Davon träumten DDR-Teenager 1985

  • Seite 1 von 3
15.11.2010 14:29
avatar  Angelo
#1
avatar

Vor 25 Jahren schrieben Schüler in Magdeburg auf, wie sie sich ihr Leben 2010 vorstellen – in Freiheit und Wohlstand. Ein Film zieht Bilanz.
Bärbel Spengler arbeitet erst zwei Wochen an der Schule. Alles ist noch neu für die 24-jährige Lehrerin, auch die 9. Klasse, die sie an diesem 18.September 1985 kurzfristig für eine erkrankte Kollegin unterrichten soll. Sie überrascht die Schüler mit einer ungewöhnlichen Aufgabe: „Schreibt bitte auf, wie Ihr Euch das Leben im Jahr 2010 vorstellt.“

Die 15-Jährigen lassen ihrer Fantasie freien Lauf. „Im Jahr 2010 bin ich 40 Jahre alt. Ich nehme an, dass ich bis dahin vier Kinder habe, und eine Villa mit einem Mercedes.“ „Mein Mann holt mich jeden Tag mit dem fliegenden Auto ab, und wir fliegen nach Japan, um einzukaufen.“ „In jedem privaten Haushalt sollte es Computer geben.“ „Vielleicht wird einer aus meiner Klasse ein großes Hotel in New York besitzen, oder einer besitzt eine eigene Firma.“ „Im Jahre 2010 gibt es keine Regierung mehr.“

Träume von Jugendlichen in der DDR

Utopische Gedanken und kindliche Übertreibungen, die man von Heranwachsenden erwarten kann. Verblüffend daran: Die 15-Jährigen saßen 1985 in der eingemauerten DDR, genauer gesagt in Magdeburg. Und ihre Vorstellungen von der Zukunft stimmten wenig mit dem propagierten Ziel vom „Sieg des Sozialismus“ überein. Die Schüler träumten von etwas anderem – und die DDR kam kaum vor.

25 Jahre später, wir schreiben nun das Jahr 2010, sind die Schüler von einst Hauptdarsteller in dem Dokumentarfilm „Heute war damals Zukunft“, der am Donnerstagabend in Berlin Premiere hatte. Autor und Regisseur Gunther Scholz hatte über eine Bekannte von den Aufsätzen erfahren, die die Lehrerin über die Zeit rettete.

hier weiter lesen
http://www.welt.de/kultur/article1089631...nager-1985.html


 Antworten

 Beitrag melden
15.11.2010 15:23
avatar  ( gelöscht )
#2
avatar
( gelöscht )

Zitat von Angelo
Vor 25 Jahren schrieben Schüler in Magdeburg auf, wie sie sich ihr Leben 2010 vorstellen – in Freiheit und Wohlstand. Ein Film zieht Bilanz.
Bärbel Spengler arbeitet erst zwei Wochen an der Schule. Alles ist noch neu für die 24-jährige Lehrerin, auch die 9. Klasse, die sie an diesem 18.September 1985 kurzfristig für eine erkrankte Kollegin unterrichten soll. Sie überrascht die Schüler mit einer ungewöhnlichen Aufgabe: „Schreibt bitte auf, wie Ihr Euch das Leben im Jahr 2010 vorstellt.“

Die 15-Jährigen lassen ihrer Fantasie freien Lauf. „Im Jahr 2010 bin ich 40 Jahre alt. Ich nehme an, dass ich bis dahin vier Kinder habe, und eine Villa mit einem Mercedes.“ „Mein Mann holt mich jeden Tag mit dem fliegenden Auto ab, und wir fliegen nach Japan, um einzukaufen.“ „In jedem privaten Haushalt sollte es Computer geben.“ „Vielleicht wird einer aus meiner Klasse ein großes Hotel in New York besitzen, oder einer besitzt eine eigene Firma.“ „Im Jahre 2010 gibt es keine Regierung mehr.“

Träume von Jugendlichen in der DDR

Utopische Gedanken und kindliche Übertreibungen, die man von Heranwachsenden erwarten kann. Verblüffend daran: Die 15-Jährigen saßen 1985 in der eingemauerten DDR, genauer gesagt in Magdeburg. Und ihre Vorstellungen von der Zukunft stimmten wenig mit dem propagierten Ziel vom „Sieg des Sozialismus“ überein. Die Schüler träumten von etwas anderem – und die DDR kam kaum vor.

