Systemfehler --> Fachkräftemangel --> 45-Stunden-Woche

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23.10.2010 21:24
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#1
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Nachdem dieses System in diesem Land die Bildungspolitik bereits an die Wand gefahren hat und staatliche Gelder lieber an das Großkapital verschenkt, leidet dieses Land nun scheinbar bereits akut unter Fachkräftemangel. Aber nicht nur die politische Klasse dieses Landes, nein auch das Kapital trägt seinen Anteil daran. Dieses verzichtete jahrelang aus Gewinnmaximierungsgründen auf eigene Ausbildung und fordert lieber die Zuwanderung von Fachkräften.

Nun sollte man denken wenn diese Kräfte diesen Mangel erkannt haben, dann werden sie durch Investitionen in Bildung und Ausbildung versuchen ihn so schnell wie möglich zu beheben.

Nein, weit gefehlt! Die Lösung dieses Problems sieht man in der weiteren Ausbeutung des Proletariats, und schon fordern Namen wie Klaus Zimmermann (DIW), Ulrich Blum (IWH) oder auch Josef Schlarmann (CDU/CSU) eine Anhebung der Wochenarbeitszeit auf 42-45 Stunden. Michael Hüther als Direktor des Institut der deutschen Wirtschaft (IW) beeilte sich sofort gleich darauf zu verweisen, dass laut Gesetz sogar eine Wochenarbeitszeit von bis zu 48 Stunden erlaubt sei.
http://www.handelsblatt.com/politik/deut...n-woche;2678538

Warum fällt mir dabei nur sofort der Textanfang eines Werkes von Georg Kreisler ein?

"Freiheit hat mit Deutschland selbstverständlich was zu tun, sofern man wirtschaftlich dazu was beiträgt. Manche müssen unfrei bleiben."



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23.10.2010 21:41
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#2
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@Feliks,

die gleiche Nachricht mit z.T. Hintergrundbedingungen habe ich auch gehört. Es ist eine Hiobsbotschaft für alle Arbeitnehmer!

In der Realität sieht es wohl aber in DE schon länger so aus, dass die Angestellten meist länger, als vertraglich geregelt, arbeiten.
Auch unsere Ang., ich bin ja selbst Arbeitgeber, müssen manchmal diese bittere Pille schlucken. Allerdings versuchen wir beständig, sie dafür finanziell oder zeitmäßig zu entlasten.
Wir, d.h. meine Ehefrau und ich pflegen ungeachtet dieses Zeitgeistes das Umfeld unserer "Mädels" zu beachten.
Ich will damit ausdrücken, dass Moral, Anstand und Rücksicht in einem heutigen Kleinbetrieb in DE möglich sind, ohne wesentliche Gefährdung der Existenz!
Es ist an der Zeit, auch von größeren Unternehmen, egal, wo sie in DE sind, solche bewährten unternehmerischen Tugenden einzufordern, auch wenn es sehr bieder schmeckt!

Und nun können alle wieder

Huf


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23.10.2010 21:58
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#3
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Manchmal bin ich immer wieder von Dir überrascht Huf...................., ganze respektable Ansichten

Leider gefährden einige Vertreter des Kapitals nachhaltig den sozialen Frieden und obwohl es kocht und gärt, zu Aktionen wie in Frankreich sind unsere korrumpierten Gewerkschaften nicht fähig.

Bei der derzeitigen Arbeitsdichte und Hetze das ganze noch bis 67 oder nach EU Wünschen 70, da wird Deine Praxis nicht leer Huf


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23.10.2010 21:58
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#4
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ABV

Bravo Huf
Es liegt doch in der Verantwortung jedes einzelnen Unternehmers, wie er mit seiner Belegschaft umgeht. Ich bin zwar kein Unternehmer sondern " nur" Beamter. Aber ich kann mir trotzdem vorstellen, dass ein Chef mit seiner Belegschaft steht oder fällt. Ebenso kann ich mir leider auch vorstellen, dass es Unternehmer gibt, welche die Angst ihrer Belegschaft vor drohender Arbeitslosigkeit schamlos ausnutzen. Man kennt ja den Satz: "Was sie wollen nicht? Macht nichts draußen warten ein paar Millionen auf ihren Job." Das führt leider dazu das immer mehr "freiwillige"Überstunden geschoben werden und Leute sich nicht einmal mehr, trotz Krankheit, zum Arzt zu gehen. Da ist ein Rückbesinnung auf die guten alten Unternehmertugenden mehr als angebracht.

Gruß an alle
Uwe


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23.10.2010 22:25
#5
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"Was sie wollen nicht? Macht nichts draußen warten ein paar Millionen auf ihren Job."
Ich denke dieser Satz wird gerade bei höher qualifizierten Berufen in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehören. Denn wen will am bei eklatanten Mangel einstellen.
Im BMW-Werk Leipzig bewarben sich vor noch 2 Jahren ca. 330 Schüler um einen Ausbildungsplatz, von denen man ca. 30 einstellte. Mittlerweile liegt die Bewerberzahl bei über 40, von denen man nur 12 für qualifiziert genug hält und einen Ausbildungsplatz gibt.


