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Behinderte Menschen in der DDR ausgegrenzt ?

in Leben in der DDR 18.10.2010 09:08
von Angelo | 12.573 Beiträge | 993 Punkte
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In Thüringen entstand vor 30 Jahren so etwas wie die Kommune 1 der DDR. Hartroda war ein einmaliges Lebensprojekt Behinderter - zum Missfallen der StaSi. Bertram sitzt am Küchentisch und dreht sich seine Zigaretten aus der Tupperdose. Sein halbes Leben schon wohnt er in dieser WG in Hartroda. Seine Augen blicken freundlich, aber mutlos. Früher in der DDR verdingte sich der drahtige Mann als Transportarbeiter bei der Wismut. In dem Bergbauunternehmen, wo sie hier in Sichtweite Uran abbauten. Nach der Wende schult er zum Tischler um - einen Job findet Bertram nicht. Er ist 44 Jahre alt. Und das Reden überlässt er lieber Sylvia, die fast genauso lange hier lebt, in der WG. Sie war einmal Verkäuferin, hat eine Ausbildung zur Familienpflegerin gemacht, sie ist selbstbewusster als Bertram, Arbeit hat sie trotzdem keine bekommen. Die anderen Mitbewohner, sieben sind es derzeit, lassen sich nicht blicken, sitzen oben in ihren Zimmern und hören Musik. Jeder lebt für sich.

Wer die prallen Aktenordner bezwungen hat, die die Stasi über diese Wohngemeinschaft seinerzeit zusammentrug, erwartet von einem Besuch in Hartroda etwas anderes, etwas Subversives. Bertram findet: "Hier passt man ein bisschen aufeinander auf." Anderswo leben? Sylvia spielt dieses Szenario oft durch. Einmal hat sie versucht, wegzukommen. Nach einem Jahr zog sie wieder ein. Irgendwann ist ihr vielleicht klar, dass sie hier rausmuss. "Irgendwann", "vielleicht", Sylvia schaut, als glaubte sie sich selbst nicht: "Ich hab Schiss davor."

Die Kommunarden in Hartroda sind Gefangene von Hartz IV. Das hat ihnen die Selbstständigkeit ausgetrieben. Wenn sich Sylvia vergewissern will, dass das mal anders war, dann holt sie aus ihrem Zimmer die Kiste mit den Fotos. Wenn sie die Bilder wieder sieht, dann merkt man, wie mit den dazugehörigen Geschichten Sylvias Mut wächst. Hier zu wohnen, das bedeutete Selbstbefreiung. Wenn sie erzählt, fällt vor allem ein Name: Matthias Vernaldi.

hier weiter lesen
http://www.taz.de/1/leben/koepfe/artikel...ab-mir-fluegel/



zuletzt bearbeitet 18.10.2010 09:09 | nach oben springen


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