Staatlich gelenkte Information über Westdeutschland

  • Seite 1 von 2
11.11.2010 07:29
avatar  Angelo
#1
avatar

Es gab in der DDR ja Staatlich gelenkte Informationen über West-Deutschland wie wir in vielen Berichten schon gelesen haben waren die nicht unbedingt gut gewesen. Deshalb meine Frage an alle:

Wie dachte der Bürger der DDR über den Westen was hat er selber davon mit bekommen ? Gab es denn wirklich so viele Einflüsse von der Seite des Staates auf das Denken über den Westen ? Und gab es Unterschiede beim Denken über den Westen z.B bei Grenztruppen oder Mfs dachten diese anders als der normale Bürger der vielleicht sogar West-Kontakte pflegte ? Die Frage ist nicht ganz einfach aber ich hoffe es kommen gute Antworten dabei raus

Ich bitte um eine Sachliche Diskussion die bitte beim Thema bleibt !


 Antworten

 Beitrag melden
11.11.2010 07:54
avatar  Pit 59
#2
avatar

Natürlich gab es gelenkte Informationen über die Medien zur BRD.Das beste Beispiel ist hier " Der Schwarze Kanal ". Eine furchtbare Sendung,mit einem noch furchtbareren Moderator.wenn ich mich an zu Hause erinnere haben wir schon immer West-Fensehen gehabt,auch Verwandte,mit ständigen Kontakt.Auch in der Schulzeit war der umringt der West-Kaugummi hatte,Bundesliga-Fußball war angesagt.


 Antworten

 Beitrag melden
11.11.2010 08:01
avatar  Angelo
#3
avatar

Wie hast du denn als Kind über West Deutschland gedacht ? Wurde darüber eigentlich gesprochen ? Ich kann mich daran erinnern das wir hier im Westen eigentlich sehr wenig über die Menschen in der DDR gesprochen haben. Das hat aber auch daran gelegen das wir eigentlich nicht viel wußten über den Osten. In der Schule haben wir über die Entstehung der 2 deutschen Staaten geredet aber wie die Menschen dort lebten das wußte keiner so genau. Aber für uns war das normal gewesen und ich muß gestehen das ich selber bis ins Jahr 1989 der DDR wenig Bedeutung geschenkt habe. Für uns waren das immer die Menschen von drüben nicht mehr und nicht weniger. Selbst als ich 1986 Ost Berlin besucht habe war für mich auf der anderen Seite einiges anders aber ich würde mal sagen eher Positiv wie negativ, denn es gab Essen zum Spott Preis Bratwurst mit Brötchen für 80 Pfennige und Mittagessen für 2 Ostmark in einem guten Restaurant ja das waren meine Erlebnisse über die DDR. Mir haben die Grenztruppen oder Stasi überhaupt nichts gesagt weil darüber eigentlich nie gesprochen wurde. Also ich kann von meiner Seite sagen das bei uns das Thema DDR absolut tot geschwiegen worden ist.


 Antworten

 Beitrag melden
11.11.2010 08:20
avatar  Pit 59
#4
avatar

Ja gut Angelo nun konnte man Berlin u. eventuell leipzig nicht mit dem rest vergleichen,damit meine ich baulich und auch das Angebot war besser.Aber die Bockwurst mit Brötchen für 0,80 Pf gab es überall.Wie ich schon in meinem ersten Beitrag schrieb war der Westen im der Schulzeit und auch als Jugendlicher was ganz phantastisches.Wir wurden zwar immer von den Eltern ermahnt nicht in der Schule zu erzählen was es gestern im Fernsehen gab,aber unter uns gab es nichts anderes.Es wurde das schönste Holzauto gegen West-Kaugummi eingetauscht,man hat ebend mit allen Mitteln versucht an Westzeug ran zu kommen.Ich kann mich erinnern das wir bei Besuchen unserer Verwandten immer einen großen Fehler gemacht haben.Da wurde vorher durch Beziehungen und diverse Tauscherei,oder in den Delikat-Läden das beste vom besten ran geschaft,damit es den Westlern an nichts fehlt.Und die haben dann immer gesagt Euch geht es aber gut.Ich habe nie in meinem Leben Hunger leiden müssen,es gab ja genug zu Essen,aber eben nicht immer das was man gerade vieleicht wollte.


