Lagebericht '89 - "Die Stasi wusste alles" ! Ausstellung in Magdeburg !

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28.09.2010 01:08
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#1
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Was die Stasi kurz vor dem Zusammenbruch der DDR über die wirtschaftliche Lage der Betriebe und die Stimmung in der Bevölkerung wusste, zeigt eine neue Ausstellung in Magdeburg. Organisiert vom Bürgerkomitee Sachsen-Anhalt, ist sie seit Montag und bis 6. November im Dokumentationszentrum am Moritzplatz zu sehen, in der ehemaligen Haftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Magdeburg.

Im Mittelpunkt stehen Berichte zur Lage zwischen Mai und November 1989, vor allem aus Magdeburg. Es geht um die gefälschte Kommunalwahl, um Korruption und Versorgungsmängel sowie um die Unzufriedenheit in der Bevölkerung.

Gummibärchen für die Schweine

Auf den 17 Schautafeln sind nun Auszüge der Berichte zu lesen, aus denen die Schieflage des Systems hervorgeht. Bei ihren Recherchen in den wöchentlichen und monatlichen Berichten konnten die heutigen Moritzplatz-Mitarbeiter feststellen, "dass die Stasi alles wusste", wie etwa Bettina Wernowsky vom Dokumentationszentrum bei der Eröffnung der Ausstellung sagte.

So berichteten etwa Krankenschwestern über fehlendes OP-Material, weswegen Patienten zu Operationen teils mehrmals einbestellt werden mussten. Gummibärchen wurden tonnenweise an Schweine verfüttert, weil in dem herstellenden Betrieb in Magdeburg kein Verpackungsmaterial verfügbar war. Beschwerden über fehlende Ersatzteile für Landmaschinen gab es ebenso wie über nach faulen Kartoffeln riechende, sonst aber fast leere Obst- und Gemüsegeschäfte. "Wir haben uns gefragt, warum sie nichts gemacht haben", sagte Wernowsky.
Quelle: "MDR.de"


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28.09.2010 08:46
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#2
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Zitat von kinski112
"Wir haben uns gefragt, warum sie nichts gemacht haben", sagte Wernowsky.
Quelle: "MDR.de"



komisch, sonst wird das mfs auf haft und folter reduziert., nun plötzlich sollten sie auch in die wirtschaft eingreifen... tz tz tz...


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28.09.2010 09:19 (zuletzt bearbeitet: 28.09.2010 09:20)
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#3
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Gilbert deswegen habe ich den Artikel ja mal hier reingestellt weil mich das auch wundert,dass das MFS auch noch Gummibärchen
an Schweine verfüttern lies.Deswegen musste ich immer im Shop meine "Haribos" kaufen.


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28.09.2010 09:52
avatar  exgakl
#4
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na es war ja nun bestimmt nicht das MfS bzw. seine Mitarbeiter, die die Gummibärchen verfüttert haben (da muss man ja richtig aufpassen, dass man nicht schreibt "gefuttert"

VG exgakl

Jede gute Idee beginnt mit dem Satz.. "halt mal mein Bier!"

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28.09.2010 11:55 (zuletzt bearbeitet: 28.09.2010 11:58)
avatar  VNRut
#5
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Das das MfS seine Mitarbeiter im Ausland für Wirtschaftsspionage einsetzte, das konnten wir uns schon vorstellen. Warum man aber nicht innerhalb der DDR die Wirtschaft mit koordinierte und überwachte, das verstehen viele bis heute nicht. Das MfS saß fast in jeder Firma (VEB), darum wurden auch keine Privatfirmen (Familienbetriebe etc.) zugelassen bzw. wieder zerschlagen. Also muss man doch mitbekommen haben das Rohstoffe, Produkte etc. in Massen geklaut wurden, das sich Betriebe Großlager (totes Kapital) anlegten und in anderen Betrieben diese Materialien wiederum fehlten. Oft lagerte das Zeug über Jahre in Regale und wurde irgendwann entsorgt (weil kaputt gestanden/nicht mehr brauchbar) oder es bekam "kurze Beine" und landete in Privathaushalte. Die Ausschusszahlen von Produkten stiegen, Rohstoffe und Verpackungen fehlten, Alkoholmissbrauch und Schluderei an den Arbeitsplätzen und die Fehlzeiten der Arbeitskräfte war Saisonbedingt sehr hoch (Garten- bzw. Feldsaison, Schlachte-Zeit, Witterungsbedingt).

