Gastarbeiter -Transit durch DDR

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31.10.2010 00:03
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#1
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Moin,

ich bin bei meiner Online-Recherche auf Euer Forum gestossen. Vielleicht könnt Ihr mir weiterhelfen, weil ich die DDR gar nicht mehr kennenlernen konnte, weil a) zu jung und b) in Köln aufgewachsen. Mich interessiert, wie West-Berliner Gastarbeiter (v.a. Türken ) in den Ferien in ihre Heimat gefahren sind. Wie ging der Transit vonstatten,z.B. welche Strecke musste man wählen wg. Grenzübergängen und haben die Menschen in Ostdeutschland was davon mitbekommen? LG aus Kölle


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31.10.2010 00:14
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#2
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Wenn ich z.b. im Orient(Beirut;Damaskus,Kairo etc.) in eine DDR-Interflugmaschine Richtung Schönefeld einstieg,waren etwa 85%
der Passagiere Gastarbeiter,die in Schönefeld den Shuttlebus bestiegen...

seaman


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31.10.2010 07:38
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#3
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auf der von dir bennanten route @seaman, meldeten sich die meisten asylanten in wb. irgendwann (anfang der 80´er jahre ?) gab es bilaterale verträge, dass die ddr über diese route keine asylanten mehr nach wb einreisen lässt.

aus meiner heutigen sicht, ein fehler...


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31.10.2010 07:46 (zuletzt bearbeitet: 31.10.2010 07:49)
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#4
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Meine Anmerkungen beziehen sich auf die 70er Jahre...
Die Interflugbüros in diesen Städten waren damals das günstige "Tor zur Freiheit".

seaman


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31.10.2010 09:24
#5
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Zitat von GilbertWolzow
auf der von dir bennanten route @seaman, meldeten sich die meisten asylanten in wb. irgendwann (anfang der 80´er jahre ?) gab es bilaterale verträge, dass die ddr über diese route keine asylanten mehr nach wb einreisen lässt.

aus meiner heutigen sicht, ein fehler...



Ja das war damals ein äusserst geschickter Versuch der DDR, die Westberlin Frage wieder aufs politische Tapet zu bringen. Die DDR stützte sich auf das Viermächteabkommen und verstand es so, dass Westberlin eine selbständige politische Einheit und kein Bestandteil der BRD sei und nicht von der BRD regiert werden dürfe. Das sahen die Westberliner und die BRD anders und versuchten, die notwendigen Gespräche zwischen Westberlin und der DDR auf niedriger Beamtenstufe zu führen, um ja nicht den Eindruck zu erwecken, Westberlin sei nun politisch wirklich unabhängig: Bsp:
https://www.youtube.com/watch?v=bm5_wGLpYNk
(Ein Stern ist vermutlich kein hoher Rang, keine Ahnung, kenne die Westberliner Uniformen nicht)
Mit dem Zustrom von Asylbewerbern nach der BRD ergab sich nun eine einmalige Möglichkeit, Druck auszuüben. Entsprechend internationaler Gepflogenheiten erlaubet die DDR Transitreisen durch ihr Gebiet nur, wenn auch das notwendige Visum für die Weiterreise vorgewiesen werden kann. Die BRD verlangte zwar ein Einreisevisum, die Reisenden gaben aber Reiseziel Westberlin an, so dass das Transitvisum ausgestellt werden konnte. Hätte Westberlin eine Grenzkontrolle eingerichtet und Visabestimmungen erlassen, hätte die DDR keine Transitvisa mehr ausgestellt. Die BRD hatte also die Wahl, entweder die Unabhängigkeit Westberlins zu bestätigen, damit diese eigene Visa ausstellen kann, oder aber eine Asyslbewerberflut hinzunehmen.
Ungeschickterweise kamen der DDR die Bundestagswahlen in die Quere. Die SED favorisierte linke Parteien. Das Asylproblem nützte vor allem der CDU. Deshalb hat man eingelenkt, um der SPD zu helfen.
http://books.google.ch/books?id=WKWaavD3...g%20ddr&f=false
Theo
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13514331.html


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31.10.2010 09:42
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#6
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Kann man so oder auch anders sehen...
Die Flugpassagiere zahlten mit Devisen.Wer dann von A nach B fliegt war der Interflug wohl egal.
Die ich als Passagiere mehrheitlich erlebte,waren schon lange Gastarbeiter in der Bundesrepublik.

seaman


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31.10.2010 10:11
#7
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Zitat von seaman
Kann man so oder auch anders sehen...
Die Flugpassagiere zahlten mit Devisen.Wer dann von A nach B fliegt war der Interflug wohl egal.
Die ich als Passagiere mehrheitlich erlebte,waren schon lange Gastarbeiter in der Bundesrepublik.

seaman


In den 70ern Jahren war noch kein Bürgerkrieg in Sri Lanka. Da gab es das Problem auch noch nicht. Einer Fluggesellschaft ist es nie egal, ob die Papiere in Ordnung sind. Wird die Einreise verweigert, muss man die Personen zurückfliegen und bleibt auf den Kosten sitzen. Interflug hatte hier im Westen einen guten Ruf, sie galt als sichere Fluggesellschaft; deutsche Gründlichkeit eben.
Theo


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31.10.2010 11:06
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#8
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Zitat von eisenringtheo

