden hätte.

Gruß an alle
Uwe

29.11.2010 21:40
avatar  Alfred
#24
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ABV,

was ich geschrieben habe bezog sich nicht nur auf den Herbst 1989 !


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29.11.2010 21:43
avatar  exgakl
#25
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Alfred und ABV.... ich bin gern bereit für Euch einen extra Thread über das Verhältnis MfS und VP zu eröffnen.

VG exgakl

Jede gute Idee beginnt mit dem Satz.. "halt mal mein Bier!"

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29.11.2010 21:50
avatar  ABV
#26
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ABV

Zitat von exgakl
Alfred und ABV.... ich bin gern bereit für Euch einen extra Thread über das Verhältnis MfS und VP zu eröffnen.

VG exgakl



Gute Idee, Karsten. Ich wundere mich schon, warum es diesen Thread noch nicht gibt. Ein interessantes Thema wäre das schon.

Viele Grüße aus dem kalten Oderbruch
Uwe

30.11.2010 18:03
avatar  TOMMI
#27
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Zitat von 94
Autsch'n, willkommen in der Sachlichkeit, egal.
Aber mal 'ne Frage an @TOMMI, wie hieß die Folge?


Keine Ahnung, merk mir das nicht, wenn es da überhaupt Folgennamen gibt.
Kedenfalls das selbe Muster: Koffer oder Tasche aus Zugfenster, Spaziergänger
findet es mit leiche drin, nebst Zeitung mit dem unvermeidlichen Kreuzworträtsel.
Kann kein Zufall mehr sein. Noch dazu, das dieser Fall im handumdrehen
abgeschlossen wurde. (Wir wissen, wie lange das im Original dauerte)

EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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30.11.2010 18:18
avatar  TOMMI
#28
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Aus reiner Neugierde würde ich doch gerne mal wissen, ob es denn
tatsächlich Amtshilfe MfS-Polizei gab?
Dann: Was ist dran an der Legende einer Rivalität zwischen beiden Behörden?

Jedenfalls fällt mir da einige Begebenheiten mitte der 80ger ein, als an eine
Wende noch nicht zu denken war.
Mein Freundeskreis und ich fihren regelmäßig zu Fußballspielen des FC Rot-Weiss.
Auf dem Bahnhof kontrollierten Polizisten die Ausweise, glichen Namen mit einer Liste ab,
wegen Stadionverboten etc. einer meiner Kumpels war beim Wachregiment und auf Urlaub.
So hatte der einen MfS-Ausweis. Er hatte das Dokument nur wenige Zentimeter aus der
Tasche gezogen, als der betreffende Polizist fast panisch rief
(man mochte denken, er habe den Leibhaftigen gesehen): "Steck das wieder weg, steck das wieder weg!"

Wieder ein anderer Fall, auch anlässlich eines Fußballspieles, diesmal Rot-Weiss - FC "Mielke" aus Berlin.
Mit kräftiger Hilfe des Schiedsrichters hatte sich der verhasste Verein die Punkte ergaunert.
Schon im Heimzug diskutierten über diese neuerliche Farce. Irgendwann kam die Sprache über die Bedeutung
des Names Dynamo und deren Förderer. Wir waren uns einig: Staatssicherheit und Polizei. Ein im Zug mitfahrender
Polizist hörte das und fragte: "Was habt ihr da gesagt?"
"Na, wir haben darüber gesprochen, welche Sportvereine von wem gefördert werden, zB. Dynamo von der Polizei
und der Staasi."
Der Polizist antwortete nur: "Mit denen haben wir nichts zu tun!"

EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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30.11.2010 18:32
avatar  Merkur
#29
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Zitat von TOMMI
Aus reiner Neugierde würde ich doch gerne mal wissen, ob es denn
tatsächlich Amtshilfe MfS-Polizei gab?



Natürlich unterstützten sich beide Organe gegenseitig.
Nehmen wir mal das Beispiel des hier erwähnten Falles L. B., der unter der Bevölkerung erhebliche Unruhe verursachte. Da standen die Untersuchungsorgane (K und MfS) unter dem Druck der Partei, die unnachgiebig forderte, den Täter so schnell wie möglich zu ermitteln. In diesem Fall wurde eng zusammengearbeitet und es verfolgten beide Organe nur ein Ziel, die Ermittlung des Täters. Da war es auch völlig unerheblich, wer am Ende den entscheideneden Durchbruch erzielte. Wichtig war, dem Täter habhaft zu werden.


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30.11.2010 19:16
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#30
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( gelöscht )

Zitat von TOMMI
Mein Freundeskreis und ich fihren regelmäßig zu Fußballspielen des FC Rot-Weiss.
Auf dem Bahnhof kontrollierten Polizisten die Ausweise, glichen Namen mit einer Liste ab,
wegen Stadionverboten etc. einer meiner Kumpels war beim Wachregiment und auf Urlaub.
So hatte der einen MfS-Ausweis. Er hatte das Dokument nur wenige Zentimeter aus der
Tasche gezogen, als der betreffende Polizist fast panisch rief
(man mochte denken, er habe den Leibhaftigen gesehen): "Steck das wieder weg, steck das wieder weg!"




@tommi, wachregimentsangehörige (jedenfalls saz und uaz) hatten nur einen wehrdienstausweis.... alle andere hatten einen grünen dienstausweis in dem links neben dem passbild stand.... " wachregiment".


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