25 Jahre später, wir schreiben nun das Jahr 2010, sind die Schüler von einst Hauptdarsteller in dem Dokumentarfilm „Heute war damals Zukunft“, der am Donnerstagabend in Berlin Premiere hatte. Autor und Regisseur Gunther Scholz hatte über eine Bekannte von den Aufsätzen erfahren, die die Lehrerin über die Zeit rettete.

hier weiter lesen
http://www.welt.de/kultur/article1089631...nager-1985.html



Vorab für alle Interessierten mal den Sendetermin im mdr.
Donnerstag den 9.12.2010 um 23.35Uhr

http://www.mdr.de/doku/leben-heute/7812896.html

Ich denke das ist eine interessante Geschichte,vor allem wenn man selbst mal darüber nachdenkt was man sich vor 25 Jahren so von seinem Leben vorgestellt hat.Ich muss ganz ehrlich sagen,ich weis es nicht mehr.
Nur....Ich wollte immer Förster oder Tischler werden,ganz in einem dieser Berufe aufgehen.Nun,beim Holz bin ich dann doch "kleben"geblieben,Spanplatten haben ja auch damit zu tun.
Ich habe zu der Zeit den 10.Klasseabschluß "vorbereitet",eine Bewerbung abgeschickt und die Zusage zur Ausbildung erhalten. In diesem Beruf arbeite ich heute nicht mehr,aber in der Branche bin ich nach wie vor.

Gruß bendix


 Antworten

 Beitrag melden
09.12.2010 12:55 (zuletzt bearbeitet: 09.12.2010 12:55)
avatar  ( gelöscht )
#3
avatar
( gelöscht )

Für alle Interessenten noch mal als Erinnerung zur Sendung heute abend,MDR.

Donnerstag den 9.12.2010 um 23.35Uhr

http://www.mdr.de/doku/leben-heute/7812896.html

Gruß bendix


 Antworten

 Beitrag melden
09.12.2010 15:00
#4
avatar

Einer meiner Träume damals war jemals ein Scania V8 zu fahren.....der Traum is zumindestens in Erfüllung gegangen.....leider ist es nicht mein eigener......

....der Rest der Wünsche hat auch viel mit Reisen zu tun....in 20 Ländern war ich jetzt schon....und es ist noch etwas Zeit um den Rest in Angriff zu nehmen.....

Gut, das die blöde Mauer weg ist.....

groetjes uit een warm land....

Mara


 Antworten

 Beitrag melden
09.12.2010 20:07
avatar  ( gelöscht )
#5
avatar
( gelöscht )

Mercedes, Japan, New York, eigene Firma.... na da würde ich doch gern einmal die Scans der Dokumente sehen ob dies wirklich so geschrieben wurde. Wenn ja wäre die erste Reaktion des Lehrerkollektivs und weitere Maßnahmen sicher äußerst interessant. Schade, darüber liest man leider nichts.


 Antworten

 Beitrag melden
09.12.2010 20:34
avatar  ( gelöscht )
#6
avatar
( gelöscht )

Das sind doch Träume für die Jugendlichen in der damaligen Zeit..von einem Campingplatz an der Ostsee träumten wohl nur die wenigsten.


