Flucht aus Berlin

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04.10.2010 12:27
avatar  Angelo
#1
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13. August 1961: Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges verriegeln DDR-Posten die Grenze zwischen Ost- und Westberlin. Für die nächsten 28 Jahre bestimmen die Mauer, Stacheldraht, Elektrozäune und Wachtürme den Alltag der Berliner. Viele Ostdeutsche wagen dennoch die Flucht aus der DDR und setzen dabei ihr Leben aufs Spiel. Die N24-Doku schildert u.a. den tragischen Fall des 18-jährigen Maurergesellen Peter Fechter, der 1962 bei einem Fluchtversuch tödlich verletzt wird.




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05.01.2011 10:56
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#2
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die these von hagen koch warum peter fechter nicht aus dem grenzabschnitt geborgen wurde finde ich interessant...


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05.01.2011 11:16
avatar  Alfred
#3
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Hier die Sicht eines Zeitzeugen:

"Am 10. August 2001 schilderte Oberstleutnant a.D. Heinz Schäfer in einer stark besuchten öffentlichen Veranstaltung in dem damaligen Potsdamer Theater "An der "Schiffbauergasse" seine persönliche Sicht zu diesem schwerwiegenden Zwischenfall:
"Die Frage nach den Geschehnissen um den Tod von Peter Fechter am 17.08.1962 gibt mir Gelegenheit, einiges richtig zu stellen.
Ich war 1. Stellvertreter des Kommandeurs der Abteilung der Bereitschaftspolizei in Rummelsburg, die diesen Abschnitt zu sichern hatte. Gegen 14.00 Uhr erhielt ich die Meldung: ‚Verhinderter Grenzdurchbruch mit Anwendung der Schusswaffe. Eine Person liegt im Grenzstreifen unmittelbar vor dem Sperrelement und ist verletzt.' Ich befahl dem Zugführer, den Reserveposten einzusetzen und den Verletzten zu bergen. Darauf meldete mir der Zugführer: ‚Auf der Westseite stehen auf einem Podest 4 bis 6 Angehörige der Westberliner Polizei mit ihren Waffen im Anschlag. Einer davon rief: Wenn hier einer reingeht, wird geschossen!` Daraufhin habe ich mich ins Auto gesetzt und bin zum Ereignisort gefahren, um an Ort und Stelle die Bergung zu organisieren. Zwei Soldaten der Grenzübergansstelle wurden dazu befohlen. Diese erreichten den Ereignisort seitlich entlang des Sicherungsstreifens und hoben den Verletzten über den Hinterlandsicherungszaun. Es erfolgte sofort der Abtransport ins Krankenhaus.
Am Tage nach dem Geschehen veröffentlichten die Westmedien ein Foto von diesem Grenzzwischenfall. Auch die Litfasssäulen beklebte man mit mannshohen Bildern, welche die Aufschrift trugen: ‚50 Minuten an der Mauer verblutet und der Grepo-Offizier lächelt noch'. Von der eigentlichen Verhinderung der Hilfeleistung und Bedrohung der Grenzposten durch die Westberliner Polizei schweigt man heute noch.
In dem im Verlag Haus am Checkpoint Charlie1992 erschienen Buch: ‚Es geschah an der Mauer', wird behauptet: ‚Ihr eigenes Leben gefährdend, versuchten Westberliner Polizisten, ihm (Peter Fechter) Verbandspäckchen zuzuwerfen. Zu schwach war er. Sterbend wurde er schließlich fortgetragen.'
1992 wurde durch die Staatsanwaltschaft bzw. ZERV (Zentrale Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität) ein Ermittlungsverfahren wegen ‚unterlassener Hilfeleistung' eingeleitet. Dreimal leistete ich der Vorladung Folge. Meine Schilderung zum Vorfall geschah nach den mir bekannten Tatsachen, und ich verband sie mit der Forderung nach einer Befragung der Westberliner Beamten. Diese Frage wiederholte ich bei jeder Vernehmung solange, bis mir bei der letzten Vorladung klargemacht wurde, dass dies nicht in Frage käme. Daraufhin lehnte ich jede weitere Aussage ab. Nach weiteren drei Monaten erhielt ich schriftlich davon Kenntnis, dass das Ermittlungsverfahren gegen mich eingestellt wurde."
Offensichtlich sollte der Mythos Peter Fechter aufrechterhalten werden. Dieser Verdacht liegt hier sehr nahe. "

Quelle: grenztruppen-der-ddr.org


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05.01.2011 11:17
avatar  Pit 59
#4
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Gilbert die Frage ist warum wurde er nicht gerettet,denn geborgen heisst Tot.


