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#21

RE: Grenzöffnung in Ellrich am 11.11.1989

in Mein Grenzer Tagebuch 27.12.2010 21:53
von enne | 12 Beiträge
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Ich war an diesen Abend an seiner Seite,alles Live mit zuerleben war schon gail,einfach unvergesslich der tag



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#22

RE: Grenzöffnung in Ellrich am 11.11.1989

in Mein Grenzer Tagebuch 28.12.2010 13:15
von runkel01 (gelöscht)
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Hallo zusammen ,
dann auch mal kurz was aus meinen Erinnerungen dazu .
Ich hatte an diesem Tag die Nachmittagschicht in diesem Grenzbereich ( Walkenried) . Bei der Vergatterung wurde uns gesagt das sich schon Menschen im Bereich der alten Verbindungsstrasse Ellrich/ Walkenried befinden die auf eine Grenzöffnung hoffen.
Dies werde aber mit Sicherheit nicht passieren . So sind wir noch wie immer komplett ausgerüstet losgezogen. Man konnte schon die Leute auf beiden Seiten stehensehn und rufen .
Dann kam über Funk der Spruch das zu uns gleich Verstärkung kommt und hier weiss ich leider nicht mehr genau wer und welcher Vorgesetzte kam ( auf jedenfall mit nem Trabbi Kübel) ,dieser erklärte uns das gleich die Kompanie ausrückt und wir mit Ihm den Grenzzaun aufschrauben werden. Unglaublich der Moment eigentlich und so irrreal . Nicht mal richtiges Werkzeug hatten wir und so haben wir mit alten Schraubschlüsseln die ertsen Zaunfelder im Bereich der Strasse gelöst unter riesen Geschrei der Leute die sofort näherrückten . Ich musste dann sofort mit meinen Posten diesen Bereich verlassen da wir ja noch durch den regulären Schichtdienst voll bewaffnet waren .
Die hatten natürlich Angst das man uns die Waffen abnimmt falls es zu Handgreiflichkeiten kommen sollte .
So sind wir dann auf die Anhöhe abkommandiert und haben uns von dort alles ansehn können.
Wahnsinn , ich war damals 19 Jahre alt ,es war unfassbar .
Die Nacht werde ich nie vergessen wenn auch manche Einzelheit langsam verblasst . Ich weiss nicht mehr wie wir dann zurück sind .
Die Zeit danach war auch aufrend ich hatte dann unter anderem in der Sivesternacht Dienst und auch danach die Wochen mit chaotischer Passkontrolle an den beiden Strassen und auch im Zug .
Viele Grüsse


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#23

RE: Grenzöffnung in Ellrich am 11.11.1989

in Mein Grenzer Tagebuch 28.12.2010 17:15
von Zermatt | 5.296 Beiträge | 19 Punkte
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Auf Anfrage hier noch einige Aufnahmen aus dem Gebiet zwischen Unterzorge und Walkenried.Der K-Weg ist noch zu erkennen,ebenso der Spurensicherungsstreifen sowie der KFZ Sperrgraben.

Angefügte Bilder:


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#24

RE: Grenzöffnung in Ellrich am 11.11.1989

in Mein Grenzer Tagebuch 28.12.2010 21:00
von enne | 12 Beiträge
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Vielen Dank für das einstellen der Foto's.Das ganze ist ja noch relativ gut erhalten und zu erkennen.



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#25

RE: Grenzöffnung in Ellrich am 11.11.1989

in Mein Grenzer Tagebuch 29.12.2010 13:32
von Pit 59 | 11.469 Beiträge | 7015 Punkte
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Unfassbares Erlebnis Enne,das glaube ich Dir das Du das nie Vergessen wirst.Super wäre ich auch gern dabei gewesen.