 Antworten

 Beitrag melden
09.12.2010 20:49
avatar  ( gelöscht )
#7
avatar
( gelöscht )

ich kann diese träume nicht ganz nachvollziehen im sprachgebrauch.besonders störe ich mich an dem wort "computer"wenn dies wirklich so im aufsatz stand,war es ja fast ein einstein der den begriff vorausahnte.ich glaube das nicht mal in der brd unter dem normalen volk von computer gesprochen wurde,da kam ja grade die videotechnik groß raus für den kleinen arbeiter.
und hotel in new york?die träume damals waren wohl geringer aber schon auf eine welt ohne grenzen bedacht.
wenn das zeug noch gut ist was die lehrerin nahm,hätte ich auch gerne was um zu träumen.

andy


 Antworten

 Beitrag melden
09.12.2010 21:06
avatar  icke46
#8
avatar

Zitat von EK 82/2
besonders störe ich mich an dem wort "computer"wenn dies wirklich so im aufsatz stand,war es ja fast ein einstein der den begriff vorausahnte.ich glaube das nicht mal in der brd unter dem normalen volk von computer gesprochen wurde,

andy



Hallo, andy,

das mit dem Computer, wie Du das schreibst, ist so nicht ganz richtig. Ich habe mir in der BRD meinen ersten Computer 1980 vom Weihnachtsgeld gekauft - einen Commodore VC20 mit sensationellen 3 KB Arbeitsspeicher. Und 1985 war dann schon die Zeit, als das Nachfolgemodell, der Commodore C64, bei Aldi bei Aktionen über den Tisch ging - meine mich zu erinnern, für rundgerechnet 600 DM damals. Von daher, und auch, was ich seinerzeit im DDR-Fernsehen verfolgen konnte, war Computer schon beiderseits der Grenze ein Thema. Zum Beispiel produzierte Robotron seinerzeit preiswerte (auf dem Westmarkt) Drucker für die oben genannten Heimcomputer.

Von daher kann das mit dem Computer in den Aufsätzen schon hinkommen.

Gruss

icke


 Antworten

 Beitrag melden
09.12.2010 22:11
avatar  ( gelöscht )
#9
avatar
( gelöscht )

Zitat von icke46

Zitat von EK 82/2
besonders störe ich mich an dem wort "computer"wenn dies wirklich so im aufsatz stand,war es ja fast ein einstein der den begriff vorausahnte.ich glaube das nicht mal in der brd unter dem normalen volk von computer gesprochen wurde,

andy



Hallo, andy,

das mit dem Computer, wie Du das schreibst, ist so nicht ganz richtig. Ich habe mir in der BRD meinen ersten Computer 1980 vom Weihnachtsgeld gekauft - einen Commodore VC20 mit sensationellen 3 KB Arbeitsspeicher. Und 1985 war dann schon die Zeit, als das Nachfolgemodell, der Commodore C64, bei Aldi bei Aktionen über den Tisch ging - meine mich zu erinnern, für rundgerechnet 600 DM damals. Von daher, und auch, was ich seinerzeit im DDR-Fernsehen verfolgen konnte, war Computer schon beiderseits der Grenze ein Thema. Zum Beispiel produzierte Robotron seinerzeit preiswerte (auf dem Westmarkt) Drucker für die oben genannten Heimcomputer.

Von daher kann das mit dem Computer in den Aufsätzen schon hinkommen.

Gruss

icke




ich kenne den c64 noch mit externen laufwerk und mit etwas ahnung konnte man einen kassettenrecorder nehmen mit normalen kasseten.aber ob das wort "computer da schon so verbreitet war in der ddr?
lassen wir es mal so stehen,dann trift es icher immer noch die wünsche einer minderheit.ich glaube nicht das alle soweit dachten.

andy


 Antworten

 Beitrag melden
09.12.2010 22:12
#10
avatar

Zitat von Feliks D.
Mercedes, Japan, New York, eigene Firma.... na da würde ich doch gern einmal die Scans der Dokumente sehen ob dies wirklich so geschrieben wurde. Wenn ja wäre die erste Reaktion des Lehrerkollektivs und weitere Maßnahmen sicher äußerst interessant. Schade, darüber liest man leider nichts.



Die Welt ist rund....man kann sie nicht in zwei Hälften teilen und dann annehmen, das man nich mal über'n Zaun schauen will Feliks....und überhaupt, was willst du von Teenern erwarten, die die ganze Propaganda zum Halse raushing, die mit ansehen mußten, dat sich doch nüscht veränderte....viel schlimmer noch, die erleben mußten, das das Land von Starrsinnigen an die Wand gefahren wurde.....