Aber auch von staatlicher Seite wurde geblockt. Wir hatten damals einen Dreher im Ort, der tagsüber in einen großen Betrieb arbeitete und abends seiner Feierabendtätigkeit mit seiner eigenen alten Drehbank nachging. Er wollte für unseren örtlichen Kraftverkehr (Ikarus-Busse*) neue Teile selber herstellen, doch das durfte er nicht, nur weil die DDR einen Wartungsvertrag mit Ungarn hatte. So standen die Busse oftmals monatelang nur wegen einer kleinen Welle etc. nicht einsatzbereit in der Ecke herum, obwohl man die Busse dringend brauchte. Warum war man da nicht flexibel genug? Hinter vorgehaltener Hand sprachen alle von - dann hätte der Staat seine Kontrolle über den selbstständigen Handwerker verloren.

Das man in den Betrieben bespitzelt wurde, das wussten auch alle. Spätestens wenn "Horch und Guck" wieder zuschlug, wie z.B. bei uns im Ort geschehen. Einen LPG-Brigadier hatte man vom Feld wegholte, nur weil sein Funkgerät nicht in Ordnung war, und andere Bauern mitbekamen das er einen "Feindsender" im Radio verfolgte. Nach einer Nacht Verhör-Gewahrsam stand er wieder an der Acker-Front und erfüllte die Ideologie und Propaganda der großen Ernteschlachten.

*http://de.wikipedia.org/wiki/Ikarus_(Bushersteller)

Gruß VN_Rut

GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle

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28.09.2010 12:30
avatar  seaman
#6
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Die Frage ist doch eher,ist es die Aufgabe eines Geheimdienstes/Nachrichtendienstes die Wirtschaft im Inland zu koordinieren?


seaman


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28.09.2010 12:50
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#7
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( gelöscht )

ist es nicht und hat er nicht @seaman. sämtliche informationen diesbezüglich gingen ja an die partei. was die partei daraus gemacht hat ist hinlänglich bekannt.


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28.09.2010 12:52
avatar  seaman
#8
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Genauso sehe ich das auch....

seaman


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28.09.2010 13:14
avatar  moreau
#9
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Hallo Gilbert, du must dir mal den Namen der Firma gründlich durchdenken. "Ministerium für Staatssicherheit". Staatssicherheit beschränkt sich nicht nur auf die politische und oder militärische Sicherheit. Sondern auch, und meiner Meinung nach haupsächlich, auf die wirtschaftliche Sicherheit des Staates. Ihr hättet da mehr Diskret eingreifen müssen. Hattet doch genug Leute rumsitzen. Und erheblich mehr Wirtschaftsspionage bei unseren damaligen Nachbarn währe auch gut gewesen.


Gruß
moreau


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28.09.2010 13:20
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#10
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( gelöscht )

Die Mißstände waren bekannt, wurden aber von der politischen Führung nicht zur Kenntnis genommen !!!

Man muß sich zu aller erst die Rolle des MfS ( Schild und Schwert der Partei ) innerhalb der Strukturen der DDR vor Augen führen um zu begreifen, dass wir als MfS nicht gegen unsere politische Auftragsgeber vorgehen konnten. Das Grundübel lag doch in der grundlegenden Gestaltung unserer Volkswirtschaft und dem fehlenden Willen zu Reformen. Das betraf die Überregulierung durch die Planwirtschaft wie auch das leidige System der Subventionen. Erstere schaffte es nicht für ausreichende Übereinstimmung von Angebot bzw. Nachfrage zu sorgen und die Subventionen führten zu Verschwendung lebensnotwendiger Ressourcen ( Energie, Lebensmittel, Wohnraum usw. ).

Dogmatismus, Unfähigkeit, Unfehlbarkeitsgehabe und Machtgier in der Führungsriege führte uns dann immer weiter in die ökonomische Sackgasse. Wettrüsten und die Krise in der Sowjetunion verschärfte die Lage dann noch weiter.

Das MfS könnte immer nur wieder auf die Lage hinweisen, die sicher aus der Sicht vieler Mitarbeiter zu Kassandra Rufen mutierten.
Für einen direkten Eingriff in die komplizierte Struktur der DDR Volkswirtschaft war das MfS weder in der Lage noch fähig, um die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren, wären richtungsweisende politische Entscheidungen der SED notwendig gewesen.

Für viele meiner Genossen war es tragisch sich sehenden Auges auf das Ende zu bewegen und dann noch für alles verantwortlich gemacht zu werden


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28.09.2010 13:58
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#11
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( gelöscht )

Zitat von Altermaulwurf
Die Mißstände waren bekannt, wurden aber von der politischen Führung nicht zur Kenntnis genommen !!!

Man muß sich zu aller erst die Rolle des MfS ( Schild und Schwert der Partei ) innerhalb der Strukturen der DDR vor Augen führen um zu begreifen, dass wir als MfS nicht gegen unsere politische Auftragsgeber vorgehen konnten. Das Grundübel lag doch in der grundlegenden Gestaltung unserer Volkswirtschaft und dem fehlenden Willen zu Reformen. Das betraf die Überregulierung durch die Planwirtschaft wie auch das leidige System der Subventionen. Erstere schaffte es nicht für ausreichende Übereinstimmung von Angebot bzw. Nachfrage zu sorgen und die Subventionen führten zu Verschwendung lebensnotwendiger Ressourcen ( Energie, Lebensmittel, Wohnraum usw. ).

