Patriot eines untergegangenen Landes

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07.10.2010 14:41 (zuletzt bearbeitet: 07.10.2010 14:41)
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#16
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Zitat von Gert
Also, ihr orakelt warum keine Waffen eingesetzt wurden. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, hat an dem Abend die komplette Befehlsstruktur angefangen von der Politik bis zu den Grenztruppen versagt. Die "armen" Offiziere an den GüSt waren völlig allein gelassen mit diesem Problem und es ist fast ein Wunder, sie hatten noch so etwas wie Menschlichkeit und Verstand im Kopf und haben auf dieser Basis des gesunden Menschenverstandes letztlich die einzig richtige Entscheidung getroffen " Fluten", sprich alle Schlagbäume auf und die Menschen laufen lassen. Dafür müssten sie eigentlich das Bundesverdienstkreuz bekommen.

Viele Grüße aus dem Rheinland



hmm.... bin ich jetzt in eine Zeitschleife geraten? Es ging doch m.E. in diesem Thread nicht um die Grenzöffnung am 9.November 1989 sondern um die Wendezeit ab Anfang Oktober 89.....

Jede gute Idee beginnt mit dem Satz.. "halt mal mein Bier!"

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07.10.2010 14:45 (zuletzt bearbeitet: 07.10.2010 15:22)
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#17
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S51

Zitat von Huf
...Die Waffen kamen nicht zum Einsatz, weil ihre Träger größtenteils am Regime zweifelten und Deine Befehlshaber den Frack voll hatten bis zum get no!

Huf



Huf, ich war bei der Demo im Oktober in Leipzig auf der Seite der Offiziersschüler dabei. Weder wir noch die BePo hatten Waffen, mit denen wir hätten scharf schießen können. Unsere Pistolen hatten keine Patronen in den Magazinen und für meine Kaschi hatte ich nur Platzpatronen und Tränengaswurfkörper für den Schießbecher. Das war auch bei keiner anderen der späteren Demos anders. Nur, dass wir da nicht mal unsere Pistolen bei hatten. Es gab nur die Gummiknüppel, Helme und für ein Drittel der Leute einen Schild. Mehr nicht.
Nur die Zugführer hatten für ihre Pistolen je ein Magazin mit 8 (Schupo) bzw. 7 (Kripo) Patronen. Also eine Pistole auf 34 Mann...
Der ganze Rest, der auch offiziell von unserem Ex-BuPrä erzählt wurde, ist einfach Spinne.
Nachtrag: Das war auch am 6./7. Oktober davor in Berlin, wo wir auch bei waren, nicht viel anders. Nur, dass es da für uns noch keine Helme, keine Schilde und auch nicht die großen Gummiknüppel gab. Wir hatten nur unser "Gumminudeln", d.h., diese ausziehbaren Gummiknüppel. Ein Teil unserer Offiziersschüler gehörten zu jenen, die sich in der Schönhauser Allee mit den Demonstranten geprügelt haben - was durchaus eine zweiseitige Sache war, und der andere Teil wie ich war und blieb mangels Ausrüstung in Reserve.
In dem Sinne: Prost!

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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07.10.2010 15:06
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#18
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Danke für Deine Info,@S51, dennoch war Egon Krenz kein deutscher Patriot! Die Patrioten jener Tage waren die friedlichen Demonstranten, die Demokratie wollten und die unerträgliche Ignoranz und Borniertheit der Machthaber überwinden wollten.
Dass dies von Manchem bis heute nicht verwunden wurde, zeigen obige Reaktionen!

Aber das sind wir hier ja schon lange gewohnt.

Huf


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07.10.2010 15:14 (zuletzt bearbeitet: 07.10.2010 15:37)
avatar  Alfred
#19
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HUF,

nur verfügten die Demonstranten über keine Waffen.

Die Waffen standen auf der anderen Seite, dies wird heute von einigen schnell vergessen ...

HUF,

übrigens ist im dem Link zu BEGINN zu lesen :

"Ohne Krenz, so die FAZ, wäre die Wende möglicherweise zu einem Blutbad geworden".

aber dies blendest Du auch mal wieder aus .


