Stabskompanie 26 des GKM in Karlshorst

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11.10.2010 16:53 (zuletzt bearbeitet: 11.10.2010 20:50)
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#1
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Hallo!
Suche Leute, die von 1971 bis 1974 in der Stabskompanie 26 in Berlin Karlshorst gedient haben.
Ich selbst war dort Gruppenführer im KD-Zug. Zugführer Leutnant Bö....
Mein Name ist Werner Guth


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11.10.2010 20:45 (zuletzt bearbeitet: 11.10.2010 20:47)
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#2
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leider kann ich dir hierzu nicht helfen,bin aber in karlshorst aufgewachsen.war ja alles voller sicherheit,muß kein leichter dienst gewesen sein wenn man nicht weis wer einem in karlshorst grade begegnen könnte.die gk war doch gleich hinten bei den russen am schießplatz wo auch der kgb war.


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12.10.2010 15:39
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#3
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Ja, die Russen waren in der Nähe.Sonst hatten wir zu tun mit 24 Stunden-Diensten und Kommandostabsübungen. Unsere Baracke war in der Arberstraße.


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12.10.2010 15:45 (zuletzt bearbeitet: 12.10.2010 15:56)
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#4
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ich weis wo eure baracken waren,lebte ja 25 jahre in karlshorst.hinten,so nannten wir das viertel war alles.angefangen vom sonderrevier der polizei in der waldowallee über das landwirtschaftsministerium in der köpenicker allee bis hin zum patcher(damals geplant von nazis als größten umschlagbahnhof europas)da war der schießplatz der russen wo wir munition sammelten als kinder.verrückt wenn ich heute überlege.
die arberstrasse war glaube ich sogar eine einbahnstrasse.ist ne kleine strasse,ich weis nicht wie es heute dort ist.
wenn es dich interessiert kann ich ja mal fotos von der stelle machen wenn ich in den nächsten tagen mal in der ecke bin.


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12.10.2010 16:06
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#5
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Ja Alter Fotos wäre nett. Am Ende der Arberstraße war eine Schule. Ein Stück weiter war eine Kaufhalle und gegenüber einkleiner Laden. Dort haben wir manchmal nach dem Abendbrot, natürlich verbotenerweise Bier gesoffen.


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12.10.2010 18:40
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#6
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ich melde mich wenn ich mal dazu komme einige fotos zu machen,ich denke so 1-2 wochen.du erkennst es kaum wieder,alles bebaut,der bunker im russengelände steht noch.


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12.10.2010 21:53
#7
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Zitat von WernerHeinrich
Ja Alter Fotos wäre nett. Am Ende der Arberstraße war eine Schule. Ein Stück weiter war eine Kaufhalle und gegenüber einkleiner Laden. Dort haben wir manchmal nach dem Abendbrot, natürlich verbotenerweise Bier gesoffen.



..............der kleine "Konsum" hat noch bis c. 1999/2000 exestiert. Die Zufahrt zum GKM war Siegfried-Wiedera-Straße. Ab November 1990 mußte ich dorthin die persönlichen Sachen von "fahnenflüchtigen" Soldaten und Unteroffizieren bringen, um diese dem Militärstaatsanwalt auszuhändigen. Ab Februar 1990 erfolgten im Gebäude 05 die Ausbildung der AGT, welche für den Einsatz von speziellen Nachrichtentechnik des ehemaligen MfS - hier insbesondere an den den Grenzübergangsstellen - vorgesehen waren, bzw. eingesetzt wurden.

Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de


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13.10.2010 14:36
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#8
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Wie ich erkennen kann bist du noch im aktiven Dienst. (Ab November 1990 mußte ich dorthin die persönlichen Sachen von "fahnenflüchtigen" Soldaten und Unteroffizieren bringen, um diese dem Militärstaatsanwalt auszuhändigen) Diesen Satz verstehe ich nicht, besonders im Zusammenhang mit der Zeit November 1990. Am 03.Okt. 1990 galt im Osten die Gesetzgebung der Bundesrepublik Deutschland und Militärstaatsanwälte waren aus.

Werner


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13.10.2010 16:37
#9
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Zitat von WernerHeinrich
Wie ich erkennen kann bist du noch im aktiven Dienst. (Ab November 1990 mußte ich dorthin die persönlichen Sachen von "fahnenflüchtigen" Soldaten und Unteroffizieren bringen, um diese dem Militärstaatsanwalt auszuhändigen) Diesen Satz verstehe ich nicht, besonders im Zusammenhang mit der Zeit November 1990. Am 03.Okt. 1990 galt im Osten die Gesetzgebung der Bundesrepublik Deutschland und Militärstaatsanwälte waren aus.