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#26

RE: Grenzöffnung in Ellrich am 11.11.1989

in Mein Grenzer Tagebuch 29.12.2010 14:31
von enne | 12 Beiträge
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Hallo Pit 59
Das kann ich mir gut vorstellen.Was ich nur schade finde ,es gibt keine bzw.nur sehr wenige Bilder von diesen Tag.Wir waren jung und vieleicht auch etwas naiv ,zu diesen Zeitpunkt hat wohl keiner daran gedacht was einmal später sein wird.Leider!



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#27

RE: Grenzöffnung in Ellrich am 11.11.1989

in Mein Grenzer Tagebuch 29.12.2010 20:57
von enne | 12 Beiträge
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Zitat von runkel01
Hallo zusammen ,
dann auch mal kurz was aus meinen Erinnerungen dazu .
Ich hatte an diesem Tag die Nachmittagschicht in diesem Grenzbereich ( Walkenried) . Bei der Vergatterung wurde uns gesagt das sich schon Menschen im Bereich der alten Verbindungsstrasse Ellrich/ Walkenried befinden die auf eine Grenzöffnung hoffen.
Dies werde aber mit Sicherheit nicht passieren . So sind wir noch wie immer komplett ausgerüstet losgezogen. Man konnte schon die Leute auf beiden Seiten stehensehn und rufen .
Dann kam über Funk der Spruch das zu uns gleich Verstärkung kommt und hier weiss ich leider nicht mehr genau wer und welcher Vorgesetzte kam ( auf jedenfall mit nem Trabbi Kübel) ,dieser erklärte uns das gleich die Kompanie ausrückt und wir mit Ihm den Grenzzaun aufschrauben werden. Unglaublich der Moment eigentlich und so irrreal . Nicht mal richtiges Werkzeug hatten wir und so haben wir mit alten Schraubschlüsseln die ertsen Zaunfelder im Bereich der Strasse gelöst unter riesen Geschrei der Leute die sofort näherrückten . Ich musste dann sofort mit meinen Posten diesen Bereich verlassen da wir ja noch durch den regulären Schichtdienst voll bewaffnet waren .
Die hatten natürlich Angst das man uns die Waffen abnimmt falls es zu Handgreiflichkeiten kommen sollte .
So sind wir dann auf die Anhöhe abkommandiert und haben uns von dort alles ansehn können.
Wahnsinn , ich war damals 19 Jahre alt ,es war unfassbar .
Die Nacht werde ich nie vergessen wenn auch manche Einzelheit langsam verblasst . Ich weiss nicht mehr wie wir dann zurück sind .
Die Zeit danach war auch aufrend ich hatte dann unter anderem in der Sivesternacht Dienst und auch danach die Wochen mit chaotischer Passkontrolle an den beiden Strassen und auch im Zug .
Viele Grüsse





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#28

RE: Grenzöffnung in Ellrich am 11.11.1989

in Mein Grenzer Tagebuch 30.12.2010 11:26
von Zkom IV | 368 Beiträge | 215 Punkte
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Hallo Zusammen,

schöne Geschichte über die Grenzöffnung in Ellrich. Ich habe die Nacht an der GKSt Dreilinden verbracht. Waren sehr bewegende Momente, die ich wohl nie vergessen werde.
Ich kam dann nach meiner Abordnung am 3. 12.1989 wieder zurück ins Zollkommissariat und machte dann einen Frühdienst an der Glienicker Brücke.
Hier stand ein PKE Angehöriger direkt am Strich in Brückenmitte und nahm eine Vorkontrolle der Ausweise vor. Ich begab mich zu ihm aif die Brücke und da geschah etwas, was mich zur der damaligen Zeit sehr überrascht hat.
Als er mich sah erschall ein sehr freundliches "Guten Morgen" und wir haben dann lange gequatscht, einfach so, als wäre es das Normalste der Welt. War es ja eigentlich auch. Doch nur einige Wochen zuvor war an ein Reden mit GT Angehörigen und dann noch in dieser Form gar nicht zu denken.
Als der Besucherverkehr am Nachmittag chaotische Verhältnisse auslöste, half ich den PKE Angehörigen sogar bei ihrer Tätigkeit der Überwachung ob auch alle Reisende einen Ausweis mit sich führten. Andere Kontrollen waren nicht mehr möglich.
Bin damals sehr nachdenklich nach dem Dienst nach Hause gefahren. Kann da den Ausführungen der Vorredner nur beipflichten. Man hatte manchmal das Gefühl irgendwie im "falschen Film" zu seien.
Später wurden Kontakte zum Ostzoll , PKE und GT dann zur Normalität.
Werde diese Wendezeit nicht vergessen, war sehr aufregend.