Dogmatismus, Unfähigkeit, Unfehlbarkeitsgehabe und Machtgier in der Führungsriege führte uns dann immer weiter in die ökonomische Sackgasse. Wettrüsten und die Krise in der Sowjetunion verschärfte die Lage dann noch weiter.

Das MfS könnte immer nur wieder auf die Lage hinweisen, die sicher aus der Sicht vieler Mitarbeiter zu Kassandra Rufen mutierten.
Für einen direkten Eingriff in die komplizierte Struktur der DDR Volkswirtschaft war das MfS weder in der Lage noch fähig, um die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren, wären richtungsweisende politische Entscheidungen der SED notwendig gewesen.

Für viele meiner Genossen war es tragisch sich sehenden Auges auf das Ende zu bewegen und dann noch für alles verantwortlich gemacht zu werden


Mit anderen Worten-Die Stasi hat ihre Hausaufgaben gemacht,die Partei hat gepennt ?


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28.09.2010 14:24 (zuletzt bearbeitet: 28.09.2010 14:41)
avatar  VNRut
#12
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@Altermaulwurf, Deine Erläuterung und Begründungen über die katastrophalen wirtschaftlichen Strukturen der DDR und ihre Ursachen, sowie die Aufgaben des MfS als Befehlsempfänger im In- und Ausland sehe ich ein und kann sie auch gut nachvollziehen. Aber das würde heißen, das die politischen Führung der DDR keine Angst vorm Genossen Mielke & Co besaßen. Das wiederum glaube ich nicht ganz, denn die Geschichte vieler Staaten beweisen, das Geheimdienste oft in politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen und ihrer Ausübung verwickelt waren. Warum soll es in der DDR anders gewesen sein? Zumal Mielke eine lückenlose Überwachung des Volkes und seiner Führungskräfte aus der Waldsiedlung Wandlitz, betrieb.

Gruß VN_Rut

GKM - 05/05/1982 bis 28/10/1983 im GAR 40/1.Abk/2.Zug (Oranienburg 17556) & GR 34/1.Gk/2.Zug (Groß-Glienicke 85981)
Aufrichtigkeit ist wahrscheinlich die verwegenste Form der Tapferkeit. (William Somerset Maugham, britischer Schriftsteller 1874 - 1965)
Ohne die Kälte und Trostlosigkeit des Winters gäbe es die Wärme und die Pracht des Frühlings nicht. (Ho Chi Minh)

http://www.starsofvietnam.net/
https://www.youtube.com/watch?v=OAQShi-3MjA
Gruß Wolle

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28.09.2010 14:36
avatar  exgakl
#13
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Zitat von VNRut
@Altermaulwurf, Deine Erläuterung und Begründungen über die katastrophalen wirtschaftlichen Strukturen der DDR und ihre Ursachen, sowie die Aufgaben des MfS als Befehlsempfänger im In- und Ausland sehe ich ein und kann sie auch gut nachvollziehen. Aber das würde heißen, das die politischen Führung der DDR keine Angst vorm Genossen Mielke & Co besaßen. Das wiederum glaube ich nicht ganz, denn die Geschichte vieler Staaten beweisen, das Geheimdienste oft in politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen und ihrer Ausübung verwickelt waren. Warum soll es in der DDR anders gewesen sein? Zumal Mielke eine lückenlose Überwachung des Volkes und seiner Führungskräfte aus der Waldsiedlung Wandlitz betrieb.

Gruß VN_Rut



Hallo VNRut,

das MfS war ja der sagen wir mal "Erfüllungsgehilfe" der SED, warum sollten also die führenden Genossen Angst vor Mielke gehabt haben, noch dazu wo Mielke bekanntlich ein strafer Parteisoldat war?
Mielke wohnte wohl in der Waldsiedlung, mir ist aber nicht bekannt, das er von dort aus das Volk und seine Führungskräfte überwacht hat.


VG exgakl

Jede gute Idee beginnt mit dem Satz.. "halt mal mein Bier!"

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28.09.2010 19:29
avatar  linamax
#14
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Zitat von GilbertWolzow
ist es nicht und hat er nicht @seaman. sämtliche informationen diesbezüglich gingen ja an die partei. was die partei daraus gemacht hat ist hinlänglich bekannt.


Ihr wart wie immer die weisen Knaben linamax


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28.09.2010 19:39
avatar  94
#15
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94

Na nicht, das jetzt ein paar Weise Knaben geoutet werden, guckst Du http://gay-szene.net/die-weisen-knaben-i...73/eintrag.html

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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