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07.10.2010 15:18
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#20
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wenn du den link gelesen hättest @huf, wüsstest du, dass die überschrift einer schweizer zeitung entstammt. bleib doch einfach mal bei den fakten und trenne dich davon anderen immer etwas originäres unterzujubeln...

aber leider kenne ich diese, deine, phasen in diesem forum zu genüge. auftauchen, etwas stimmung machen, ein wenig stänkern und anschliessend abtauchen. nach einiger zeit dann das gleiche von vorne.
wenn du mich fragst, ich finde dieses verhalten zum kotzen (sorry für den ausdruck, aber es beschreibt dies am besten )


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07.10.2010 15:26
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#21
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@Gilbert, ich nehme Deine Reaktion zur Kenntnis und mache Dir einen ehrlich gemeinten Vorschlag:
Wollen wir beide mal telefonieren? Ich schicke Dir meine Handy-Nr. per PM und Du kannst mich gern zu einer zu vereinbarenden Zeit mit Rufnummern-Unterdrückung anklingeln. Glaube mir, hat man erst miteinander gesprochen, sieht man manchen Anonymimus hier anders.
Gern kannst Du mir hierauf per PM antworten!

Beste Grüße von der Elbe!

Huf


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07.10.2010 15:47
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#22
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ich habe kein problem mit dir @huf, aber probleme mit diesen pauschalen aussagen. wir müssen nicht unbedingt telefonieren. ich hatte beim letzten mal aber umsonst auf dich in der osseria gewartet . da hätten wir für ein pläuschchen zeit gehabt...


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07.10.2010 16:06
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#23
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Und da war ich leider kurzfristig verhindert. Schade, ehrlich!

Huf


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07.10.2010 16:41
avatar  glasi
#24
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Zitat

Zitat von Alfred
HUF,

Du hast anscheinend keine Ahnung was im Herbst 89 lief.

Den ersten Befehl dass keine Schusswaffen eingesetzt werden unterzeichnete Herr Honecker im Oktober 89, später erfolgte dann noch der Befehl 11/ 89 von Herrn Krenz als Vorsitzender des NVR.

Und wie Du zu der Auffassung kommst, dass einige Herren den Frack voll hatten o.ä. bleibt Dein Geheimnis.


intresannt alfred. das honecker und krenz diese befehle gaben wissen wir. aber hätten sie sie auch gegeben wenn jemand anderes in moskau gesessen hätte. ich habe immer noch sehr gut den 17 juni 1953 in erinnerung.mich würde mal intresieren was gorbaschow und honecker bei ihren treffen am 7 oktober hinter denn kulissen besprochen haben. lg glasi


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07.10.2010 17:08
avatar  Alfred
#25
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Glasi,

Honecker, Krenz und von den Militärs Generaloberst Streletz haben sich dafür ausgesprochen, dass keine Waffen eingesetzt werden.

Gorbatschow wird in der Beziehung bis heute weit überschätzt.


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07.10.2010 17:18
avatar  glasi
#26
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Zitat

Zitat von Alfred
Glasi,

Honecker, Krenz und von den Militärs Generaloberst Streletz haben sich dafür ausgesprochen, dass keine Waffen eingesetzt werden.

Gorbatschow wird in der Beziehung bis heute weit überschätzt.


sorry. ich will nicht nerven. aber was meinst du mit überschätzt. wenn mann das ließt könnte man meinen die udssr hätte keinen einfluß in der ddr gehabt.


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07.10.2010 17:54
avatar  Alfred
#27
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Glasi,

sicher hatte die UdSSR Einfluss auf die DDR.

Aber zu den Ereignissen im Herbst 1989 wird einiges doch recht Gorbatschow - freundlich dargestellt und die Entscheider in der DDR bleiben aussen vor.

Wie sich einiges richtig dargestellt hat, findest Du u.a. in dem Diskussionbeitrag von GO Streletz beim Grenzer - Treffen 2009.


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07.10.2010 18:07
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#28
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( gelöscht )

Zitat von Alfred
HUF,

Du hast anscheinend keine Ahnung was im Herbst 89 lief.

Den ersten Befehl dass keine Schusswaffen eingesetzt werden unterzeichnete Herr Honecker im Oktober 89, später erfolgte dann noch der Befehl 11/ 89 von Herrn Krenz als Vorsitzender des NVR.



Hallo Alfred,
du gibst vor Ahnung zu haben. Aber du vergisst scheinbar die Wahrheit- wenn du sie kennen solltest.