Werner



Werner...........mein Fehler - streiche bitte 1990 und setze 1989. Bin in einem anderen Fred auf die Jahreszahl 1990 fixiert gewesen.
Nachdem ich meinen Fehler eingestanden habe, hier noch eine Erläuterung. Ab dem 09. November 1989 nahm die Zahl der Soldaten und Unteroffiziere (UaZ) welche sich unerlaubt von der Truppe entfernten permanent zu. Morgens zu Dienstbeginn......erhielten die KC/BC vom StKGR mündlich die namentliche Nennung der abgängigen Soldaten, mit dem Befehl: Austragung aus dem Strichlistenbuch.
Dieser befehl wurde an mich, betreffend für meine Einheit weitergegeben. Bei der Öffnung des Schrankes waren der BC, der Hfw sowie der Schreiber zugegen. Der Schreiber mußte mittels Bolzenschneider das Schrankschloss sowie das Vorhängeschloss des Wertfaches öffnen. Im Anschluss daran, wurden die militärischen Gegenstände sowie die persönlichen Utensilien aus dem Schrank genommen. Die persönlichen Gegenstände, wurden extra verpackt und nach Karlshorst verbracht. Dies erfolgte jedoch nicht sofort, sondern auf auf Anweisung mit genauer Terminsetzung.

Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de


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13.10.2010 17:04
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#10
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Hallo Chris,
kann mir die chaotischen Zustände vorstellen. Es reicht eigentlich sich die paar Fernsehaufzeichnungen aus der Zeit des Mauerfalls anzusehen. Wie sagte da jemand in so einem Streifen:" Wahnsinn" Das erklärt sich von alleine. Wie hast du es geschafft nun für den" Klassenfeind" tätig zu sein. Verzeih mir meine Ironie. Aus meiner Sicht ging es bei dieser sogenannten Wende eigentlich nur um mehr fressen und mehr saufen. Will sagen es ging um die " Freiheit"mehr konsumieren zu können. Jedenfalls für die meisten Leute. Von Verstand war selten die Rede. Du magst da anderer Ansicht sein?

Es grüßt
Werner


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13.10.2010 18:06
#11
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Zitat von WernerHeinrich
Hallo Chris,
kann mir die chaotischen Zustände vorstellen. Es reicht eigentlich sich die paar Fernsehaufzeichnungen aus der Zeit des Mauerfalls anzusehen. Wie sagte da jemand in so einem Streifen:" Wahnsinn" Das erklärt sich von alleine. Wie hast du es geschafft nun für den" Klassenfeind" tätig zu sein. Verzeih mir meine Ironie. Aus meiner Sicht ging es bei dieser sogenannten Wende eigentlich nur um mehr fressen und mehr saufen. Will sagen es ging um die " Freiheit"mehr konsumieren zu können. Jedenfalls für die meisten Leute. Von Verstand war selten die Rede. Du magst da anderer Ansicht sein?