....wovon hast du denn so als Teener geträumt....???

groetjes uit Tortona

Mara


 Antworten

 Beitrag melden
10.12.2010 00:34
avatar  94
#11
avatar
94

Zitat von EK 82/2
aber ob das wort "computer da schon so verbreitet war in der ddr?



Also 1985 sprachen nicht nur einige in der DDR vom Computer, abgekürtzt in CAD/CAM, hochstilisiert zur 'Schlüsseltechnologie'. Auf die Schnell mal das als 'Beweis'. Ich war übrigens im Orwell-Jahr ein Mitnutzer eines ZX81 aus'm Intershop. Und der 'Kleine' wurde auf jeden Fall als Computer bezeichnet!

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!

Mit diesem Beitrag wurden folgende Inhalte verknüpft

 Antworten

 Beitrag melden
10.12.2010 06:06 (zuletzt bearbeitet: 10.12.2010 06:09)
avatar  ( gelöscht )
#12
avatar
( gelöscht )

Zitat von Feliks D.
Mercedes, Japan, New York, eigene Firma.... na da würde ich doch gern einmal die Scans der Dokumente sehen ob dies wirklich so geschrieben wurde. Wenn ja wäre die erste Reaktion des Lehrerkollektivs und weitere Maßnahmen sicher äußerst interessant. Schade, darüber liest man leider nichts.




Die Lehrerin tat gut daran, diese Aufsätze nicht an die große Glocke zu hängen. Es gab ja durchaus Lehrer mit normalem Weltbild, die nicht der Rotlichtbestrahlung zum Opfer fielen. Ihre Zahl war zwar gering, aber es gab sie.

VG Anton


 Antworten

 Beitrag melden
10.12.2010 07:48
avatar  muts
#13
avatar

Zitat von Feliks D.
Mercedes, Japan, New York, eigene Firma.... na da würde ich doch gern einmal die Scans der Dokumente sehen ob dies wirklich so geschrieben wurde. Wenn ja wäre die erste Reaktion des Lehrerkollektivs und weitere Maßnahmen sicher äußerst interessant. Schade, darüber liest man leider nichts.



Und ich kann mir vorstellen, dass dies wirklich so geschrieben wurde.
Und warum sollte jemand daran Anstoß nehmen ?

Mit dem Wissen darum, dass die Bundesrepublik, die USA, Japan usw. usf. zur großen Gemeinschaft der sozialistischen Brudervölker gehören werden, die planmäßig den Kommunismus aufbauen,sind diese Äußerungen kein Problem.

Gruß
MATTHIAS


 Antworten

 Beitrag melden
10.12.2010 07:58
avatar  Pit 59
#14
avatar

Glaube ich nicht das sich 15 jährige schon so haben aushorchen lassen.Die Träume hatten aber mit Sicherheit wenig mit der DDR zu tun.
Naja und das mit der Firma hat doch geklappt @Feliks.


 Antworten

 Beitrag melden
10.12.2010 11:06
avatar  ( gelöscht )
#15
avatar
( gelöscht )

Es kann eben schön sein eine Vertretungsstunde zu haben. Ich musste mir gestern den Film nach der Schicht unbedingt antun und ich bin nicht enttäuscht worden!
Lustig was die Mädels und Jungs 1985 in ihre Aufsätze geschrieben haben und dies war nicht unrealistisch. Viele schrieben von Familie, Kinder, Auto, Haus, Computer und Raumschiffen, alles völlig normal und das auch mal die Stadt der Städte genannt wird, spiegelt nur die Wünsche der Jugendlichen wieder!
Ich hätte 1985 mit 15 garantiert einen ähnlichen Text geschrieben, nur hatten wir keine Vertretungsstunde....nur diese ständige Prüfungsvorbereitung.
Am interessantesten war aber für mich, was die heute 40 Jährigen in ihrem bisherigen Leben erlebt und erreicht haben und das kann unterschiedlicher nicht sein.


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!