 Antworten

 Beitrag melden
11.11.2010 08:30
avatar  Angelo
#5
avatar

Da stelle ich mir halt die Frage warum waren alle so scharf auf das Zeug aus dem Westen ? Irgend jemand muß ja dann mal davon angefangen haben das die Schokolade,Kaugummi und und viel besser sei wie das was man in der DDR kaufen konnte. Aber dieser Eindruck war eigentlich eine Lüge denn es gab Sachen in der DDR die waren viel besser als die aus dem Westen aber das wollte bei euch keiner hören und bei uns schon gar nicht. Der Westen wurde immer hin gestellt als Kapitalistisches Land auf einer Seite war das gar nicht so falsch wenn wir heute mal sehen wie sie Gesamt-Deutschland entwickelt hat. Sicherlich waren die Gesetzte der DDR für den normalen Bürger mit drang nach Freiheit nicht die besten gewesen aber denoch hat der Staat auch viel für seine Bürger getan. Wir hier im Westen hatten mit ganz anderen Problemen zu kämpfen die natürlich auch aus der Kapitalistischen Konsum Gesellschaft entstanden sind.


 Antworten

 Beitrag melden
11.11.2010 08:37
avatar  Mike59
#6
avatar

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73989847.html

Abgesehen davon, dass ich diesen Artikel alles in allem für gelungen halte, passt der letzte Absatz meiner Meinung nach sehr gut zum Thema.

Mike59


 Antworten

 Beitrag melden
11.11.2010 08:40
avatar  Angelo
#7
avatar

Als es mit der DDR vorbei war, hat mein geliebter Onkel einmal darüber gesprochen, wie es für ihn war, in die DDR zu reisen. Ich war überrascht. Es sei für ihn unangenehm gewesen, bestaunt zu werden, sagte er. Er erzählte, dass er oft Kritisches über Westdeutschland geäußert habe. Wir hätten es aber nicht hören wollen.


 Antworten

 Beitrag melden
11.11.2010 08:45
#8
avatar

Wenn man Verwandtschaft im Westen hatte, hat man sich auch damit beschäftigt.
Als Kinder sind wir mit den Eltern bis 1953 öfters die Großeltern und Bekannte besuchen gefahren.
Auch der Besuch Westberlins war uns nicht fremd.
Somit sind wir natürlich auch mit Produkten wie du sie nennst in Berührung gekommen, später dann auch mit Westfernsehen.
Das hatte natürlich auch mit der Erziehung im Elternhaus zu tun. Der politische Einfluss der DDR auf uns war also gering.
Das ich dann trotzdem zur Grenze ging, war mehr Protest gegenüber dem Elternhaus.

=============================================================================================
Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!

 Antworten

 Beitrag melden
11.11.2010 08:46
avatar  Pit 59
#9
avatar

An Konsumgütern war bei uns eigentlich bis auf wenige Ausnahmen nichts besser.Und das hat sich rum gesprochen.Der eine hat das aus dem Westen gehabt,und der andere das.Die wollten hier doch alles nach machen z.B. Jeans.Klar wurden die gekauft wie verrückt,der welcher nicht an West-Geld ran kam musste das.Geld hatte ich damals mehr als Heute.Ich bin manchmal mit 30 000.- Ostmark zum Automarkt und bin dann mit dem Bus nach Hause.Ausser Trabant u. eventuell Wartburg war da nicht viel drin.Das hat doch alles gefrustet wie sau.Klar hatte jeder Arbeit,manche betriebe waren so voll da wusste die hälfte gar nicht was Ihre Arbeit ist ( Übertrieben ).Und das soziale Netz,ja klar war das gut.


 Antworten

 Beitrag melden
11.11.2010 08:57 (zuletzt bearbeitet: 11.11.2010 09:01)
avatar  josy95
#10
avatar

[quote="Pit 59"]
(Zitat @Pit 59 Auszug)

Natürlich gab es gelenkte Informationen über die Medien zur BRD.Das beste Beispiel ist hier " Der Schwarze Kanal ". Eine furchtbare Sendung,mit einem noch furchtbareren Moderator.quote]
...nur eine Meinung zu dieser Feststellung:

Zweite Feststellung: Endlich mal wieder interessantes Thema!

Das Gegenpedant im Westfernsehen war Gerhard Löwenthal, (kaum) einen Deut besser!

Vermute mal, es wird ja hier bestimmt noch die eine oder andere hitzig- emotionale Debatten geben!

Meine Meinung, und @Pit 59 deutete es auch schon an, ganz erheblichen Einfluß auf die Meinungsbildung unter der DDR- Bevölkerung hatte (West-) Fernseh, Radio und Westverwandschaft. Nicht umsonst nannte man ja etwas ironisch- scherzhaft den Bereich, wo Westfernseh so gut wie gar nicht zu empfanngen war wie z. Bsp. Dresden/ Elbtal das "Tal der Ahnungslosen" oder ARD = "Außer Raum Dresden"!