Guten Rutsch!
frank



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#29

RE: Grenzöffnung in Ellrich am 11.11.1989

in Mein Grenzer Tagebuch 30.12.2010 13:35
von Südharzer | 570 Beiträge | 2 Punkte
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Über diese 2 Tage hat ein Ellricher ein bebildertes Buch geschrieben. Ein zweites ist in Arbeit. Ebenso schrieb er mir das es ein Video von der Öffnung an der ehemaligen Füst gebe.
Ich habe ihn daraufhin gefragt ob ich mir das Buch bei ihm abholen könne und gleichzeitig einen Blick auf die noch in seinem Besitz befindlichen Fotos werfen kann. Er hat sich seitdem nicht mehr gemeldet.
Werde mich im Frühjahr bei einem Abschnittsbesuch in Ellrich nochmal umhören og ich es irgendwo noch erhalte.

Habe seine Flyer mal mit eingestellt.

http://daten.verwaltungsportal.de/dateie...wurfellrich.pdf



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#30

RE: Grenzöffnung in Ellrich am 11.11.1989

in Mein Grenzer Tagebuch 30.12.2010 13:47
von Südharzer | 570 Beiträge | 2 Punkte
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Zitat von Zermatt
Hier habe ich eine Aufnahme aus dieser Gegend.Ganz hinten links liegt das Örtchen Zorge.Rechts,aber nicht zu sehen liegt dann Ellerich,die Verbindungstrasse ist zu erkennen.Hinter dem Rücken des Beobachters haben wir den Ort Walkenried,auch nicht zu sehen.Im Hintergrund die Steigung,bzw die Berge,dort geht es über den Spitzen Winkel in Richtung Jägerfleck.



Hallo Zermatt,

hatte ja versprochen ein Foto aus diesem Jahr zum Vergleich zu deinem ca.20 Jahre altem Foto,aufgenommen von der ungefähr gleichen Stelle,einzubinden.

Angefügte Bilder:


zuletzt bearbeitet 30.12.2010 13:49 | nach oben springen

#31

RE: Grenzöffnung in Ellrich am 11.11.1989

in Mein Grenzer Tagebuch 30.12.2010 14:06
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An dieser Stelle hat sich alles abgespielt.

Angefügte Bilder:


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#32

RE: Grenzöffnung in Ellrich am 11.11.1989

in Mein Grenzer Tagebuch 30.12.2010 14:52
von Zermatt | 5.296 Beiträge | 19 Punkte
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Hi Südharzer,

ja so kenne ich das heute auch-alles gut zugewachsen,kaum noch freie Sicht.Immerhin,der K-Weg ist noch da.



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#33

RE: Grenzöffnung in Ellrich am 11.11.1989

in Mein Grenzer Tagebuch 30.12.2010 15:14
von donald | 6 Beiträge
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Hallo Sonne
Bei dem Sanatorium handelt es sich um das Knappschaftsanatorium "Haus Noack".Es stand unterhalb der Strasse Benneckenstein-Hohegeis und wurde 1966 abgerissen.

Donald
1965/66 GK Rothesütte



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#34

RE: Grenzöffnung in Ellrich am 11.11.1989

in Mein Grenzer Tagebuch 30.12.2010 20:01
von LO-driver | 760 Beiträge | 34 Punkte
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@Südharzer, runkel01, enne,

hier noch einige Bilder von 2009 von dieser Stelle.