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23.10.2010 23:12
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#6
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aber leider nur bei "höher qualifizierten Berufen" . Leider...und die Mehrheit der Bevölkerung ...Und was macht bzw. was wird für die überwiegende Mehrheit getan????
Nur Mal so: Polizeipräsidium Kassel hat 2008 ..8 Ausbildungsplätze für Verwaltungsfachangestellte/r ausgeschrieben...253 Bewerber ....8 haben die geforderten Prüfungen bestanden und wurden eingestellt! Bis Mitte 2009 lösten 2 Auszubildende ihren Vertrag auf, weil sie sich als absolut unterfordert ansahen. Wochendlanges Abheften für die Ablage/Archiv füllte diese Azubis absolut nicht aus. Also kündigten sie. Die eine ist heute bei der UNI in Göttingen der Andere zur Zeit bei der KFOR im Kosovo.
Das mal dazu. Regt auch zum Nachdenken an.
Gruß Willie


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23.10.2010 23:34
#7
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was wird für die überwiegende Mehrheit getan????
Die dürfen sich mit mehreren Minijobs durchs Leben schlagen und nach ausgefüllten Antrag noch zusätzlich Zuwendungen vom Staat erwarten, um die Familie zu ernähren.


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24.10.2010 00:19
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#8
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wie recht Du "leider" hast. Das deutsche Volk hat es leider versäumt, mal seinen Ar.ch in die Hand zu nehmen und auf die Straße zu gehen.
Frankreich is für mich ein gewisses Vorbild Allerdings ohne Randale!!!
Ich habe leider den Eindruck, daß das Dt. Volk sich zu einem Volk der "Hinnehmer" und "Duckmäuser" entwickelt hat. So unter dem Motto: Was willst du, mir geht es doch gut, ich mach doch nur 200 Std. im Monat und hab und behalte meinen unterbezalten Job.

Nebenbei: Ich arbeite seit 12 Jahren in einem VW Autohaus. Bis vor einem Jahr nur tarifl. Lohnerhöhungen, bei i.d.R. 185 Std. Monat,
seit dem die -Antwort vom Chef: Sei doch froh das du Arbeit hast..Ich hab kein Geld! Fährt aber nen 956 Porsche und hat 14 Oldtimer vom Feinsten-.So und nun sag mir mal, was sollst de da machen....Arschkriechen mit Sicherheit nicht oder.? Das mit 51 Jahren, wo du echt keine Chance draußen hast. Und dann soll jeder neuer Tag Spaß machen. Träumt weiter...So sieht die Realität aus..


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24.10.2010 01:36
#9
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Hallo @ all ,

wöchentliche Dienst- bzw- Arbeitszeit für Beamte und Tarifbeschäftigte zur Zeit bei der Bundespolizei:

Beamte: 41-h-Woche
Tarifbeschäftigte: 39-h-Woche

Zu bemerken ist dabei, dass beide Beschäftigungsgruppen vormals die 38,5-h-Woche hatten.

Die Anhebung der Wochenarbeitszeit, zumindest bei den Beamten, erfolgte ohne Angleichung
der Dienstbezüge an die verlängerte Arbeitszeit.

Zur Zeit gilt für Beamte auch noch die 40-h-Woche, wenn sie mindestens ein Kind unter
12 Jahren haben.

Meine persönliche Sicht auf die zukünftige Wochenarbeitszeit: Anhebung auf 42- bis 44-h-Woche.
Natürlich ohne entsprechende Erhöhung der Dienstbezüge.

Hinzu kommt die ständige Kürzung des Stellenplanes, was eine weitere Verdichtung der Arbeitsaufgaben
für die im Dienst verbleibenden Beschäftigten nach sich zieht. Und das diese Überlastung durch Arbeit
auch Krank macht (ich möchte dabei u. a. auf das Burn-Out-Syndrom hinweisen), wurde ja bereits von
anderen Usern dargestellt.

Tschüß


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24.10.2010 19:18
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#10
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Zitat von willie


Nebenbei: Ich arbeite seit 12 Jahren in einem VW Autohaus. Bis vor einem Jahr nur tarifl. Lohnerhöhungen, bei i.d.R. 185 Std. Monat,
seit dem die -Antwort vom Chef: Sei doch froh das du Arbeit hast..Ich hab kein Geld! Fährt aber nen 956 Porsche und hat 14 Oldtimer vom Feinsten-.So und nun sag mir mal, was sollst de da machen....Arschkriechen mit Sicherheit nicht oder.? Das mit 51 Jahren, wo du echt keine Chance draußen hast. Und dann soll jeder neuer Tag Spaß machen. Träumt weiter...So sieht die Realität aus..



Tja seine Freiheit, deine Freiheit...

