Hebammen verboten in der DDR ?

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22.10.2010 06:29
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#1
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Gadebusch/Berlin (dpa) - In der DDR waren sie verboten, jetzt kämpfen sie bundesweit um ihre Praxen. Freie Hebammen stehen werdenden Eltern, Müttern und Babys rund um die Uhr zur Seite. Doch verdienen sie damit kaum genug, um die eigene Existenz zu sichern. An diesem Donnerstag hat der Deutsche Hebammenverband zu einer Mahnwache in Berlin aufgerufen. Die Organisation befürchtet, dass wegen steigender Haftpflichtprämien und stagnierender Honorare weitere Selbstständige die Geburtshilfe aufgeben könnten. Bundesweit betreuen freie Hebammen rund 160.000 und damit knapp ein Viertel aller Geburten.

Warum waren Hebammen in der DDR verboten ? Durfte man da nur im Krankenhaus entbinden ?


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22.10.2010 07:10
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#2
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Guten Morgen Angelo und meine Frau meinte gerade, das Wort"verboten" ist irgendwie unpassend in dem von dir eingestellten Text gewählt. Denn meine bessere Hälfte kam im Wohnzimmer ihrer elterlicher Wohnung zur Welt, in den fünfziger Jahren in Leipzig und entbunden durch eine Hebamme.
Gute Frage, ob es nicht noch Tausende Andere gab, denen es so wie ihr ging?
Sie meinte weiter, es wird wohl so gewesen sein, das es keine "Freiberuflichen Hebammen"gab, aber Hebammen mit ordentlichen Abschluß und allem was man brauchte, um der werdenden Mutter in ihrer schweren Stunde zu helfen, die gab es wiederrum zu Tausenden.
Wie die eine Hebamme nun gerade ins Wohnzimmer meiner Frau kam....da wird wohl ein Rettungswagen die Frau hergebracht haben, du Rettungssanitäter.
Ach, das sagte sie noch oder fügte noch an: Wenn eine DDR-Frau das Krankenhaus mit Baby verließ, dann kam gleich am kommenden Tag eine Hebamme nach Hause zu ihr...um sich ein Bild zu machen und die junge Mutter konnte ausreichend Fragen stellen um in den ersten Tagen gut zurecht zu kommen.
Und anschließend, um das mal zu erweitern ging es in die Mütterberatung.
Eine Frage an unsere Frauen im Forum, die heute....gibt es das alles noch aus der Vorschilderung meiner Ehehälfte, diese Fürsorge für Mutter und Kind?
Einen guten Tag allen ins Forum.

Rainer-Maria


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22.10.2010 09:17
#3
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Hallo Angelo,
habe eben mal meine Frau gefragt wie das damals bei ihr war.......
Also sie ist auch zu Haus zur Welt gekommen. In den 50er / 60er Jahren war es so, dass es Hebammen in fast jedem Ort bzw. in der Gemeinde gab, die dort faktisch wie ein Arzt praktizierten. Oder die in der Nähe wohnten und für den Ort oder Gemeinde zuständig waren.
Sie kümmerten sich um die Belange einer Schwangerin bis hin zur Entbindung.
Ist so zu Vergleichen, wie Schwester Agnes auf ihrer Schwalbe. Verboten waren sie somit nicht, das Gegenteil ist eben der Fall und
verboten wäre hiermit auch total unpassend. Und verboten können sie auch nie gewesen sein, denn diese Hebammen praktizierten noch
lange bis in die 70er Jahre, wobei von den 60 er zu den 70er Jahren dazu übergegangen wurde, Entbindungen in Krankenhäusern vorzunehmen. Die Gründe hierführ sind eigentlich logisch, weil ja doch mal etwas nicht glatt laufen könnte usw.
Die Hebammen der damalgen Zeit, haben sich auch nach der Entbindung um die Nachsorge gekümmert. Wobei dann in den 70er Jahren
bei den Frauen die im Krankenhaus entbunden haben, nach dem sie zu Hause waren, die Führsorge kam und geschaut hat wie die familiären Verhältnisse sind. ( Ob das Kind ein eigenes Bett hat usw.)
Wie Rainer - Maria schon schrieb ging es dann zu Mütterberatung, wo die Mamis alles über die "notwendige Aufzucht" ihrer Sprößlinge
erfuhren. Dazu muß noch gesagt werden, dass es auch die sogenannte Schwangerenberatung gab, die in 50er / 60er die zuständige
Hebamme mit übernahm und dann in späteren Jahren zentral im nächten größeren Ort erfolgte. Hier kam dann auch eine Hebamme,
die in einem Krankenhaus angestellt war.
Nach Meinung meiner Frau, wird heute wieder dazu überzugehen, das Hebammen nicht nur im Krankenhaus praktizieren sondern auch
wieder die Kinder zu Hause bei den Müttern entbinden........
Was die Ursachen daführ sind, da ließe sich darüber spekulieren. Eine Ursache, meine jedenfalls meine Frau, sei die sinkende Geburtenrate, die eine Anstellung im Krankenhaus irgentwie überflüssig macht. So wird bei Bedarf eine Hebamme für die oder jene Frau
zugeteilt oder so.
Und durch die sinkende Geburtenrate können auch die Hebammen nicht mehr die Butter aufs Brot verdienen. Es sei, sie orientieren sich um und übennoch eine andere medizienische Tätigkeit zu ihrem Hebammenberuf aus.
Zur Frage von Rainer Marias Frau:
Es gibt noch eine Führsorge für Mutter und Kind über das heutige Jugendamt. Die schaun auch, aber warscheinlich nur in bestimmten Fällen, wie die familiären Verhältnisse sind. Und ob die Führsorge noch genau so intensiev wie damals ist, konnte meine Frau auch nicht
sagen. Aber wenn, dann würden ja viele Kinder nicht ..........und die Eltern nicht..........
HG vom EK78