LO-D

Angefügte Bilder:


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#35

RE: Grenzöffnung in Ellrich am 11.11.1989

in Mein Grenzer Tagebuch 31.12.2010 15:32
von Zermatt | 5.296 Beiträge | 19 Punkte
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Hallo Freunde,

hier noch eine Aufnahme von einem BT 11 auf dieses Gebiet,also Richtung Unterzorge,Spitzer Winkel.

Angefügte Bilder:


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#36

RE: Grenzöffnung in Ellrich am 11.11.1989

in Mein Grenzer Tagebuch 24.01.2011 22:57
von Zoellner1974 | 37 Beiträge
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Euren Ausführungen wäre noch hinzuzufügen, ich war auch am 11.11. mit dabei und habe damit enne mit Sicherheit kennegelernt, dass die Ellricher unter Begleitung der ,,Ellricher Blasmusikanten'' beim Sängerfest im Freizeitzentrum in Walkenried in den Festsaal einmarschierten und spontan das Deutschlandlied gesungen wurde.
Die Walkenrieder Geschäfte öffneten Samstagabends um 20:00 Uhr ihre Pforten. Kaffee, Waschpulver und Süßwaren waren innerhalb kürzester Zeit vergriffen.
Es begründeten sich viele Freundschaften und noch heute hält sich das Gerücht, dass viele ältere Walkenrieder Junggesellen, die es wohl heute noch wären, plötzlich hoch im Kurs standen und die Gunst der Stunde nutzten. Nachzutragen bleibt in diesem Zusammenhang auch noch, dass sich die Ellricher am 23.12.89,
da erst wurde der Zwangsumtausch für Bürger der BRD aufgehoben, mit einer Einladung bei den Walkenriedern, Zorgern und Bewohner der umliegenden Orte mit einer Feier für die Ihnen entgegen gebrachte Freunschaft bedankten. Hier brauchten die ,,Wessis'' nicht zu bezahlen und auch die Kinder wurden mit kleinen Geschenken bedacht. Das war eine sehr schöne Geste.
Der Grenzdienst auf Ostseite ging soweit ich weiß erst mal normal weiter, allerdings wurde der Hinterlandszaun stromlos geschaltet, weil laufend neugierige Personen Alarm ausgelöst hatten, so der Kompaniechef der Kompanie die für den Bahnhof Ellrich zuständig war. Seinen Namen weiß ich nicht mehr, er fuhr aber damals schon privat einen Citroen, den hatte er irgendwie aus dem Kontingent bekommen, dass es mal bei Euch gab. Wie die Grenzer auch berichteten waren in der ersten Zeit nach der Grenzöffnung hauptsächlich Ausländer (Russen, Vietnamesen, Kubaner, etc) das Problem, weil die nicht reisen durften, aber unbedingt wollten, und so ausserhalb der Grenzübergänge den Grenzübertritt versuchten.
Ich selbst habe dann bis zum 30.06.90 Dienst am Grenzübergang Ellrich/Zorge gemacht, da bei uns der Grenzdienst auch bald aufgegeben wurde. Es wurde nur von Zeit zu Zeit kontrolliert, was die Leute mal wieder alles abgebaut hatten, einer hatte sogar eine kompleete Grenzsäule geklaut, aber die Schleifspur hat ihn überführt. der hat dann sogar eine Anzeige bekommen.Ach Leute, die Zeit reicht gar nicht aus, was es alles zu berichten gäbe.

Es grüßt Zoellner1974


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#37

RE: Grenzöffnung in Ellrich am 11.11.1989

in Mein Grenzer Tagebuch 25.01.2011 10:18
von Südharzer | 570 Beiträge | 2 Punkte
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Hey Zoellner,

schön das sich auch einer von der anderen Seite zum beschriebenen Tag meldet.
An die Ellricher Blaskapelle kann ich mich nicht mehr erinnern,aber schön zu wissen was sie in Walkenried veranstaltet haben.