Nicht umsonst war der Empfang westlicher Sender von offizieller Stelle und in der Propaganda der SED so verpöhnt. Man hatte genau diesen effizitienten Einfluß auf breite Massen der Bevölkerung und deren Meinungsbildung erkannt.
Die für die herschenden Diktatoren gloreichen Zeiten von einseitiger Information wie z. Bsp. während der Nazizeit mittels Göbbels- Schnauze oder "Völkischen Beobachter" waren auf Grund es technischen Fortschritts endgültig vorbei. Die Insellage West- Berlins fast mitten in der DDR spielte eine ebenso gewichtige Rolle und war ein absoluter Dorn im Auge der stalinistischen SED- Machthaber. Konnte man doch von hier den Empfang westlicher Sender auf das Gebiet der DDR wesentlich ausdehnen.

Auch sollte ein wichtiger Aspekt nicht vergessen werden, das man den Empfang westlicher Sender bei allen bewaffneten Organen der DDR hart unter Strafe stellte. Es spielte gar keine Rolle, ob der "Erwischte" eine harmlose im NSW- produzierte Sendung (z. Bsp. Musik) oder etwa einen Spielfilm, der auch im DDR- Fernseh oder Kinos lief, sich angeschaut hatte.

Salopp hieß es in einem allgegenwärtigen Jargon: "Der ideologischen Diversion des Klassenfeindes Auge und Ohr geliehen!"
Das höhrte sich relativ harmlos an, war aber genau das Gegenteil. Im schlimmsten Fall konnte das Armeeknast Schwedt bedeuten!

Auch sei im zivilen Sektor die Praxis der 50- und 60- er Jahre nicht zu vergessen, wo aufgepeitschte FDJ- ler Fersehatennen, die vermeintlich dem Empfang von Westfernseh dienten (s. g. Ochsenkopfatennen"), herunterrissen, beschädigten und/ oder deren Besitzer diskriminierten. Das ging soweit, das mit Parolen selbst Türe und Wände beschmiert wurden.

Trotzdem konnte man den Konsum des Westfernsehs nicht unterbinden. Auch ist nicht zu vergessen, das mit Unterzeichnung des Grundvertrages mit der BRD und der Konferenz von Helsinki die Praxis auf eine Art Duldung, zumindest im zivilen Bereich hinauslief.
Ab Anfang/ Mitte der 80-er war es dann sogar offiziell möglich, das z. Bsp. Gemeinschaftsatennenanlagen, die auch Westfernseh einspeisten, errichtet werden durften. Man hatte wohl das sinnlose Unterfangen derartiger Aktionen erkannt.

Eine Frage an die, die zu dieser Zeit gedient haben, wie war es eigentlich bei den bewaffneten Organen der DDR bis zum 09.11.1989, gab es da auch schon Lockerungen?

josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...

 Antworten

 Beitrag melden
11.11.2010 09:16
avatar  Angelo
#11
avatar

Wie kannten das Wort "Konsumgüter" im Westen nicht denn für uns war es normal das es alles gab was es zu kaufen gab.Als Kinder war es normal das wir wenn es der Geldbeutel zugelassen hat das zu bekommen was uns die Werbung jeden Tag im Fernsehn bescherte. Wir dachten nicht an unsere Deutschen Nachbarn im anderen Deutschland ich frage mich jetzt nach so vielen Jahren warum war das eigentlich so ? Warum waren uns die Menschen in der DDR egal ? Lag es vielleicht daran das wir (Meine Familie) keine Ost Verwandschaft hatten ? Oder lag es vielleicht doch daran das wir auch im Westen....gar nicht gerne über die DDR sprechen wollten ? Es war nicht verboten aber irgendwie war es doch ein Tabu Thema


 Antworten

 Beitrag melden
11.11.2010 09:27
avatar  Mike59
#12
avatar

Also mal ehrlich, Konsumgut ist doch keine Erfindung des Ostens. Das ist ein allgemein üblicher Begriff. Wenn der im Westen nicht bei der Masse der Bevölkerung bekannt ist, hat das andere Ursachen.
Und die Mentalität, "was geht mich fremdes Elend an" ist ja heute mehr den je auch im Osten verbreitet.

Mike59


 Antworten

 Beitrag melden
11.11.2010 09:35
avatar  Pit 59
#13
avatar

Ja Angelo ich denke das lag daran das die BRD-Bürger welche keine verwandten im Osten hatten sich auch nicht damit beschäftigt haben,oder wollten es auch nicht.Nur durch persönlichen Kontakt,und da waren Briefe u. telefonate schon gefährlich wo man sich überlegen musste was man sagt.Meine Eltern haben sich Feierlichkeiten einfallen lassen,um die Verwandten her zu holen,die gab es glaub ich nicht. Die Oma wurde glaub ich 3x 75. Ungarn war auch viel unser Treffpunkt.Wir liebten auch Ungarn oder die CSSR weil schon dort das Konsum Angebot viel besser war.