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22.10.2010 11:28
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#4
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Bin selbst Zuhause auf die Welt gekommen. Die Hebamme arbeitete in den 60zigern noch freiberuflich. Jürgen


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22.10.2010 12:08
#5
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Hallo Angelo ,

ich bin auch ein 'Zuhausankömmling'.

Gruß

Ricardo


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22.10.2010 12:16
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#6
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Warum schreibt die DPA dann das Hebammen in der DDR verboten waren das ist doch dann eindeutig eine Falschmeldungen der Nachrichten Agentur


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22.10.2010 12:23 (zuletzt bearbeitet: 22.10.2010 12:24)
#7
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Zitat von Angelo
Warum schreibt die DPA dann das Hebammen in der DDR verboten waren das ist doch dann eindeutig eine Falschmeldungen der Nachrichten Agentur



Angelo, ist doch klar:

Die DDR war auf allen Gebieten schlecht ... und das muss ja auch mal aufgezeigt werden.

Gruß

Ricardo, der mal wieder sehr sarkastisch ist


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22.10.2010 12:30
#8
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22.10.2010 12:55 (zuletzt bearbeitet: 22.10.2010 12:58)
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#9
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Zitat von Angelo
Warum schreibt die DPA dann das Hebammen in der DDR verboten waren das ist doch dann eindeutig eine Falschmeldungen der Nachrichten Agentur



DDR und dazu noch verboten , das lesen die Leute erstmal,muss ja nicht stimmen.......Pressefreiheit eben
hab da auch noch was gefunden
http://edoc.hu-berlin.de/dissertationen/...L/chapter3.html
sorry mannomann,hab nicht gesehen das dein Link auch von der Seite ist
Gruß bendix


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22.10.2010 18:26
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#10
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Hallo zusammen, das fügte meine bessere Hälfte heute noch an: In der Mütterberatung wurden soweit sie sich erinnert ausschließlich Mütter mit Kleinstkindern beraten, so bis zum Alter von maximal zwei Jahren, von einem Kinderarzt/ einer Ärztin.
Nicht so wie heute, da ist das Wartezimmer der Kinderärzte proppenvoll mit Kindern von...gerade geboren bis über zehn Jahre jung und proppenvoll war es damals in der DDR auch...aber eben nur Kleinstkinder.
"Proppenvoll in der DDR, na, wir waren doch Geburtsweltmeister, haben was für den deutschen Nachwuchs getan...hörst du Angelo, für den deutschen Nachwuchs....also waren wir doch die besseren Deutschen...ha,ha,ha...im Osten".
Entschuldige Angelo, aber den herlichen Nachsatz konnte ich mir nicht verkneifen und ich meine, damit nicht falsch zu liegen...na gut"besser", darüber könnte man streiten aber die Menge an Bevölkerungszuwachs im kleinen Ländle DDR trotz Pille war schon enorm im krassen Gegensatz zu heute.
Ohne das Thema hier zu kippen: Mich würde ja mal eine Statistik interessieren, wieviel geborene Kinder heutzutage im schönen Deutschland echt deutschen Ursprung haben und wieviel nicht? Vielleicht findet Einer einmal was dazu?