Du schreibst die Zeit reicht nicht aus um alles zu berichten. Du kannst dir doch Zeit lassen und uns alles Stückweise vorsetzten.
Wir freuen uns trotzdem.
Hast du evtl. Fotos von diesem Tag oder den Tagen danach? Du weist doch wir durften

Gruß aus dem Südharz



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#38

RE: Grenzöffnung in Ellrich am 11.11.1989

in Mein Grenzer Tagebuch 25.01.2011 20:27
von Zoellner1974 | 37 Beiträge
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Hallo Südharzer,
mir ist jetzt auch der Name von dem Offz eingefallen. Er hieß T....edidiert von pitti53...bitte keine Klarnamen und wohnte im sogenannten ,,Roten Viertel'' in Ellrich. Das war kurz vor dem Bahnübergang in Richtung Gudersleben. Zu dem Citroen war er gekommen, weil seine Schwester, die muß wohl irgendwo in der Republik was ,,Höheres'' gewesen sein, selbst die Option auf den Wagen hatte, diesen aber nicht kaufen wollte, weil sie Neid ihrer Nachbarn befürchtete und ihm dieses Recht übertrug. So hat er es selbst gesagt. Ich stelle hier auch fest, dass er, obwohl schon seit den 50er Jahren, anfänglich bei der Kasernierten VP, bie der Truppe war, kein Scharfmacher war. Ich glaube im Laufe dieser vielen Jahre hatte er sich sein eigenes Bild von der DDR und der Grenze gemacht. Er hat sich zum Beispiel im Gegensatz von anderen nie versucht zu rechtfertigen, bzw. die Vorteile der DDR herauszustellen oder die BRD zu verurteilen. Der hatte in vierzig Jahren Ellrich bestimmt auch vieles erlebt. In seine Zeit fiel auch ein versuchter Grenzdurchbruch mit LKw am Bahnhof Ellrich (ich glaube 15.03.1985). Da war echt der Bär los an der Grenze, da sich der LKw, es fehlten nur ca. 30m bis zum Eisenbahntor, bei seinem Aufprall an einem Prellblock verkeilt hatte und die Feuerwehr aus Ellrich vergeblich versuchte das Ding da wegzuzerren. Erst eine LOK der Reichsbahn konnte mittels Abschleppstange das Fahrzeug bergen. Interessantes dazu auch im Grenzmuseum in Tettenborn, mit Originalakten von MfS etc.. Wen dass interessiert, ein Besuch dort lohnt allemal. Es ist auch Elektronik aus einem Führungspunkt vorhanden, angeblich das einzige verbliebene Exemplar, alle anderen sollen verschrottet worden sein.
So nun nochmal zum 11.11.89. Am darauffolgenden Morgen hatte ich Streifendienst und als ich am Vormittag die Aussichtsplattform oberhalb der Juliushütte (Eingeweihte wissen was ich meine, für die Anderen: von hier kann man ganz Ellrich überblicken) schwebte über Ellrich eine blaue Dunstglocke, die Abgase der Trabis, da auf Grund der Wetterlage (Smog), diese nicht abziehen konnten. Überhaupt die Trabis, alle Fahrzeuge, die nur irgendwie fahrbereit waren kamen an und wurden in Gang gebracht. Das war für uns Westler ein echtes Highlight und exotisch. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir aber die Kinder. Da in den ersten Tagen nach der Grenzöffnung noch kein Pendelbusverkehr eingerichtet war, mußten diese mit ihren Eltern bei Minus -10 ° C ca. 4 Kilometer vom Bahnhof in Ellrich bis zum Grenzübergang laufen. Und ich wüßte bis heute nicht, dass auch nur eines geweint hat. Die waren voll abgehärtet. Ich habe damals schon gedacht, wir hatten ja schon die Weicheigeneration ,,Hut ab''. Heute würden dass auch die Kinder aus Halle oder Leipzig nicht mehr schaffen.
Bald setzte dann eine Reisewelle in umgekehrter Richtung ein und was man da erlebte als Zöllner, da kriegte man manchmal echt das Kotzen. Ich jedenfalls.