Schreib doch mal,was in Honeckers Fernschreiben vom 22.9.89 an die Verantwortlichen in Leipzig stand. Schreib mal, wie er aufräumen wollte, was sie tun sollten...in Leipzig...mit der "Konterrevolution".

Huf hat nicht unrecht, allerdings nur dann, wenn er die letzten Septemberwochen in Leipzig meinen würde.
Dieter


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07.10.2010 18:24 (zuletzt bearbeitet: 07.10.2010 18:25)
avatar  Alfred
#29
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Dieter,

informiere uns doch einfach was im Telegramm stand, ganz einfach.

Wird sicher einige interessieren.

Glasi,

ich habe Dir mal einen Auszug aus dem Diskussionsbeitrag von GO Streletz rausgesucht:

Beginn Zitat :

"Wie verhielt es sich tatsächlich?

Wer hat von wem welche Befehle erhalten, bzw. wer hat wem welche Bitten vorgetragen?

Egon Krenz und ich haben am 13. Oktober 1989 nach der Beratung mit der Bezirkseinsatzleitung in Leipzig gegen 17. 00 Uhr Erich Honecker den Befehl Nr.:9/89 vorgelegt. Nach der Unterzeichnung meldete ich Erich Honecker, dass der Minister für Nationale Verteidigung befohlen habe, in der jetzigen politischen Situation keine größeren Truppenbewegungen und Truppenübungen der NVA durchzuführen.
Die Gruppe führt aber ihre Übungen mit größeren Truppenbewegungen durch.

Wenn die Truppenteile der Gruppe ihre Kasernen, vor allen Dingen in den Räumen Leipzig/ Dresden/ Potsdam/ Berlin verlassen, kann das zu falschen Schlussfolgerungen führen. Es wäre zweckmäßig, wenn auch die Gruppe in dieser Periode keine größeren Truppenbewegungen durchführt.



Erich Honecker beauftragte mich, den Oberkommandierenden der Gruppe, Armeegeneral Snedkow, zu bitten, nach Möglichkeit in den kommenden Tagen und Wochen keine größeren Truppenübungen durchzuführen.

Am 14. Oktober 1989 habe ich diese Bitte Armeegeneral Snedkow vorgetragen, der für unser Anliegen volles Verständnis zeigt und versicherte, den Nachgeordneten die erforderlichen Weisungen zu geben.
Gleichzeitig brachte er zum Ausdruck, dass die Gruppe immer bereit ist, bei Notwendigkeit den Waffenbrüdern der Nationalen Volksarmee die erforderliche Hilfe und Unterstützung zu gewähren.

Mitte Dezember 1989 war ich zu einer Beratung der Generalstabschefs des Warschauer Vertrages über die Vorbereitung der „Wiener Verhandlungen zur weiteren Abrüstung“ in Moskau.
Der Oberkommandierende der Vereinten Streitkräfte und der Chef des Generalstabes der Sowjetarmee luden mich zu einem 6 Augengespräch ohne Dolmetscher ein.
Beide führenden sowjetischen Militärs äußerten sich wie folgt:
„Genosse Streletz, halte immer engen Kontakt zum Oberkommandierenden der Westgruppe, Armeegeneral Snedkow,
Armeegeneral Snedkow hat die Weisung, die NVA der DDR bei Notwendigkeit, allseitig zu unterstützen.“

Im Buch von Gorbatschow:
„Wie es war – Die deutsche Wiedervereinigung“
finden wir keinen Bezug auf einen Befehl aus Moskau an die Westgruppe.

Hätte es einen solchen Befehl von Gorbatschow gegeben, dann hätte diese Frage in seinem Buch bestimmt einen breiten Raum eingenommen.


Schlussfolgernd kann festgestellt werden:

Die Partei- und Staatsführung der DDR hat den Oberkommandierenden der West-Gruppe, Armeegeneral Snedkow, gebeten, die Truppen nach Möglichkeit in den Kasernen zu belassen.

Von einem Befehl aus Moskau für diese Maßnahme war niemals die Rede."

Ende Zitat.


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07.10.2010 18:31
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#30
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( gelöscht )

Wenn ich mich recht erinnere,kam an diesem Abend des 9.10.89 aus Ost Berlin die Anweisung nach Leipzig,das man auf Dialogpolitik schalten wolle,also ein Rückzugsbefehl für die Sicherheitskräfte.Wer gab den Befehl ?Wohl Honecker,für einen Bürgerkrieg wollte er sich nicht verantworten.


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