 Antworten

 Beitrag melden
11.11.2010 09:41
#14
avatar

Zitat von Angelo
Als es mit der DDR vorbei war, hat mein geliebter Onkel einmal darüber gesprochen, wie es für ihn war, in die DDR zu reisen. Ich war überrascht. Es sei für ihn unangenehm gewesen, bestaunt zu werden, sagte er. Er erzählte, dass er oft Kritisches über Westdeutschland geäußert habe. Wir hätten es aber nicht hören wollen.


Ja man kam einigen Leuten wie das 7. Weltwunder vor, wurde überall eingeladen und ausgefragt über Dinge, die sie stark beschäftigten. Zum Beispiel, ob man bei uns Kinder- und Jugendlichenkleider auch kriegt, wenn man ohne Kind ins Geschäft kommt, oder ob bei uns wirklich alle Jeans trägt. Erstaunt über solche Fragen, antwortete mir die Fragestellerin, dass sie leider etwas klein und dünn sei und deshalb in der Jugendabteilung einkaufen müsse und das nur geht, wenn sie dazu ein Nachbarskind in der passenden Grösse ausleiht und mitbringt. Auf jeden Fall haben wir immer Kleider dortgelassen und sind mit wenig Gepäck ausgereist. Beliebt waren auch Rollen mit Lacoste Krokodilen und Levis Etiketten zum Aufnähen auf heimische DDR Bekleidung.
Und die Frage, ob es immer alles gibt. Und ob es wirklich Obdachlose gibt. Und ob das Putzmittel aus der West Werbung wirklich so gut putzt, wie geworben usw. usw.
Theo


 Antworten

 Beitrag melden
11.11.2010 09:47
avatar  ( gelöscht )
#15
avatar
( gelöscht )

ja josy95, die gab es - war glaubich kurz vor der jahreswende 88/89 - ich weis noch, dass die die meisten soldaten trotzdem lieber die silvestersendung ausm osten sahen - die war irgendwie stimmungsvoller, fanden sie - dinner for one war aber auch für uns der hit.

für die , die auchweiterhin heimlich west sahen - und clever genug waren, sich nicht erwischen zu lassen, änderte sich wenig - nur, dass sie es eben nciht mehr heimlich machen musstenund so ein streßfaktor weniger da war - für andere brachen welten zusammen ob dieser entscheidung.

letztlich ahnte jeder - jetzt wird sich noch so manches ändern, womit keiner so schnell gerechnet hätte

eine erhöhung von dienstverstößen war jedoch (zumindest in dem bereich, den ich überblicken konnte, nicht gegeben.

und bevor die frage kommt, ob ich denn als polit mal jemanden ans messer geliefert hätte, den ich beim 2falschen" sender hören/sehen erwischt habe:

erstens habe ich nicht danach gesucht, denn das gab immer unmöglichen streß - zu erleben, wenn in anderen einehiten sowas an die große glocke gehängt wurde.

KC Hfw und ich waren uns da - ohne Absprache - ziemlich einig.

offensichtliches, vielleicht auch provoziertes hören/sehen musste aber geahndet werden - letztlich auch zum eigenen schutz.

bei uns wurde dann das radio eingezogen und im nächsten urlaub mit nachhause gegeben.

irgendwie "vergass" dann immer einer, das nach oben zumelden - wie gesagt, so richtig wollte wegen sowas keiner wirklich streß - waren eben doch schon andere zeiten als 50/60

einen unteroffizier hatte ich mal versprochen, ihn vom ausgang mit dem Streifen-LO mit in die einheit zu nehmen (seine freundin wohnte in dömitz) - erklang aus dem hintergrund die erkenneungsmelodie der tagesschau - naja, ich "kannte" die ja "gar nicht" und guckte weiter gelangweilt wartend, bis er rauskam. so gings auch

irgendwie war ich in manchen angelegenheiten wohl doch kein so guter polit - und jetzt können se alle an meinen äußerungen zweifeln, die es gern wollen - aber ich war eben doch gern auch mensch - damals wie heute

achja - bei alkohol in der einheit gab es bei mir kein pardon

da mußten ganz hartgesottene auch mal für drei tage in den keller in die arrestzelle.


 Antworten

 Beitrag melden
Bereits Mitglied?
Jetzt anmelden!
Mitglied werden?
Jetzt registrieren!