Die Politik fordert ja gerade spürbare Lohnerhöungen damit beim Arbeitnehmer auch etwas vom Aufschwung ankommt... die Antwort des Großkapitals dürfte bekannt sein... und selbst wenn nicht kann sich jeder die Antwort denken...


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24.10.2010 19:48
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#11
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Für lohnerhöhung ist es immer der falsche zeitpunkt,entweder ist gerade eine krise oder man darf den aufschwung nicht stören.
ich arbeite auch 40-50 stunden die Woche und bekomme im moment nur 35 bezahlt(bin halt Leiharbeiter) der rest soll für schlechtew zeiten seien-


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24.10.2010 19:55
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#12
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Ich denke, das ganz hängt auch ein bischen von der Bildung ab. Kannst du was , kannst du auch deinem AG Forderungen stellen. Kannste nix, musste nehmen was man dir anbietet. Die Ware " Arbeitskraft " unterliegt genauso den Marktgesetzen , wie eine Handelsware.

natürlich spielen dann auch mal andere Faktoren eine Rolle in diesem Kräftespiel, aber vom Grundprinzip ist es so. Meine beiden Söhne habe eine sehr gute Ausbildung, 1 hat Unistudium Physik und Informatik, der andere Fachhochschule Informatik. Beiden geht es sehr gut, auch in der vergangenen Krise keine Probleme, im Gegenteil man tat alles um sich diese Menschen als Mitarbeiter zu erhalten. Das wird sich in den nächsten Jahrne noch verbessern. Nur Leute mit schlechter oder gar keiner Berufsausbildung die werden auch in einer künftigen Konjunktur Probleme habe. Denn die einfachen Arbeiten sind schon lange in Billiglohnländer abgewandert. Diese Arbeitsplätze gibt es hier nicht mehr.

Viele Grüße aus dem Rheinland


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24.10.2010 20:11
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#13
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Zitat von Gert
Ich denke, das ganz hängt auch ein bischen von der Bildung ab. Kannst du was , kannst du auch deinem AG Forderungen stellen. Kannste nix, musste nehmen was man dir anbietet. Die Ware " Arbeitskraft " unterliegt genauso den Marktgesetzen , wie eine Handelsware.

natürlich spielen dann auch mal andere Faktoren eine Rolle in diesem Kräftespiel, aber vom Grundprinzip ist es so. Meine beiden Söhne habe eine sehr gute Ausbildung, 1 hat Unistudium Physik und Informatik, der andere Fachhochschule Informatik. Beiden geht es sehr gut, auch in der vergangenen Krise keine Probleme, im Gegenteil man tat alles um sich diese Menschen als Mitarbeiter zu erhalten. Das wird sich in den nächsten Jahrne noch verbessern. Nur Leute mit schlechter oder gar keiner Berufsausbildung die werden auch in einer künftigen Konjunktur Probleme habe. Denn die einfachen Arbeiten sind schon lange in Billiglohnländer abgewandert. Diese Arbeitsplätze gibt es hier nicht mehr.

Viele Grüße aus dem Rheinland


@gert es ist schön wenn deine kinder gut ausgebildet sind.meine sind auch gut ausgebildet,aber die ausbildung und lernbereitschaft fängt in der erziehung an.wenn die eltern nichts taugen,wird aus den kindern oft das selbe,sprich man müßte mal anfangen den deutschen jugentlichen eine perspektive zu geben ohne ewig ein vorbild von harz4 eltern zu haben.ich sage nicht das alle harz4 leute faul sind,aber wenn die kinder sehen das sich einige eltern kaputschuften für billiglohn und keine zeit für ihre kinder haben(wie du und ich sicher hatten)dazu noch vom staat aufstocken müßen.wo bleibt da die motivation?und nun sollen die welche etwas können noch länger arbeiten und den rest an fachkräften holen wir aus dem ausland,hier wird doch schon wieder der esel von hinten bestiegen und ich glaube das es ziemlich der letzte feklversuch ist bis der karren voll im dreck steht,denn bis sich bildung auswirkt dauert mindestens 10 bis 15 jahre.

gruß andy


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24.10.2010 20:14
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#14
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@ gert

betreff Bildung ,habe selber 2 Facharbeiterabschlüsse und muß trotzdem als Leiharbeiter mich verkaufen,es muß auch auch noch Leute im Handwerk geben ,können ja nicht alle studieren.wenn man in einer Region lebt in der alles platt gemacht wurde und man das entsprechende Alter hat nutzen dir deine abschlüsse mitunter auch nicht viel,habe in meiner verwandschaft auch einen studierten (Chemie)
wohnt im Chemiedreieck 58 jahre ,ergebnis Hartz 4.


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24.10.2010 20:18
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#15
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( gelöscht )

Leistung muss sich lohnen.Tut sie auch.Bei mir im Unternehmem gibts in regelmässigen Abständen ein Gewinnbeteiligung am Umsatz.
Allerdings-von nix kütt nix.


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