Aber dazu bei späterer Gelegenheit mehr. Dann schreib ich euch mal, was wir so alles in den Kofferräumen der ,,Wessis'' fanden.

Es grüßt euch Zoellner 1974


zuletzt bearbeitet 25.01.2011 23:39 | nach oben springen

#39

RE: Grenzöffnung in Ellrich am 11.11.1989

in Mein Grenzer Tagebuch 25.01.2011 23:45
von Pitti53 | 9.119 Beiträge | 1126 Punkte
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Zitat von Zoellner1974
Hallo Südharzer,
mir ist jetzt auch der Name von dem Offz eingefallen. Er hieß T....edidiert von pitti53...bitte keine Klarnamen und wohnte im sogenannten ,,Roten Viertel'' in Ellrich. Das war kurz vor dem Bahnübergang in Richtung Gudersleben. Zu dem Citroen war er gekommen, weil seine Schwester, die muß wohl irgendwo in der Republik was ,,Höheres'' gewesen sein, selbst die Option auf den Wagen hatte, diesen aber nicht kaufen wollte, weil sie Neid ihrer Nachbarn befürchtete und ihm dieses Recht übertrug. So hat er es selbst gesagt. Ich stelle hier auch fest, dass er, obwohl schon seit den 50er Jahren, anfänglich bei der Kasernierten VP, bie der Truppe war, kein Scharfmacher war. Ich glaube im Laufe dieser vielen Jahre hatte er sich sein eigenes Bild von der DDR und der Grenze gemacht. Er hat sich zum Beispiel im Gegensatz von anderen nie versucht zu rechtfertigen, bzw. die Vorteile der DDR herauszustellen oder die BRD zu verurteilen. Der hatte in vierzig Jahren Ellrich bestimmt auch vieles erlebt. In seine Zeit fiel auch ein versuchter Grenzdurchbruch mit LKw am Bahnhof Ellrich (ich glaube 15.03.1985). Da war echt der Bär los an der Grenze, da sich der LKw, es fehlten nur ca. 30m bis zum Eisenbahntor, bei seinem Aufprall an einem Prellblock verkeilt hatte und die Feuerwehr aus Ellrich vergeblich versuchte das Ding da wegzuzerren. Erst eine LOK der Reichsbahn konnte mittels Abschleppstange das Fahrzeug bergen. Interessantes dazu auch im Grenzmuseum in Tettenborn, mit Originalakten von MfS etc.. Wen dass interessiert, ein Besuch dort lohnt allemal. Es ist auch Elektronik aus einem Führungspunkt vorhanden, angeblich das einzige verbliebene Exemplar, alle anderen sollen verschrottet worden sein.
So nun nochmal zum 11.11.89. Am darauffolgenden Morgen hatte ich Streifendienst und als ich am Vormittag die Aussichtsplattform oberhalb der Juliushütte (Eingeweihte wissen was ich meine, für die Anderen: von hier kann man ganz Ellrich überblicken) schwebte über Ellrich eine blaue Dunstglocke, die Abgase der Trabis, da auf Grund der Wetterlage (Smog), diese nicht abziehen konnten. Überhaupt die Trabis, alle Fahrzeuge, die nur irgendwie fahrbereit waren kamen an und wurden in Gang gebracht. Das war für uns Westler ein echtes Highlight und exotisch. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir aber die Kinder. Da in den ersten Tagen nach der Grenzöffnung noch kein Pendelbusverkehr eingerichtet war, mußten diese mit ihren Eltern bei Minus -10 ° C ca. 4 Kilometer vom Bahnhof in Ellrich bis zum Grenzübergang laufen. Und ich wüßte bis heute nicht, dass auch nur eines geweint hat. Die waren voll abgehärtet. Ich habe damals schon gedacht, wir hatten ja schon die Weicheigeneration ,,Hut ab''. Heute würden dass auch die Kinder aus Halle oder Leipzig nicht mehr schaffen.
Bald setzte dann eine Reisewelle in umgekehrter Richtung ein und was man da erlebte als Zöllner, da kriegte man manchmal echt das Kotzen. Ich jedenfalls.