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05.01.2011 11:26
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#5
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Man beachte die Ausdrucksweise und Körpersprache dieses "verdienten" Genossen Hauptmann.
Reinhold Huhn wird " hingerichtet " !
Peter Fechter wird von einem Grenzsoldaten ............. die Körpersprache zeigt, wie auf den Flüchtling angelegt und gezielt wird, der Mund formt das Geräusch eines abgeschossenen Projektils pitch....................... erledigt oder ähnlich.
Beide sind Opfer dieser brutalen Grenzziehung, aber offenbar haben sie aus der Sicht der Stasi noch im Tod unterschiedliche "Qualität" als Mensch, wenn man aus der Ausdrucksweise des Stasi Offiziers Rückschlüsse ziehen kann.


Gruß Gert


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05.01.2011 11:27
avatar  exgakl
#6
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Zitat von Pit 59
Gilbert die Frage ist warum wurde er nicht gerettet,denn geborgen heisst Tot.



geborgen kommt von bergen und warum sollte das mit Tot gleichzusetzen sein?

Jede gute Idee beginnt mit dem Satz.. "halt mal mein Bier!"

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05.01.2011 11:31 (zuletzt bearbeitet: 05.01.2011 11:31)
avatar  exgakl
#7
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Zitat von Gert
Man beachte die Ausdrucksweise und Körpersprache dieses "verdienten" Genossen Hauptmann.
Reinhold Huhn wird " hingerichtet " !
Peter Fechter wird von einem Grenzsoldaten ............. die Körpersprache zeigt, wie auf den Flüchtling angelegt und gezielt wird, der Mund formt das Geräusch eines abgeschossenen Projektils pitch....................... erledigt oder ähnlich.
Beide sind Opfer dieser brutalen Grenzziehung, aber offenbar haben sie aus der Sicht der Stasi noch im Tod unterschiedliche "Qualität" als Mensch, wenn man aus der Ausdrucksweise des Stasi Offiziers Rückschlüsse ziehen kann.

Gruß Gert



Na Gert, dann sieh dir den Film bitte nochmal an und du wirst noch mehr Körpersprache entdecken. Erstaunlich was du so alles für Rückschlüsse daraus ziehst!

VG exgakl

Jede gute Idee beginnt mit dem Satz.. "halt mal mein Bier!"

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05.01.2011 12:56
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#8
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Zitat von Alfred
Hier die Sicht eines Zeitzeugen:

"Am 10. August 2001 schilderte Oberstleutnant a.D. Heinz Schäfer in einer stark besuchten öffentlichen Veranstaltung in dem damaligen Potsdamer Theater "An der "Schiffbauergasse" seine persönliche Sicht zu diesem schwerwiegenden Zwischenfall:
"Die Frage nach den Geschehnissen um den Tod von Peter Fechter am 17.08.1962 gibt mir Gelegenheit, einiges richtig zu stellen.
Ich war 1. Stellvertreter des Kommandeurs der Abteilung der Bereitschaftspolizei in Rummelsburg, die diesen Abschnitt zu sichern hatte. Gegen 14.00 Uhr erhielt ich die Meldung: ‚Verhinderter Grenzdurchbruch mit Anwendung der Schusswaffe. Eine Person liegt im Grenzstreifen unmittelbar vor dem Sperrelement und ist verletzt.' Ich befahl dem Zugführer, den Reserveposten einzusetzen und den Verletzten zu bergen. Darauf meldete mir der Zugführer: ‚Auf der Westseite stehen auf einem Podest 4 bis 6 Angehörige der Westberliner Polizei mit ihren Waffen im Anschlag. Einer davon rief: Wenn hier einer reingeht, wird geschossen!` Daraufhin habe ich mich ins Auto gesetzt und bin zum Ereignisort gefahren, um an Ort und Stelle die Bergung zu organisieren. Zwei Soldaten der Grenzübergansstelle wurden dazu befohlen. Diese erreichten den Ereignisort seitlich entlang des Sicherungsstreifens und hoben den Verletzten über den Hinterlandsicherungszaun. Es erfolgte sofort der Abtransport ins Krankenhaus.
Am Tage nach dem Geschehen veröffentlichten die Westmedien ein Foto von diesem Grenzzwischenfall. Auch die Litfasssäulen beklebte man mit mannshohen Bildern, welche die Aufschrift trugen: ‚50 Minuten an der Mauer verblutet und der Grepo-Offizier lächelt noch'. Von der eigentlichen Verhinderung der Hilfeleistung und Bedrohung der Grenzposten durch die Westberliner Polizei schweigt man heute noch.
In dem im Verlag Haus am Checkpoint Charlie1992 erschienen Buch: ‚Es geschah an der Mauer', wird behauptet: ‚Ihr eigenes Leben gefährdend, versuchten Westberliner Polizisten, ihm (Peter Fechter) Verbandspäckchen zuzuwerfen. Zu schwach war er. Sterbend wurde er schließlich fortgetragen.'
1992 wurde durch die Staatsanwaltschaft bzw. ZERV (Zentrale Ermittlungsstelle für Regierungs- und Vereinigungskriminalität) ein Ermittlungsverfahren wegen ‚unterlassener Hilfeleistung' eingeleitet. Dreimal leistete ich der Vorladung Folge. Meine Schilderung zum Vorfall geschah nach den mir bekannten Tatsachen, und ich verband sie mit der Forderung nach einer Befragung der Westberliner Beamten. Diese Frage wiederholte ich bei jeder Vernehmung solange, bis mir bei der letzten Vorladung klargemacht wurde, dass dies nicht in Frage käme. Daraufhin lehnte ich jede weitere Aussage ab. Nach weiteren drei Monaten erhielt ich schriftlich davon Kenntnis, dass das Ermittlungsverfahren gegen mich eingestellt wurde."
Offensichtlich sollte der Mythos Peter Fechter aufrechterhalten werden. Dieser Verdacht liegt hier sehr nahe. "