Rainer-Maria


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22.10.2010 19:09
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#11
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Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Hallo zusammen, das fügte meine bessere Hälfte heute noch an: In der Mütterberatung wurden soweit sie sich erinnert ausschließlich Mütter mit Kleinstkindern beraten, so bis zum Alter von maximal zwei Jahren, von einem Kinderarzt/ einer Ärztin.
Nicht so wie heute, da ist das Wartezimmer der Kinderärzte proppenvoll mit Kindern von...gerade geboren bis über zehn Jahre jung und proppenvoll war es damals in der DDR auch...aber eben nur Kleinstkinder.
"Proppenvoll in der DDR, na, wir waren doch Geburtsweltmeister, haben was für den deutschen Nachwuchs getan...hörst du Angelo, für den deutschen Nachwuchs....also waren wir doch die besseren Deutschen...ha,ha,ha...im Osten".
Entschuldige Angelo, aber den herlichen Nachsatz konnte ich mir nicht verkneifen und ich meine, damit nicht falsch zu liegen...na gut"besser", darüber könnte man streiten aber die Menge an Bevölkerungszuwachs im kleinen Ländle DDR trotz Pille war schon enorm im krassen Gegensatz zu heute.
Ohne das Thema hier zu kippen: Mich würde ja mal eine Statistik interessieren, wieviel geborene Kinder heutzutage im schönen Deutschland echt deutschen Ursprung haben und wieviel nicht? Vielleicht findet Einer einmal was dazu?

Rainer-Maria



Wenn ich deine Zeilen so lese RMR muß ich sagen du lebst 70 Jahre zu spät


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22.10.2010 20:48
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#12
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Hallo Angelo,

das ist doch mal eines meiner Fachgebiete, da ich ja bereits ein paar Berufsjahre in und um Schwangerenambulanz und Kreißsaal arbeiten durfte. Unsere Stationsleitung kam auch aus dem "Osten" und hat mir so einiges über die Zeiten damals erzählt. Es gab in dem Sinne keine Freiberuflichen Hebammen in der DDR, sie wurden in Polikliniken usw. angestellt. Ihr Arbeitsgebiet umfasste auch die dörfliche Geburtshilfe und Vor- und Nachbetreuung einer Schwangeren und ihrem Kind.
Ich hoffe es beantwortet Deine Frage.

Gruß Fela


@RMR

Hallo Rainer-Maria,

die Schwangerenbetreuung ist heute ausgereifter als früher. Es gibt Geburtsvorbereitungskurse, die Nachsorge direkt nach der Entlassung bis zu 10 Monaten für Mutter und Kind, Rückbildungsgymnastik (Beckenboden), Schwangerenschwimmen, Schwangerenyoga, Säuglingspflegekurse etc. etc.. Das alles leisten heutzutage Hebammen, die zum Teil Hauptberuflich in einer Klinik angestellt sind oder auch freiberuflich arbeiten.

Noch ein kleiner grusseliger Nachsatz zu Deinem "bessere Deutsche im Osten":
Ich habe gehört, das es in der DDR interne Anweisungen gab, schwerbehinderte Babys zu ertr............ ( Es tut mir leid, ich kann das nicht ausschreiben, weil mir da die Haare zu Berge stehen ). Das ganze wurde heimlich gemacht, ohne das die Mutter es mitbekommen sollte.
Gruß Fela


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22.10.2010 20:55
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#13
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Das sind glaube ich Märchen Fela


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22.10.2010 20:57
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#14
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Zitat von don71
Das sind glaube ich Märchen Fela



Behinderte Menschen in der DDR ausgegrenzt ?


Wirklich ?


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22.10.2010 21:05
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#15
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Hallo Angelo,

ich habe das von einer Person gehört, die in der DDR als Hebamme ausgebildet wurde und ca. 20 Jahre als solche gearbeitet hat. Ich habe keine Beweise dafür. Mich hat es einfach nur geschockt, wie ein Staat seine Behindertenstatistik damit versucht niedrig zu halten indem man schwerbehinderte Neugeborene nicht ausreichend versorgt oder noch vor dem ersten Schrei in einem Wassereimer...........

BITTE verfallt hier nicht in Panik, ich habe das ganze nur gehört, ich kann es NICHT beweisen.


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