Es grüßt
Werner



Hallo Werner, obwohl ich mir bewußt bin, dass hier mehr als nur 880 User mitlesen, möchte ich Deine Frage beantworten. Ja ich habe die Uniform des Grenzschutz der DDR gegen die BGS Uniform getauscht. Bevor dies geschah, war ich für drei Tage "Volkspolizist". Dies dadurch bedingt, als dass das BMI (Bundesinnenministerium) sich plötzlich weigerte, ehemalige AGT (Angehörige der Grenztruppen) zu übernehmen. Wenn man es genau betrachtet, habe ich nicht mein "Grenzerkleid" direkt gegen die BGS Uniform getauscht, sondern die VP Uniform gegen die BGS Uniform. Welche Gründe gab es dafür? An erster Stelle stand meine damalige Familie. Meine Ex-Frau hatte die Arbeit verloren und zu Hause warteten drei hungrige Kindermäuler. Eins davon am 01. Oktober 1990 geboren. Die mir sonst noch gebotenen Perspektiven einer beruflichen Weiterbeschäftigung, hörten sich Gut an - waren aber Potemkinsche Dörfer. Somit wechselte ich in der Nacht des dritten Oktober gegen 01:00 Uhr die Uniform und wurde BGS-Beamter (Polizeivollzugsbeamter im Angestelltenverhältnis). Bezahlt nach damaligen Tarif BAT Ost VI. Wenig aber immerhin...............getreu dem Motto: lieber eine Blinde im Bett, als eine Taube auf dem Dach.
Es irrt jedoch der User, welche diese Zeilen liest, dass der Weg im BGS ohne Probleme war. Die PDU habe ich eigenartiger weise überstanden.............wurde jedoch in einem Personalführunggespräch (Dezember 1990) als nicht würdig eingestuft. Drei Herren der GSA Nord 1, waren der meinung: Wer zehn Jahre an der "Todesgrenze" war, muß mindestens einen Grenzverletzter erschossen haben. Dass dieses Personalgespräch in dieser Form den rechtsstaatlichen Prinzipen der Unschuldvermutung widersprach - habe ich erst später erfahren. Ich wurde also wieder eingestellt - obwohl nie entlassen und wurde im Dezember 1991 verbeamtet. Bemerkenswert......ein Ossi und verbeamtet nach altem Beamtenrecht!!!! Heute bin ich stolz auf das Erreichte..........im mittleren Dienst ausbefördert. Ich bin Lehrkraft im bahnpolizeilichen Aufgabenbereich der Bundespolizei - bin also ein halber Eisenbahner. Ich sitze heute in einem großen Dienstgebäude einer Bundesbehörde. Daraus mache genau so wenig ein Hehl, wie aus meiner Vergangenheit. Meine Freunde hier im Forum, kennen die Geschichte und diese Freunde zählen auf mich und ich zähle auf meine Freunde.
Um auf die Frage "Klassenfeind" zurück zu kommen: ab ca. Januar 1990 saß der Klassenfeind in den eigenen Reihen. Fragen von jungen Genossen wurden entweder halbherzig oder gar nicht beantwortet. Die Vorgesetzten, welche dich noch vor dem 09.11.1989 zusammen gesch.... haben, weil im Dienstablauf der Batterie (120mm GW) es zu unregelmäßigkeiten gekommen ist........diese Offiziere nahmen nunmehr an Schulungen der Westberliner Polizei teil. Jeder war sich nur noch selbst.....................und ich mich auch.
Ende meiner Ausführungen.

PS: Eins möchte ich noch anmerken, ich war und ich bin stolz ein Grenzsoldat gewesen zu sein.

Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de


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13.10.2010 18:32
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#12
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@chris,also ich finde deine handlungsweise zur wende ok.wichtig ist doch wohl das man zu seinem beruf steht.systeme ändern sich und nicht jeder wie ich als pflichtwehrdienstleistender kann so einfach sagen keine uniform mehr anzuziehen.schließlich müßen berufssoldaten auch irgendwie geld verdienen.
ich als kleiner gefreiter machte mir auch erst nach der wende richtig gedanken über die grenze.damals war es für mich normal das es eine gibt und ich bin auch stolz ein grenzer gewesen zu sein.
gruß andy


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13.10.2010 18:49
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Man Alter. Ich mache dir doch keinen Vorwurf, da mir bewusst ist dass das Überleben zählt. Von Stolz mit Waffen durch die Gegend latschen zu können halte ich nicht all zuviel, weil ich keine Heldentat darin erkennen kann wenn sich Menschen gegenseitig heiße Metalle in den Leib befördern. Nenn mich halt Pazifist( Traumtänzer), oder so.

Gruß

Werner


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13.10.2010 18:51
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#14
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super text stabsfähnrich,


sowas nenne ich offenheit und ehrlichkeit,

ps: dein lada und du habt meine solidarität.....


vielen dank für DIESEN beitrag


LG
Janos


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13.10.2010 18:56
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Zitat von WernerHeinrich
Man Alter. Ich mache dir doch keinen Vorwurf, da mir bewusst ist dass das Überleben zählt. Von Stolz mit Waffen durch die Gegend latschen zu können halte ich nicht all zuviel, weil ich keine Heldentat darin erkennen kann wenn sich Menschen gegenseitig heiße Metalle in den Leib befördern. Nenn mich halt Pazifist( Traumtänzer), oder so.

Gruß

Werner



Moin Werner................sollte die Bemerkung auf (an) mich gerichtet sein. Nein........ich halte Dich weder für einen Pazisten noch für eine Ökotante. Du hast mir eine Frage gestellt, welche ich wie es an sich üblich ist, beantwortet habe. Und ich danke Dir, dass Du mir unbewußt die Möglichkeit gegeben hast, etwas aus meinem Leben zu berichten. Werner - ich reiche Dir die Hand.

Mit freundlichen Grüßen - Chris
www.polizeilada.de


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