Quelle: grenztruppen-der-ddr.org



Der "Zeitzeuge" ist echt gut.

Peter Fechter, hier lang.
http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...d/593928/page/5

http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...le/Start/page/5

A bisserl was hier:
http://www.nva-forum.de/nva-board/index....topic=5903&st=0


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05.01.2011 13:10
avatar  Alfred
#9
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TH,

so ist dies eben.

Das ist diese Sichtweise einer Person die vor Ort war, dass dies so nicht jeden gefällt ich verstandlich.


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05.01.2011 13:17
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#10
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Zitat von Alfred
TH,

so ist dies eben.

Das ist diese Sichtweise einer Person die vor Ort war, dass dies so nicht jeden gefällt ich verstandlich.



Eben, seine Sichtweise.


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05.01.2011 13:38
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#11
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( gelöscht )

Die Konsequnz aus den Geschehnissen um Peter Fechter war, dass ab da immer ein SPW zum Bergen oder Retten eines Angeschossenen zum Grenzdienst bereit stand. Kürzlich habe ich gelesen, dass auch eine sofortige Hilfe Peter Fechter nicht geholfen hätte, weil bei dem Beckendurchschuss die Arterien zerissen wurden.


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05.01.2011 14:22
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#12
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Zitat von exgakl

Zitat von Pit 59
Gilbert die Frage ist warum wurde er nicht gerettet,denn geborgen heisst Tot.



geborgen kommt von bergen und warum sollte das mit Tot gleichzusetzen sein?




Einen Toten kann man nicht mehr " retten ", man kann ihn nur noch "bergen". Genau wie man einen Ertrinkenden noch retten kann, einen Ertrunkenen aber nicht mehr. Diesen Ertrunkenen kann man logischweise dann nur noch " bergen " .


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05.01.2011 14:31 (zuletzt bearbeitet: 05.01.2011 14:32)
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#13
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Zitat von Pit 59
Gilbert die Frage ist warum wurde er nicht gerettet,denn geborgen heisst Tot.



So ein Müll, warum üben Feuerwehr und DRK dann Verletzte bergen?


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05.01.2011 14:42 (zuletzt bearbeitet: 05.01.2011 14:44)
#14
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Zitat von stutz
Die Konsequnz aus den Geschehnissen um Peter Fechter war, dass ab da immer ein SPW zum Bergen oder Retten eines Angeschossenen zum Grenzdienst bereit stand. Kürzlich habe ich gelesen, dass auch eine sofortige Hilfe Peter Fechter nicht geholfen hätte, weil bei dem Beckendurchschuss die Arterien zerissen wurden.



Hollywood hat diese Verbesserungen nicht mitbekommen. Bei 2:40 sagt der Vorgesetzte (vor einem noch lebenden GV): "Take him up later, we have more important to do!"...

Theo


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05.01.2011 14:50
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#15
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Zitat von Feliks D.

Zitat von Pit 59
Gilbert die Frage ist warum wurde er nicht gerettet,denn geborgen heisst Tot.



So ein Müll, warum üben Feuerwehr und DRK dann Verletzte bergen?




Hast Du schon einmal gelesen, daß die Feuerwehr einen Toten gerettet hat?


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