Zitat von seaman
Kann man so oder auch anders sehen...
Die Flugpassagiere zahlten mit Devisen.Wer dann von A nach B fliegt war der Interflug wohl egal.
Die ich als Passagiere mehrheitlich erlebte,waren schon lange Gastarbeiter in der Bundesrepublik.

seaman


In den 70ern Jahren war noch kein Bürgerkrieg in Sri Lanka. Da gab es das Problem auch noch nicht. Einer Fluggesellschaft ist es nie egal, ob die Papiere in Ordnung sind. Wird die Einreise verweigert, muss man die Personen zurückfliegen und bleibt auf den Kosten sitzen. Interflug hatte hier im Westen einen guten Ruf, sie galt als sichere Fluggesellschaft; deutsche Gründlichkeit eben.
Theo




Was wollen wir denn hier begründen?
Wer gültige Papiere hatte wurde von der Interflug sicher und pünktlich befördert.Mehr nicht.

seaman


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31.10.2010 12:34
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#9
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Wer reiste in den 70ziger Jahren über die GüST Schönefeld in die DDR ein oder war es nur ein Übergang für den Flughafen.GrußJürgen


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31.10.2010 13:10
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#10
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Na ja,es war eine Güst für einreisende DDR-Bürger/Ausländer in die DDR und KPP für Transitreisende nach WB....

seaman


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31.10.2010 15:21
avatar  Eumel
#11
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Von der Durchreise der Gastarbeiter bekam der normale DDR-Bürger nichts mit. Wie sollte er auch? In Westberlin wohnende Ausländer flogen von dort mit dem Flugzeug oder benutzen die Transitstrecken.

Bei der Einreise mit Tagesvisum sah das wieder anders aus. Viele Jugoslawen und auch einige Türken hatten sich in Berlin (DDR) durch z.B. Freundin ein kostengünstiges Refugium geschaffen.

Asylanten war wieder etwas anderes. Mit dem Bürgerkrieg in Sri Lanka nahm das neue Dimensionen an. Da kamen einige Maschinen in Schönefeld an. Die Passzuordnung war da allein durch den Zustand der Pässe und der "Arbeit" an den Pässen zum Teil schwierig. Zu großen Teilen tauchten dann Mengen von diesen Flüchtlingen plötzlich in Westberlin auf ... die hatte weder Visum noch einen Paßkontrollstempel. Die Probleme gab es übrigens auch mit anderen Bürgerkriegsstaaten (Palästinensern mit verschiedenen Pässen bzw. Libanon u.ä.). Meist waren das Großfamilien, wo nicht mal mehr klar war, wem welche Kinder gehörten und auch "Basteleien" an Pässen keine Seltenheit waren. Diese zurück zu schicken, wäre recht kostenintensiv geworden (Auch ein Grund, warum es eben doch oft nicht gemacht wurde). Übrigens sind viele mit Paß(ver)fälschungen vorher durch die halbe Welt getourt.


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01.11.2010 01:18
avatar  Mike59
#12
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Zitat von seaman

Na ja,es war eine Güst für einreisende DDR-Bürger/Ausländer in die DDR und KPP für Transitreisende nach WB....

seaman


--------------------
irgendwo hatten wir das schon mal. grübel grübel
Ein Internationaler Flughafen ist auch immer eine Güst! Aber was versteckt sich hinter KPP? Kommunistische Partei Portugal? stehe jetzt vollkommen auf der Leitung.
Mike59


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01.11.2010 08:26
avatar  seaman
#13
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Kontroll-Passier-Punkt

seaman


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01.11.2010 08:54 (zuletzt bearbeitet: 01.11.2010 08:56)
#14
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KPP ist ein Kontrollpassierpunkt an einer Stelle, wo keine völkerrechtliche Grenze ist. Die Sektoren- und Zonenübergänge waren in frühen Zeiten KPP, als man Deutschland noch als Einheit anschaute.
Um den administrativen Aufwand klein und die Sicherheit grosszuhalten, hat man speziell in der Fliegerei die "Transitzonen" eingeführt, fiktives exterritoriales Niemandsländer. Wenn ich also auf meinem Flug umsteige und die Transitzone nicht verlasse, reise ich weder in ein Land ein (->Einreisevisum) noch durch ein Land durch (->Transitvisum) und brauche gar kein Visum, kann aber natürlich polizeilich kontrolliert werden.
Transitzonen können geschlossene Räume, Fahrzeuge sein (z.B. Korridorzüge) oder ganze, abgetrennte Strassen.
Gesetzt der Fall, die Busse von Schönefeld wären Transitzonen, dann hätte man die DDR fiktiv nie betreten, auch keine Grenze überfahren, sondern nur an einem KPP gehalten.
In Basel ist das. Der Flughafen liegt auf französischem Gebiet. Wenn ich dort lande und in die Schweiz fahre, bin ich fiktiv nie in Frankreich. Die Strasse ist Transitzone. Möglicherweise war das in Schönefeld auch irgendwie so. Vielleicht hat ja jemand am Fughafen oder an der Rudower Chaussee gearbeitet und weiss das genau.
Theo


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01.11.2010 11:52
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#15
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Die GüST lag ja im Abschnitt GR42 wir durchfuhren sie bei Ablösung. Abschnitt Berta zu Anton. Deswegen fragte ich wer sie benutzte von West nach Ost oder Ost West. Gruß Jürgen


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