Der letzte große RAF-Prozess: Wer erschoss Buback ?

30.09.2010 22:19
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#1
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Der Prozessauftakt um den Mordanschlag auf den früheren Generalbundesanwalt Siegfried Buback verlief wie erwartet: Die frühere RAF-Terroristin Verena Becker verweigerte ihre Aussage.
Ihr Anwalt Walter Venedey sagte am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht in Stuttgart-Stammheim: „Frau Becker möchte weder zur Person noch zur Sache derzeit weitere Angaben machen.“ Zuvor hatte die 58-Jährige lediglich Auskünfte zu ihrer Person gegeben.

Bei der Verlesung der Anklageschrift warf Bundesanwalt Walter Hemberger Becker vor, gemeinschaftlich mit anderen handelnd „aus niedrigen Beweggründen und heimtückisch drei Menschen getötet zu haben“. Sie soll mageblich an der Entscheidung für den Mordanschlag, an dessen Planung und der Verbreitung der Bekennerschreiben mitgewirkt haben. Bei dem gemeinschaftlich begangenen Mord sei sie Mittäterin gewesen.

„Zeit für Reue ist noch nicht da“
Der Vorsitzende Richter Hermann Wieland verlas am Donnerstag Notizen der ehemaligen RAF-Terroristin, die sie am Jahrestag der Ermordung Siegfried Bubacks im April 2008 geschrieben hatte. Sie habe überlegt, ob sie für Buback beten solle; die „Zeit für Reue und Schuld ist noch nicht da“, es sei „noch ein weiter Weg“, zitierte Wieland aus den Notizen.
Als Nebenkläger tritt der Sohn des Opfers, Michael Buback, vor dem Oberlandesgericht auf. Er ist davon überzeugt, dass Becker selbst am 7. April 1977 die tödlichen Schüsse abgab. Hierfür will er im Laufe des Prozesses Beweise präsentieren. Bislang sind in dem Verfahren 17 Verhandlungstage angesetzt. Nach den Worten des Vorsitzenden Wieland sind darüber hinaus weitere Termine zu erwarten. „Wir haben ein offenes Ende des Verfahrens.“


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01.10.2010 02:50
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#2
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S51

Wenn alle schweigen wird das Ende des Verfahrens vielleicht offen aber absehbar sein. So richtig kann ich mir nicht vorstellen, dass sich daran etwas ändern könnte. All die neuen "Beweise" sind doch nur Mutmaßungen, nicht mal richtige Indizien.
Wenn die bisher verwendeten Beweise getürkt waren, wie behauptet wird, dann war der "Türke" doch das BKA und in Teilen der BND sowie die Staatsanwaltschaft. Dann wird es dafür Gründe geben. Ergo wird auch heutzutage niemand, der es vielleicht könnte, etwas anderes sagen als früher. Das wirtschaftliche und strafrechtliche Risiko der Betreffenden wäre ihnen sicher zu hoch. An ein Vorhandensein anderer tatsächlicher Beweise glaube ich noch weniger. Das wäre ausgesprochen stümperhaft, sollte es so etwas geben. Und ohne Aussage - ach da waren wir schon.


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01.10.2010 06:01
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#3
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Niemand wird je sagen wer die die tödlichen Schüsse auf Buback ab geben hat und das ist ja eigentlich das einzige was die Familie möchte....aber die täter werden sich immer in Schweigen halten. Ich bin mir sicher das es auch Christian Klar weiß....aber auch dieser hüllt sich in Schweigen...


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01.10.2010 18:24
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#4
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94

... aber auch dieser hüllt sich in Schweigen...

So wie http://de.wikipedia.org/wiki/Peter-J%C3%BCrgen_Boock

Möchte hier mal die Doku über die RAF der ARD erwähnen, insbesondere den zweiten Teil. Wird ja vielleicht mal ausgestrahlt. http://daserste.ndr.de/reportageunddokum...on/doku254.html


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01.10.2010 20:29
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#5
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Wer hat denn den ehemaligen Chef der Treuhand Detlef Carsten Rohwedder erschossen?Etwa auch die RAF?Das ist doch lächerlich.Wenn ich so was lese.geht mir die Hutschnur hoch.Und was war mit Herrhausen?Ich glaube eher,das der weg mußte.