Aber dazu bei späterer Gelegenheit mehr. Dann schreib ich euch mal, was wir so alles in den Kofferräumen der ,,Wessis'' fanden.

Es grüßt euch Zoellner 1974



erzähl mal aus deiner Sicht-Ich hab da auch so manches erlebt...

vollgepropte Kofferräume mit billig gekauftem Fleisch und andere sachen.
da haben einige echt gehamstert


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#40

RE: Grenzöffnung in Ellrich am 11.11.1989

in Mein Grenzer Tagebuch 26.01.2011 22:20
von Zoellner1974 | 37 Beiträge
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Ja, genau so war es. Und oftmals die Leute, die vorher über die DDR nur abgelästert haben. Ihr müsst euch dass mal vorstellen, die haben 100,00 DM umgerubelt und hatten dann 1000,00 Mark der DDR. Rein rechnerisch also alles für 10 % des Ladenpreises gekauft und teilweise waren die Sachen doch bei Euch so schon echt billig. Aber man muß auch sagen, dass die DDR-Bürger ihre Betriebe teilweise selbst mit kaputt gemacht haben, weil jeder plötzlich nur noch den Joghurt vom Aldi oder die West-Fanta und Cola haben wollte. Die mussten dann ihren Kram wegwerfen, die Sachen, die man ihnen vorher aus den Händen gerissen hatte. Da hat schon mancher die Welt nicht mehr verstanden. Ich habe die Produkte selbst mal verkostet, da würden wir uns heute alle die Finger ablecken; nich' so'n Scheiß mit Geschmacksverstärker und Aromen. Echt Natur halt. Ja, so war es eben, die Sozialhilfeempfänger konnten für 5,2 Pfennige natürlich locker die Runden in den Kneipen schmeißen und waren die Helden. Am Anfang haben die DDR-Zöllner ja noch versucht die Ausfuhren zu verhindern, aber irgenwann haben sie kapituliert. Oder sie haben Diesel und Benzin gebunkert. Kann man sich auch ausrechnen,ich glaube ein Liter kostete in Ellrich an der Tanke 1,60 Mark, ergo 16 Pfennige. Aber die haben ihm den Tank bis auf den letzten Tropfen leergemacht. Das hatte es 40 Jahre lang nicht gegeben. Doch jetzt kam Erich's Rache. Bei dieser kostengünstigen Tankreinigung hauten sie sich auch den Bodensatz mit in die Tank's, was zur Folge hatte, dass ihre Kraftstofffilter vollkommen dicht waren. Da hatten Sie dann wieder unser Mitleid,
(Werner, du sollst nicht heucheln!), wir waren bei der Beschaffung von Reparaturdiensten behilflich. Darüberhinaus bestehen noch heute viele Werkzeugkisten aus Utensilien die allesamt aus VEB-Produktion stammen. Man fuhr mal eben am Morgen zum Brötchenholen nach Ellrich und die Bäcker in Walkenried stellten säckeweise Paniermehl her. So war's !!!!


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F. Streletz - Die Handlungen der militärischen Führung im Herbst 1989
Erstellt im Forum Das Ende der DDR von werner
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Grenzübergangsstellen Stand 09.11.1989
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Grenzdienst ab dem 09.11.1989
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Angebliche Grenzöffnung am 02.11.1989- Rasdorf BRD - Buttlar DDR
Erstellt im Forum Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze von kinski112
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Artikel zur Grenzöffnung Großburschla am 11.11.1989
Erstellt im Forum Das Ende der DDR von Heldrasteiner
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Gespräch Bertele/ Krenz, 3.11.1989 zu Ausreisewilligen
Erstellt im Forum Die Grenze,Die Teilung,geteilte Familien von Augenzeuge
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Neuer Grenzübergang zwischen Hessen und Thüringen - 23.11.1989
Erstellt im Forum Das Ende der DDR von Angelo
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