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01.10.2010 21:14
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#6
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Guten Abend,
ich komme aus der 68-ziger Generation. Ich war seinerzeit mit daran beteiligt, dass die "Adenauer-Republik" zu den Akten gelegt wurde. In verschiedenen studentischen Gremien war ein nicht unerhebliches Gewaltpotential vorhanden, ein Grund dafür, das ich mich Anfang 1970 aus dem Dunstkreis der "Vorbereitung zur Revolution" zurückgezogen habe. Die "Spinner", wir wie sie damals nannten, haben dann aber ihre "Spinnereien" in blutige Wirklichkeit umgesetzt. Hinter dem, der den Abzug betätigte waren mindestens fünf andere, die für die Logistik sorgten. Von der ideologischen Ausrichtung völlig unbeeinflussbar, und keinem Gegenargument zugänglich und, das war das Schlimme, von der Richtigkeit ihres Tun völlig überzeugt (ich denke auch heute noch, trotz langjähriger Haft). Zu dieser Spezies Mensch gehört m.E. auch Frau Becker. Nach meinen Erfahrungen nicht sozialisierbar in eine soziale Gesellschaft. Wer Herrn Buback letztlich erschossen hat, wird sich vielleicht nie klären lasen, aber Leute wie Frau Becker stecken bis zum Halse mit drin.

Gruß
Carolus


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01.10.2010 21:26
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#7
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Zitat von Carolus
Guten Abend,
ich komme aus der 68-ziger Generation. Ich war seinerzeit mit daran beteiligt, dass die "Adenauer-Republik" zu den Akten gelegt wurde. In verschiedenen studentischen Gremien war ein nicht unerhebliches Gewaltpotential vorhanden, ein Grund dafür, das ich mich Anfang 1970 aus dem Dunstkreis der "Vorbereitung zur Revolution" zurückgezogen habe. Die "Spinner", wir wie sie damals nannten, haben dann aber ihre "Spinnereien" in blutige Wirklichkeit umgesetzt. Hinter dem, der den Abzug betätigte waren mindestens fünf andere, die für die Logistik sorgten. Von der ideologischen Ausrichtung völlig unbeeinflussbar, und keinem Gegenargument zugänglich und, das war das Schlimme, von der Richtigkeit ihres Tun völlig überzeugt (ich denke auch heute noch, trotz langjähriger Haft). Zu dieser Spezies Mensch gehört m.E. auch Frau Becker. Nach meinen Erfahrungen nicht sozialisierbar in eine soziale Gesellschaft. Wer Herrn Buback letztlich erschossen hat, wird sich vielleicht nie klären lasen, aber Leute wie Frau Becker stecken bis zum Halse mit drin.

Gruß
Carolus


Dann mach Dir mal Gedanken,wer das wirklich war.Kann das auch sein,das er weg mußte?Nicht nur der Osten war schlecht.


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01.10.2010 22:03
avatar  Mike59
#8
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@mic44,
du hast es verstanden.


Carolus, willkommen im Forum

Mike59


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01.10.2010 22:11
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#9
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Eine, wie ich finde, interessante Wendung in der Diskussion. Welche Motive sollten sich dahinter verbergen? Welche Indizien oder Anhaltspunkte gibt es dafür?

Weichmolch


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01.10.2010 22:34
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#10
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Kann ich Dir sagen.Welches Interesse hatte denn die Bundesregierung noch an den beiden?Bubak war nur der Ankläger.Ich glaube nicht,das es in dem damaligen System die Wende in den Verhandlungen geschmeckt hat.Und Rohwedder mußte auf Druck der Industrie weg.Meine Meinung.Ist ja wohl in dem heutigen Rechtsstaat erlaubt.


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01.10.2010 23:23
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#11
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Ich halte Dir entgegen, das Beide - getötet in großem zeitlichem Abstand, im Ruf standen, harte "Hunde" zu sein.
Loyal sowieso und erfahren - auch auf politischem Parkett. Warum sollte sich die Regierung der BRD dieser auf solche Weise entledigen? Wussten beide zuviel?
Thesen und Hypothesen, schön wärs doch, die Akten zu sehen, oder nicht?
Ein Traum das. Da mach ich lieber Bouletten oder zieh mir vollkommen nüchtern 2.2 Promille rein.

Weichmolch


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01.10.2010 23:58
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#12
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Geh ich von aus.Gegenfrage, warum ist Herrhausen in die Luft geflogen?Der war nun überhaupt nicht für die Raf von Interesse.Dann hätten sie ihn entführt.Was wußte denn der?


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